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einem Punkte zur Wirklichkeit geworden, und gebe eine gewisse Bürgschaft für eine weitere Annäherung und Verständigung.

Ein Erlaß des Ministers des Innern bestimmt, daß am 27. ds. die Auslegung der Wählerlisten für die Reichstagswadlen zu beginnen hat.

Hannover, 7. September- Se. Majestät der Kaiser wohnte gestern Nachmittag 5 Uhr dem Diner im Nesidenzschloste bei und zog sich nach Beendigung desselben in seine Gemächer zurück Die Festoorstellung itn Theater besuchten Se. K. St. H. der Kronprinz und I. K. H. die Prinzessin Albrecht. Heute Vormittag bald nach 8 Uhr fuhr der Kaiser mit Extrazug nach Nordstemmen zu den Manövcrn der 19. und 20. Division.

S Mas. der Kaiser traf heute Vormittag 9% Uhr in Nordstemmen ein, begab sich zu Wagen »ad? Alferde, stiea dort zu Pferde und wohnte dann dem Schluß- manöoer des 10. Armeekorps bei, welches in dem Terrain zwischen Eldagsen und Elze stattfand. Um Mittag verließen S- M. der Kaiser, S- K. K- H. der Kronprinz und I. K- H- die Frau Prinzessin Albrecht bas Manöoerfeld und trafen mittelst Extrazuges von Nordstemmen kurz nach 1 Uhr wieder in Hannover ein.

Se. Mas der Kaffer nahm heute Nachmittag 2'/r Uhr im Schlosse ein Dejeuner dinatoire em und begab sich nach demselben nut Sr. K. K. H. dem Kron­prinzen und Sr. K- H. dem Prinzen Albrecht zum Bahnhofe, von wo um 4Vr Uhr die Abreise nach Berlin mittelst Extrazuges erfolgte. In den nach dem Bahnhofe führenden Straßen begrüßte die dicht gedrängte Volksmenge S. M- nut enthusiastischen Zurufen.

Elberfeld, 7. Septbr. Wie dieElberf. Ztg." erfäyrt, gaben |ämmt- liche Alizarin-Fabrikanten Deutschlands eine Vereinbarung getroffen, den Preis ihres Fabrikats aus 5y3 «X per Kilo 20procentigen Alizarins festzusetzen. Diese Festsetzung bedeute eine Steigerung des Preises sür Alizarin um 50 pEt.

Haag, 7. Septbr. Prinz Friedrich der Niederlande ist vom Fieber ergriffen und hat deshalb seine Reise nach Schlesien verschoben.

Honfleur, 7. Septbr. Auf einen Toast des Maire bei dem Festbankett erwiderte Gambeua, man habe Unrecht, wenn man das Princip mit der Person identificire, inan dürfe keine Vermengung der Individualitäten mit der Republik gestatten, welche über den Personen und Parteien flehen müsse. Die Geschäfte hätten sich vermehrt, weil die Politik jetzt besser geleitet werde. Der Handelsmimster habe gesagt, daß es nicht ge­nüge, neue Häfen zu schaffen und die Transportmittel zu vermehren, wenn man nicht auch den Kreis der Geschäftslhätigkeit erweitere und neue Absatzwege eröffne. In der That sei es Zeit für alle Welt, das ökonomische und commerzielle System des Landes mit den fremden Mächten zu regeln.Meine Ueberzeugungen haben sich nicht geändert. Ihr seid stark, erfinderisch, kühn und erfahren genug, um die Concurrenz mit anderen Nationen zu bestehen, ich gebe dem Wunsche Ausdruck, daß Beiträge, welche der Frei­heit des Handels mit den Völkern gewidmet sind, in naher Zukunft geschlossen werden."

Bei dem heute Vormittag stattgehabten Arbeiter-Bankett hielt Gambetta eben­falls eine Ansprache, in welcher er sagte: Das Ziel, welches wir verfolgen, ist bie Emancipation der Arbeiter. Diese wird aber nicht erreicht, wie von einer gewissen Seite angenommen wird, durch unfruchtbare Manifestationen und indem man die Arbeiter mit unerfüllbaren Versprechungen anlockt, sondern indem man den Verstand der Kmder durch das wahre Licht der Vernunft erhellt und indem man die Versorgungs­anstalten und Institutionen zur gegenseitigen Unterstützung weiterentwickelt. <?ei der Besprechung des Gesetzentwurfs, betr. die Syndikats-Associationen, welcher von dem Senate noch nicht votirt worden ist, erklärte Gambetta, daß er nicht ein Gegner des Senates, sondern des Widerstandes des Senats fei, welcher verletzend sei für die Nation. Die Zett dränge, man müsse handeln.

* Petersburg, 7. Septbr. Nachrichten aus Baku zufolge ist in der Krassilntkow'schen Petroleumquelle vor fünf Tagen ein Brand ausgebrochen, welcher noch anhält und die vollständige Vernichtung der Quelle befürchten läßt, falls es nicht gelingt, den Brand mit Dampf zu löschen.

New-Aork, 7. Septbr. Das über das Befinden des Prästdenten Garfield gestern Abend ausgegebene Bulletin und die Meldung von der erhiH- ten Pulsbewegung halten große Besorgntffe hervorgerufen; die Aerzt- sprechen indeß die Hoffnung aus, daß der Zustand deö Kranken schon heute oder mor­gen ein befferer sein werde. Aus Marquette in Michigan wird die Explo- dirung einer Pulverfabrik gemeldet, wobei 11 Personen ums Leben kamen.

Long-Brauch, 7. Septbr. Nach dem heute früh ausgegebenen Bulletin über das Befinden deS Präsidenten Garfield war baS Fieber ver­schwunden. Der Prästdent scheint fich von den Anstrengungen der Reise ganz erholt zu haben.

Jur Nachahmung.

Die Leitung der Reichs- (früher preuß. Staats-) Druckerei hat schon seit mehreren Jahren das System eingeführt, feine Weltbewerbung nach Preis-, resp. Unterbietung für ihren Bedarf an Papier zuzulassen, sondern nur nach Qualität. Ist der Preis, welchen die Anstalt für ein gewisses Papier anlegen wollte, einmal bestimmt, so er­hält derjenige Lieferant den Vorzug, welcher für diesen Preis das beste Fabrikat anbietet.

Bis vor Kurzem enthielten die deutschen Postkarten z. B. einen erheblichen Zu­satz von geschliffenem Holz, bis einige Fabrikanten zu gleichem Preise ein davon ganz freies Fabrikat anboten. Jetzt beuchen die Postkarten der Reichspost nur noch aus Fasern ohne Beimtschuiig von Erde oder geschliffenem Holz.

Wenn alle Behörden und größeren Verbraucher nach solchen Grundfätzen handeln wurden, so müßten die Klagen über schlechtes Fabrikat bald verstummen. Wo uets nur der Billigste den Sieg oavonträgt, muß die Waarebillig u-d schlecht werden", darum empfehlen wir dringend den Vorgang der Reichsdruckerei:

Wettbewerbung nach Güte anstatt nach Billigkeit. (Pap.-Ztg.)

Lokales.

(Sieben, 8. September. Einem Einwohner in der Hammstraße wurden in letzter Zeit auf unerklärliche Weise Kohlen auS dem Keller und einige Male Geld aus der Schublade ent- wrndet. Die Diebin wurde gestern ertappt und zwar auf frischer That, sie rntpupce sich alS eine Mitbewohnerin des Hauses. Dieselbe bat sechs solcher einzelner Diebstähle ctng.standen und wird sich demnächst vor Gericht zu verantworten haben.

BermischteS.

Friedberg, 6. September. Gestern Abend wurde ein vor einer hiesigen Wirthschaft ballender beladener Wagen lammt den Pferden gestohlen. Die Diebe, zwei bter wohnende Fremde, kamen aber nicht weit-damit. Mit sofort requirnter Hülfe der hiesigen und Naubeimer Gendarmerie gelang es, die Leutchen bei Ober.Mörlen zu erwischen. Die auf dem Wagen befindlichen Waarenvorrätbe batten dieselben bereits in verschiedenen Kleeäckern versteckt. °

Biedenkopf, 4 September. (Eisenbahn Eölbe-Lasphe). In den letzten Wochen wurde endlich daS Gelände zum Bau unserer Babn erworben. Dabet stellte sich jedoch herauS daß dasselbe viel zu niedrig veranschlagt ist, da die Taxationssumme um das Dopp-lte über« schritten wurde. Da nun der Kreis für die Erwerbung des Grund und Bodens aufkommen muß und man der Ansicht war, daß derselbe schon mit der Bewilligung der Voranschlaqssumme bis zur.äußersten Grenze des Möglichen gegangen sei, jo befürchtete man allgemein daß der Bau der Babn abermals ins Stocken gcratden würde. Der am Mittwoch versammelte Kreis­tag aber bewilligte, was kaum zu erwarten war, die fehlenden Mittel, und so seben wir nun­mehr der baldigen Inangriffnahme des Baues entgegen. Wird unser Hinte-iand durch die Babn auch nicht wie 1866 bei der Besitznahme gesagt wurde, zu einem Vorderland, so wird es dock mit diesem verbunden und damit wollen wir zufrieden fein.

Darmstadt, 5. September. Ein hiesiger Herr unternahm dieser Tage einen kleinen Ausflug an den Main und kam am 2. Septbr. in das etwa 1200 Einwohner zählende freund­liche Städtchen Klingen berg. Derselbe schreibt uns nun, daß dort das Eedankest in einer Wei'e gefeiert wurde, wie dies sicher im ganzen Deutschen Reiche nicht der Fall gewesen. Es erhielt nämlich zur Feier des Tags aus der Stadtkaffe jeder Bürger 2 und jeder dort

ansässige ledige Mann, der m Jahre 1870 71 Soldat war, gleichfalls 2 JL auSbezahlt. Klingenberg dürfte bezüglich seiner finanziellen Lage überhaupt als Unicum »m deutschen Reiche dastehen, denn dort kennt man nicht nur keinerlei Communallleuern, sondern es erhält überdies noch jeder Bürger pro Jahr 90 bis 1UO JL aus der Stadtkasse ausbezahlt. Glückliches Klingenberg!

Darmstadt, 5 September. In unserer Provinz wurde vor Kurzem in einem kleinen Städtchen ein patriotisches Fest gefeiert. Einer der Tbeilnehmer, Herr Sattlermetster Gr. aus M., hatte einen Toast, und zwarauf die Frauen", auszubringen, und bestieg zu diesem Zwecke eine leichte Tonne. Des officiellen Redens nicht gewöbnt, stockte et schon nach den ersten Worten:Deutsche Frauen!" und ollgemkines spöttischesBravo!" folgte seinen Worten. Mit verhaltenem Grimm wiederholte er seine Worte:Deutscke Frauen!" und noch lautet und spöttischer antwortete ihm der angeheiterte Chor der Gesellschaft mit einemBravo I" Mit aller Kraftanstrengung, deren er fähig war, beherrschte er sich und begann zum dtttten Male; die sich aber bereits wieder erbebenden impertinenten Beifallsrufe führten es herbei, daß er fast in einem Äthern tief:Deutsche Frauen wollt Ihr die Sch halten! und da er bei diesen Worten, um ihnen noch mehr Nachdruck zu geben, zugleich mit dem Fuße aufstampfte, stürzte der Boden der Tonne ein und unser Redner saß dis unter die Arme in dem Faste, in dem sich glücklicherweise nichts befand, als die Spuren des vorher darin enthaltenen Kochzuckers. Man kann sich den komischen Eindruck dieser Situation leicht vorstellen und den Spott, den der verunglückte Redner noch lange Zeit darüber hinzu- nehmen hatte.

K a s s e l 6. Sept. Beim Oeffnen der Zellen im Castell versuckte heute ein Strafsoldat durch, zugehen. Der Feldwebel wollte ihn aufhal'en, der Sträfling aber ergreife eine Etsenstang und schlägt sie jenem mehrmals über das Haupt, so daß derselbe bewußtlos zusammendrichk. Der Sträfling entkommt und will am Posten vorbei, der zwar mit der Hand nach ihm greift, ibn aber nicht festzuhalten vermag. Es beginnt nun eine kurze Jagd des Postens auf den Entlaufenen und bald kommt der Posten ihm so nahe, daß er mit dem Bajonnette ihn erreichen kann, er versetzt ihm einen Stich in die Seite, daß der Sträfling wie todt zusammenbrach.

Köln, 6. September. Unser Zoologischer Garten wurde vorgestern von einem ziemlick erheblichen Verluste betroffen, indem di: Elephantin Jenny, welche sick wegen ihrer großen Zutraulichkeit und der Kunststücke, die sie gern zum Besten gab, bei den Besuchern des Gartens einer besonderen Beliebtheit erfreute, plötzlich an einem Starrkrampf verendete. Die beute in Gegenwart des Direttors vorgerommene Obduction hat ergeben, daß Miß Jenny, welche zu der Aristokratie des indischen Elephantenthums zählte, einem Herzleiden erleben ist. Ob das­selbe aus einer stillen Sehnsucht ober aus Aerger über den Umgang mit Bella, der Vertreterin des plebejischen Elephantenthums, entstanden, konnte nickt festgestellt werden. Die beiden, Jenny und Bella, wurden im Jahre 1871 in London für unseren Zoologischen Garten eiworber. Damals waren die niedlicken Elephantcken 1 Jabre alt, hatten eine Größe von stark einem Meter und wogen zusammen mit ihrem Wärter 1120 Pfund. Nach den zu Anfang wiederholt aufaestellten Verwiegungen haben die Thiere in den ersten Jahren täglich je 2 Pfund an Ge­wicht zugenommen Später sind dir Feststellungen der Schwere derselben unterblieben Jenny batte vor ihrem Tode eine Höhe von nahezu 2,50 Me'cr. Die Haut und das Gerippe werden wahrscheinlich einer Sammlung überwiesen werden, das Fleisch aber soll den Gelern des Zoologischen Gartens auf einige Tage zur Speise dienen. Der Verlust, den derselbe durch den Tod des Thieres erlitten, wird auf 8000 angegeben.

Man bat in Deutschland Untersuchungen angestellt darüber, in welchem LebenS fahre die meisten Mädchen beirathen; das Resultat wollen w.r zu Nutz und Frommen unserer etwa noch nicht unter die Haube gekommenen Leserinnen mittheilen. ES verheiratbeten sich unter 1000 Mädchen, welche im 20. Jabre stehen, pro Jahr 51, im 21. Jahre 66 Im 25. Jahre 99, im 26. Jabre 103, im 27. Jahre 103. im 28 Jahre 102, im 29. Jabre 95, im 30. Jahre 82, im 31. Jahre 68, tm 32. Jahre 61, im 35. Jahr 53, im 36. Jahre 50, im 37. Jabre 49, im 38. Jahre 38, im 39. Jahre 46, im 40. Jahre 46 ic. ES geht hieraus hervor, daß des Lebens Mai doch sehr oft zweimal blüht; denn ein im 20. Jahre in feinen Wünschen getäuschtes Mädchen erwarten gleiche Hoffnungen im 36. Jahre, ein 2sjähriges hat im 29. Lebensjahre noch einmal dieselben Aussichten. Den besten Trost aber dürfte eS gewähren, daß das 26. und 27. Lebensjahr die allergrößten Heirathsaussichten verbürgt. Also nicht verzagt!

sAergerliche Beruhigung.) A.:Ich sag' Dir nur so viel: wenn ich annehme, waS mich meine Jagdkarte kostet, was ich verzehre, was ich an Kleidern und Stiefel ruinir' und im Geschäft versäume, dann kommt mich ein jeder Has', den ick schieße, auf mindestens 20 Jt zu stehen!" B.:Nun, da kannst Du nur Gott danken, daß Du so wenig triffst!"

lieber ein Experiment mit dem Strick wird aus Paris geschrieben: Der Portier eines Hauses der Rue Charcnton hatte einen jungen Gelehrten, der tm dritten Stockwerke eine kleine Wohnung inne hatte, seit mehreren Tagen nicht gesehen Er eilte, die Pol'zei zu ver­ständigen, und als die WohnungSthür geöffnet wurde, fand man Edmond Ginet so hieß der Unglückliche, in sitzender Stellung erdrosselt am Tische. Das eine Ende dis Strickes, der it>n erwürgte, war um eine am Tische selbst befestigte Schraube gewunden. Neben der Leiche lag ein Blatt Papier mit folgenden Aufzeichnungen:Wie bedeutend sind die Leiden eines Strangulirten? Da bin ick nun mit ruht iem Blute beschäftigt, dieS zu ergründen. Meme Halsbinde ist ziemlich streng zugezogeu, das spüre ick an dem Prickeln der Blutkörpercken, r.e nach aufwärts bringen. Meine Empfindungen sind ganz klar, und ich nehme keinen Anstanv, der Schraube hier noch eine Wendung zu geben. Das Ding wird unangenehm Äthern knapp, blaue Dünste vor den Augen und zugleich Zittern in den Sanden. Ich frage mick wie ick heiße: Ick beiße Edmond Ginet; bin neugierig, wie es beim Henken zugeht, will noch eine halbe Schwenkung der Schraube machen und dann schnell retour." Hier enden die Auf­zeichnungen. Augenscheinlich batte der Arme nicht mehr die nötbige Kraft, sick aus d.r eigenen Schlinge zu befreien. In der Wohnung fand man eine Anzahl Katzen und Kaninchen, an denen Ginet Vivisectionen vorzunehmen pflegte.

sAus der Instruction.) Unteroffizier:Wie lange marschirt ein guter Soldat?" Rekrut:So lange wir er kann." Unteroffizier:Nee, so lange bis er nicht mehr kann " Wachtmeister:Wenn im Eilschritt marschirt werden soll, wie kommandirt da der Hauptmann?" Rekrut (nach einigem Nachdenken) :Das wird der Herr Hauptmann am besten wissen."

sFeldmarschall Graf Moltke.) lieber den Aufenthalt des General-FeldmarschallS Graf Moltke in Kopenhagen erfährt man nachträglich noch folgende Einzelheiten: Der greife Stratege, der, um möglichst unbekannt zu bleiben, gleich seinem Adjutanten und Diener in un­scheinbarem Civtlanzuge reiste, bestieg nach seiner Ankunft in Kopenhagen eine einfache Droschke und ließ sich in dasHotel d'Angleterre" fahren. Dort wurde er mit dem Bemerken abge- wiesen, daß wegen vollständiger Besetzung bie gewünschten drei Zimmer nickt zu haben fehlt. Im HotelKöngen of Dänemark- konnte den Reiscnben nur ein Zimmer mit drei Betten an­geboten werben, bis endlich im HotelPhönix", wohin der General dem Kutscher zu fahren b'sahl, drei einfache Stuben im oberen Stockwerke gefunden waren. Ais am andern Morg.n den drei Fremden das Fremdenbuch vorgelegt wurde und bet Feldmarschall seinen Namen ein« getragen hatte, war der Wirth, welcher nicht geahnt hatte, wen er beherberge, nicht wenig geehrt und bestürzt und ersuckte den Grasen auf s Dringendste, zu gestatten, daß die sckönsien SalonS für ibn in Bereitschaft gesetzt würden was jedoch her greise Feldmarsckall lächelnd ablehnte. Nun war es aber mit dem Jncognito so ziemlich vorbei. Jrnrnrr mehr verbreitete sich bie Nackrickt von ber Anwesenheit des berühmten GasteS. Als dieser daher deS Abends Tivoli" besuchte und mit seinem Begleiter vor der großen Concerthalle an einem Tischchen Platz genommen hatte, ba war er alsbalb erkannt und konnte sick der Ovation nickt entzieb'N, die ihm dadurch dargebracht wurde, daß die conecrtinnbe Musikkapelle am Schluffe des ersten Programmtheils sich erhob, die preußische Nationalhymne intonhte und diese sowie dieWacht am Rhein", stehend abspielte. Der Feldmarschall soll von dieser Aufmerksamkeit so ergriffen gewesen sein, daß ihm die Thränen in die Augen traten und er sich veranlaßt sah, an daS Orchester heranzutreten und seinen Dank außzusprecken.

(Milberungsgrund.) Richter:Angeklagte:', find Sie geständig, die Frau Lrhmrnn gemißbandelt, sie in die Haare gefaßt, und ihre Haare ausgeriffen zu haben?" - Ang-klagt.:: Jawohl, Herr Richter, es waren ober bloß cie falschen."

Schiflfabericht. Mitgetheilt von dem norddeutschen Lloyd in Bremen.

Bremen, 7. September. Der Postdampfer General Werder, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27. August von Newyork abgegangen war, ist ^ute 11 Uhr DormittagS wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Paffagiere, Post und Ladung 1 Uhr Nachmittags die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe ü''erbringt 147 Paffagiere und volle Ladung.

Bremen. 7. September. [<ßcr transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Nürn­berg, fcapt. A. Jäger, vom Norddeurschen Llovd in Bremen welcher am 24 Auoust von ®remen abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

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