Ausgabe 
8.10.1881
 
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F.-anzöstsche Truppen stünden In Medjez-el-Bab zur Unterstützung der tunesi­schen Truppen unter Ali Bey.

^Luremburg.

Luxemburg, 5. Oktober. Die Kammer nahm einstimmig bai Gesetz an, welches die Regierung ermächtigt, die Noten d r Nationalbank in vollem Betrag einzulösen. Das Ministerium erk ärte, es hibe dem König seine Ent­lastung etngeretcht Die Kammer ernannte mit Zustimmung der Regierung eine Untersuchungs^Commission.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr. Correspoudenz - Bureau.

Wien, 6. Oktober. Die österreichisch-russische Zoll-Conferenz hat gestern ihre Berathuagen fortgesetzt. DemFremdenblatt" zufolge wäre der größte Theil des Zoll­tarifs bereits erörtert und von allen Seiten die Nothwendigkeit conftatirt worden, die Zollansätze für die aus Deutschland in größeren Quantitäten eingeführten Artikel ent­sprechend zu erhöhen.

Petersburg, 6. Oktober. DasJournal de St. Petersburg" schreibt: Indem w r uns an die offictell bekannt gegebenen Erklärungen von Staatsmännern halten, glauben mir, daß die Aufrechterhaltung des Status quo im Orient und des Friedens in der Welt deren wahres und alleiniges Bestreben ist, und daß, wenn bezüglich Egyptens oder anderweit Schwierigkeiten entstehen sollten, man dieselben durch das Einvernehmen der Mächte und nicht durch Abenteuerlichkeiten lösen würde von der Art, wie solche neulich dieTimes" predigte.

Bukarest, 6. Oktober. Die Fürstin Josephine von Hohenzollern, die Mutter des Königs, wird heute von Schloß Sinai hier erwartet. Dieselbe wird hier einen 14tägigen Aufenthalt nehmen. Von der Stadt Bukarest und den Behörden wird der Fürstin ein glänzender Ernpfang bereitet. Die Haupt- stcaßen der Stadt sind bereits festlich geschmückt.

Pari-, 6. Oktober. D.e durch die Zeitungen gchenden Gerüchte über eine Demission des Botschafters Grafen St. Vallter in Berlin werden von bestlnformirter Sette für vollständig unbegründet erklärt.

Rom, 6. Oktober. Der Papst empfing heute den in Buhlest accre- dttirten englischen Gesandten White uad beabsichtigt demnächst, auch die hier eingetroffenen argentinischen Pilger zu empfangen. Der Empfang der großen italienischen Ptlgerschaar ist auf den 16. ds. festgesetzt. Die Pilger werden gruppenweise das Grab Pius IX besuchen. Der in einer Spectalmtsston aus Uruguay hier eingetroffene Minister des Auswärtigen, Bordenana, ist vom Cardtnal-Staatsjecretär Jacobini empfangen worden.

Lokales.

Gießen 7. Oktober. (Schwurgerichtssitzung am 3., 4., 5. und 6. Oktober l. I.) Angeklagt sind: 1. I akob Wagner II., Holzhändler in Gießen, 2. Daniel Weller V., Wirth auf der Lindenburg, 3. Heinrich Hörle II. von Groß-Buseck, 4. Ludwig Weller von Heuchelheim, 5. Jakob Weller VI. von da, 6. Jakob Benner, Maurermeister von da, wegen betrüglichen Bankerotts, Meineids, Brand­stiftung rc. Dieselben sind beschuldigt und zwar:

1. Jakob Wagner II.: a. daß er in der Nacht vom 16. aus den 17. April I. I. in bezüglicher Absicht fein an der Frankfurter Straße zu Gießen gelegenes und mit darin befindlichem Mobiliar gegen Feuersgefahr versichertes Wohnhaus in Brand gesetzt habe,

b. daß er den Daniel Weller V. von Gießen zu der von diesem in der Nacht vom 23./24. April l. I verübten Inbrandsetzung des ihm, dem Wagner, gehörigen Wohnhauses, durch Beredung vorsätzlich bestimmt habe,

c. daß er im Laufe des Jahres 1880 und 1881 im Interesse des Daniel Weller V. von Gießen, eines Schuldners, welcher feine Zahlungen eingestellt hatte, bezw. über dessen Verwögen das Concursverfahren eröffnet worden, Vermögensstücke desselben verheimlicht oder bei Seite geschafft, auch in dessen Interesse oder um sich Vermögens- vortheil zu verschaffen, in dem gegen Weller ausgebrochenen Concursverfahren er­dichtete Forderungen m eigenem Namen geltend gemacht habe.

2. Daniel Weller V.: a daß er als Schuldner, welcher seine Zahlungen ein­gestellt hat, oder über dessen Vermögen das Concursverfahren eröffnet worden ist, in der Absicht, feine Gläubiger zu benachtbeiligen, ttn Lause des Jahres 1880 und 1881 Vermögensstücke verheimlicht oder bei Seite geschafft, auch Schulden, bezw. Rechts- geschäjte anerkannt oder ausgestellt hat, welche ganz oder theilweise erdichtet find:

b. daß er einen ihm auserlegten Eid, nämlich den am 28. Februar 1881 vor Großh. Amtsgericht Gießen in dem gegen ihn anhängigen Concursverfahren abge­leisteten OffenbarungSeid wissentlich falscb geschworen habe.

c. daß er in der Nacht vom 23-/24. April ds. Js. das dem Jakob Wagner II. zu Gießen gehörige und daselbst in der Frankfurter Straße gelegene Wohnhaus, welches nebst Mobiliar gegen Feuersgefahr versichert ist, in betrügerischer Absicht in Brand gesetzt habe.

3. 4 und 5. Ludwig Weller, Jakob Weller IV. und Jakob Benn er, daß sie im Interesse des Daniel Weller V. von Gießen, eines Schuldners, welcher feine Zahlungen eingestellt hat, oder über dessen Vermögen das Concursversahren er­öffnet worden ist, Vermögensstücke desselben verheimlicht oder bei Seite geschafft haben.

6. Heinrich Hörle II.: daß er dem Daniel Weller V.von Gießen, bezw. dem Jakob Wagner II. von da zur Begehung der Brandstiftung vom 23-/24. April 1881, um diesen die Voitheile dieses Verbrechens zu sichern und seines eigenen Vortheils wegen wissentlich Beistand geleistet habe.

Die Geschworenen erkannten schuldig:

1) Jakob Wagner II. der Brandstiftung vom 16./17. April und Anstiftung der Brandstiftung vom 23./24 April I. I. 2) Daniel Weller V. der Brandstiftung vom 23-/24. April l. I., betrügerischen Bankerutts und Meineid, 3) Ludwig Weller, 4) Jacob Weller VI., 5) Jacob Benner, wogegen

Heinrich Hörle II. und Jakob Wagner II. wegen der Anschuldigung ad. I., c., für nichtschuldig erkannt wurden

Demgemäß wurden:

a) Jakob Wagner II. in eine Zuchthausstrafe von 6 Jahren unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren,

b) Daniel Weller V. in dieselbe Strafe. Gleichzeitig wurde demselben die Be- sugniß abgesprochen, je wieder als Zeuge oder Sachverständiger eidlich ver­nommen .U werden.

c) Ludwig Weller in eine Gesängnißstrafe von 3 Monaten, unter Aufrechnung von 2 Monaten erlittener Untersuchungshaft,

d) Jakob Weller VI. in dieselbe Strafe,

e) Jakob Benner in eine Geldstrafe von 150 JL, eventuell 15 Tage Gesängniß uerurtbeilt

Gießen, 7 Oktober. (Ccffcntüdje Sitzung des Provinztalausschuffes der Provinz Oberhejsen vom 13. Ium l I )

Als erster Gegenstand der Tagesordnung kam zur Verhandlung die Klage deS OrtS- armcnverband-S Liefen gegen den OrtSarmenverband Saasen wegen Unterstützung der Anna Böch cr. Der Provinzialaussckuß entschied mit Rücksicht darauf, daß Beklagter in der münd­lichen Verhandlung nur den Einwand vorgebracht habe, die Anna Böcher habe durch Ab- wcsevbeit ihren UnterstützungSwohnsitz AU Saasen verloren, baß dieser Einwand al8 unbegründet erscheine, weil Anna Böcker nach der von dem Beklagten nicht widersprockenen Behauptung de8 Klägers erst 24 Jahre alt ist und deßhalb in Gemäßheit de« § 22 pos. 2 des Unter stützungSwohnsitz-GesetzeS bisher nicht in der Lage war, den ihren Eltern in Saasen zuständigen Unrerstützungöwol-nsitz selbstständig verlieren zu können, daß bei dem geringfügigen Betrage deS Streitgegenstandes die vollen Gebühren eineS Anwaltes nicht gebilligt werden können, dahin, daß Beklagter sckuldig sei, an den Kläger die eingeklagten 17,50 JL zu ersetzen, die Kosten deS \

Verfahrens zu tragen von welchen ihm jedoch als Theil d.r Kosten des klagrriscken Anwalts nur der Betrag von 3 JL zur Last fallen soll und an die Provinzialkasie den Aveisional» betrag von 10 JL zu zablen

In Sachen deS OrtSarmenverbandeS Kefenrod gegen den OrtSarmenverband Helden, bergen wegen Unterstützung des Christian ©inner erkannte der Provinzialausschuß in Er» Wägung, daß Beklagter seine Ersatzpflicht im Allgemeinen zugrstanden und nur die Höhe des angesonnenen Betrages von 1 täglich beanstandet habe, daß diese Beanstandung mit Rück sicht auf die Locolverhältnisse zu Kefenrod und insbesondere auch die von dem Zeugen Konrad ©inner VI. da*gcUgte Qualität der Verpflegung deS Christian ©inner alS begründet und der von dem Beklagten offerirte Betrag von 60 für den Tag als eine durchaus an- gemeßene Vergütung erscheine; daß Beklagter die letzterwähnte Vergütung erst in der E.k.äturg auf die Klage angeboten habe und deßhalb sowohl die Compensation der Kosten alS die TheOung deS Averflonalbetrags gerechtfertigt sei, zu Rrcrt, daß Beklagter schuldig sei an den K äger den Betrag von 162,66 JC zu ersetzen, die Kosten des Verfahrens zu compensiren seien und jede Partei als Avrrsionalbetrag 10 JL an die Provinzialkasi: zu zahlen habe.

Der dritte Gegenstand der Tagesordnung, die Beschwerde des Herrn Grafen von A l t-L ei nin g en-Weste r b urg gegen dte Gemeinde Ilbenstadt wegen Rückerstattung von Prozeßkosten war bereits in der ©itzung des Provinzialausschusses vom 25. November 1H79 verhandelt worden. Damals war mit Rücksicht darauf, daß die Beschwerde gegen den Beschluß des Ortsvorstandes zu Ilbenstadt vom 22. Februar 1877 gerichtet sei, nach welchem von einem Rückersatz der Proceßkosten Seitens der katholischen Kirchengemeinde an die politische Gemeinde Ilbenstadt abgesehen werden sollte, daß Beschwerdeführer ein augenscheinliches Interesse dabei habe, daß der fragliche GemeinderathSbeschluß aufgehoben würde, daß demzufolge dem Be schwerdeführer unzweifelhaft das formelle Recht zustehe, den fragl. GemeinderathSbeschluß in Gemäßheit des Art. 95 der Landgemeindeordnung zu beanstanden, daß über derartige Beschwerden in Gemäßheit des Art. 95 der Landgemeinde- und Art 48, III. 4 der KreiSordnung der Kreisausschuß zu entscheiden habe, daß selbstverständlich nichts darauf ankommen könne, daß Beschwerdeführer seinen Recurs als eine Klage bezeichne, dahin entschieden worden, daß die angefochtene Entscheidung deS KretsauSsckusieS aufzuhebrn und die Sache zur vorerstigen Ent­scheidung in materialibus an denselben zurückzuweiien sei unter Derurtheilung der Gemeinde Ilbenstadt in die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung eines AversionalbetragS von 20 X in die Provinzialkasse. Der Kreisausschuß deS Kreises Friedberg wieS nunmehr unterm 22. Dezember 1880 die erhobene Beschwerde alS unbegründet ab.

Auf von dem Herrn Beschwerdeführer ergriffenen Recurs entschied der Provinzialauö: schuß in Erwägung: daß durch das rechtskräftize Urtheil des Provinzialaus'chvffeS vom 25. November 1879 festgestcllt worden sei, daß die Beschwerde gegen den Beschluß des OrtSvor standls zu Ilbenstadt vom 22. Februar 1877 gerichtet sei, daß Beschwerden gegen Beschlüffe des Gemcinderaths in Gemäßheit des Art. 93 der Landgemcindeorbnung innerhalb einer Frist von vier Wochen anzuzeigen und zu rechtfertigen sei, daß diese Frist nach Inhalt der Acten und dem Zugeständnisse des Herrn Beschwerdeführers versäumt worben sei, dahin, daß der Recurs alS unbegründet zu verwerfen und der Herr Recurrent in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eineS Aversionalbetrags von 30 in die Provinzialkasse zu veru thcilen sei.

Nach dem Schlüsse der öffentlichen ©itzung erledigte der Provinzialaussckuß eine größere Anzahl von Angelegenheiten in nicktöffentlicher Sitzung.

Gießen, 7. Oktober. In der Nacht vom 4. zum 5. b. M wurden aus zwei Hausgärten in der Bahnhofftrahe und einem desgleichen in der Wallthorstiahc die dortselbst von 7 Parthien ausgelegte Wäsche gestohlen. Unter den Bestohlenen be­finden sich drei Dienstmädchen.

In der Nacht vom 27. zum 28. v. Mts. wurde in einem hiesigen Hotel ein Einbruchsdiebstahl verübt Große Beute hatte der Dieb nicht gemacht. Das Hauptobj. kl bildete b:e Sammelbüchse für Errettung Schiffbrüchiger. Den energisch angestellten Nachforschungen der Schutzmannschast gelang es, den Dieb in der Person eines Frauen­zimmers zu entdecken, welr es vor einigen Jahren in dem betr. Hotel gedient hatte. Dasselbe wurde gestern Nachmittag verhaftet

Zwei Realschüler zertrümmerten gestern gegen Abcnd 7 Uhr in der Ludwigsstraße eine Straßenlaterne mittelst Stemwürfen. Dieselben sind ermittelt und zur Anzeige gebracht.

Heute Morgen gegen 8 Uhr verursachten zwei Schulbuben am Neuenweger Thor einen großen Menschenauflauf Dieselben waren aneinander gerathen und hatte der eine dem andern eine erhebliche Wunde am Back.n mittelst eines zugeklappten Messers beigebracht.

©dt drei Tagen belästigte ein anscheinend stummer Mrnlch namentlich hi.si^ie Kauf­leute mittelst französisch geschriebener Bettelbriefe. Die ©ckutzmannjchaft kurirte heut, Morgen den Simulanten und entlarvte denselben in der Person eineS aus Leipzig gebürtigten Schwind« lers, welcher vor einigen Tagen von Frankfurt nach hier geschubt und von der hiesigen Behörde au8 dem Großherzogthum auSgewielen wurde. Derselbe wurde heute Morgen in du Schramm'schen Herberge verhaftet und sieht demnächst dem Weiteren entgegen.

BermischteS.

Darmstadt, 4. Oktober. Seine Excellenz der Großherzogliche Staaisministrr Frei. Herr v. Starck sind heute nach mehrwöchiger Abwesenheit wieder hier eingetroffen.

Mainz, 1. Oktober. Heute Vormittag ist aberwals ein hiesiger Metzgermeister wegen deS Zusatzes von Kartoffelmehl zur Wurst in Untersuchung gezogen worden Die in d-m Laden noch vorräthigen Fleischwürste wurden mit Beschlag belegt. Einer der Wilddieb», welä'e bei Groß-Gerau angeschossen wurden, ist nunmehr hier in Haft gebracht worden, weil oersel t nachgewiescnermaßcn auch in den Gemeinden unseres Bezirks gewildert hat. AuS de n dritten Stockwerke eines Hauses in der Rheinstraße stürzte heute früh ein etwa Issähri^r Junge herab, bittet auf einen vorbeisahrenden mit Stroh beladenen Wagen. Schrecken maitt sich auf den Antlitzen Derer, die den Flug mit ansahen; ebenso aber freudige Verwunderung als der Jüngling von dem Strohwagen munter und frisch herabkletterte. WaS war denn Lu Ursache dieseS salto mortale? Weiter nichts, als eine kleine Jagd im dritten Stocke des HauseS; der Jun-ie flüchtete vor einer jedenfalls sehr energischen Züchtigung Seitens des VapaS. Papa war über die verzweiflungSvolle Flucht deS Sohnes in unbeschreiblichesi Schrecken; bleich und im tiefsten Neglige kam er herbeigeei.t auf die Straßt, freudetrunk n schloß er den Sohn in die Arme; mit dem ZüchligungSplane war eS vorbei, daS Söhnchen hatte sich Verzeihung erspiungen.

Die Handelskammern deS GroßherzogthumS Hessen (Bingen, Darmstadt, Gießen. Offenbach, Worms) sind Seitens der Mainzer Handelskammer zu der von Offenbach angeregten Zusammenkunft nach Mainz auf den 9. October eingeladen worden. Derhandlungsgegenstäote sind die folgenden. 1) Organisation deS hessischen Handclskammertags; 2) Abänderung deS hessischen HandelSkammergesetzcS (bezw. Erweiterung der Handelskammerbezirke); 3) Verirttiwa der hessischen Handelskammern im bleibenden Ausschuß deS deutschen HandelStags; 4) Antrag an daS Präsidium deS deutsck'n HandelstagS, die Frage der Colonisation und deS Export- aP die Tagesordnung der heurigen Plenarversammlung zu setzen; 5) daS NahrungSmittclgesetz; 6) die Weinsteuerfrage.

^Abenteuer (ineß Clown.) Der Parisergtgaro* weiß von dem dieser Tage ver storbenen, seinerzeit sehr gefeierten Clown Auiiol folgendes ergötzlickc Abenteuer zu eizäklen, welche- ihm m Petersburg zugestoßen ist. Derselbe war nämlich in em herrschaftliches Hau- geladen, um dort seine Künste zu produciren, und um dahin zu gelangen, mußte er die Reva gerade an ihrer breitesten Stelle überschreiten. ES war mitten im Winter. Auriol hatte in Hause das Clown-Eostüm angezogen und darüber seinen Pelz, die Galoschen und seine Pe.»- mütze angelegt mb da auf einen Schlitten g'rniethet, um sich in die Soiree zu begeb.n Svl der Mitte des zugefrornen Flusse- angelangt, blieb der Jsvoschik (Kutscher), obnt Zweifel duicd die Nacht und die ungeheure Einsamkeit, vor Allem aber durch die kleine Taille und da­schwächliche Aussehen AuriolS in Versuchung geführt, stehen und kehrte sich mit drohender Miene gegen ibn, um ibn auszurauben. Da sich Auriol über eine so ausdruckvolle Pantomine nickt täuschen konnte kam ihm ein plötzlicher Einfall. Schnell wie der Blitz enrledigte er sich k's Pelzes und alles Uebiigcn und führte, gewandt wie ein Affe und ge chmeidig wie ein Pantter, vor dem durch diele diabolische Erscheinung erschreckten Jsvoschik die halSbrechendsten Eapaioltn und Sprünge auf dem Eise auSDer Teufel, der Teufel!' rief der unglückliche Kutscher und fiel, sich mehrfach mit dem Kreuze bezeichnend, mehr todt a's lebendig, mit dem Gesichte aui- EiS, während Auriol seine Effekten wieder zusarnmenvackte, in den Schlitten sprang, die 3üa< ergriff und mit dem Gespann zur Soiree jagte. Den Jsvoschik aber fand man am nächsten Tage todt auf dem Eise liegen.

Vom Rhein wird über die Aussichten der Weinernte geschrieben: Wir haben seit einigen Tagen brillante- Herbstwetter und die Mienen der Weinprodueenten. die in Folge der anhaltenden Regengüsse in den jüngsten Wocken schon reckt trübe waren, erhellen fick immw mehr Nur nock bierzehn Tage Sonnenschein und die Crescenz muß. wenigstens der Qualität nack, bas Prädikatvorzüglich" erhalten. Freilich können die bösen Nachtfröste noch einen Strich durch die Rechnung machen. In einigen Orten der Pfalz und deS MitttlrheinS ifl

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