gestaltet sich von Tag zu Tag gleichmäßiger. Freilich sind noch viele Verhaf- Lungen vorgenommen, aber die Zeit der offenen Aufstände, au denen die Unruhen ausarteten scheint doch vorüber zu sein. Auch in Rußland, wo eine Zeit lang ebenfalls offener Aufruhr befürchtet wurde, kommen nur verhältniß- mäßig friedliche Nachrichten, die Hoffung geben, daß der Nihilismus verschwinden wird, wenn eben Kaiser Alexander sich entschließen kann, berechtigten Wünschen des Volkes Rechnung zu tragen. In Amerika beginnt sich die neue Regierung des Präsidenten Arthur e nzubü. gern, nachdem sie sich bestrebt, einigermaßen in die Fußstapfen ihres Vorgängers zu treten; auch von einem beabsichtigten Attentat auf den neuen Präsidenten war in dieser Woche bereits die Rede, wenigstens versuchte ein mit einem Revolver versehener Mann in das Weiße Haus, die Residenz des Präsidenten der Vereinigten Staaten, ein- zudringen. Der allem Anschein nach geistesgestörte Attentäter wurde verhaftet. Die Mordversuche auf hervorragende Männer und Regenten scheinen mehr und mehr Anlaß zu einer Arr Manie zu geben, gegen die natürlich kräftige Gegenmaßregeln ergriffen werden müfser. Die von Trutschland und Rußland angeregte internationale Regelung schreitet jedoch nur langsam vorwärts, da besonders England noch immer seine eigenen Gesetze als hinreichend zur Ab^ wehr jeder Gefahr hinstellt, und außerordentliche Maßregeln für umöthig hält.
— lieber den Stand der Eisenbahnfrage in Frankreich wird uns aus Paris geschrieben: „Beim Zusammentritt der Kammern werden wieder vielfach die Wünsche laut, es möge endlich in der gegenwärtigen Session die leidige und schon seit so langer Zeit in suspenso gelassene Frage über das einheitliche Princip in der Eisenbahn-Verwaltung gelöst werden. Frankreich lebt augenblicklich in Eisenbahnsachen in dem schlimmsten aller Zustände, in dem Zustande des Provisoriums. Die größten und größeren Bahnen befinden sich in den Händen von Actien-Gesellschaften, b-e kleineren in der Verwaltung des Staates. Der Bau neuer Bahnen durch den Staat schreitet wohl programmmäßig vorwärts, aber bei jedem ferttggestellten Stück ergibt sich von Neuem die schwierige Frage, wer dasselbe in Betrieb nehmen soll Die vorige Kammer gab der Bitte des Ministers, ihm Zeit für weitere Studien und Vorbereitung seiner Vorschläge zur Lösung der Eisenbahnfrage zu können nach, und heute hofft man, daß Joie Zwischenzeit nicht unbenutzt geblieben ist und vor Allem, bfiß sie zur Aufstellung eines klaren Princips in ber Eisenbahnfrage genügt habe. Es ist noch nicht lange her, baß die Regierung sich mit dem Gedanken beschäftigte, den namentlich die entschiedenen Republikaner aufnehmen und noch hegen, sämmtliche Eisenbahnen zu verstaatlichen, um neben den weniger einträglichen, vom Staat-' gebauten kleineren Bahnstrecken auch die so nutzbringenden großen Bahnen in der Hand zu haben. Em durch sich selbst schon gerechtfertigter Gedanke. Die Actien-Gesellschasten hatten sich wohl gehütet, ihr Kapital in Bahnstrecken anzulegen, we che einen Druck nach unten auf die Dividende ausüben konnten, einzig deßbalb blieben viele Gebiete ohne Dampsvcrkehrs- mittel. Was die Privatbahnen in 40 Jahren nicht vermocht, das hat der Staat unter den ungünstigsten Verhältnissen in drei Jahren fertiggestellt. Indem er den Bau neuer Lmien selbst in die Hand nahm, hat er gezeigt, daß nur er allein ein interesseloses Vorgehen in Eisenbahnfragen innehalten könne. Es wäre demnach wohl nichts billiger, als daß er nun auch die einträglichen Bahnen unter seine Administrat on erhielte. Wenn dem entgegengehalten wird, daß die bisherige Staatsverwaltung sich als wenig rentabel erwiesen habe, so wird eben außer Acht gelassen, daß es gerade die von den Privat-Gesellschaften gefürchteten Strecken waren, welche der Staat baute. Was Wunder, wenn diese wenig einbringen? Jedenfalls wäre es endlich an der Zeit, daß wir einen einheitlichen Tarif erhielten Jndeß ist der Einfluß der Privatbahnen in letzter Zeit wieder so gewachsen, daß es auf's Neue die größten Schwierigkeiten macht, eme ihnen nicht erwünschte Lösung der Eisenbahnfrage, d. h. den Ankauf eines größeren Eisenbahnnetzes durchmsetzen. Den Eisenbahn-Minister haben sie schon halb und halb
für sich gewonnen Mag nun die Lösung der Eisenbahnfrage wie immer der Zustand des Provisoriums, wie er augenblicklich herrscht, wird werden müssen.
vor sich g h n. wohl beseitigt
Verwischtes.
— Aus Rügenwald (an der pommerschen Seeküstc) meldet die CöSUner Zeitung, daß dort am 10. Oktober, Nachm'ttagS, fast eine Stunde lang eine überraschend schöne ftata Moraana sLuftspiegelung) beobachtet worden sei, nämlich ein nordisches Do f mit schneebedeckten Dächern, an denen Eiszacken berabhingen; auch menichliche Gestalten seien deutlich erkennbar gewesen. Vermuthlich hat Nexö auf der Insel Bornholm dieses Spiegelbild hergegeben, wenn es nicht überhaupt nur eine jener Wolkenphantasien gewesen ist, wie sie namentlich im Herbst nicht selten sind.
— Aus Arras wird die Einstellung der Eanal Tunnelarbeiten wegen eingetretenrr Temperaturvcränderungen gemeldet. Die Franzosen waren auf ihrer Sette in der vergangenen Woche noch ununterbrochen beschäftigt, während die Engländer ihre Arbeiten unterbrochen haben und sie wahrscheinlich nicht vor Frühjahr wieder aufnebmen werden. LS scheint schwer zu halten, Leute zu finden, welche in einem so engen Schockte zu arbeiten g'nktgt sind.
Bern, 2. November. Heute Morgen 9 Uhr 50 Min. ist der erste direkte Zug durck den Goithardtunnel von Äirolo in Gösckenen angelanct. Die Fahrt dauerte 50 Minuten. 100 Personen nahmen daran theil.
— Der „Evang. Anz." bemerkt in seiner kirchlichen Chronik: „Unter allen Kultur floaten hat Deutschland den Ruhm, die meisten Heilanstalten werktbätiger Näckstenliebe zu besitzen. Es sind in Deutschland 95 Anstalten für Taubstumme, 31 für Blinde, 39 für Idioten, 11 für Epileptische, zusammen 176. Dann folgt Frankreich mit nur 70 dieser Anstalten, Eng land mit 65, Nordamerika mit 63, Italien mit 39, Oesterreich mit 25, die Schweiz mit 28, den Schluß macht das große Rußland mit nur 18 derartigen Anstalten.
Verzeichnis
der Mittel-reife der gewöhnlichsten Verbranchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat Oktober 1881.
Je */2 Kilogramm kostet Mark und Pfennige.
10
50
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12
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50
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Je 50 Kilogramm kosten Mark und Pfennige.
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