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Nr 207. Mittwoch den 7. September 1881.
Wchener Mnzeigcr
Ameize- uni Amtsblatt fit hm Krris Gießen.
Bureau x Schulstra^c U. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
Preis vierteltührlich 2 Mark 20 Ps. mit vringerlob Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P'.
Amtlicher Hheil.
Gießen, am 3. September 1881.
Betreffend: Statistische Ermittelung der landwtrthschaftlichen Bodenbenutzung und de- Erndteertrag- im Jahr 1881.
Das Großherzogliche Gkreisamt Gießen
an die Großherzoglicben Bürgermeistereien des Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 15. Juli e. — Anzeiger Rr. 165 — im Rückstände find, werden hieran mit Frist von 8 Tagen erinnert.
Dr. Boekmann.
Die Ankunft der Türkei.
Bereits nach dem letzten großen türkischen Kriege dachte und hoffte man allgemein, daß es mit dem „kranken Mann" dort unten am Bo-poruS nun bald vorbei sein werde. Und in der That, es sah sehr schlimm mit dem Großtürken aus. Besiegt in einem furchtbaren Krieg, gedrückt unter die rauhe Hand eint- unerbittlichen Sieger-, entblößt von allen Hilfsmitteln, dazu Aufruhr an allen Ecken und Enden in dem eigenen Reiche, kurz, die Gefahr konnte nicht schlimmer sein, und die plötzliche Nachricht von dem Zerfall de- OSmanen- reiche- hätte wohl Niemand überrascht. Aber der „kranke Mann" hätte bet seinem Tode ein Erbe htnterlaffen, ein Erbe, das wohl etwa- verwildert und heruntergekommen war, aber trotzdem eine- der prächtigsten und reichsten Besitz- thümer ist, da- man sich nur denken kann. Und was das Mitleid nicht ver- mochte, dos brachte die Politik, oder etwa- deutlicher au-gedrückt, der Neid, damit Niemand das Erbe erhalten sollte, zu Wege; die europäischen Mächte bestellten dem Patienten Doctoren und verschrieben ihm Medicin in der Gestalt von Reformen, die in vielen, vielen Conferenzen lange und au-führlich berathen und erwogen wurden. Unb ihr Werk glückte ihnen. Dem bereit- halbtodten Patienten wurde neue- Leben etngehaucht und M»^>erren Doctoren waren der Urberzeugung, daß er nunmehr noch manches fröhlich ver
leben könne. Einige Jahre find seitdem verstrichen, aber vom „neuen Leben" ist jetzt nicht- mehr zu merken, der „kranke Mann" ist kränker denn je, und schon verlieren die Aerzte die Lust, sich noch weiter mit ihm herumzuärgern, da fie sehen, daß die Krankheit nur dann Hoffnung auf Genesung gtebt, wenn eine gründliche, scharfe Operation vollzogen wird; aber die au-zusühren fehlt Allen der Mukh, denn es könnte sich leicht ereignen, daß der Tod schneller einträte, alS man wünschte, und dann begänne der Streit um die Hinterlassenschaft von Neuem. Es sieht tn der That trostlos auS in der Türkei, da- Reich kann nicht leben, nicht sterben, und die Eifersucht der Mächte hindert fie gegenseitig, der ganzen Mißwirthschaft auf eine energische Art und Weise ein Ende zu machen. Wie es in der Türket steht, wo besonders die Geldnoth und die Haremswirthschaft ganz furchtbare Verwirrung und Eon- sufion hervorgerufen haben, so daß man in Konstantinopel kaum mehr weiß, wo auS und wo ein, ist unseren Lesern bekannt. DaS Grundübel, an vem dir Türkei krankt, liegt darin, daß ein ordentliche- Regiment dort überhaupt gar nicht mehr möglich erscheint. Jntriguen und Kabalen befördern heut einen Günstling au- dem Staube zum Minister und laffen ihn morgen wieder verschwinden, um einem Anderen Platz zu machen, und kleinliche Streitereien und Zntrtguen, in denen fie allerdings allen abendländischen Diplomaten überlegen ist, zeichnet die Pascha-Regierung auS. Groß ist der Ruhm nun gerade nicht. Der einzige, von dem die Mächte hofften, daß er aus dem halbversaulten StaatSbaum nochmal- neue- Leben heroorzaubern könnte, war Midhat Pascha, aber wäre er jetzt nicht verartheilt und auch wirklich der Reformator der Türkei geworden, über sein Leben hätte sein Werk kaum lange mehr bestanden. DaS o-mamscbe Reich ist jetzt auf dem Standpunkt angelangt, auf dem das römische zur Zeit der Völkerwanderung sich befand, eS hat die Fähigkeit zum Herrschen verloren, es lebt nicht mehr, sondern eS vegetirt nur noch. Und diejenigen, an die oder deren Nachfolger einst die Stücke des Reiche- fallen werden, find ja bereit- in den kleinen Fürsten der Balkanstaaten vorhanden. Da ist Rumänien, Griechenland, Serbien, Bulgarien, Montenegro und da- halb und halb auch schon selbstständige Rumelien. Die Großmächte, welche diese kleinen Reiche geschaffen und vergrößert haben, um sich selbst richt- zu gönnen, werden auch den Zersetzungsproceß der Türkei nicht auf. halten können, und höchstens später bet der allgemeinen TheUung im Stande fein, die Grenzen einem jeden der kleinen Raubstaaten anzuweisen. Vielleicht findet sich aber bann unter deren Fürsten Jemand, der mit kraftvoller Hand die getrennten Staaten zu einem vereinigt, ähnlich wie Victor Emanuel tn Italien es machte. Jedenfalls steht so viel fest, daß der Türkei keine allzu- lange Existenz mehr vergönnt ist, das Osmanenreich hat sich überlebt, e- stehl bereits mit einem Fuße im Grabe.
Aestichlaud.
®armfiabt, 5. Septbr. Seine Königl. Hoheit der Großherzog werden mit der Großherzoglichen Familie Mittwoch den 7. d. Mts. da- Hoflager in
Friedberg beziehen, und den Herbstübungen der Division in der dortigen Gegend beiwohnen.
Bi- auf Weiteres ertheilen Se. König!. Hoheit daher hier in Darmstadt Mittwoch- und Samstag- keine Audienzen.
Darmstadt, 5. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht:
Am 5. Juli den außerordentlichen Profeffor an der Universität BreSlau, Dr- Ernst Dorn, zum ordentlichen Profeffor der Physik und Vorstand deS physikalischen Laboratorium- an der technischen Hochschule, mit Wirkung vom 16. September d. IS. an, zu ernennen und tn der gedachten Eigenschaft zu berufen.
AuS dem Kreise Dieburg. Nachdem Herr Prooinzial-Director Küchler tn Darmstadt, welcher bekanntlich auf einer zahlreichen Vertrauen-- männer-Versammlung der national-liberalen Partei auS unserem Kreise alS »mdidat für den nächsten Reichstag aufgestellt worden war, neuerdings auch r den Wahlkreis BenShetm - Erbach - Neustadt aufgestellt worden ist und sich für Annahme deS Mandats für den letztgenannten Wahlkreis entschieden hat, ffl für unseren Wahlkreis Dieburg-Offenbach die Aufstellung eine- anderen Candidaten nöthig geworden. Eine vor mehreren Wochen tn Groß-Umstadt tagende Dertrauensmänner-Versammlung aus dem Kretse Dieburg hatte schon damals für die Eventualität, daß Herr Provinzial-Dtrector Küchler den Wahl- kreiS BenshetM'Erbach acceptiren sollte, einhellig Herrn Kreisrath HallwachS tn Aussicht genommen, welcher zweifellos tn unserem Kreise eine große Stimmen- zahl auf sich vereinigen würde. Es soll nun, wie wir erfahren, zunächst eine vertrauliche Besprechung zwischen dieffeUigen und Parteigenoffen aus dem Kreise Offenbach über die Condidaturstage tn Bälde pattfinden. Man glaubte dies den Wählern einstweilen zur Kenntnißnahme mittheilen zu sollen.
Berlin, 4. Septbr. Endlich wird der 27. October als Tag der Reichstagswahlen officiell bekannt. Acht Wochen trennen uns noch von diesem Termin und diese Zeit muß noch eifrig benutzt werden, um die Wahlvorbereitungen zu vollenden. Sie sind an vielen Orten noch sehr im Rückstand; noch ist es nicht überall selbst nur zur Benennung von Candidaten gekommen; die Wahlreden und Programm-Darlegungen der Mandatsbewerber sind vielfach noch aufgeschoben worden; noch sind die großen Parteien nut ihren Wahlaufrufen tm Rückstand. DaS Alles wird jetzt unverzüglich nachgeholt werden müffen. Wenn es auf der einen Seite ein ganz gerechtfertigter Gesichtspunkt war, „das Pulver nicht zu verschießen", so ist doch jetzt der Zeitpunkt gekom- men, wo nicht länger gesäumt werden darf, die letzten Vorbereitungen um- sichtig und thatkräftig zu treffen. Auf die ganz besonder- große Bedeutung der bevorstehenden Wahlen ist ost genug hingewtesen worden; fie werden in einem ganz entscheidenden Wendepunkt Ziel und Richtung unserer Politik be- stimuiln. Zu rechter Zeit fällt noch aus die weit gediehenen Abmachungen mit der Kurie und die Aussicht eines noch festeren Zusammenschlusses der kirchlichen und politischen React'.on einiges Licht. Der „Eulturkampf" ist formell eine vorzugsweise preußische Angelegenheit. Allein wer möchte verkennen, daß hier der eigentliche Schlüffelpunkt für die gesammte Politik auch im Reiche liegt, ganz abgesehen davon, daß auch daS Reich seine „Maizesetze" zu schützen hatl Wie die Wahlen ausfallen werden, ist dieSmal schwerer zu berechnen als je. Zu viele Faktoren der verschiedensten Art wirken heute zusammen, und waS sich aus diesem widerspruchsvollen Spiel der Kräfte ergeben wird, vermag Niemand zu übersehen. (Köln. Ztg.)
Frankreich.
PariS, 4. Septbr. Gambetta hielt bei der Enthüllung der Statue Duponts de l'Eure zu Neubourg eine Rede, in welcher er an das Datum deS 4. September erinnerte und sagte: Wenn Frankreich siel, so geschah dies, weil es der bürgerlichen Tugend ermangelte, um seine Geschicke zu erfüllen. Frankreich muß dieselben nicht ferner in die Hände einer einzelnen Person, sondern in die Hände des Volkes und des allgemeinen Stimmrechts legen.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'- telegr. Correspondenz - Bureau.
Berlin, 5. Septbr. Gegenüber dem in Danzig circulirtnben Gerüchte, daß am Freitag der nächsten Woche in Danzig eine Zusammenkunft der Kaiser Wilhelm und Alexander stattfivden werde, sagt die „Norddeutsche": Wenn in


