Ausgabe 
7.5.1881
 
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Wahrscheinlich, daß wirklich Dinge vorgekommmen sind, wie sie Sidi-Ali mit hauptet, daß Raub der Beweggiund des Verbrechens gewesen sei, da die verstorbene \Hitnon nolohm HO II lleKrt^iA R k... X 4- ...... ..... Oft)i j fl >i t -. k . OD 4.,Lr.... ... ... .. , . . . .. . .

eigenen Augen gesehen haben will. Uebrtgens sind Nothzucht und Mordthalen selbst bei gewtsien europäischen Armeen feine Seltenheit. Bet ver Razzia, welche die Truppen des Generals Vtncendon am 1. Mat machten, wurden bte Franzosen übrigens von den Khrumiis angegriffen, einen Augenblick befanden sie sich sogar in einer ziemlich bedrängten Lage, aus der sie erst herauskamen, als bedeutende Verstärkungen anlangten.

Vermischte-.

.qn Mannheim, 3 Mai Heute früh ging wieder ein großer Trupp Auswanderer, etwa 430 Unionen, bestehend aus Mannern Frauen und Kindern jeden Alters, die heute Nacht hier übernachteten, per Dampfboot ab. Ihr Reiseziel ist Nordamerika, ihre seitherige Heimath

Lokales.

Gießen. 6. Mai Auf Einladung der Kriegerkameradschaft zu Frankfurt a. M wird fick der hiesige Kriegerverein mit Fahne an dem den 8., 9. und 10. Mai daselbst stattfindenden Friedensfefie betheiligen. Da bekanntlich Frankfurt in jeder Beziehung meisterhaft versteht Feste zu arrangiren. die Eisenbahnen einfachen Fah'preiS bewilligt haben und sich so manche Kameraden wieder grmüthlich zusammenfinden, dürfte dieses Fest ein recht schöne« werben Wie wir hören, wird der diesige Verein Sonntag Morgen mit dem Zuge 6« hier abfahren

- Der Schweinehirt von Hattenrod wurde bei Ausübung seines Dienstes von dem Gemeinde-Eber so angeschlagen, daß er schwer verletzt in die hiesige Klinik verbracht wurde

Auch der zweite Vortrag dcS Herrn Amberg, diesmal ausschließlich dem Gebiete der Physik entlehnt, bot des Jnteresianten sehr viel. Es wurden wiederum die neuesten (5nt> Deckungen dem Publikum vor Augen geführt und ausführliche Erläuterungen gegeben Reicher Beifall der allseitig zufriedengestellten Besucher lohnte den Vortragenden. 8 8 "

Die Ermordung von Sultan Abdul Wz.

hiihpt J" Lmidon schreibt: Die Ermordung von Abdul Aziz

bildet noch immer den Hauptgegenstand der Unterhaltung in Konstantinopel. Die ein; gleitete Untersuchung wird Tag und Nacht fortgesetzt; dieselbe hat bis jetzt nachstehende merkwürdige Thatsachen ans L.ckt gebracht: Es scheint, bofe eine der Freuen von Mahmud Damad s Harem um sich nir eine üble Behandlung oder Vernachlässigung zu rachen, die Gnzelhetten deS Verbrechens enthüllt hat D.e Aussagen dieser Krau führten zu der Entdeckung, daß ein verzweigtes Complott organisitt worden war um den verstorbenen Sultan aus dem Leben zu schaffen. Es finden täglich Verhaftungen statt. Den im Verlauf der Untersuchung gemachten Aussagen zufolge, wurde nach dem Sturze von Abdul Aztz cm aus Hussein Avni Pascha, Damad Pascha und Nuri Pascha sowie zwei Ex-Großvezieren, Midhat Pascha und Mahmud Ruchdi Pascha bestehendes Comite gebildet, um den Tagen von Abdul Aziz ein Ende zu bereiten. Auch wird be-

Mazestät große Reichtümer besessen hatte Auch stelle sich im Verlaufe der'Unter­suchung heraus, daß sämmtliche hohe Peisönlichkeiten, die an der Ermordung von Abdul Aziz betheiligt waren, zu einer Zeit d-e Absicht hatten, alle Mitglieder der Kaiserlichen Familie, mit Ausnahme des derzeit herrschenden Souoerains Murad, um's Leben zu bringen, und daß ein gewisser Beamter, zur Zeit türkischer Botschafter an einem euro­päischen Hofe, von dem Complott Kenntniß hatte. Es wurde ein Diner veranstaltet zu welchem alle kaiserlichen Prinzen eingeladen waren, in der Absicht, sie zu evmorben' Der regierenbe Sultan, bamals Thronfolger, ahnte Verrath, lehnte die Einladung ab und veranlaßte andere Prinzen, wegzubleiben. Es werden noch weitere hohe Persön­lichkeiten im Verdacht gehalten, an der Ermordung von Abdul Aziz betheiligt gewesen zu sein. Suleiman Pascha,Lamdy Pascha, Redff Pascha und Hafuz Mehemed Bey sind als der Mitschuld verdächtig nach der Hauptstadt berufen worden. Sämmtliche Angeklagte, welchem Stande sie auch angehören mögen, werden demnächst vom höchsten Gerichtshöfe abgeurtheilt werden. Die Art und Weise, in welcher Abdul Aziz ermordet wird wie folgt geschildert: Ein gewisier Fahri Bey, zweiter Kammerherr von Abdul Aziz welcher das volle Vertrauen seines Herrn besaß, wurde zur Vollziehung des Verbrechens gewählt. Zu einer bestimmten Stunde stellte Fahri Schildwachen vor die Thüren des Zimmers, welches die Mutter des Sultans bewohnte, und in unmittel­barer Nahe der Gemächer des unglücklichen Monarchen auf. Die Schildwachen und Eunuchen des Palastes erhielten Befehl, der Mutter des Sultans nicht zu erlauben die Zimmer ihres Sohnes zu betreten, und dieselbe, falls sie Gewalt brauchen sollte' zu tobten. Gleichzeitig führte Fahri Bey insgeheim zwei weitere Eunuchen und einen berufsmäßigen Ringkämpfer Namens Pomak Ibrahim in das Zimmer des veryorbenen Sultans. Fahri warf sich nunmehr auf sein Opfer, drückte es auf das Sopha nieder und verhinderte es um Hülfe zu rufen. Sodann befahl er Ibrahim, die Adern des Sultans mit einem Dolche zu öffnen, während dessen Füße von zwei Schwarzen ge halten wurden. Ibrahim machte sich daran, den Befehl zu vollstrecken, und öffnete zuerst eine Ader am rechten Arme Der Sultan, welcher eine beträchtliche Muskelkraft besaß, versuchte feine Mörder abzuschütteln, und gelang es ihm in der That, sich von dem Griff Fahri's frei zu machen. Letzterer faßte jedoch fein Opfer von Neuem und führte mehrere Streiche von solcher Gewalt gegen dasselbe, daß er dem Sultan mehrere Zahne emschlug, während Ibrahim an den Adern des linken Armes herumhackte. Schließlich fiel Abdul Aziz, von Blutverlust erschöpft, ohnmächtig zu Boden. Die Mörder befahlen hierauf, daß Jedermann sich ruhig zu verhalten habe, und verließen ganz sicher, baß ibr Opfer binnen Kurzem ben letzten Athemzug gethan haben werbe' das Zimmer, nachdem sie dem Sultan eine in Blut getauchte Scheere in die Hand ge­drückt und die Thüre des Zimmers sorgfältig verschlossen hatten. Wenige Minuten spater kehrte Fahri Bey, der sich den Anschein gab, soeben im Paläste eingetroffen zu sein, nach dem Schauplatze des Verbrechens zurück, klopfte an die Thüre, als verlangte er die Befehle seines Herrn, stellte sich, da er feine Antwort von Innen erhielt, beun­ruhigt, brach die Thüre auf, betrat das Zimmer und erblickte den in feinem Blute schwimmenden Sultan. Seine Rolle vortrefflich spielend, weckte er durch sein Geschrei und Klagen die Hausgenossen. Die Mutter des Sultans, die Frauen dcS Harems die Kinder und Dienerschaft eilten nach dem Zimmer Inzwischen wußte Fahri alle Anwesenden von der Aufrichtigkeit seines geheuchelten Schmerzes zu überzeugen und Alle m dem Glauben zu bestärken, daß der Sultan in einem Anfall von Schwermuth allein in seinem Zimmer Selbstmord begangen habe. Die Mörder selber haben vor­stehende Schilderung während der Untersuchung im Palafte und nachher als eine wahrheitsgetreue anerkannt. Bislang ist Damad Pascha der Einzige, welcher seine Theilnahme am Verbrechen leugnet, trotz der gegen ihn vorliegenden erdrückenden Zeugenaussagen.

Die Motive, welche den Sultan bestimmt haben, trotz der großen Einwendungen welche Said Pascha und einige andere Minister dagegen geltend gemacht haben einen Proceß gegen die Urheber des Mordes des Sultans Abdul Aziz zu beginnen sind in großes Dunkel gehüllt und die verschiedenartigsten Gerüchte hierüber im Umlauf. Den einen zufolge soll der Fürst Jmeritinski, welcher kürzlich dem Sultan die Thron­besteigung des neuen Zaren notificirte, ihm in dessen Namen geraden haben einen Konigsmord nicht ungestraft zu lassen. Anderen zufolge sollen angesehene Ulema's dem Sultan oorgestellt haben, daß das Khalisat besudelt sei, wenn einer der Khalifen unter der Beschuldigung verbleibe, einen Selbstmord begangen zu haben. Diese beiden und ähnliche Angaben sind unrichtig und die Motive sind ganz andere.

Im türkischen Volke sind zwei Ansichten tief eingewurzelt. Der eine Glaube besteht darin, daß Abdul Aziz ermordet worden sei, und der andere Punkt, an ben das Volk fest glaubt, ist die Ansicht, baß Sultan Murab ölos an einem Anfall von Säufer­wahnsinn gelitten, jetzt aber feine Vernunft vollständig wieder erlangt habe. Obschon dieser letztere Glaube vollständig unrichtig ist und an dem Wahnsinn Murad's nicht gezweifelt werden kann, so hatten sich doch geheime Feinde des Sultans dieser oolks- thümlichen Vorstellungen zu ihren Zwecken bedient, namentlich so lange die Urheber des Mordes Abdul Aziz' ungestraft blieben und diese Feinde des Sultans im Geheimen fragen können, weßhalb er sie ungestraft lasse. Durch die Verhaftung der Mörd-r hat der Sultan dem Volke in dem ersten Punkte Recht gegeben und durch den Proceß selbst soll bewiesen werden, baß bie Urheber bes Mordes sich in der unmittelbaren Umaebuna des Sultans Murad befunden haben.

In diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß der Sultan außerdem durch diesen Proceß die Freundschaft des Zaren gewinnen wolle, weil er nicht nur einen Kömgsmord nicht ungestraft lasse, sondern auch dadurch an den Tag lege, daß Nihilisten in der Türkei kein Asyl finden würden.

In einigen Kreisen heißt es, daß der Sultan durch seine Polizei schon seit einiger Zeit auf Jntriguen und angebliche Verschwörungen aufmerksam gemacht worden fei und daß er daher gegen ferne Feinde energisch auftreten müsse, um ihnen zuvorzukommen Man fragt sich aber mit einiger Besorgniß, ob so viele hochgestellte Personen bie fick' vielleicht bedroht sehen, ruhig abwarten werden oder ob sie sich nicht selbst rühren werden. Diese Anschauungen sind natürlich höchst übertrieben, aber sie müssen erörtert werden, um zu zeigen, wie selbst die griechische Frage hier in den Hintergrund getreten ist vor der Perspective, welche dieser Proceß geöffnet hat.

Bisher sind 9 Personen, des Mordes beschuldigt, verhaftet worden. Der Lauvt. morber, welcher beschulbigt ist, Abbul Aziz erstickt zu haben, ist Mustapha Vfcklivan von Angora. Unter den Paschas, die von Mahmud Bep, der mit ber Unter umuna beauftragt ist, hierher berufen worben finb, befindet sich auch Mehemed Ruschdi de7 zur Zeit der Ermordung des Sultans Großvezier gewesen ist. Derselbe befindet sich im Exil auf feinem Landgut zwischen Aidin und Smyrna und hat geantwortet daß er zu krank und zu alt sei, um die Reise unternehmen zu können. '

Man versichert auch daß Sadullah Bey, der jetzige Botschafter in Berlin, nach Konstantinopel berufen worden fei.

Sadullah Bey kann natürlich nicht verdächtigt werden, aber er war erster Secretär des Sultans Murad zur Zeit des Mordes und unterzeichnete alle Jrades in seinem Namen wahrend des beginnenden Wahnsinns Murad's, und seine Zeugenaussage wird daher als wichtig betrachtet

Unter allen Umständen wird dieser Staatsproceß sehr wichtige Consequenzen im Gefolge haben-

Atatteu.

Nom, 3. Mai. Deputtrtenkammer. Rubini richtete die Anfrage an die Regierung, ob eS wahr sei, daß die französischen Truppen Bizerta besetzt haben. Der Minister des Innern, Depretis, bejahte die Anfrage und fügte hinzu, daß dieses Faktum das Verhalten und die Anschauung der Regierung nicht zu ändern vermöge. Rubini glaubt, die Kammer werde von dieser Er­klärung Akt nehmen.

Selegraphische Depeschen.

telegr. Evrresponberrz-Varrari.

Wiesbaden, 5. Mai. Se. Majestät der Kaiser machte gestern mit der Frau Großherzogin von Baden eine Ausfahrt und erschien Abends im Theater. Zum Diner haben heute der Landgraf und die Landgräfin von Heffen, sowie die Prinzesstnnen Elisabeth von Heffen und Marie von Meinin. gen Einladungen erhalten. Die auf heute angesetzt gewesene Parade fiel wegen des Regenwetters aus.

Dresden, 5. Mai. DasDresd. Journal" meldet: Der König und die Königin reisen am 11. Mai nach Ems, wo der König die Badekur ge­braucht. Morgen Mittag treffen der Prinz und die Prinzessin Wilhelm von Preußen zum Besuch am königlichen Hofe ein und reisen Abends nach Wien weiter.

Berlin, 5. Mai. Der Reichstag erklärte die Wahl deS Abg. v. Schlteckmann für ungilttg, dagegen die Wahlen de« Abg. v. Grote und v. Bethmann-Hollweg für gUtig. Es folgt sodann die Berathung der Vorlage betreffend Abänderung der Verfaffung (der Abg Maiquardsen begründet den Antrag der Commission auf jährliche Einberufung deS Reichstags im October, im Uebrigen die Vorlage) abzulehnen. Abg. v. Maltzan-Gültz empfiehlt den Antrag der Conservativen, welcher die jährliche Einberufung des Reichstags festhält, aber vierjährige LegiSlatur- und zweijährige Etatspertoden etnführen will. Retchenspergcr platdirt für den Antrag der Commission und empfiehlt die Aufnahme einer Bestimmung in d.e Verfaffung welche das gleichzeitige Tagen der Landtage und des Reichstags verbietet. Bennigsen bemerkt' die zweijährige Etatsfeststellung sei bet dem Schwanken der wirthschaftlichen und politischen Derhältntffe unmöglich. Wenn die Conservativen von einer Ermüdung des Reichstags sprächen so liege da« in dem unklaren Verhältntffe der Parteien zum Reichskanzler und in der Unge­wißheit, welche Parteicombinatton der Gesetzgebung schließlich ihr Gepräge aufdrücke, er empfehle daher den Antrag der Commission. Auch die Conservativen des preußischen Landtags hatten die Nothwendtgkeit anerkannt, den Retcksetat vor dem Landesetat festzustellen. Der Reichs­kanzler Fürst Bismarck erwidert, der Vorrel-ner mache der Regierung ben Vorwurf, daß ihre Vorlagen und Reden im Parlammtc auf die nächsten Wahlen htnzteltcn. Die Regierung fürchte die Wahlen nicht, sie habe auch gar kein Recht, die Nation über ihre Ziele im dunkeln zu laffen. Das Volk sei müde, sich von der FracttonSpolittk abhängig zu wissen. Der Antrag wegen Zusammentritts deS Reichstags im October sei eine Rücksichtslosigkeit gegen die Minister und Beamten, die dann im Juni zufammenbletben müßten, wo die Parlamentarier ermüdet aus den Parlamenten herauskämen. Der Antrag fei ferner ein Eingriff in die persönlichen Rechte des Kaisers, die im Reichstage nicht zur Diskussion ständen. Die Zeit für die Ein bcrufung des Reichstags sei der Winter. Der Abg. Bennigsen habe gesagt, früher sei Großes in der Gesetzgebung geschehen, jetzt gehe cS damit nicht vorwärts Dem gegenüber erwidere er (Bismarck) der Reichstag habe auch jetzt noch große Aufgaben, erwerbe dieselben aber nicht lösen können, wenn im Reichstag die Berufsparlamentarur die Herrschaft hätten die zwar sehr geübte Redner aber mit den Volkstnteressen nicht am vertrautesten seien. Bennigsen der am Zustandekommen deS Reichs selbst mitgearbeitet, möge doch zur Retchspolitik und zur Retchs- regterung mehr Vertrauen haben, die Nationalltberaien handelten unrecht, wenn sie sich einer Coalitton anschlössen, die btS zur Sozialdemokratie bingehe. Richter (Hagen) weist die Be­hauptung, daß die Soctaldemokratie mit dem Fortschritt im Cartellvertrage stehe als eine unwürdige Verdächtigung zurück (Rufe: Oho! undZur Ordnung").

Der Reichstag vertagte sich dann auf morgen.

Die Stempelsteuer Commission hat bte erste Lesung bcenbct unter Hinzufügung einer UebergangLbestimmung unb eine RedacttonScornmijsson von bret Mttgliebern mit der Vorbereitung für bte zweite Lesung. Die Commission für das Gerichtskostengesetz lehnte alle auf Herabsetzung der Pauschquanta im Proceß abzielenbe Anträge ab. Die Commission für das Unfall-Ver- sicherungSgesetz kam btS zum § 47 und nahm den § 19 mit einem Amendement Frankenbera an wonach die staatliche Versicherungsanstalt verpflichtet ist, den Bescheid über die Annahme oder Ablehnung deS Versicherungsantrages binnen vier Wochen zu ertheilen, und mit einem Antrag Lieber, wonach der Unternehmer im Falle der Ablehnung für die Prämie allein haftet. Zu S 23 und 26 wurden unwesentliche Acnderungen beschlossen.

Geh. Ober-RegterungSrath Bosse ist zum Direktor der wirthschaftlichen Abtheilung im ReichSamt deS Innern, Geh. Ober RegterungSrath v. Möller im ReichSamt des Innern zum Unterstaatssecretär im preußischen Handelsministerium ernannt. Geh. Ober Regterunasratb Lohmann tritt alS erster Rath in daS Retchsamt des Innern.

Athen, 5. Mat. Die Mitthetlung der Gesandten der Mächte, daß die Pforte dte vorgeschlagene neue Grenzlinie vorbehaltlos angenommen habe, erfolgte durch eine Collectivnote, welche dem Ministerpräsidenten Komunduros von den Gesandten in corpore überreicht wurde. Am Schluß dieser Note heißt eS, daß dte Mächte dte rasche Erledigung der Angelegenheit sich lebhaft angelegen sein laffen würden.

Paris, 5. Mai. Das vor. den Intransigenten zum Zweck der Ver­hinderung der Hinrichtung der wegen Theilnahme am Petersburger Attentat vom 13. März verurtheilten Jeffe Helsmann für nächsten Sonntag projectirte Meeting ist von den Behörden verboten worden.

Nachrichten aus Algier zufolge haben die französtschen Truppen die zur Concentrirung erforderlichen Bewegungen beendet und werden nunmehr unverweilt zum Angriff auf die Hauptposition der Khrumirs bei Abdallah Bentjemet vorgehen.

e-,, 6®<fWckrin;1 1'Mai. Heute Nachmittag 4 Uhr hat in der diesigen Schloßkirche d,e kirchliche Trauung des Herzogs Paul von Mecklenburg. Schwerin mit der Prinzessin Marie von Wmdtschgrätz stattgefunden.

. , P^erSburg, 5- Ma«. ES wird als bestimmter Beschluß bezeichnet, daß eventuelle Hinrichtungen künftighin nicht mehr öffentlich geschehen sollen.