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dies so fort ginge, der Proceß bis über Ostern hinaus dauern würde. Der Hauptoertheidtger der Angeklagten, Macdonogh, machte geltend, daß auch alles verlesen werden müsse, was für die Angeklagten spreche und dazu angethan sei, den unschuldigen Charakter der Versammlungen darzuthun. Der General« fiscal beanstandete dies, allein der Präsident erklärte, der Gerichtshof begün- stige das Anfinnen Macdonogh's. Die Verhandlung wurde sodann bis zum Montag vertagt.

Afrika.

Pretoria und Potchesstroom, die beiden einzigen Orte von Transvaal, tn denen es auch Engländer gibt, befinden sich in der Gewalt der holländi­schen Bauern. Englische Garnisonen halten so wett wir über die Lage Bescheid wtfien nur noch die Forts von Pretoria, Potchesstroom und Standerton besetzt. Daß diese Forts oder befestigten Lager mit Sturm ge­nommen werden sollten, hat nicht viel Wahrscheinlichkeit für sich; dem Anschein zufolge werden die Bauern sie aushungern. Nun ist Pretoria von dem See­hasen Durban, wo die englischen Entsatztruppen ausgeschtfft werden sollen, etwa 640km entfernt, und die Hälfte dieser Wegestrecken liegt innerhalb Transvaal, also auf feindlichem Gebiet. Die Schwierigkeit, Transport- Colonnen nach den belagerten Forts zu bringen, liegt demnach aus der Hand. ES wird aber auch bestenfalls sehr lange dauern, bis die englischen Entsatz­truppen eintreffen. Etwas weniger als 4 Wochen dauert allein die Seereise; mißt man dann den englischen Truppen eine Marschsähtgkeit von 1920 km täglich zu, so werden immerhin wettere 5 Wochen für die Landstrecke in Rech­nung kommen. Bis zu diesem Zeitpunkt aber dürften die englischen Garnisonen in Pretoria, Potchesstroom u. s. w. längst die etwa vorhandenen Lebensmittel erschöpft haben. Unter der englischen Besatzung des Gertchtsgebäudes zu Potchesstroom, die sich den Holländern ergeben mußte, befand sich auch Corn- Mandant Raaf, den die Holländer besonders Haffen, weil er ihres Stammes und ein politischer Renegat ist. Die Nachricht, daß man ihn erschoffen habe, ist trotzdem unbestätigt geblieben. Paul Krüger soll die Absicht hegen, die Hauptstadt von Pretoria nach Potchefsttoom zurückzuverlegen, wo sie sich auch unter Andreas Pretortus, dem ersten Präsidenten der Republik, befand. AuS Kalkutta wird gemeldet, daß das 15. Husarenregiment, das 2. Bataillon deS 60. Husarenregtments und eine Batterie Artillerie aus Dinapor nach Natal beordert worden sind. DaS 11. bengalische Lanzenreiterregiment, das aus lauter Eingeborenen besteht, hat seine Dienste für den Feldzug in Süd- afrika angeboten.___________________________________________________________________

Telegraphische Depeschen.

Wagrrer's telegr. Correspoudeuz-Bureau.

Berlin, 4. Januar. Eine in Rom angeblich in Gründung begriffene Banca Jtaltana für Converston der türkischen Staatsschuld versendet Pro- specte mit den Namen der ersten Gründer; die darin genannten Firmen Platho u. Wolff in Berlin, v. Reinach u. Comp. in Wien, Haller Söhle u. Comp. in Hamburg und Banque de Geneve haben bereits gegen den Mißbrauch ihrer Namen protestirt.

Paris, 4. Januar. Die Ablehnung des Schiedsgerichts durch die Pforte gilt hier nicht für deren letztes Wort. Die Pforte hält an dem Standpunkt ihrer Note vom 14. December fest, keine Initiative zu Frindselig- leiten zu ergreifen. Die Möglichkeit einer Offenstoe Griechenlands wird wegen der Unfertigkett seiner Rüstungen auf lange hinaus bezweifelt. Die Fortdauer der europäischen Entente scheint gesichert.

Athen, 4. Januar. Es heißt, daß die Mächte neuerdings bei Grie­chenland identische Vorstellungen zu Gunsten deS Schiedsgerichts machten. 32,000 Reservisten und Nattonalgardisten, im Alter von 30 bis 40 Jahren, sollen einberufen werden.

Konstantinopel, 4. Januar. Die Botschafter haben gestern einen neuen identischen Schritt bet der Pforte zu Gunsten des Schiedsgerichts gethan.

Pari-, 4. Januar, Abends. DerTempS" glaubt, der Friede werde im Jahre 1881 erhalten bleiben. Nach den neuesten Nachrichten dürfte bei dem Sultan die gesunde Vernunft über sein anfängliches Zaudern in der Schiedsgerichtsfrage siegen. Die Mächte ertheilten Griechenland einstimmig den Ratb, eine Politik deS Krieges zu vermeiden.

Schonung der Augen.

Durch Untersuchung von mehr als 30 Augenärzten an beiläufig 40,000 Schülern wurde überzeugend feftgestellt, daß die Kurzsichtigkeit unter unserer Jugend in er- sckreckendem Maße fort und fort zunimmt, und zwar im Schulalter von Classe zu Classe. Angeboren ist der Fehler nur selten, bei Kindern unter 5 Jahren wird er fast nie gefunden und in Dorfschulen gibt es nur etwa 1 Procent Kurzsichtige; deren Zahl sowohl wie der Grad der Kurzsichtigkeit bei den Einzelnen nimmt aber zu mit den Ansprüchen des Unterrichts, so daß die Elementarschulen nur 5 bis 11 Procent auf- weisen, die Töchterschulen schon 1024, die Realschulen 2040 und die Gymnasien 3055 Procent. In der Secunda und Prima schwankt die Zahl zwischen 35 und 88 Procent. Ein Tübinger Arzt fand innerhalb 20 Jahren unter 600 Theologiestudirenden 79 Procent Kurzsichtige und Professor Virchow äußerte kürzlich im Abgeordnetenhause, von 100 Medicinstudenten könnten 95 nicht sehen, was vor ihnen liegt!

Die geistige Kurzsichtigkeit bewegt sich nun aber in umgekehrter Richtung der leiblichen, mit anderen Worten: je schwächer unser physisches Sehvermögen wird, um so klarer sehen wir dessen hohe Bedeutung ein und um so mehr schärft sich unser Blick für die Begehungs- und Unterlassungssünden, welche die Verderbniß herbeigeführt haben. Wohl litten auch unsere Vorfahren unter schlecht gebauten Schulbanktischen, falscher Körperhaltung beim Schreiben und Lesen, unter ungenügender Beleuchtung der Schul­zimmer, Büchern mit zu kleinem, engem Druck rc., doch aber nicht in dem Grade, rote wir und unsere Kinder, denn die Anforderungen der Schule sind seitdem wesentlich gestiegen, es wird viel länger als ehedem bei künstlichem Lichte gearbeitet, das Stadt- leben, der Mangel an Ucbung des Anpassungsvermögens im Fernsehen u. A. kommen hinzu, das liebel mehr und mehr zu vergrößern. Das alte Sprüchwort vomHegen und Pflegen rote den Augapfel" dürfte heutzutage wenig genug besagen. In keinem Lande ist die Kurzsichtigkeit so verbreitet wie in Deutschland, dem bestgeschulten. Das erweist sich u. A bei internationalen Congressen, wo stets die Brillenträger beinahe nur Deutsche sind. Der Grund davon ist nicht vorzugsweise in Rasseneigentbumlichkeiten, Vererbung rc. zu suchen, sondern in fortgesetzter Ueberanftrengung und Mißhandlung der Augen. Je weniger nun wir Alten diese ungeschehen machen können, um so ernster tritt uns, damit der junge Nachwuchs thunlich davor behütet werde, als Gewissens­pflicht entgegen, die Einsicht von der Nützlichkeit und Nothwendigkeit gewißer Reformen auszubreiten. Auch die Schulbehörden können dann nicht zögern, demgemäße Ein­richtungen zu treffen. Behördliche Maßregeln pflegen ja meistens durch den Grad der Dringlichkeit, welchen die öffentliche Meinung und die von ihr beeinflußte Volks- öertretung jeder Angelegenheit beilegt, bestimmt zu werden. Aus der recht langen Reihe von allgemeinen Regeln zur Schonung und Pflege des Sehvermögens feien hier nur folgende herovrgehvben.

Das Auge darf sich beim Lesen und Schreiben dem Object nicht mehr nähern, als zu deutlichem Erkennen erforderlich ist und das Auflegen muß vermieden werden.

Dies letztere wird durch die (erst feit etwa 70 Jahren emgeführtt) schräge Schreibschrift gefördert und das Aufrechtsitzen verhindert oder erschwert, weßhald senkrechte Rund­schrift zu begünstigen wäre. Auch könnte unser übermäßiges Schreibwesen durch all­gemeine Erlernung der L-tenographie eingeschränkt werden, sofern dann nicht etwa neue Aufgaben nachdrängten. Die Tischplatte muß etwas höher angebracht sein als der herabhängende Ellbogen, nicht wagrechl, sondern schräg gestellt, und die Banktische der Größe der Schüler einigermaßen angepasst, d. h. diese nach jener eingerciht werden. Daß dies ohne große Kosten zu bewerkstelligen ist, haben die Modelle der Wiener und Pariser Ausstellungen dargethan. Fast alle anderen Culturstaaten sind zur Zeit in dem Punkte dem größten deutschen erheblich voraus. Die gedruckten Buchstaben sollten nie kleine, als IV2 mm, nicht zu schmächtig, die Zeilenzwischenräume nicht zu eng sein und für ABC-Schützen nur recht großer Druck benutzt werden, bis sich ihnen die Buchstaben­bilder fest und dauerhaft eingeprägt Haden. Von erster Wichtigkeit ist das Licht, wovon in Schulstuben kaum zu viel sein farm, vorausgesetzt, daß nicht der Sonnen­strahl birect auf den Tisch fallt. Blendung und rascher Wechsel sehr verschiedener Helligkeitsgrade schadet selbst gesunden Augen Sehr vieles, ununterbrochenes Lesen, zumal bei künstlicher Beleuchtung, verkürzt allmählich nicht dlos die Weite des Ge­sichts, es schwächt auch seine Schärfe und Ausdauer, auf hinlängliche Ruhepausen ist daher thunlich zu halten. 10 Stunden täglichen Schreibtischsitzens sind für ein in der Entwickelung begriffenes Auge zweifellos zu viel. Schmerzen die Augen ober geben sie Ermüdung funb, so gönne man ihnen eine Erholung, sei es auch nur wenige Mi­nuten. Die Wahl der Brille, des Gestells und der Gläser, welche letztere nicht zu klein fein dürfen, sollte womöglich immer unter augenärztlichem Beirath geschehen. Dessen bedarf es auch schlechterdings für die Berufswahl, wenn die mindeste Schwäche der Augen ober Neigung zu Entzündungen üorLegt. Manche Gewerbe können dann geradezu als Heilmittel bienen, anbere ohne Gefahr ergriffen unb roieber andere müssen ganz vermieden werden, 3. B- solche, welche das Auge grellem Lichte, starker Hitze, scharfen Dünsten, dem Staub ober Rauch aussetzen, ober besonders große Anstreng­ungen den Augen zumuthen, wie Uhnnacherei, Kupfer- unb Stahlstecherei rc Auch Mädchen und Frauen sollten und könnten wenigstens etwas vorsichtiger in der Aus­wahl ihrer Arbeiten und Tändeleien fein.

Noch an dies unb jenes wäre zu mahnen, z. B. an bie so belangreiche Haltung Neugeborener und Bettlägeriger, an sog. Operngucker, Klemmer, Monocles rc.. doch mag es bei Obigem vorläufig fein Bewenden haben, um nichtzu viel auf einmal" zu verlangen. Jedenfalls ist's hohe Zeit, daß durchweg Erwachsene und Kinder lernen, was die Schonung und Pflege des empfindlichsten, edelsten und werthvollsten der Sinneswcrkzeuge dringend erheischt.

Lokales.

Gießen, 5. Januar. (Sterblichkeit in Gießen während des Jahres 1880. Nach den Aufzeichnungen des Gr. Kreis-Gesundheitsamtes). Die Zahl aller im Jahre 1880 in Gießen vorgekommenen Todesfälle erreichte die Höhe von 415, welche sich auf 238 erwachsene Personen, 82 Kinder im ersten Lebensjahre und 95 Kinder vom 2 bis 15. Lebensjahre vertheilen. In den verschiedenen Monaten variirte die Sterblichkeit in fol­gender Weise: Die meisten Todesfälle ereigneten sich im Monat April, nämlich 44, bann folgt Mai mit 41, August 40, März 38, Januar 36, Februar 35, Juni unb November mit je 33, September 32, Juli 31, December 27, October 25. Von ben Krankheiten forberte Lungenschwinbsucht die meisten Opfer, ihr erlagen 72 Menschen, also mehr als der sechste Theil sämmtlcher Gestorbenen. Nach dieser verursachte Diphtheritis die meisten Sterbefälle, nämlich 35. Bedenkt man, daß sämmtltche Todesfälle an die­ser Krankheit bei Kindern vorkamen, so ist das Sterblichkeitsverhältnitz noch ein grö­ßeres, als bei der Lungenschwindsucht, da von 177 Kindern, die überhaupt gestorben, gerade der 5. Theil von dieser Krankheit weggerafft wurde- Lungen: und Bronchien- Entzündungen endeten 33 mal tödlich, Catarrhe und Entzündungen der Gedärme 23 mal, an Schlagfluß und dessen Folgen starben 16 Personen, dem Recurrensfieber er­lagen 10, dem Kindbettfieber 5, den Masern, dem Scharlach, dem Unterleibstyphus je 4, der Ruhr 2. An verschiedenen anderen bekannten Krankheiten starben 189 Perso­nen, in 11 Fällen blieb die eigentliche Todesursache unbekannt. 5 Menschen starben in Folge von Unglücksfällen, darunter 3, welche schwer verletzt von auswärts hierher transportirt worden waren. 6 mal machten Selbstmörder ihrem Leben ein Ende unb einmal würbe bie Leiche eines ermorbeten neugeborenen Kmbes aus ber Lahn aelanbet.

Gegen bie betben letzten Jahre haben sich bie Tobesfälle vermehrt, um 37 gegen bie Anzahl bes Jahres 1878 und um 36 gegen bie des Jahres 1879. Nehmen wir bie Einwohnerzahl Gießens nach ber letzten Volkszählung auf rund 17000 an, so wür­den auf 1000 Einwohner 24 Sterbefälle zu rechnen sein, was immer noch kein beson­ders ungünstiges Verhältniß wäre. Es ist aber bei der Beurtheilung noch in Rech­nung zu ziehen, daß die Verstorbenen nicht ausschließlich Einwohner unserer Stadt waren.

In unseren Krankenanstalten suchen jetzt immer mehr Auswärtige, die theils aus der nahen Umgebung, theils aus größerer Entfernung kommen, Hülfe unb es liegt in der Natur der Sache, daß dies besonders geschieht von Kranken, die schon lange leidend sind, oder sich gar schon in einem unheilbaren Zustande befinden, unb zum Theil denn auch hier ihrer Krankheit erliegen-

So bildeten denn Auswärtige gerade unter ben an Lungenschwinbsucht Ge­storbenen einen oerhältnißmäßig nicht geringen Theil unb auch unter den ber Diphtheri­tis erlegenen Kinbern befanden sich mehrere von benachbarten Orten, die in schon höchst bedenklichem Zustande hierher gebracht worden waren. Ferner kamen bei den im vorigen Winter hier massenhaft zureisenden und zugewiesenen Handwerksburschen unb Stromern zahlreiche Erkrankungen unb Tobesfälle vor (wir nennen nur 10 Sterbefälle an Recurrensfieber und eine etwa gleich große Zahl an theils acuten, theils chronischen Lungenkrankheiten), mie sie in früheren Jahren nicht zu verzeichnen waren. Zieht man diese Fälle von ber Gesammtsurnme der Todesfälle ab, so läßt sich mit gutem Rechte sagen, daß das Sterblichkeitsverhältniß unserer Stadt im Allgemeinen im verstossenen Jahre die normalen Grenzen nicht überschritten hat. Die höchste Sterblichkeitsziffer fällt auf die Frühjahrsmonate, wie das sehr häufig in unserer Gegend ber Fall ist, unb weder die strenge Kälte des vorigen Winters, noch bie bis jetzt außergewöhnlich milbe und dabei regnerische Witterung des diesjährigen, haben auf bie Mortalität ber ftänbigen Bewohner eintn besonbers heroortretenden Einfluß gehabt- G.

Vermischtes.

* Ne w'Uor k, 30. Dec. In dem geiammten Ländergebiet der Vereinigten Staaten herrscht eine entsetzliche Kälte, und zwar hat sich die kalte Witterung seit drei Tagen immer weiter ostwärts ausgebreitet. In den nordwestlichen Staaten bezann die Kalte am Montag unb das Thermometer fiel am Dienstag zu St Paul in Minnesota bis 27» Fahrenheit unter Null (260 Röaumur). Zu Fort Garry in Manitoba stand das Thermometer auf420 F. (330 R.). Von dort verbreitete sich die Kälte weiter östlich und süolich. Mittwoch Nacht stand daS Tbermometer im gesammtcn Umkreis der Vereinigten Staaten mit Ausnabme des südlichsten Tbetles von Florida unter dem Gefrierpunkt. Schnee fiel während dieser Woche in 20 Staaten der Union nnd erstreckte sich südwärts bis New-Orleans und Galveston. Am Mittwoch stand das Tbermometer zu Shreveport in Louisiana auf 4- 90 F. ( 10o R.) und auf -+-20° F. (3 0 R.) in New Orleans. Dir unter diesem Himmelsstrich ganz ungewöhn­liche Kalte brachte fast den ganzen Geschäftsverkehr ins Stocken. Zu Sherman in Texas sank daß Thermometer am Mittwoch auf Null (14 0 U ). Am gleichen Tage stieg das Thermo­meter in Sr. Paul (Minnesota) wieder auf12 o F. (20° R ) Heute ist die Tempera­tur in allen Unionsstaaten östlich der Felsengebirge unter dem Nullpunkt (-140 R). Nörd­lich vom Misiouri, Obio und Potomac bedeckt Schnee daS ganze Land. An der atlantischen Küste herrschte starker Sturm, aber beute ist das Wetter klar. In den Südstaaten der Union entsinnt man sich nicht, jemals in früheren Jahren eine ähnliche Kälte erlebt zu haben.

Wiesbach. 28. Deebr.Dei' Wiß last fort*, tief gestern die Müllerin W. einem Ackersmann zu. Und in der Tbat war eine etwa einen halben Morgen große Wiele aus Reisen gegangen. Das in dem Boden eingeschlossene Wasser hob mit einem starken Rauschen die ganze Wiese in die Höhe und riß dieselbe nicht weniger als 400 Meter weit mit sich fort.

M a tnz. Vor ungefähr zwei Jahren erkrankte bie Frau eines hiesigen Privatmannes plötzlich unter heftigen Schmerzen in der Seite. Alsbald zeigte sich in der Nähe der Leber eine Geschwulst und da alles Mediciniren nichts half, so wurde unter Zuziehung mehrerer Aerzten eine Operation vorgenommen, die aber die Ursachen ber großen Schmerzen ebenso wenig ergründeten, als eine bald darauf vorgenommene zweite Operation. Nachdem bie Frau etwa ein Jahr lang unter ärztlicher Behandlung zu Bett gelegen, nahmen die Schmerzen plötz­lich ab und sie war wieder so gesund wie früher. Vor einigen Tagen aber stellten sich plötzlich