Ta^es einen ihm nicht zusagenden ®<ft;l erh.e.t, <ntriß er euer der Wachen das Seitengewehr und wollte diese tödten. Hierfür vor ein Knegsqeriäu gestellt, wurde er am 2. August zum Lode verurtheilt. Die anderen Sträflinge zettelten in Folge desien ein Complott an, um ihn vor der Hinrichtung zu befreien und ihre eigene Freiheit wieder zu eilangen. Das Arsenal sollte über- fallen und geplündert, der Gouverneur mit allen hohen Beamten u. d GenS- barmen ermordet und die Stadt Saint Pierre a! gezündet werden, worauf die Sträflinge in Masse entweichen wollten. Alle Vorbereitungen waren getroffen und der Schlag sollte um 11 Uhr NachtS geführt werden. An dem zur Ausführung bestimmten Tage belauschte jebodb im Spital ein kranker Soldat zufällig das Gespräch zweier in das Complott mitverpflochtener Krankenwärter und gelangte so in den Besitz des Geheimnisses, welches er sogleich dem Arzt und dieser augenblicklich den Behörden mittheilte. Einige Minuten später drangen die Gensbarmen in die Kaserne der Sträflinge, die vollständig überrascht wurden. Viele wurden gefangen und in Fesseln geschlagen. Einige leisteten Widerstand und entkamen auf die Straße, wo fie jedoch verfolgt und verhaftet wurden. Zwanzig der Verschwörer wurden zum Tode verurtheilt."
Ztußland.
Petersburg, 1. Octbr. Die Nihilisten rühren sich wieder. Nach einem Telegramm der „Presse" ist von der „Narodnaja Wolja" eine neue Nummer erschienen. Sie bringt folgende Mittheilungen: „Die Parteigenossen werden zu größter Vorsicht aufgefordert, da der neue Polizei-Chef gewandter ist, als fern Vorgänger und erfahrener im Aufstnden der Unserigen. Die Adressen bleiben dieselben (es sind wohl die den Parteigenossen bekannten Adressen für die Zusammenkünfte gemeint), die Erkennungszeichen auf Briefen sollen dagegen fortgelassen werden, weil es den Anschein hat, als ob die Polizei sie kenn-n würde. Das Petersburger Comit6 der Propaganda wird aufgelöst, ebenso das Petersburger Executtv-Comtls, desgleichen daS Haupt-Comit^ für Rußland. (Hiermit scheint jedoch eine Irreführung der Behörden beabsichtigt zu sein). Die Regierung, die, wie ich erfahre, von den Vorbereitungen der Nihilisten erfahren hat, trifft alle nöthtgen Maßregeln. Man glaubt, daß der Kaiser bald in Petersburg seinen bleibenden Aufenthalt nehmen werde."
— Auf Befehl des Kaisers Alexander III. werden nicht weniger als 17 kaiserliche Schlösser, welche sich in verschiedenen Orten Rußlands befinden, aufgehoben und zu wohlthätigen ober Erziehungs-Anstalten umgewanbelt werden. Unter diesen Schlössern befinden fich auch die Schlöfier ßtvabia in der Krim, Belvedere in Warschau, Lazienki ebenfalls in Warschau, KraßnoffelSkt Dworez in Kraßnoje Selo, Slavtanka bei Pawlowsk und andere.
Petersburg, 1. October. Der „Regierungsbote" veröffentlicht ein Rescript deS Kaisers an den vormaligen Minister des Kaiser!. Hauses, Grafen Adlerberg, worin demselben unter Verleihung eines mit Diamanten besetzten Bildnisses des verstorbenen Alexanders II. der Dank für seine langjährigen und treuen Dienste ausgesprochen wird. Der Kammerherr Wzewoloschki ist nunmehr als Dtrector der Kaiserlichen Theater tu Petersburg und Moskau amtlich bestätigt worden. — Nach einer Meldung aus Krasnowodski ist die 218 Werst lange transkaukasische Militärbahn am 27 o. Mts eröffnet worden.
Tiflis, 1. October. Von Seiten der Stadt wurde gestern zu Ehren des archäologischen Congresies em Banket veranstaltet, an welchem gegen 200 Personen theilnahrnen. Der Stadthauptmann sprach bet Begrüßung der Delegirten den Wunsch auf baldige Begründung einer Universität im Kaukasus auS. Die Professoren Virchow, U oaroff, Chwolson und Zwetajen toasteten auf die gedeihliche Entwicklung des Kaukasus.
Afrika.
Kairo, 1. October. Ein Negerregiment ist heute früh nach Damiette abgeganqen.
Xunt$, 1 Oktober. Bet El Mahdia sind 5000 Monn französischer Truppen konzentrtrt. Dieselben erwarten den Befehl zum Vorrücken. Starke Rekognoscirungen finden in der Richtung aus Kanouan statt. Der Minister- resident Roustan ist in Gouletta etngetroffen.
Türkei.
Konstantinopel, 30. Septbr. Der französische Botschafter Tiffot hat energische Schritte bet der Pforte gethan, damit prophylaktische Maßregeln gegen die Cholera gelroffen werden. — Nach «tner Meldung aus Erzerum hat am 28. ds. Mts. in der Gegend von Tschangrt ein Erdbeben stattgefunden; mehrere Häuser und Minarets find eingestürzt, 12 Personen find dabei verunglückt.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telrgr. Correspoudenz - Bureau.
Trier, 2. Oktober. Ihre K. $?. Hoheiten der Kronprinz ui.d dir Frau Kronprinzessin trafen gestern Abend von Saarbrücken incogntto, in Begleitung deS Ministers der öffentlichen Arbeiten, Maybach, hier ein und nahmen tm Trierer Hof Absteigequartier. Heute früh empfing Se. K. K. Hoheit den Bischof Korum in halbstündiger Audienz. Für heute Abend wird von der Bürgerschaft ein Fackelzug vorbereitet.
Pari4, 2. Oktober. Nach einer dem „Gaulois" zugegangenen Depesche soll in Mekka ein Aufstand zu Gunsten eine- Nachkommens von Abbas aus" gebrochen sein. Sämmtliche Stämme der Hedjaz seien von der Bewegung ergriffen, welche von dem Shkrif von Mekka begünstigt werde. — Es gilt als wahrscheinlich, daß der Ministerrestdent Roustan gegen diejenigen Journale, welche ihm den Vorwurf gemacht haben, die tunesischen Angelegenheiten zu Börsenspeculationen benutzt zu haben, einen Proceß wegen Verleumdung an- strengen werde.
Petersburg, 2. Oktober. Der „Regierungsbote" veröffentlicht ein Circular d«S Ftnanzministers, in welchem bestimmt wird, daß vom Auslande importirte galvano-elektrische Batterien, Induktionsapparate und isolirte Drähte denselben Regeln unterworfen sein sollen, welche für einzusührende Waffen gelten.
Das „Journal de St. Petersbourg* wendet sich gegen die Ausführungen der „Daily News", betreffend das Verhalten Rußland- in Central- asten und sagt: das genannte Blatt setze sein« Phantasien über die von Ruß
lai d in der lurkomaniichm Steppe eingenommene Positiou fort. Rußland ; habe die Nothwendigkeil eingesehen, für seine Sicherheit in der Steppe zuerst | argen die Turkomai ea und sodann gegen jede Gefahr, welche ihm in dieser Richtung drohen könnte, Bürgschast zu schaffen. Er sei daher natürlich, daß die russische Regierung ihre Vertdeidigungskräfte an einem Punkte der Grenzlinie konzentrtre, von dem auS eine Gefahr kommen könnte. Ebenso sei es : natürlich, daß, da Askhabad der strategische Hauptpunkt dieser VrrtheidigunaS- positiou sei, die russischen Truppen die vor dieser Posilioil gelegenen Pässe besetzten.
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Lokales.
(Hießen, 3 Dftobe^. Herr Dr. Gutfleisch sprach gestern Mittag in Hungen und ' gestern Abend in Echzell. An beiden Orten waren die Versammlungen außerordentlich gut be- j 4ud)t. Herr Dr. Gutfleisch entwickelte sein von uns bereits näyer besprochenes Programm und erntete er den lebhaftesten Beifall.
— Unsere Nachricht vom 30. v. Mts. über den am 27. Septbr. zu Nieder-Besfingen verunglückten Johannes Klös berichtigen w»r dahin, daß nach näherer Erkundigung nicht anzunehmen ist, daß derselbe sich freiwillig aus der Speicheröffnung in den Hof gestürzt habe.
Gießen, 3. Oktober. Samstag Abend verursachte ein betrunkener Mensch in der Neustadt den gröbsten Unfug, indem er jedes passirende Frauenzimmer anrempelte. Von einem Schutzmann unter Assistenz eines hinzugekommenen Mannes verhaftet, bictirte ihm heute Morgen das Gericht 8 Tage Hast. Zu bedauern bleibt hierbei, daß von [ Seiten des zahlreich versammelten Publikums dem Schutzmann zu Beginn ferne Hilfe geleistet worden.
— Gestern Nachmittag stahl beim Fechten ein Stromer ein Paar Stiefeln, hatte dabei aber das Malheur von dem Bestohlenen vor der Hausthüre betroffen zu werden. Dieser befragte ihn, woher er die Stiefel habe, und erhielt die Antwort, dah er solche geschenkt erhalten. In das Haus wieder zurückgewiesen, stellte sich die Unwahrheit heraus und maßte er die Untertanen gegen sofort ausgestellte Quittung wieder retourniren. Die Schutzmannschaft verhaftete den Stromer und sieht derselbe feiner Bestrafung entgegen.
— Heute Nackt gegen V21 Uhr wmden 4 Passanten in der Neustadt von 4 andern überfallen und mit dicken Steinen und Prügeln erheblich mißhandelt. Die Thater sind ermittelt und werden sich des Weiteren zu verantworten haben.
Vermischte ».
Darmstadt, 1. October. (Ordensverleihung). Dem Obersten k la suite deS 2. Großh. Jnf.-RegtS. (Großherzog) Nr l 16 und Kommandanten von Sonderburg-Düppel, Hoffmann, ist der Königliche Kronenorden II Klasse verliehen worden.
Darmstadt, 1. Oktober. (Militärdienstnachrtchten.) v. Bismarck, Sec.-Lt. vom 1 Großh Inf. (Leibgaroe -Regiment Nr. 115, von dem Commando zur Unterofficierickule in Weißenfels zum 1 Oktober cr. entbunden ; die außeretatsmäßigcn Secondelteutenants Hahn II. und Melior vom Groß. Feld-Art. Reg. Nr. 25 (Großh. Artilleriecorps) zu A'tillerie>Offi- einen ernannt; Schorlemmer, Sckäfer. Dreyer, Seibert, Seconde-LtS. von der Landwehr-Inf. des 1. Bataillons Darmstadt I. (1. Großh. Landwehr-RegimentS Nr 115), Emmelius, Busch, Jung, Sec.-Lts. von der Landwehr-Inf. des 1. Bataillons (Gießen) 2. Großh. Landwehr-Regiments Nr. 116 — zu Premier-Lieutenants befördert; Bücking, Sckeuermann, Platz, Gicefeldwebel von demselben Bataillon, zu Scconde-LieutenantS der Reserve des 2. Großh. Inf .Regiments (Großherzog) Nr. 116, Schirmer, Dieewachtmeister von demselben Bataillon zum Sec.-L»eut. der Infanterie des 2. Großh. Drag.- (Leib-Drag^) Regiments Nr. 24 befördert; Andr 6, See. Lieut. a. D-, zuletzt von der Reserve des 4 Großh Inf. Regiments (Prinz Karl) Nr. 118, im Beurlaubtenstande, und zwar mit Patent vom 13. Juni 1878, als Seconde-Lieuterant der Reserve des 4. Großh. Infanterie-Regiments (Prinz Kar'.) Nr. 118 wieder angestellt.
Darmstadt, 1. Oktober. Die Pfennigsparkasse zu Darmstadt feiert mit Anfang Oktober die Wiederkehr ihres Geburtstags, und wir freuen uns, hierzu unsere berzlichsten Glückwünsche bringen zu können, denn in diesem ersten Jahre ihres Bestehens wurden 48,545 48 H in Sparpfennigen bei ihr eingelegt, welche also schon 2000 JL Zmsen tm Jahr ertragen. Höher noch als diese über alle Erwartung große Summe deS ersparten GeldeS schätzen wir aber Die bewiesene sittliche Kraft der Einleger, d nn fast jede der 104,834 kleinen Einlagen war ein Werk der Selbstüberwenvung; Kinder wie Erwachsene versagten sich Gmüsse und Ausgaben, um für die Zukunft vorzusorgen. Nur btt Anfang ist schwer, durch Urbung wird die Spor samkelt immer leichter; als ihr Gefolge wird aber Ordnungsliebe überall einziehen und lehren, wie man Kleidung und Hausrath durch Schonung und Reinlichkeit länger erhalten kann, und frischer Muth wird Arbeiter und Arbeiterinnen zu erhöhtem Fleiß und besseren Leistungen befähigen, weil sie jetzt ein durch Sparsamkctt sicher erreichbares schöneS Ziel vor sich sehen. Eo wird durch die Pfennigsparkasicn in den weitesten Kreisen aus kleinem Anfang der Grund gelegt zu Wohlhabenheit, guten Sitten und Familienglück.
— Die „Hamburger Nachrichten" schreiben in Nr. 183 vom 4. August 1881: Rußland wird von den deutschen Fabrikanten neuererseits ins Auge gefaßt und unser Handelsverkehr dorthin hätte bereits eine viel bedeutendere Ausdehnung genommen, wenn die russische Regierung dem Fortschritte dieses Verkehrs mehr die Hand bieten würde. Trotz vielfacher Erschwerung des Verkehr hat der Absatz deutscher Waaren in den letzten 10 Jahren einen großartigen Aufschwung genommen. Nicht nur die deutsche Großindustrie, dle Fabriken landwirthschaftlicher und anderer Maschinen sondern auch vielen Handelsbranchen wie deutsche Kurzwaaren und Galanterie-, Parfümerie, Bijouterie und viele andere Branchen haben es verstanden, sich ein Absatzgebiet in Rußland, wenn auch tm anfänglichen Kampf mit Schwierigkeiten mancher Art, zu erobern. Einen nicht unwesentlichen Hebel zur Erreichung dieses Zieles bot die russische Zeitungspresie. In den letzten fünf Jahren bat das Angebot deutscher Waaren durch die russischen Blätter in Form der Annonce einen wesentlichen Aufschwung genommen. Daraufhin hat nun die bekannte Annoncen Expedition Adolf Steiner in Hamburg die Vermittlung von Insertionen nach Rußland zu einem Specialzweig erhoben. Es liegt ein von der Annonem- Expedition von Adolf Steiner sehr ausführliches, ansprechend auSgestatteteS Zeitungsver- zeichniß nebst JnsertionStarif sämmtlicher Blätter Rußland-, sorgfältig zusammengestellt, vor, welches die Namen aller in Rußland erscheinenden politischen und Fachzeitschriften enthält. Diesem (Kataloge zufolge erscheinen in Nord-Rußland: 250, in Süd-Rußland: 61, in Kaukasien : 23, in den Ostseeprovlnzen: 40, in Polen: 68, in Finnland: 17, in Sibirien: 10 Blätter, zusammen also 469 Blätter. Der Catolog enthält auch eine Karte deS russischen ReicheS mit genauer Punkiiiung der Orte, wo Zeitungen erscheinen. Bei den einzelnen Blättern ist ferner genau bemerkt, wie oft dieselben erscheinen und wie der JnsertionspreiS ist. Bei den Fachjournalen ist daS bezügliche Fach angegeben. — Außer den russischen Titeln der Blätter in lateinischen Buchstab'N sind dieselben auch in russischen Typen aufgeführt, so daß dieser Cakalog nicht allein im AuSlande, sondern auch für Rußland selbst alS ein von allen Kreisen verwendbarer zu betrachten ist.
Sehlflfaberleht. Mitgetheilt von dem norddeutschen Lloyd in Bremen.
Bremen. 1. Oktober sPer transatlantischen Telegraph.l Der Postdampfer Dona», Eapt. R- Busfius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. September von Bremen und am 20. September von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 1. Oktbr. (Marktberichr. Der heutige Heu- und Etrodmarki we.r gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Etr. JL 4.00 -6 00 Stroh JL 4.00—0.00, Butter 50 Kilo 90—00, iir Detail 1. Qualität da- Pfund JL 1.20— 00, 2. Qualität daS Pf. 1.10-0 \ Eier das Hundert 5.50—7.00. Ochsenfleifck per Pfund 65—70^, Kuh», Rind und Farrenfleisck 45- 55 H, Kalbfleisch 50—60 H, Hammelfleisch 45—65 SckweineSeisch 75- 80 ein Hahn JL 1.80—2.20. ein Huhn JL 1.60 2.00,
eine Ente JL 2 50—3.00 . eine Taube 50-69 H, junge GanS JL 4.00—6.00, Hasen daS Stück uK» 2.50—3 , Poularden V*L 2-20—2.60, Reh bock daS Pfd. 70 80 H, Kapaunen 2.50-3, Wälscher Hahn JL 9-12, Kartoffeln 100 Ko. 6.00—7.50, Kohlkraut 20 4, Blumenkohl 1 St. 60— 70 H, Wirsing 12—15 H, Gelberüben 1 Bund 10—0 Zwiebeln 1 Bund 0 H Sellerie daS Stück 30—00 Meerrettig f Stück 10—15 Spargel das Pfund 30 Romain-Salat 10—20 Endivien 10 0 4fr, Rothkraut 30—00 4fr, Weißkraut
20—25 Artisckoken 50 80 H, Erbsen daS Pfd. 30 H, Bohnen 100 Pfund 8—00 JL, Kartoffeln daS Gescheid 10- 12 ^fr, das Malter JL 6.50—0.0, Kopf-Salat 10 H, Spinat 40—60 Schnittlauch daS Gebund 3 H, Gurke 00—0 H, Kohlrabi per Stück 3—5 H
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