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Dienstag den 4 Oktober

Nr. 280

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An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Bezirks.

Dir Berichtigung drr S <be September l. I. fällig gemelenen Holz, und Heugrasgelder der Obersörsterei.n Schiffenberg, Trais a. d^Lda. und D^ß'N ha» bis zum 25. dieses «onat« Oktober, be; Meldung der Mahnung, anher zu geschehen, wovon Sie Ihren Gemeinde-Angehörigen tn geeigneter Wei e itevntniß grfcm wollen. _ ,, ro . . nxi.c..«

(Biegen, den 1. Oktober 188L Sroßherrogliche« Rentamt Gießen.

und sonstigen angesehenen Raiholiken gegenüber dringend zur Mäßigung in öffentlichen Publicattonen zu ratcen und namentlich gebeten, dahin <u wirken, daß in der Priffe richt wieder die Behauptung ausgestellt werde, der Staat sei nach Kanoffa gegangen, denn daS treffe tn der That nicht zu. Der Herr Bischof ist also, wie man steht, von einer großen Friedensliebe beseelt, die hoffentlich Ihre Früchte tragen wird. __

Berlin, I. Oclober. S. M- S-Ariadne",'8 Geschütze, Lomm.t. Lorv.-Capi. Freiherr v. Hollen, ist am 30. September tr. in Plymouth eingeircffen urb beabsichtigt am 3. Oktober er. nach WilhelmShavm in See ,U fircuinacb, 30. September. Die Generalversammlung der Rheii. Nabe-Bahn oat eine au« HeSdöiffer (Franks irt), Köster (Franklurt) und Stöck (Krruznack) b.st.hende Commission gewählt, welche wegen Ankauf« der Bahn mtt der Regieruna verhandeln und da» Srgebniß der Verhandlungen der neu elnjuberufenben Versammlung mittheilen soll.

DrcSden, 30. September. Ter König ist heute Abend nach Men aBöcrftH.

Karlsruhe, 1. October. Die Generalsynode hat in der heutigen Sitzung den Antrag de« Ober-Kirchenrath« auf gemeinsame Feier deS Reformationsfestes am 3l. Oktober angenommen.

Baden-Baden, 1. Oktober. Ihre ft. ft. Hoheiten der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin find heute nach Trier gereist. Von Münster ab erfolgte di' Fahrt mittelst Extrazug«. Empfang in Trier findet nicht statt. Die grau Großherzogin und der Erbgroßherzog reisten bis Karlsruhe mit und werden morgen hierher zurückkehren.

Hesterreich.

Wien, 1. Oktober. Der König von Sachsen ist heute hier eingetroffen und vom Kaiser am Bahr Hofe auf da« Herzlichste empfangen worden.

Schweden.

Stockholm, 1. Oktober. Da« kronprinzliche Paar fuhr heule Mittag auf einem »glichen Dampfer über den Mälarsee nach Stockholm von aegtn 40 dickibesetzien Davpfschiffen begleitet. Bei der Ankunft aus Ritdarholm, wo ein prachtvoller Pavillon errichtet war, wurden die hohen Reuvermählten von dem Stattboller, den Stadtverordneten und anderen Behörden mit An. reden, auf welche der Kronprinz antnorlete. und mit großem Jubel der auch von Au- Lrt« zahlreich zugeströmten Bevölkerung begrüßt. Der Schmuck der Straßen. Plätze und Brücken ist außerordentlich prächtig. Da« kronprinzliche Paar hi-lt in einem sechsspännigen Galawagen seinen Einzug. Deseiben dankten nach allen Seiten. Eine am Schlvßplatze errichtete Ehrenrforie zeigte die Medaillonsporträt» der Kronprinzesfin und deren Eitern, de« Grcßherzcgs und d<r Großherzogin von Baden, sowie eine Anstcht von Karlsruhe. Auf der Schloßtreppe empfingen der Reichsmarschall und die Hofchargen, vor der Königswohnung der König und die Königin die hoben Neuvermählten- Hier wurde alsbald eine Eour gehalten. Um 7 Uhr findet Galadiner im könig­lichen Schlöffe, später eine allgemeine Illumination nebst Feuerwerk statt.

Arankreich.

Paris, 1. Cctbr. Die dumpfe Stimmung, die schon seit Wochen derrschie, nahm in den letzten Tagen merklich zu. Die Nrchrichten au« Ture- fien werden immer spärlicher und u-rheimlicher; --an st.ht ihnen dcS Streben an, Unangenehme« zu verschweigen ober in günstigem Lichte zu zeigen; «an blitft auf die Mittelmeer-Häsen, wo täglich neue Truppen nach Tunis abziehen; man tadelt den Kriegsminißer garte mißtraut dem Obergeneral Sausfier, klagt über die Urheber des tunesischen Geschäft«, wie über Landesverräther mb Beutelschneiber, kurz, man ist sehr verstimmt im Lanbe unb blickt mit Hohn und Groll aus bie schönen Zusagen, welche EonstanS tr.b Gambetta bet ben Wahlen machen ließen. Gambetta wird sich beeilen müffin, die Zügel der Regierung zu ergreifen und alle feine Energie nöthig haben, wenn er nicht seine Popularität einbüßen will. ~ . _.

«Bart*, 1 Oktober. Auf der französischen Insel Samt Pierre, am Eingang der Fortune - Bai, wo eine Art Strafkolonie für rnitWcipIinirte Soldaten der Armee und Marine besteht, ist e ne furch bare Verschwörung ent- deckt worden. DerNewvork Heralb" schreibt hierüber:Der Gouverneur bet Insel, Graf von Samt-Phalle. hatte ben Sträflingen ein-ge Erleichterungen gewährt, worunter auch bie Erlaubniß, vor ber Bürgerschaft Theater-Vor­stellungen geben zu dürfen. LieblwgSschauspieler war ein gewiffer Cullon, der sich seiner Zeit in Lyon einen Ruf als solcher erworben hatte. Durch bie ihm gezeigte Gunst würbe er jedoch übermütig unb al« er eine«

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Meßmer Htnzeiger

Anieige- unb Amtsblatt für ben Lreis Gießen. -

Ikeulfchland.

Darmstadt, 1. Oktober. Die auf ben 17. bs. Mt«. einberufenen Kammern werden nur ganz kurz versammelt bleiben Am ersten Tage erfolgt, wie bei den früheren Landtagen, die Constituirung der beiden Rimmern durch die betreffenden Einweifung-Lommifsionen der Regierung, sowie die Wahl der Präsidenten und Sekretäre. Am zweiten Tage findet sodann unter Ver­einigung ber beiden Kammern bie feierliche Eröffnung de« Landtag« statt, wobei dermalen noch ungewiß ist. ob bitfe Eröffnung durch den Großherzog Im Residenzschloffe ober durch StaatSmlnister v. Starck im Saale ber zweiten Kammer bew' kt werben wirb. Der Eröffnung pflegt sich regelmäßige eine gemeinschaftliche Sitzung beider Kammern anzujchließeii, tu weicher ber Präsident be« Finanzministerium« Vorträge über die bifinitive Recher schastsablage, bte Verwaltung der Staatsschuld u. f. w. hält, worauf bann die Kammern in getrennten Sitzungen ihre weiteren Geschäfte erledigen- Dazu gehört nament­lich die Wahl der «usschüffe unb bie Verweisung ber b 0 dahin eingegangtnen En löu'e an Hefe letzterer. Den wichtigsten Einlauf bildet selbstredend das Budget, welche- geschästsordnungSmäßig zunäckst dem ersten (Finanz-) Aus­schuß der zweiten Kammer zugewiesen wird. Es bleibt abzuwarten, ob die Frage der Behandlung deS Budget« unb bie sonstigen Emläufe in ber zweiten Kammer längere Verhandlungen herb isüdren werben; sollte bie« nicht bei Fall fein, so dürfte i ielleicht nicht einmal ber biitte $ag in Sr fpruch genommen werben, vielmehr die Kammer schon am 18. Oktober, Abend«, sich zur Vor- bereitung de« vorliegenden Stoffe« in ben AuSschüffen vertagen können. Heber den 19. Dttob r hinau« wi d j-denfalls ein Zufammenbleiben der Kammer nicht inbicirt sein-

Darmstadt, 1. Oktober. Se."igl. Hoheit ber Großherzog nahmen heute militärische Melbungen entgegen unb empfingen ben Obersten v. Treskow, bei, Obeistiieuienant v. Dreskv den Major Balser vom Infanterie Regiment Nr. 130 den Major v- Modi, ben Hof- unb Landstallmeister v. Millich, ben R-alschuibirector Rubi von Offenbach ben Oberiörster Rlipfletn von Mönch- brud), ben Rechtsanwalt Krug ben Seheimerath Walther, den Lehrer Klein von Gräfenhausen, den Mechaniker ®m ber; zum Vortrag ben Ministerial- Präsidenten Sckleierrnacker, ben Oberconfistorialpräsidenteu ©olbmann, ben Gedeimerath HallwachS, den Minrsterialrath v. Werter unb den Geheimen Eabinetsratd Dr. Becker-

Lew, Königliche Hoheit ber Sroßherzog werben am Montag den 3 b«. früh von hier cbreifeu unb zunächst bte Ausstellung in Stuttgait be- suchen- Von Stuttgart au« erstatten Se. RgL Hoheit ber Großderzog am Dienstag Ihren Majestäten bem König unb ber Königin ton Württemberg in Friedrich«hafen Allerhöchstihren Besuch unb reifen am Mittwoch über München, einer Sinlabung Sr. Hoheit b.S Herzog« von Sachsen-Loburg^Sotha Folge aebenb, nach ber Hmternß, woselbst ber Aufei thalt vorau-fichtlich von etwa Htlgiger Dauer sein wird.

Berlin, 30. (September. Die neuesten Berichte über bas D finden des Givßher zog« von Baden lauten erfreulicherweise günstig und sck ließen jedenfalls Beiorgniffe auS- Dem Kaiser bekommt der Ausenthalt in Baden vortresflich; ob derselbe siL zur Einweihung der Samisonkirche nach Metz begeben wird ist durchau« noch nicht bestimmt, obschon ein bezüglicher Plan allerdings vorhanden war- - Dem ersten So. greß deutscher Srmnrpfleger, welcher auf dem hiesigen Rathhause in den Tagen de« 11. und 12. Rooember stattfinden soll, fieht man mit großer Spannung entgegen; namentlich bezüg­lich der Verhandlungrn über die «rmenstatipik- Es sollen h erbe, bte Ergeb­nisse der in versckiebenen Bm beSstaaien in ber letzten Zeit angestellten Er- Hebungen besondere Berückfichiigung finden- Zu bem Songreffe selbst ist be­reit« eine große Zahl von Städten ar,gemeldet. Auch über tte Erfolge ter Bemühungen zur Abhülfe der Bettelei und de« Landstreicherwesens durch VereinSwejen u- f. w. wird berichtet werden. Uebrr die erstmalige Hebungen der Mannschaften der Ersatzreservisten erster Slaffe liegen durchweg febr günstige Berichte vor. Einerseits habe man es mit überraschend tüchtige». Material zu thun, andererseits haben fick aber auch die anfänglich, sogar von Mtltlärs gehegten Besorgniffe alS unzutreffend erwiesen, in einzelnen Punkten sei indeffen mit Leichtigkeit rock die beffernbe Hanb anzulegen.

Cetlttt, 1- Dcibr. Au« Kiel kommt eine in merkantil scher Beziehur g sehr bebeutenbe Meldung: Wie verlautet, hat nämlich der große Generalstad fich günstig für daS Norbostsee-Kanalprojett ausgesprochen unb ben Bau em- pfohl-n. Es heißt, baß bas Dahlström'fche Projekt zu Grunde gelegen habe, und sicher ist die östliche Ausmündung beffelbea acceptirt.

Bischof Rorum hat Gelegenheit genommen, verschiedenen Geistlichen