Ausgabe 
3.5.1881
 
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eine erledigte Lehrerjrellelle an der Gemeindeschule zu Neu-Meriburg, an derns. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Andrea- Schäg aus Ober-Moos eine erledigte Lehrerstelle m»' der Gemeindeschule zu Maar, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Andreas May aus Büdesheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Aspisheim, am 2. Apr»l wurde dem Schulamts- aspirauten Heinrich Chelius aus Güntrrsürst die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Schönmattenwag übertragen.

13. Charakterertheilung.

14. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle an der eoang. Schule zu Wallertheim mit einem Gehalt von 900 Eine Lehrerinnen- stelle an der Volksschule zu Darmstadt mit einem Anfangsgehalt von 1200 JL Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bergheim mit einem Gehalt von 900 mit der Stelle ist Küchendienst verbunden. Die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge- meindeschule zu Schimsheim mit einem Gehalt von 900 «X Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nauheim mit einem Gehalt von 900 JL Die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdingen mit einem nach dem Dienst- alter des betr. Lehrers sich bemeffenden Gehalt von 1000 bis 1500 JL jähr­lich ; mit der Stelle ist Cantordienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Hsenburg und Büdingen steht das Präsentattonsrecht zu derselben zu. Die Concurrenzeröffnung in Beilage Nr. 8 Sette 64 wird hiermit zurückgezogen.

Darmstadt, 30. April. DaS heute ausgegebene Großherzoaliche Regierungsblatt Nr. 8 enthält: W 3 0 W

Allerhöchste Verordnung, die Ausführung des Gesetzes vom 6. Juni 1879 über die Übertragung von Grundeigentum und die Fortführung der Grundbücher in der Provinz Rheinheffen betreffend.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog reisen heute Nachmittag 4 Uhr 5 Mtn. zur Auerhahnbalz nach Alsfeld und Romrod; die Rückkehr wird voraussichtlich am nächsten Dienstag statthaben.

Der Großh. Hofjägermeister v. Werner wird die Ehre haben, Seine Königliche Hoheit zu begleiten.

Sicherem Vernehmen nach werden Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog und die Großherzogltche Familie von Donnerstag, 5. Mai, an einen etwa 14tägtgen Aufenthalt in Mainz nehmen.

Seine Großh. Hoheit der Prinz Alexander sind heute Vormittag von Braunschweig hierher zurückgekehrt.

, ^rlin, 30. April. Der Reichstag setzte die Berathung des Gesetzentwurfs,

betreffend die Besteuerung der Dienstwohnungen heute fort Abg. v. Forckenbeck weist an der Hand der Acten des Berliner Magistrats die gestrigen Beschwerden des Reichs­kanzlers über die Miethssteuer als unbegründet zurück und bemerkt, ein fortschrittlicher Ring exfftire m Berlin nicht, die Oeffentlichkeit der Verwaltung schließe die mädo- mmtrende Stellung einer einzelnen Partei aus, cs sei ferner unzutreffend, daß die Miethssteuer gerade die ärmeren Classen besonders drücke, im Uebrigen könne Berlin bet seiner jetzigen Finanzlage auf die Miethssteuer unmöglich verzichten. Der Aba. Reichensperger erklärt sich aus rein praktischen Erwägungen und ohne jede politische Tendenz für die Vorlage. Der Abg. Löwe (Berlin) tritt für die Integrität der Berliner Stadtverwaltung ein gegenüber den gehässigen Agitationen gegen dieselbe, v. Kardorff erklärt sich für die Vorlage, welche die communale Selbstverwaltung gar nicht berühre die aber ein Streitobject aus der Welt schaffe, welches schon viel böses Blut gemacht habe. Der Abg. W-ndthorst ist aus rein odjecttven Gründen unbeirrt durch, die auf­geworfenen hochpolitischen Erwägungen für die Vorlage zu erklären bereit. S 1 wird darauf tn namentlicher Abstimmung nut 110 gegen 104, § 2 mit 105 gegen 95 Stimmen ?"6enommen und sodann auch der Rest des Gesetzes genehmigt. Es folgt sodann die dritte Berathung des Gesetzentwurfs über die Oeffentlichkeit und die Geschästssprache des Landesausschusses von Elsaß-Lothringen. Abg. Goldenberg verliest eine Erklärung we che in der Forderung gipfelt, daß der facultative Gebrauch der französischen Sprache wettergewahrt und der Uebergang hierdurch erleichtert werde. BundesbcooUmächtiater v. Mayr erkennt ein solches Bedürfniß nicht an und tritt für Annahme der unver- andMen Regierungsvorlage ein. Der Abg. Windthorst wendet sich gegen das Gesetz und bemerkt, die Uebergangsverhältnisse in den Reichslanden gestatteten die Einführuna der obligatorischen deutschen Sprache noch nicht. Fürst Hohenlohe vertheidig: die Regierungsvorlage. Die Generaldebatte wird darauf geschlossen: zur Spccialdebatte liegt ein schon tn zweiter Lesung abgclehnter Antrag des Abg. v. Schorlemer vor Lasker begründet einen Antrag, welcher besagt,den Mitgliedern des Landcsausschusses welche der deutschen Sprache nicht mächtig sind, ist für die Dauer ihres ihnen bereits übertragenen Mandats der Gebrauch der französischen Sprache ?c. gestattet" Der Abg. 9teßler vertheidigt auf Grund eigener langjähriger Erfahrungen in den Reichs­landen die Vorlage, der Abg. Windthorst tritt für den Antrag v. Schorlemer ein wo- nach den Mitgliedern des Landesausschufses das Verlesen französischer Reden f reift eben soll, bte der deutschen Sprache nach eigener schriftlich abgegebener Erklärung nickt ae- nügenb mächtig sind, um deutsch discuttren zu können, v. Mayr bekämpft beide An-

SS 1 unb 2 werden nach der Regierungsvorlage genehmigt, desgleichen der Rest des Gesetzes. - Nächste Sitzung Donnerstag ' " wen

Jnowrazlaw, 30. April. Heber tumulluarische Vorgänge in Argenau wird authentisch mitgethetlt: Nach einer Control-Versammlung am 27. ds. in Argenau entstand eine Schlägerei zwischen Juden und Reservisten, bei welcher Gelegenheit zwei Reservisten blutig geschlagen wurden und ein Jude einen H'eb über den Kopf bekam. Darauf wurden Nachts 10 Uhr mehreren Juden die Fenster etngeworfen und, al- e.n Jude zum Fenster hinausschoß, in 13 Häusern Fenster und Läden durch Steinwürfe zertrümmert und mehrere Schüffe abae- feuert. Ein Excedent wurde verhaftet. In der folgenden Nacht wurden in toteren 4 Häusern die Fenster etngeworfen. Die Untersuchung ist eingelettet. Bis jetzt sind noch keine weiteren Verhaftungen vorc<ekommen.

München, 30. April. Der König hat folgenden Armeebefehl erlaffen: Tief bewegt durch das überraschend eingetretene Ableben meines in aufopfern­der Treue und Hingebung für König und Vaterland bewährten Generaladju­tanten, Generals der Infanterie, Ludwig Freiherrn von und zu der Tann- Ralhsamhausen, habe ich bestimmt, daß die Officlere der Armee 3 Taqe, die Osfictere deS 11. Infanterie-Regiments 7 Tage Trauer anlegen und daß dieses Regiment feinen Namen unverändert führt. Mit mir verliert in dem Ver- blrchenen meine Armee einen heldenmüthigen, In zahlreichen Gefechten erprobten

", jo « unb_btn im Tode vorausgegangenen commandirenden ®e> su?1 t u'8 ?' Armee-Eo'pS, General Jacob Freiherrn v. Hartmann, und in

tn h"vorragendcn bayerischen Heerführern zugleich mein- treue und tapfere Armee dauernd zu ehren, behalte ich mir weitere Anordnungen vor. . . - Die Beerdigung des Generals der Infanterie, Frhrn. von der Tann, ^nd heute Nachmittag 4 Uhr auf dem nSrdlichen Friedhöfe mit den für die Beerdigung eines Feldmaischalls vorgeschriebenen militärischen Ehren statt. Auf dem von Militär umstellten Friedhöfe batte nur der eigentliche Leichen- conduct Zutritt. Dem Sarge folgten Pri», Luitpold als Vertreter M Köchas ferner die Prinzen Leopold, Arnulf, Ludwig Ferdinand, Herzog Ludwig. Oberst: Lieutenant v. Slülpnagel als Vertreter Sr. Majestät des Kaisers, General- Major Mischke als Vertreter Sr. S. St. Hoheit deS Kronprinzen, Kammerherr

v. V.ettinghcff als Vertreter des Großhcrzogs von Mecklenburg. Schw.rin, Deputationen des 47. preußischen, oes 11. b yertschen Regiments und aller Regimenter deS ersten und zweiten bay,rischen Armee-Coips. Ferner wohnt-» viele Vertreter des diplomatischen CorpS, fämmtleche Minister und eine Depu­tation der Kammer, sowie Veteranen und Krlegerveretne der Beerdigung bet.

Arankreich.

Paris, 30. April. Nachrichten aus Roum-el-Souk zufolge behielten die Brigaden Vincendon, Galland und Ritter wegen des ungünstigen Wetters gestern dieselben Stellungen inne, die sie am Donnerstag gehabt hatten, da es unmöglich war, vorzurücken. General Logerot sollte am Donnerstag in Souk- el-Arbe eintreffen. Die Entwaffnung der Bevölkerung von Kef dauert ohne jede Schwierigkeit fort, es wird fein Akt von Fanatismus gemeldet. Die Brigade Breme hält die Verbindung zwischen der Grenze, Kef und dem General Logerot aufrecht.

England.

London, 30. April. Die Königin besuchte heute das Grab Lord Beaconsfield's. Der Premier Gladstone hat an die irländischen Bischöfe ein Schreiben gerichtet, in welchem er denselben miltheilt, daß er den von ihnen beantragten wichtigen Aenderungen der irischen Landbill nicht zusttm- men könne.

Afrika.

_ Algier, 30 April. Ali Bey ist gestern in dem französischen Lager bei Souk-el-Arbe eingetroffen und hat dem General Logerot mikgetheilt, daß er mit den tunesischen Truppen nach Tunis zurückkehren werde. Man glaubt, daß General Logerot den Marsch nach Beja erst nach der Vereinigung seiner Tiuppen mit der Colonne des Generals Dölebecque fortsetzen werde. Bei einem von französischen Truppen ergriffenen Kurier ist ein Brief des Häuptlings der Tuaregs gefunden worden, in welchem dem Sultan in Konstantinopel die Er- mordung der Mission des Oberst Flatters angezeigt und eine Beloh mng dafür erbeten wird.

Bona, 30. April. Die Colonne des Generals Logerot ist In Souk- el'Arbe eingetroffen, die übrigen Colonnen sind durch das Regenwetter aufge­halten worden, dieselben dürften morgen ihren Marsch fortsetzen. Die Khru- mirs haben Bab Ouchou geräumt. Am 25. ds. drangen etwa 50 Araber gegen Geryvtlle vor. Eine Abthetlung von 15 Kavalleristen und 50 Infante- risten rückte den Arabern entgegen und vertrieb sie. Die Araber verloren hierbei 7 Todte.

Australien.

Melbourne, 30. April. Der DampferTararua" bat an der Küste von SDtago vollständig Schiffbruch gelitten; gegen 80 Personen sind hierbei umgekommen.

telegraphische Depeschen.

Wolff'» telegr. »inttfootiltnyWtattau.

München, 1. Mal. Auf könlgllchm Befehl findet für die anläßlich I des Begräbnisses des Generals von der Tann hier anwesenden mllltäefichen Vertreter und die bayerische Generalität heute Nachmittag eine Marschall- Tafel statt.

Paris, 1. Mai. Nach hier eingegangenen Nachrichten hat der B/y von Tunis ein Schreiben an den französischen Consul Ronstan gerichtet, worin er erklärt, daß trotz des Einmarsches von französischen Truppen in sein Gebiet die hohe Achtung feine Änderung erfahren werde, die er für die französische Regierung empfinde. Dem französischen Consul in Kes ist wegen seines energischen und geschickten Verhaltens der Orden der Ehrenlegion verliehen ! worden.

i Leipzig, 1. Mai. Die heute hier stattgehabte, zahlreich besuchte ! Landesversammlung des Reichsvereins erflärte, die Aufgabe der liberalen : Mittelpartei sei das Festhalten an ihren bisherigen Grundsätzen und bestehe 1 demnach nicht in einem unselbstständigen Gehen mit dem Reichskanzler, Fürsten i Bismarck, noch weniger aber in einer principiellen Opposition gegen de .»elben.

Petersburg, 1. Mai. Nach amtlicher Mitthcilung fand am 27. v. M in ' Elisabethgrad ein Zusammenstoß zwilchen Christen und Juden statt, bei welchem einiae von Juden bewohnte Häuser und mehrere Juden angehörende Schanklocale geplündert wurden; die Ruhestörungen dauerten bis zum 29., Morgens, wo die Ruhe wieder heraestellt wurde. Bei den stattgehabten Thätlichkeiten wurde ein Jude getödtet- mchrereePersonen sind schwer verletzt. Es ift eine strenge Untersuchung des Vorfalls

DieAgence Russe" bezeichnet die Behauptung des Journals ^Italic" daß das russische Cabinet die Wirksamkeit der angeregten Conferenz auf die revolutionäre Propaganda überhaupt auszudehnen suche, als jeder Begründung entbehrend die russische Regierung sei nicht über das Gebiet der Attentate hinausgegangen, welche'von der Gesetzgebung aller Länder als Verbrechen bezeichnet würden. Die Agence" sagt ferner: Von einer Verzögerung in der Ratification des mit China abgeschlossenen Ver­trags ist nicht die Rede, der chinesische Bolschaftssecretär, der den Vertrag sein-r Re­gierung zu überbringen habe, ist in Peking noch gar nicht angekommen. Es bestätigt sich, daß der englische Botschafter in Rom, Paget, die Uebernahme des hiesigen Bot­schafterpostens der klimatischen Verhältnisse wegen abgelehnt hat-

Dublin, 2. Mai. Eine Proclamation des Vicekönins von Irland erklärt Dublin für im Zustande der Ruhe­störung befindlich und verfügt gleichzeitig für Dublin die Suspendirung der Habeas-CorpuS-'Acte (englisches Staatsgrund. gesetz). Die Veryaftu-.g Dillon's und anderer Häupter der Agrar-Liga gilt für unmittelbar bevorstehend.

Lokale-.

Meßen, 2. Mai. Am Freitag Mittag überraschte Herr General-Postmeister Dr. Stepban das Postamt Gießen mit einem kurzen Besucke. Dem Vernehmen nach bandelt es sich um bauliche Srrre.terungen des Hauptpostgebäudes und nahm der General- Postmeister selbst Augenschein von den für den hiesigen Verkehr zu eng geworbenen Räumen.

Die physikalischen Vorträge des Herrn Amberg werden nicht im Clubsaale, wie bereits gemeldet, sondern im Saale des Wenzel'schen Gartens am Dtenst-aq Donnerstag und Freitag Abend statthabe». Of

«m letzten Samstag wurde im Gartfeld ein Stromer arretirt, welcher gelegentlich des Bettelns an einem Hause, wo er abgewiesen wurde, eine Glasscheibe an der Thüre entzwei schlug. Bei der Arrrstarion widersetzte er sich dem Schutzmanne und schlug auch auf diesen ioS.

Heute Morgen wurde in der Lahn am Wehr die Leiche eines bis jetzt noch unbt. kannten Mannes gelandet.