Dienstag den 1. November
1881
Rr. 211
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
Bureau r Echulstraße B. 18.
(7133
mit
letzten D-legation--
Katseitn hatte die Königin von Italien Platz genommen, dann folgte der Kaiser und die Prinzessin Gisela. Die Herrschaften wohnten der Vorstellung bis zum Schluffe bei und wurden bet der Abfahrt von der zahlreich anwesen- den Volksmenge mit enthusiastischen Kundgebungen begrüßt.
Wien, 29 October. Die „Polit. Lorrefp." meldet: Der Kaiser verlier? unmittelbar nach der gestrigen Truppenrevue dem König von Italien die Inhaberschaft des 28. Infanterie-Regiments. König Humbert begrüßte noch'gestern telegraphisch das in Dudwets stattonirte Regiment, deffen Oberst sofort nach Wien abretste, um den Dank des Regimentes abzustatten.
— Heute fand zu Ehren des Königs Humbert von Italien eine Hofjagd in Himberg bei Wien statt, an welcher außer dem Könige von Italien Kronprinz Rudolf, Erzherzog Rainer, Prinz Leopold von Bayern, der russische Bot. schasler v. Oubrtl, die Gesandten von Belgien, Holland und Bayern, sowie die Grasen Traun und v. Wilczek, die Generäle v. Beck, o. Jovanovic und Admiral Pöck theilnahmen. Der Kaiser war an der Theilnahme durch Empfang der Deleaatlonen verbindert.
Wien, 29. Oktober. Der Kaiser empfing heule bje Delegationen und erwiderte auf die an ihn gerichteten Ansprachen: „Der Ausdruck Ihrer treu.n Ergebenheit, so- rotr 3bre marmen Glückwünsche zur Vermählung meines SohneS lhun meinem oäter- -■ - ■ —•' -——im«— —*■*- —t* tD.iw.Mni.nA_ Empfangen Sie
AranLreich.
Paris, 29. Okt. In her heutigen Sitzung her Deputtnenkammer sprach G-mbetta feinen Dank für die Wahl zum Präsidenten aus und sagte: Er verkenne weder den Charakter noch die Tragweite der politischen Kundgebung, welche die Kammer durch seine Wahl beabsichtigt habe, er werde sich der chm anver. trauten Mfffion würdig zeigen- Louis Blanc beklagte sich darüber, daß chm gistern das Wort verweigert worden und beantragte, die Wahl zu annulliren. "iambetta wies nach, daß die Abstimmung eine ordnungsmäßige gewesen sei, die nicht bestritten werden könne. Rach einigen Erläuterungen Guichard's wurde der Gegenstand verlafien. Es begann hiernach die Vertficatton der Mandate, wobei nur etwa 50 Mandate bemängelt wurden. Die wettere Prü.
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— Bei dem Empfange der ungarischen Delegation durch den Kaiser hielt Havuald eine Ansprache, in welcher er der Befriedigung darüber Ausdruck gab, daß die Monarchie mit allen Mächten im besten Einvernehmen stehe. „Wir begrüßen", bieß es in der Ansprache, „die Freundschaft mit den Mächten mit um so größerer Freude, als in derselben eine Garantie für die Aufrechterhaltung des Friedens liegt, und deßhalb die großen Ausgaben für das Heer, welche besser für productive Zwecke verwendet werden können, vielleicht eine Herabminderung erfahren dürfen- Die Delegation werde jedoch die unumgänglichen zur Sicherhei für die Monarchie dienenden Auslagen mit der größten Bereitwilligkeit votiren. — Bei dem Empfange der Rei».tz- ratbsdel-gation gab der Präsident, Ritter von Schmerling, in seiner Ansprache an den Kaiser den Gefühlen der Verehrung und Loyalität Ausdruck und beglückwünschte gleich- zeing den Kaiser zur Vermählung des Kronprinzen. Schmerling sprach ferner dem Kaiser Tank dafür aus, daß er im Vereine mit den befreundeten Fürsten ein- friedliche Lösung der völkerrechtlichen Fragen erzielt habe Die Delegation werde, durchdrungen von den Ge'üblen der Rothwendigkeit, die Mittel zu bewilligen, welche die Integrität der Machtstellung des Reiches bedingen, doch auch die Steuerkraft beider Länder sorgfältig in Erwägung ziehen, überzeugt, daß die Regierung bei dm eingebrachten Vorlagen den obwaltenden neuen Verhältnissen Rechnung getragen haben. Es sei zu erwartm, daß die Arbeiten der Delegation zu einem besriedigmden Abschlüße gelangen würden.
Deutschland.
Berlin, 29. Okt- Uefcei die Berufung des Reichstag» ist noch kein endgültiger Beschluß gefaßt und steht dies wohl auch vor dem Bekanntwerden de« definitiven Wahlrefultals kaum zu erwarten. Als feststehend kann es be- trachtet werden, daß dem Reichstage während der kurzen vorweihnachtlichen Leffion außer dem Reichthaushalts.Etat keine größeren Vorlagen zugehen werden.
Von den kleineren Steuerprojecten, welche den Reichstag in der letzten Session beschäftigten und welche ja allesammt abgelehnt worden find, dürfte keines wieder zur Vorlage kommen; dafür wird eben das Tabaksmonopol erwartet. ,, , . _
— B sher sind die Wahlresultate von 216 Kreisen bekannt. Gewählt sind 20 Eonservative, 9 Freiconservative, 55 Centruwsmitglieder, 15 National- lifcerole, 19 Secesfionisteri, 18 Fortschrittler, 6 von der Do'-kepartet, 4 Polen, 10 elsässische Protestler und Partikularisten — 60 Stichwahlen find bereits erforderlich geworden.
Ludwigslust, 29. Oktbr. Se. Maf. der Kaiser, Ihre Köntgl. Hoheiten der Großher-og, der Prtr.z Karl, der Prinz August von Württea berg und dle Herzöge Paul und Johann Albrecht begaben sich bei schönstem Wetter heute um 9 Uhr zur Sausagd nach Jatnitz. — Der commandlrende General des 9 Armee-Corps, v. Treskow, ist hier eingetroffen.
Ludwigslust, 29. Oktober. Se. Mas. der Kaiser ist in Begleitung d,z G'vßher,og« unb der Großherzogin, des Punzen Karl, des Prinzen August ton Württemberg und der Herzöge Paul, Johann und Albrecht wohlb,halten von der Jasruher Jagd zurückgekehrt. Abend« war Galadiner im goldenen Saal, später Tbee in der Haste, inzwischen glänze, de Beleuchtung des Lchloß. Platzes und der Cascaden bet prächtigem Herbstwetter. Morgen früh Gotte«, dienst im Schlöffe, dann Dejeuner und Mittags Rückfahrt Sr. Majestät und der übrigen hohen Gäste nach Berlin.
Karlsruhe, 29. Oktober. Anfang« November treten die badischen Kammern zusammen. Don Regterung«-Dorl°gen werden einstweilen genannt: Revision der Städteordnung und der Kreisversaffung, Vorlage über die Höllen- »hal-Bahn, Budget Vorlagen mit der A-.ssiebt der Steuerverminderung^ Die von den nichtliberalen Abgeordneten zu stellenden Anträge sollen einen Angrrff auf das Ministerium, bezw. den Sturz deffelben bezwecken.
In Schwetzingen wird eine militärische Brieftauben-Station errichtet, die mit Köln und Straßburg in Verbindung steht.
Mit der Abreise des Kaisers von Baden-Baden bat die dortige Saison ausgehört. Die Kaiserin bleibt noch einige Zeit, und der badische Hof wird ebenfalls noch etliche Tage daselbst verweilen.
Der in Karlsruhe die Prinzensckmle besuchende Prinz Wilhelm von Hohen,ollem, der bekannte Held der Düffeldorser Räubergeschichte, ist seit emiger Zeit am Typhus erkrankt; der Vater des Prinzen ist zur Pflege seines Sohnes nach Karlsruhe gereist-
An den Grenzen unsere« Landes werden neuerdings wieder mehr Ver- suche gemocht, socialdemokrattsche Schriften einzuschmuggeln, bezw. von Baden aus in andere deutsche Länder zu versenden. Namentlich ist Konstanz den tn bei Schwei; verweilenden Socialisten für ihre Zwecke günstig gelegen, da man im Falle der Gefahr mit einem Schritte auf dem sichern S-bweizergebiet ist. Jüngst wurden wieder mehrere Ballen mit verbotenen Schttsten abgesangen, die auf der Bahn nach Regensburg geschickt werden sollten. Ter Versender hat sich in die Schwei; geflüchtet.
Hesterreich.
Wie«, 28. Oftober. Anläßlich der Anwesenheit des Königs und der Königin von Italien fand heute Ab-nd Galavorstellung im Opernhause statt. Das Haus war in allen Räumen von einem distmguirten Publikum besetzt. Die Mitglieder des diplomatischen Corps, sowie die hohen Staatswürden- dräger waren in großer Gala. Bald nach 7 Uhr erschien der Hof, vorn Publi- tum durch Erheben von den Sitzen begrüßt. Der Kaiser führte die Königin ton Italien der König von Italien die Kaiserin; es folgte sodann der Kron- tzttnz mit der Kronprtn;essin, die Srzherzöge und Erzherzoginnen, Prinz Leopold «nb Prinzessin Gisela- In der Mitte der Hofloge nahm der König Humbert Hlatz, welcher zur Linken die Kaiserin hatte, während rechts die.Lrvnprinze'stn, die Erzherzogin Maria Theresia und Prinz Leopolds schkn; linkt —" dea
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Bekanntmachung.
Qf wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in dem I Wahlkreise deS GroßherzogthumS
Herr Skccktsunwalt Dr. Gutfteisch zu Gieften
8419 üon 13199 gültig abgegebenen Stimmen zum Abgeordneten des Deutschen Reichstags erwählt worden ist.
Gießen, am 31. Oktober 1881. Der Wahl-Commiffar:
Dr. Boekman n, Prorinzial-Director.
lichkn Herzen wohl und erfüllen mich mit aufrichtiger Befriedigung, dafür meinen herzlichen Dank. — Seit dem Abfchlusfc der le„ Beratungen haben die Schwierigkeiten, welche sich der Durchführung einiger Punkte des Berliner Vertrags entgegcnfteQten, ihre glückliche Erledigung gefunden und der europäische Friede ist hierdurch neuerlich gefestigt worben. Dieses günstige Ergebmß ist zuvörderst dem aufrichtigen Zusammenwuken der europäischen Mächte zu danken, deren Bestreben auf ungestörte Consolidirung der Verhältnisse im Orient gerichtet war. Meine Regierung hat die Förderung und Pflege dieses Zusammenwirkens als ihre wichtigste Ausgabe betrachtet, sie ist hierin durch die vortrefflichen Beziehungen der Monarchie zu allen Mächten, sowie durch das allgemein herrschende Friedensbedürfniß auf das Wirksamste unterstützt worden. Die Vorlagen, die Ihnen von meiner Regierung zugehen werden, entsprechen dieser erfreulichen, beruhigenden Lage. Die Kriegsverwaltung wendet sich nur insoferne an Ihre erhöhte Opferwilligke.t, als dies zur gehörigen Weiterführung der begonnenen Arbeiten ober zur suecessiven Beschaffung einiger als nothwendig anerkannten Bedürfnisse für die Ver vollständigung der Wehrkraft unbedingt erforderlich erscheint. Die Verwaltung Bosniens und der Herzegowina nimmt die Finanzen der Monorchie auch diesmal nicht tr. Anspruch. Tie consequent fortgesetzten Bemüdungen meiner Regierung, die Ruhe und Ordnung in diesen Ländern zu sichern und ihre geftige und materielle Entwickelung zu fördern, haben bis jetzt schon erfreuliche erfolge erzielt. Ueberzeugt, daß auch Sie wie die früheren Delegationen mit ebenso viel E nsicht wie Patriotismus an Ihre wichtige Aufgabe herantreten, wünsche ich Ihren Arbeiten einen gedeihlichen Fortgang und heiße Sie alle herzlich will-
Prcid viertel,ährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohr.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf.


