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am 20. Januar 1880-
H. W. 9M-
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Nr. 2L.
Donnerstag den 29. Januar
1880.
Kichencr Mnzeiger
AMse- md Amtsblatt fit den Kreis Gießen.
SXZ. } Schulstraß. B. 18.
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Steuer-Commiffariat Gießen.
Amtstage nur Dienstag und Samstag, Vormittags von 8 — 12, Nachmittags von 2—4 Uhr.__
Das Großherzogliche Steuer-Commiffariat Gießen
Großh. Bürgermeistereien Groß-Linden, Hausen, Klein-Linden, Mainzlar, Treis, Trohe und Watzenborn m.t Steinberg.
Wir ersuchen Sie wiederholt um baldige Einsendung der Brandkataster zum Zwecke der Wahrung der Befitzwechsel aus 1871t.
Gießen, den 26. Januar 1880. ® “ f t £j£2;
--I PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Zur neuen Militär-Dorlage.
Die Aera der Ueberraschungen ist noch nicht zu Ende. Die neue Erhöhung des Militäretats qualtficirt sich als eine solche nicht durch die MMo- nen, welche sie beansprucht, nicht durch die Hundeittausende streitbarer Männer, wefche sie der Armee allmälig zuzuführen gedenkt, sondern hauptsächlich durch den neuen und bedenklichen Eingriff in das Familien- und damit in das Erwerbsleben der Nation, welcher durch die Heranziehung der Ersatzreserve zum activen Dienst, wenn auch nur zu sog. „Uebungen" erfolgt. Die ganze Schwere dieser Neuerung wird erst empfunden werden, wenn sie in's Leben tritt, und zwar härter, als es ittoa eine Mobiltsirung der Landwehr empfinden ließe, daß die wehrfähigen Deutschen nicht eher militärsrei sind, als bis sie invalide Greise werden. Die Ersatzreservc wurde bisher nur im Kriegsfälle in Anspruch genommen, und die Erfahrung hat gelehrt, daß die Noth Soldaten in sechs Wochen ausbi'.den läßt, wie ja auch unsere Volksschullehrer in dieser kurzen Zeit bereits wehrrüchtig gemacht werden.
Dies ist eins der schwerwiegenden Bedenken, welches die gisammte Preffe geltend macht, obwohl fie in patriotischem Entgegenkommen zugcpeht, daß der Nation bei wirklich naher und drohender Gefahr kein Opfer zu schwer sein darf. Ein weiteres prinzipielles Bedenken liegt in der Würdigung der Leistungsfähigkeit unserer Nation zum Kriegsdienst. ES ist bekannt, daß zur Ersatzreserve 1. Klaffe bereits viele junge Leute geschrieben werden, welche nicht in vollem Maße kriegstüchtig sind. Auf gut Deutsch gesagt: Die körperliche Tüchtigkeit hat überhaupt eine Grenze bei der Rekru- tirung. Es wird also Sache des Reichstages sein, zu erwägen, ob es durch« aus nothwendtg ist, bis an diese Grenze — außer im Kriegsfall — heranzugehen.
Zahlen beweisen, sagt Benzenberg, und die nöthigen Zahlen in dieser Beziehung hätten zum mindesten die Motive zu der neuen Vorlage enthalten müffen.
Die Motivirung, daß Deutschland möglicherweise einen Krieg mit Frankreich und Rußland zu gleicher Zeit haben könne, ist nicht stichhaltig. Folgen Nir erst diestm Truck der Zahlenverhältniffe, so gerathen wir in eine Zwickmühle, in welcher ganz offenbar die Leistungsfähigkeit der Nation zum Kriegsdienst matt gesetzt werden muß. Als Rußland noch unser Freund war, genügte der Hinweis auf Frankreich — als Gegner — allein, um unsere militärischen Kräfte hoch avzuspannen, gegen die vereinten Gegner können wir unmöglich eine ebenbürtige Armee schaffen. Bei einem solchen Nationalunglück können wir nicht mit neuen Regimentern und neuen Batterien die richtige Antwort geben, sondern nur durch eine allgemeine patriotische Volkserhebung, durch das Vertrauen aus unsere Feldherren, aus unsere Zukunst und aus die Ge- • rechtigkeit der Weltgeschichte, welche vereint stets der Gott der Schlachten gewesen sind. Die Erinnerung an den großen Kurfürsten und an Friedrich den Großen ist mächtiger, als Hunderttausend Soldaten mehr oder weniger. Und endlich haben wir den Trost, daß in dem Falle eines so frechen und ungerechten Angriffs von Ost und West her Oesterreich den Schwur seiner Treue im deutsch-österreichischen Bündwß «-inzulösen hat.
In runden Zahlen zeigt die Bevölkerung: in Deutschland 43, in Oesterreich 38, in Frankreich 37, in Rußland 72 Millionen; das stehende Heer in Deutschland 402000, in Oesterreich 300000, in Frankreich 470000, in Rußland 660000 Mann, und aus dem Kriegsfuße: in Deutschland 1300000, in Oesterreich 1050000, in Frankreich 1200000, in Rußland 1620000 Mann. Deutschland allein Frankreich und Rußland gegenüber kann niemals eine der Zahl nach ebenbürtige Armee schaffen, mit Oesterreich zusammen vermögen wir es. Aber alle diese Millionen Menschen zu einem großen kontinental» krieg -usammenzutreib n, das ist eine so wahnsinnige Idee, daß ihre Ausführung möglicherweise selbst in den Strömen unnütz vergoffenen Blutes ertränken würde, und daß die Völker oder mindestens die Parlamente vor ihr zurückschaudern würden. Wer auch immer diesen Kampf entfeffeln würde, der treibt zur socialen Revolution, zum Begräbniß des Militarismus, unter dem ganz Europa seufzt, zu neuen Zuständen, in denen man das Wohl der Völker nicht mehr auf die Spitze des Schwertes stellen wird. Und darum werden "foit diesen Krieg niemals bekommen!
Deutschland.
Darmstadt, 26. Januar. Bei der zweiten Kammer ist folgende Interpellation dis Abg. List, die Erbauung einer Eisenbahn von Salzschlirf über Scklitz nach Hersseld betreffend, eingelaufen: ,9n Großherzogliches Staatsmimsteriuw erlaubt sich der Unterzeichnete mit Bezug ans die von Setten des Vorstandes der Stadt Schlitz unter Zustimmung des Vorstandes der Stadt Lauterbach unterm 24. October v. I. in obigem Betreff eingererchte Vorstellung folgende Anfrage zu richten: Ist die Großherzogliche Regierung geneigt, d^eserhalb in Verhandlungen mit der Königlich Preußischen Regierung einzutreten und was gedenkt Dieselbe überhaupt zu thun, um durch vortheil- haste Anschlüsse an preußische oder unter preußischer Verwaltung stehende Bahnen die so sehr wünschenswerthe und nothwendige Vermehrung der Em- nahmen der obcrhesstschen Bahnen zu ermöglichen?" (Fr- 3J
Berlin, 26. Januar. Aus den Motiven zum Reichsmilitärgesetz heben wir die folgenden Erörterungen bezüglich der Erhöhung der Präsenzstärke hervor: Es bedarf einer Vermehrung der Zahl und einer Erhöhung der inneren Kraft, um' den Anstrengungen der Friedensausbildung auch für künftige Eventualitäten den verdienten Erfolg zu sichern, dieselben nicht an einer zu erheblichen, numerischen und organisatorischen Ueberlegenheit der entgegentretenden Streitkräfte scheitern zu! au en. Demgemäß erscheint notwendig die Erhöhung der Friedensprasenzstarke. Wwd 1 pCt. der ortsanwesenden Bevölkerung vom 1. December 1875 gegenwärtig zu Grunde gelegt, so erhöht sich die Friedenspräsenzstärke auf 427,274, mithin um 25,615 Mann. Die Kriegsstärke würde einen Zuwachs von 80,000 bis 90,000 Mann erhalten- Die^ dadurch bedingte jährliche Mehreinstellung von 8000 bis 9000 Rekruten ist unbedenklich. Am 15. November 1878 gehörten 190,935 Taugliche und zugleich Abkömmliche den fünf Jahrgängen der Ersatzreserve erster Klasse an, so daß lahrlich nn Durchschnitt 38,187 Taugliche und Abkömmliche vom Friedensdienste beste» geblieben find. Freilich gewinnt Deutschland durch die Erhöhung seiner Präsenzstärke nicht so viel Mann im Beurlaubtenstande wie Frankreich durch die Bereithaltung emer größeren Zahl von Jahresklassen sich gesichert hat. Wird selbst von den sechs Jahresklasfen der Reserve der Territorialarmee abgesehen, so stehen den 12 deutschen 14 t^nzöstsche Jah^sklasten gegenüber. Eine Aenderung der Reichsverfaffung, welche durch Art. 59 die Dienstzeit festgestellt hat, mußte jedoch grundsätzlich vermieden werden. Auch entspräche es eben so wenig der Billigkeit wie der allgemeinen Wehrpflicht, den bisher zum aktiven Milr- tärdienst herangezogenen Bevölkerungstheil eine mehrjährige Verlängerung seiner Dienstpflicht erleiden zu lassen, während eine größere Zahl Tauglicher und Abkömmlicher vom Militärdienst im Frieden gänzlich befreit bleibt. Erscheint eme Verlängerung der Ge- sammtdienstzeit nicht angezeigt, so können aber auch eine Verkürzung der Dienstzeit der den Fahnen und eine entsprechend stärkere Rekruteneinstellung innerhalb der bisherigen Friedenspräsenzstärke als geeignete Mittel zur Vermehrung de^ Beurlau^enstandes nicht angesehen werden. Daß Sie active Dienstzeit im Durchschnitt um ein. Erhebliches hinter demjenigen Zeitraum zurückbleibt, welchen die Reichsverfasfung, Art. v9, und das Gesetz, betreffend die Verpflichtung zum Kriegsdienst vom 9. November 1867, S b, vorgesehen haben, ist bei den Beratungen über das Reichsmilitargefetz klargestellt. Beträgt ja diese Dienstzeit — von derjenigen der Einjährig-Freiwilligen abgesehen — im Durchschnitt noch nicht 2V« Jahren bei der Infanterie und Fußartillerie, nur em Geringes mehr als 2V2 Jahre bei der Feldartillerie und den Pionieren. Die Dauer der activen Dienstzeit wird beeinflußt von dem durchschnittlichen Bildungsgrade der Rekruten, welche nur in längeren Zeiträumen eine bemerkbare Steigerung erfahren kann, und von dem Umfange der militärischen Ausbildung, welcher nn letzten ^ayr- zehnt eine erhebliche Ausdehnung erfahren hat- Insbesondere hat die Anwendung der vervollkommneten, aber auch schwieriger zu handhabenden Feuerwaffen, die Ausnutzung ihrer größeren Präcision, ihres schnelleren Feuers und ihres weiteren Schußberc chszu den mehr und mehr gesteigerten Forderungen einer höheren technischen Ge chicklichke t, eines selbstständigeren militärischen Urtheils und doch einer schärferen Feuerdlsciplin geführt — zu Forderungen, welche bei Kürzung der Uebungszett vorläufig unerfüllbar fein würben. ^Demgemäß' wird unter Festhaltung der bishergen D>enstMbe,den Fahnen und im Beurlaubtenstande die Rekrutenziffer zu erhöhen fern- Hierdurch ist die Nothwendigkeit einer Erhöhung der Friedenspräsenzstärke gegeben.
Zu dem neuen Militärgesetz Entwurf bemerkt die „Tribüne" : Der Schwerpunkt der neuen Militärverwaltung liegt nach unserer Meinung nicht etwa 'n der m -lu^ sicht genommenen Formation von 34 Jnfanteriebataillonen und 40 ^eldbattenen, sondern darin, daß die Ersatzreserve erster Klasse zu Uebungen im Frieden verpflichtet wird, welche z. B die Dauer der Uebungszett der französischen Terntoriolarmee um das Vier- und Fünffache überragen, Durch die E'nzichimg dieser Ersatzrfferven. zu militärischen Uebungen erhält die Militärverwaltung die Mittel, die Zahl der fticst- baren Mannschaften jährlich bedeutend zu erhöhen, so daß in jedem Jahre dann nicm 130-140 000, sondern 170-180,000 Rekruten militärisch ausgebildet werden, wodurch die Herstellung der vierten Bataillone neben den Depot-Bataillonen nn Laufe der nächsten Jahre in bequemster Weife effectuirt werden kann. Ebenso werden neue Formationen in der Kavallerie und Artillerie ohne große Schwierigkeiten tm Kriegsfälle Platz greifen können, so daß Deutschland hinter den Zwanzig Armeecorps der Linie, die aus den 161 Jnfanterie-Rel imentern formirt werden, fast dieselbe Zahl an Landwehr- und Reservecorps aufstellen könnte.


