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Staatssecrekär für Irland, Forster, hat drmisstontrt, weil er das gerichtliche

Haag, 26. October. Die Kammer lehnte bet der Berathung des

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Was hat der Baumzüchter zu thun. um eingetretene Frostschäden nach Mög- lichkeit weniger nachtheilig und auch theilweise unschädlich zu machen?

Herr Dr. Lucas äutzerte sich folgendermaßen:Dadurch, daß der Frost des vorigen Winters, da wo die Sch eedecke ihn nicht genügend alihi.lt, bis über einen Meier, ja ll/4 Meter tief in den Boden eindrang, war den Wurzeln unserer Obstbäume die Möglichkeit genommen, aus der Ti.se des nicht gefrorenen Bodens Wärme auf­zunehmen und diese den oberirdischen Theilen zuzuführen, was durch die zahlreichen Faserwurzeln, welche sich gerade in jener Tiefe befinden, zu geschehen pflegt. Daß dieser Mangel an Wärme, welche durch die Wurzeln ausgenommen und in alle Theile des Baumes gesührt wird, bei den flacher wurzelnden Aepfel- und Pflaumenbäumen weil empfindlicher wirkte als bei den tiefer wurzelnden Birnbäumen, ist leicht begreiflich und hiermit schon das zahlreichere Erfrieren der beiden erslgcnannren Baumarten gegen­über den Birnbäumen hinreichend erklärt.

Als Schutzmittel gegen das tiefe Eindringen des Frostes in den Boden ist zu­nächst ein sorgfältiges Auflockern desselben in der unmittelbaren Nähe der Bäume, also der sogenannten Baumsche.be, dringend zu empsehlen. Die gelockerte Erde enthält immer kleinere und größere Lufträume; cingeschlossene Luft ist aber bekanntlich ein schlechter Wärmeleiter, daher wird der Frost in gelockeitcn Boden nie so eindringen können, als in nicht gelockerten. Aber wir können auch directe L-chuym-tlel an­wenden, indem wir nach den ersten Frösten Lohe oder Reste von Hanf oder dergleichen lockere Materialien, wie auch umgekehrte Rasensiücke auf die Baumscheiben auflegen, um dadurch das weitere Eindringen des Frostes zu verhüten. Bei jüngeren Bäumen, die erst gepflanzt sind oder erst einige Jahre im Boden stehen, dürste wohl nichts besser sein, als um den Stamm herum, im Durchmesser eines Meters, Erde anzuhäufen welche allerdings im Frühjahr wieder entfernt werden müßte. Dieser Schutz für die Wurzeln der jungen Bäume ist sehr wichtig, denn fast überall sind die in den letzten Jahren erst gepflanzten Bäume sehr stark durch den Frost beschädigt worden. Es darf wohl kaum erwähnt werden, daß, wo sich überschüssige Nässe in der Nähe der Bäume befindet, diese durch Drainircn entfernt werden muß, überhaupt daß nur bei einem normalen Stand der Bäume und bei rationeller Eultur diese Schutzmittel von Erfolg sein können.

Was nun den Stamm unserer Bäume betrifft, so ist dieser durch die Fröste in

entwickeln, um nicht in der Concurrenz mit den günstiger gestellten Nachbarn noch mehr zurückgedrängt zu werden, sondern vielmehr einmal eine jenem gleich gute Position zu erringen. Kein Wunder, daß unter diesen Umständen der Abgang energischer, arbeitskräftiger und unternehmender Menschen in Gebiete, die einer fremden Production zinSpflichtlg sind, Mißmuth erregt, und daß man sich bemüht, ihn zu verhindern oder zu vermindern. Wenn dabei nur immer t>ie rechten Mittel ergriffen würden! Wenn man nur zunächst darauf bedacht wäre, die Quellen zu verschließen, aus denen die Auswanderungslust stets von Neuem entsteht: die Ursachen der Verarmung der Masten und die politischen

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Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 26. October. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge hat das StaatSministertum in seinen letzten Sitzungen die Landtagsvorlagen genehmigt und dem Kaiser zur Sanction unterbreitet. Die vorgestrige Sitzung war der Landtags-Eröffnungsrede gewidmet, welche alsdann dem Fürsten Bismarck übersandt wurde und demnächst dem Kaiser unterbreitet wird. Unter den Landtagsvorlagen befindet sich der Entwurf über die Jncommunaltsirung des Thiergartens in Berlin.

Die Abgg. Beisert, Kieschke, Meyer und Rickert fordern diejenigen Abge» ordneten, welche mit ihnen zu einer liberalen Vereinigung zusammentreten wollen, zu einer Besprechung am 28. October, Abends, im Abgeordneten' Hause auf.

Feldmarschall Graf Moltke, welcher seinen heutigen Geburtstag aus- wärts begeht, wurden von dem Kaiser Glückwünsche nachgesendet. Die Kaiserin, der Kronprinz, die Kronprinzessin und die Mitglieder der königlichen Familie schickten Gratulations * Telegramme. Aus allen Theilen Deutschlands gingen sehr zahlreiche Glückwünsche ein. Alle Generale, viele distinguirte Personen fuhren an der Wohnung des Feldmarschalls Moltke vor, um ihre Karten abzugeben. Die Capelle des Eisenbahn-Regiments hatte eine Morgen- musik gebracht. Feldmarschall Moltke reiste gegen 10 Uhr Vormittags in der Richtung nach Magdeburg ab, um sich weiteren Ovationen zu entziehen.

Wien, 26. October. DiePoliit. Corresp." meldet aus Kon­stantinopel : Die Pforte läßt die Version in Abrede stellen, daß Assim Pascha

von dem griechischen Gesandten Aufklärungen über die Absichten Griechenlands begehrt hätte.

Konstantinopel, 26. Octbr. Die Sanction der C)nvention, betr. die Uebeigabe von Dulcigno, soll morgen zu erwarten sein.

London, 26. October.Daily News" wird aus Lahore gemeldet: Gerüchtweise verlautet, in Kabul seien Unruhen ausgebrochen. Emir Abdur- rahman sei ermordet worden.

Dublin, 26. October. Das JournalIrish Times" meldet: Der

m. Darmstadt, 26. Octbr. Der zweiten Kammer der Stände ging gestern eine Vorlage der Großherzogl. Regierung in Betreff der Erbauung einer stehenden Brücke über den Main bei Offenbach nebst den darauf bezüglichen Plänen zu. Auf den Inhalt deffelben werden wir des Näheren zurückkommen.

Der Bericht des besonderen Ausschuffes der zweiten Kammer über die Gesetzesvorlage, den Bau und die Unterhaltung der Kunst­straßen im Großherzogthum betreffend, liegt uns im Druck vor. Wegen Raummangel in heutiger Nummer kommen wir auf denselben morgen zurück. Wir bemerken nur heute noch, daß dieser Bericht den wichtigsten Gegenstand der bevorstehenden Kammersession behandelt und daß allem An­scheine nach der betr. Gesetzesentwurf abgelehnt, resp. von der Regierung zurück­gezogen werden wird.

Berlin, 25. October. Die aus der nationalliberalen Frakiion aus­getretenen preußischen Landtags-Abgeordneten weiden sich nicht als besondere liberale Gruppen constituiren, sondern unter dieWilden" gehen, indeß unter der Führung Rickert's zu gemeinsamen Besprechungen über alle wichtigen An­gelegenheiten zusammentreten. (Siehe jedoch unten die telegraphische Nach­richt. Red.) Die Leitung der Geschäfte der Secessionisten ruht vornehmlich in den Händen des Abg. Rickert; dieser dürfte sich im Laufe nächster Woche nach Halle begeben, um dort im Kreise politischer Freunde einen Vortrag zu halten.

Posen, 24. Octbr. Beim königl. Landgericht in Liffa fand am Montag die Verhandlung der Anklagesache gegen den ultramontanen Grafen Czarnecki statt. Derselbe hatte nämlich auf seinem Schlöffe eine Fahne mit der In- schrift:Tod den Deutschen" anbringen loffen. Der hohe Gerichtshof ver- urtheilte den Angeklagten, Grafen Czarnecki, zu einer Gefängnißstrafe von 3 Monaten. Der Staatsanwalt beantragte 10 Monate. (N. A. Z.)

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unzweifelhaft ein nationales Uebel, denn es sind nicht die schlechtesten Elemente, f 9R " nmmpr b

die sie fortführt, und nicht der schlechteste Nachwuchs ist eS, der uns in ihren , Kindern und Kindeskindern verloren geht. Aber in der Praxis des realen Lebens handelt es sich nicht nur um die Wohlfahrt des Staates allein, son- dern auch um die des Individuums und einzelner VolkSklassen, und in Rück« sicht auf diese, auf die thatsächlich unerträgliche und immer aussichtsloser sich gestaltende Lage breiter Schichten der Bevölkerung Europas, und insbesondere Deutschlands, verbietet eS die Humanität, die Auswanderung gewaltthätig zu beschränken. Aber wir können die Auswanderung so leiten und lenken, daß sie den nationalen Jntereffen dienstbar wird, indem wir sie auf Punkte führen, wo sie nicht dem Dienste einer fremden Nation verfällt, wo die Auswandern- den mit Herz und Hand deutsch bleiben. Wir müssen colonistrm nicht Handelscolonien, wohl aber Arbeitscolonien schaffen, deren Erzeugniffe unserem Handel und unserer Industrie zu Gute kommen und deren consumtive Bedürf- nifle sich Befriedigung suchen in der Production des Mutterlandes.

Aber das läßt sich nicht über Nacht bewirken, da die tauglichsten Di- stricte beschlagnahmt sind und die weniger tauglichen erst durch lange und harte Anstrengung ergiebig gemacht werden können. Und da bleibt für die Nutznießung der gegenwärtigen Generation nichts zu thun übrig, als daß ohne daß die nationale Colonisation durch den Staat dadurch beschränkt werde die Auswanderung organifirt und, sei es durch Privatgesellschaften, sei es durch den Staat, in dem Falle befördert und unterstützt werde, daß sie sich nach Gebieten zieht, in denen die Emigranten national, productionell und con- sumtiv dem Vaterlande erhalten bleiben! So kann es auch bewirkt werden, daß auch diejenigen Elemente der Bevölkerung die, obwohl ihr Abgang für daS Mutterland am wenigsten empfindlich wäre, wegen Mangel an Energie und Mitteln nicht auswandern, dazu befähigt werden, und daß die uns zu er­halten wichtigeren Elemente Luft und Raum, auch im Vaterlande erhalten.

Colonisation und, da die Auswanderung nun einmal nicht zu hindern ist und nicht gehindert werden darf, Organisation und Unterstützung der Aus­wanderung, d-as ist es, was uns Noth thut!

neuen Strafgesetzbuchs den Antrag auf Wiedereinführung der Todesstrafe mit 41 gegen 20 Stimmen ab.

Loudon, 26. Octbr.TimeS" erfährt, die Procedur gegen die Füh­rer der irischen Liga sei beschlossene Sache und werde rasch und energisch be­trieben werden; indeß werde es nicht für nothwendig erachtet, die Befugniffe der irischen Executive zur Unterdrückung der Agraroerbrechen zu erweitern, weshalb daS Parlament nicht vor der üblichen Zeit einberufen werden dürfte; das Cabinet würde inzwischen die versprochene Landreform-Bill für Irland ausarbeiten.

Cettinje, 26. Octbr. Radonic fordert die Mächte nochmals auf, zur Theilnahme an der Erörterung der technischen Details der abzuschließenden türkisch-montenegrinischen Convention Officiere zu entsenden. Petrooic schlug vor, Riza Pascha möge selbst nach Kania kommen, wo am 28. October die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen.

London, 26. October, Abends. In unterrichteten Kreisen wird die von derIrish Times" gebrachte Nachricht von der Demission Forsters dementirt. Der Regierung ist keine Mittheilung über einen von denDaily News" gerüchtweise gemeldeten Aufstand ic. in Kabul zugeganqen.

zweifacher Weise verletzt worden. Die meisten Schaven finden wir an der mittäglichen Seite der Bäume und zwar oberhalb der Schneedecke. Es war die niedrigstehende, da­her den senkrechten Stamm stark local erwärmende winterliche Sonne, welche das Erfrieren aus dieser Seite verursachte. Durch diese Erwär i ung, welche besonders an den Nachmittagen stärker war, wurden an diesen Stellen die in der Rinde abgelagerten Reservestoffe gelöst und verflüssigt und der nun in der Nacht folgende starke Frost mußte dann natürlich doppelt schädlich auf dieselben einwirken; cs bildeten sich Frost- platten und nicht selten größere Frostrissc. Gegen dieses locale Erfrieren, welches oft die Hälfte des Baumes beschädigte, gibt es ein vortreffliches Schutzmittel, nämlich das Bestreichen mit Kalk. Außer den sonstigen günstigen Eigenschaften des Kalkanslricvs, welchem man, um ihn besser haltbar zu machen, mit Nindsblut vermischt oder ihm etwas Lehm zusetzt, erhält der Stamm eine hellfarbige R'nde, welche die Sonnenstrahlen nicht, wie die von der Natur dunkelgraue Baumrinde, aufnimmt, sondern zurückwirft. Nöthigensalls ist dieses Bestreichen an der Süd- und Südwestseite im Winter zu wiederholen. Dieses Ueberkalken der Stämme, welches bis zur Krone hinauf geschieht, hält zugleich eine Menge von Jnsecten, namentlich die Weibchen des Frostspanners und die Rüsselkäfer ab, auf den Baum zu klettern und ist eines der wichtigsten Mittel der rationellen Obstbaumpflege, welches auch bei der ausgedehntesten Obstanlage mit Leichtigkeit angewendet werden kann.

Das Pomologische Institut in Reutlingen besitzt ein ausgedehntes Baumgut mit 4050jährigen Aepfelbäumen bepflanzt- Der Boden ist Wiese. Die Baumscheiben werden jährlich zweimal gelockert und die Stämme jedes Jahr zu Anfang October mit Kalk bis zur Krone bestrichen- Trotzdem, daß in der Nähe zahlreiche Obstbäume er­froren sind, haben auf dieser Pflanzung nicht einmal die Bäume der Pariser Nambour- Reinettc, die sonst überall beschädigt wurden, vom Frost gelitten- Das Baumgut liegt frei und ist nur gegen N--O- etwas geschützt. .

Ein zweiter Umstand ist aber noch bei dem Erfrieren der Stamme in Betracht zu ziehen, auf welchen mich erst vor wenigen Tagen Herr Hofrath Dr- v. Sachs auf­merksam zu machen die Güte hatte. Der Frost wirkt nämlich auf die äußere Rinderi- schicht, die Borke, außerordentlich lzusammenziehend; diese zerdrückt nun förmlich du darunter liegenden lockeren Zellen und die inneren RindeNschichten, indem diese dadurch nach innen auf das Holz, welches nicht nachgibt, ausgepreßt werden. Dies findet nun mehr an der Nord- und Nordostseite statt, als an der Südseite; denn hier wirken gerade die kalten Nordostwinde besonders schädlich. r

Da, wo Obstpflanzungen den Windströmungen ausgesetzt sind, kann nur ein Umbinden der Stämme mit Schilfrohr oder Tannenzweigen Schutz bieten; in dieser Hinsicht dürften vielleicht die neuen Schutzhüllen für jüngere Obstbaume, welche außerfi dauerhaft gearbeitet sind und aus aneinander gehefteten Bündeln von Schilfrohr be-

Die Frostschäden und die Gbstcuttur.

Die Frostschäden, welche die Obstbaumzucht im vergangenen Winter hauptsächlich in Süddeutschland erlitten hat, sind jetzt in ihrer ganzen traurigen Ausdehnung fest- gestellt- Allein m Unterfranken beziffert sich der Verlust nach amtlichen Erhebungen auf die kaum glaubliche Höhe von 2U Millionen! Dieser Thatsache gegenüber werden unsere Leser uns Dank wissen, wenn wir ihnen nachträglich einen ausführlichen Bericht über den Vortrag geben, tn welchem Herr Dr. Lucas von Reutlingen auf dem Würz­burger Pomologen Congreß zwei hierher gehörige Fragen von höchster wirthschaftlicher Bedeutung behandelt Hal:

Welche Vorbeugungsmittel kann die Obstkultur gegen starke Winterfröste und deren Nachtheile anwenden?

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