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^refie, der, tote Alles was zur Presse gehört, immer in Belgien vom Volke jubelnd begrüßt würbe' und sich durch Geist in der Erfindung der Allegorien auszetchnete. Den Schluß machte der Wagen Belgiens, an Pracht der Gewänder, an Schönheit der Frauen, an Reichthum und Geschmack des Ausbaues und an Größe alles Bisherige übertreffend; dahinter 150 Reiter als Vertreter der Kantone, von denen jede Kommune etwas beisteuerte, um auch ihren Reiter dabei zu haben. Nur der Geschmack, die Kunftindustrie, der Reichthum, der Uebermuth und die Festfreude Belgiens kann eine solche ungeheure Maskerade ermögl'chen.
— sWarnung vor schlechtem Petroleum J Schon seit einigen Jahren versorgt Amerika den deutschen Markt mit schlechtem und gefährlichem Petroleum, well leider in Deutschland noch keine Gesetze bestehen, welche die Einfuhr von leicht entzündlichem Petroleum zu Leucht- zwccken verbieten. Wiederholte Klagen der deutschen Untersuchungsämter haben keinen Erfolg gehabt; das Petroleum ist immer schlechter geworben und die Gefahr der Lampenexplosionen L,ns näher gerückt als je. So z B hat kürzlich in Hannover ein dort ansässiger Arzt nur durch besondere Geistesgegenwart sich vor den Folgen einer Explosion schützen können, und dem Einsender dieses ist es an 2 Abenden nacheinander passtrt, daß oberhalb des Behälters einer Lampe sich das Gas entzündete, tn Folge besten eine rasche Erhitzung des Behälters mit In« halt stattfand. (Ich wage kaum mehr die sonst normal conftruirte Lampe noch weiter in ^e- brauch zu nehmen.) Schleckte« Petroleum entwickelt schon bei der gegenwärtig herrschenden hohen Temperatur leicht entzündliche Gase und somit kann auch eine Explosion mit ihren bösen Folgen leicht und überall auftreten.
— fDer deutschen Vigognegarn Spinnerei droht ein Verlust.) Es ist bekannt, daß dieser Industriezweig, welcher hauptsächlich in Werdau, Crimmitschau und Zeitz seinen Sitz hat, einzig in der Welt dasteht. Weber England, noch Frrnkceich, noch Amerika hat in dieser Branche eine annähernd gleiche Leistungsfähigkeit aufzuweisen. Diese Länder find vielmehr ye- nöthigt, ihren Bedarf von Deutschland zu beziehen. Auch Rußland braucht enorm viel Vigognegarne. Wir wtsten, daß dort der Vertreter eines einzigen Hauses im laufenden Jahre bereits für 200,000 Rubel verkauft und weitere bedeutende Abschlüste gemacht hat; von anderen 'Vertretern sind uns ähnliche gute Geschäfte bekannt geworden. Dieser vortreffliche Absatz hat tinen Werdauer Fabrikant bestimmt, die berühmte Specialität seiner Heirnath nach Rußland zu verpflanzen. Er hat, um die Einfuhrzölle zu sparen, in Lodz eine Vlgognegarn-Spinnerei angelegt und bereits Nachfolge erhalten. Es ist kaum zu bezweifeln, daß diese Etablissements in Rußland gute Erfolge erzielen und den Absatz unserer deutschen Fabrikate einigermaßen beeinflußen werden. Möge es unseren Fabrikanten gelingen, durch gesteigerte Anstrengungen und namentlich durch erhöhte Leistungen ihrer Maschinen, sowie durch Fertigung neuer Specialitäten den in Aussicht stehenden Verlust abzuschwächen.
Schweiz. Der Ort Oberegg, Grenzort des Kanrons St. Gallen an Thurgau bei Zihlschlacht, hatte nach der „Bodenseezeitung" letzter Tage ein Erngniß zu verzeichnen, das wohl einzig in dieser Art dasteht. Einige Männer saßen gemüthlick bei ihrem Glas, als einer der Gäste eine von ihm gemachte Aussage dadurch zu bekräftigen suchte, daß er binzufügie, er wolle sich aufhängen laffen, wenn cs nickt wahr sei und sich dabei eine lange Schnur um den Hals band. Sein Tischnachbar ergriff das End, derselben, zog es über die Ofenstange und den Angebundenen in die Höhe, bis er ordentlich zappelte. Nicht gering war aber der Schrecken, als er ihn losließ und derselbe nickt mehr reden konnte. Der derbeigerufene Arzt erklärte, die Schnur habe dem Unglücklichen den Kehlkopf zerschnitten und tr sei nun lebenslänglich Der Sprache beraubt.
— (Polizeiverbot gegen „liebende Paare".) Das amtliche Blatt für die^Grafschaften Stolberg und Hohenstein enthält folgende bemerkenswerthe Bekanntmachung: ,,Scit längerer Zeit schon ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß fast allabendlich sowohl im Stadt-, tote auch im Schloßbezirke die Straßen, Plätze und Spaziergänge von sogenannten ,.liebenden Paaren" in anstößiger und das Sittlichkeitsgefühl verletzender Weise zum Standorte ihrer Liebksbezeugungen (Umarmungen, Umhalsen u. s. to.) benutzt werden. Um diesem Unwesen ein Ende zu machen, haben wir die unterstellten Executivbeamten: Amts-, Polizeidiencr, Nacht- üvächter re. angewiesen, falls diese warnende Bekanntmachung nicht Abhilfe schaffen sollte, die
Betreffenden unnachsicktlich zur Anzeige, event. aber sofort zur Haft zu bringen. Zugleich er^ suchen wir denjenigen Theil der Einwohner unserer Bezirke, in dem noch Gefühl für Sitte und Anstand vorherrscht, die ihm vorkommenden Ungehörigkeiten gedachter Art zur Anzeige zu bringen, insbesondere schließen wir hier die ernste Mahnung an, daß die Lehrherrn und resp. Dienstherrschaften auch ihrerseits mit Strenge gegen das abendliche und nächtliche Herumtreiben ihres Personals thatkräftig einschreiten mögen Stolberg, am 12. August 1H80. Die städtische Polizeiverwaltung. Parnpel, Bürgermeister. Der Amtsvorsteher des Bezirks Schloß Stolberg Frhr. von Winningerode, Regierungsrath."
Eingesandt.
In letzterer Zeit wird den Anwohnern einer zwischen Asterweg und Lindenplatz gelegenen Wirthschaft öfters ein nächtlicher Ohrenschmaus zu Theil, der manchmal erst gegen Mitternacht sein Ende erreicht und die unfreiwilligen Zuhörer fast im Zweifel läßt, ob dieses Geheul und Gebrüll menschlichen Kehlen entstammt.
So sehr wir nun auch Anhänger des Humanitätsprincips bezüglich der Polizeistunde sind, so dürfte unseres Erachtens in diesem speciellen Falle die Rücksichtnahme seitens der Schutzmannschaft gegen Concertgeber und Wirth doch wohl etwas gar zu sehr ausgedehnt sein.
Sch Affsber lebt. Mitgetheilt von dem Agenten des norddeutschen Lloyd
C W. Dietz in Gießen.
Bremen, 25. August. Der Postdampfer Mosel, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 14. August von Newyork abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Paffagiere, Post und Labung 3 Ubr Nachmittags die Reise nach hier fortgesetzt Derselbe überbringt 132 Paffagiere und volle Ladung.
Irilchb äcker in Gießen.
Sonntag, den 22. August. Ludwig Stell, Neue Bäue. Emil Noll, Lowengaffe. Wilhelm Hartmann, Neustadt.
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Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinderuGiehen.
Gottesdienst:
Sonntag, den 29. August. Morgens LU/r Uhr: Pfarrer Schlosser. sKatrchismuslehre für die weibliche Jugend.) Nachmittags 2 Uhr: Gymnasiallehrer Stamm.
Am Sonntag, den 5. September, wird das heil. Abendmahl gefeiert werben; die Beichte findet statt Tags zuvor Nachmittags 2 Uhr.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 29. August bis 4. September besorgt Pfarrer Schlosser.
5605) Die Lieferung von 1600 Ltr. Petroleum und 240 Ltr. Crystäl-
für die Zeit vom 1. Oktober 1880 bis Ende September 1881 soll zu einem festen Preise vergeben werden. Die Lieferungs - Bedingungen sind in der Kanzlei des Postamts zu erfahren.
Anerbietungen sind bis 15. September daselbst versiegelt abzugeben.
Gießen, den 26. August 1880. Post-Amt Gießen.
I. V.: Schreiber.
Grummetgrssversteigerungen
der Fürst!. Solms. Rentei Lich.
I Wiesen oberhalb der Stadt Lich.
Dienstag den 31. August, Vormittags präcis 8 Uhr, Wiesen der Pemmühle gegenüber, den Wiesengrund herab, Großer Wörth, Stein- Wegswiese, zusammen 115 Morgen. II. Wiesen unterhalb der Stadt Lich.
Dienstag den 31 August, Nachmittags 1 Uhr, Gänsweidwiese, an der Lohmühle, Bleichgarten am Dietert, zusammen 10 Morgen. III.Gemarkungen Mühlfachsen, Ober- und Meder Bessingen.
Mittwoch den 1. September, Vormittags präcis 8 Uhr, Hainwiese, Krummwiese, Riedchcn. Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 100 Morgen.
IV. Gemarkung Burkhardsfelden.
Freitag den 3. September, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwiese und Sttauchwaldwiese, im Ganzen 70 Morgen.
Die Ausgebote geschehen an Ort und Stelle in Abteilungen von ein bis zwei Morgen.
Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. Z. gestattet.
Lich, den 26. August 1880.
Fürftl. Solms. Rentei Lich.
5604) Kreutzer.
5608) Das Grummet - Gras von 21 Loosen mit je l1/» Morgen der eameralfiSealischen Sorau- wiese bei Daubringen wird Montag, den 30. d. MtS., Nach- mitttags um 2 Uhr bei Wirth Walter zu Daubringen versteigert.
Treis a. L., den 26. August 1880. ' Großherzogl. Oberförsterei Treis a. L.
Amendt.
Allgemeiner Anzeiger.
Holzverfteigerung
im Gießener Stadtwatde.
Montag den 30. August er., von Vormittags 9 Uhr an, soll im G eßener Stadtwalde in den Distrikten Annaberg, Faulerboden und Heingesboden naHmrzelchueleö Holz öffentlich versteigert werden, als:
A. Brennholz:
Scheirh. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen.
Eichen 5,8
Aspen 2
Buchen 0,8
Erlen 5,8
Nadel u./
Weiden S
— 850
— 250
- 4 —
5 20i/3 18800
B. Bau-, Werk- u. Nutzholz:
5 Eichen Stämme mit 4,44 Fstm., 112 Fichten- und Nadel-Stämme mit 27 Fstm.,
2698 Fichtenstangen mit 52,63 Fstm.
Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Straße an der 5. Schneise. Gießen, den 24. August 1880. Großh. Bürgermeisterei Gießen.
I. V. d. B.: K eller, 5571) Beigeordneter.
Grummetgras - Versteigerung.
Freitag den 3. k. MtS., von Morgens 9 Uhr an, soll das der hiesigen Gemeinde zustehende Grummetgras von ca HO jHMorgen an Ort und Stelle versteigert werden.
Die Zusammenkunft ist bei der Fuß- wüble.
Großen-Buseck, am 26. Aug. 1880. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. 5600) Wagner.
Das Grummetgras einer Wiese nm Wallbrunnen ist zu verkaufen. (5563) Lpruck, Astevweg.
5564) Das Grummetgras von mehreren Wiesen zu verkaufen. Näheres bei
A. Lhnker.
Grummetgras - Vkrsteigkrung.
Das Grummetgras der cammeral- fisca/ischen Wiesen dec Gemarkungen Alren'Buseck, Wieseck und Gießen kommt an folgenden Tagen zur Versteigerung: I. in der Gemarkung Älten- Buseck von 7 Hectaren
Donnerstag den 2. Septbr., des Morgens 9 Uhr, bei Wirth Krämer daselbst, II. in der Gemarkung Wieseck von 41 Hectaren
Freitag den 3. Septbr., des Morgens 10 Uhr, bei Wirth Lenz daselbst, und III. in der Gemarkung Gießen von 36 Hectaren
an demselben Tage, des Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Leib am Philosophenwald. Der Großh. Wiesenwärter Müller zu Alten-Buseck ist bereit, auf Verlangen die Wiesenloose vor der Versteigerung vorzuzeigen oder nähere Auskunft darüber zu geben.
Gießen, den 26. August 1880.
Großh. Oberförsterei Gießen. 5602)________Lang.____________
Grummetgras - Versteigerung. Mittwoch den 1. September,
Vormittags 10 Uhr, soll das diesjährige hiesige Gemeinde- Grummetgras an Ort und Stelle versteigert werden.
Inheiden, am 25. August 1880.
Großh. Bürgermeisterei Inheiden. 5601)Reitz.
Jeisgeöotenes.
1881.
Sämmtliche Kalender
empfiehlt Ernst Balser.
Wieoerv''rkäufer erhalten dieselben so billig wie dnect bezoaen.____________(5610
5551) Feinschmeckenden Kaffee, frisch gebrannt, von Jt-, 1.40 bis 180, rohen «M. 1.— bis 1.60. Sonstige Colonialmaaren, L5ülsenfrüchte rc. zu laufenden Preisen bei
Emil Piftor.
Papierwäsche.
Fabriklager von Mey & Edlich
56 H) bei Ernst Balser.
Geyers
Desinfections-Pulver.
5542) Mar^streue jeden Morgen ober Abends eine mitte Handvoll dieses Pulvers in den zu desinficirenden Ort, dasselbe wird alsdann allen unangenehmen Geruch sofort beseitigen.
Nicht nur in ElofetS rc., sondern auch in Pferdeftällen ist dieses Pulver von ausgezeichneter Wirkung, es nimmt den stark ammoniakalischen Geruch hinweg und stellt vollständig reine Luft her.
Auch in Schlafstuben, die nicht hinreichend gelüftet werden können, wendet man mit großem Erfolg dieses Mittel, indem man nur ein wenig davon auf den Boden streut, an.
Preis per Packet ä 1 ko = 50
Zu haben bei
Gg. Wilh. Weidig.
■■ Steinerne snas
Elnmaehstöpfe
zu billigen aber festen Preisen.
B. Pfeiffer, Geschirrhandlung, 5609) Neue Bäue.
5581) Alle Arten
Oefen, Heerde, rohe u. emaill. Kochgeschirre in großer Auswahl billigst
Carl Lange,
Selte-Sweg.
Reinschmeckenden Kaffee
stets frisch gebrannt,
per Pfund 1,20, 1,40, 1,60 u. 1,80. Ferner
rohen Kaffee
von JL. 1 bis 1,60 pr. Pfd.
5615) _______ Neue Baue.
Steingut
als Einmach-Töpfe in allen Größen em
pfiehlt billig (5616
Philipp Pfeiffer, Tiefenweg D. 48.


