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28.3.1880 Zweites Blatt
 
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Der ftfifllier Philipp Bierau bet 9. Kompagnie I. 9hfJ*iul|d)eii Infam erie-Regiment« Dir. H7 hat am 12. b. Mt«. Morgens ßfflrii ? Uhr ohne Urlaub da« Kasernement verlassen imb ist bl« setzt > och nicht bahtn ^urfuf^vft'brt. Da bnjrlbr ber Fahnenflucht brhißriib verdächtig ist, so werben alle Militär- unb Etvilbehüiden dtenstergedenst ersucht, benselben im ErgteisnngSsalle zu verhaften nnb ihn an blr nächste MilttärBehördr adzuUesern-

Kastel, ben 19. März 1880.

Da« Komtnando be« FÜstliet-Bataillon« I. Nassauischen Insauterie-Nestiment- Nr. H7.

^-fßiinlr ment: Vor« unb Zunamen: Philipp Bi er au. Geburtsort: Voll ar, Kreis Glesien, Großherzogthnm Hessen. Geboren: ben 20. Juli 1850. Religion: Enangellsch. Gewerbe: Schreiner. Grüfte: I in 09 cm. Haare: btmfelblonb. Stirn: hoch Austen: braun. Nase: spitz Mund aVwöhnlich. Zähne! gesund. Batt Bt^nurröart, ftltin oval Aßstchlßfariß! l'insi Erstchtßöilbung dinglich Etaturi mittel Wvrachßi dniisd) Wr sondere Kennzeichen: Keine. Bekleidet war berselbe mit: 1 Feldmütze, 1 Drillichjacke, I Halsbinde, 1 Paar Tuchhosen, I Paar kurze Stieseln.

Der Ztgenner Adam Klein von der Ktüge bet Baitenberst hat sich mit Znrücklasstmg seiner beiden Kmber von dort entfernt unb treibt sich vastabnnbtrend, pcivÖbnHd) in der Gegend von Friedberg oder Giesten, umher.

ES wird nm Mitthrilnug seines Aiifetuhalte« ersucht.

Biedenkopf, ben 21. März 1880. Der Vandrath: Seybert.

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3uv po!itifd)Cii Situation.

Der Odem des Friedens wehte in der stillen Woche burd) Europa- Ueberall klingen die (d)öiicn Worte unseres Kaisers wieder:WBenii die Zet- tungen jetzt schreiben, daß der Friede gesichert ist, so treffen sie daS Nichtige!" Während unserer pallamentarlsd-en Fertrn untersuchen die ^iorkämpser In ber Boche deS kirchlichen Frieden« bad Gewicht brr Garantie, welche der entgegenkommende Schritt deS Papste« Vro XIII. sür Staat und Kirche bietet. In Elsaß-Vothringen, in Hohenzollern und In einzelnen preußischen Provinzen hat der Staat bereit« mehrfach eine äußerst milde Auffassung der bestehenden Kirchengesetze bekundet, und da nun einmal der (iuihnjrlrbru nur von Fall zu Fall zu Stande zu kommen scheint, so wachse,« die Aufsichten eine« Abschlüsse« mit jeder, anscheinend not!) so kleinen Evncession. Henscht erst bei beiden Theilen, wie bad jetzt der Fall ist, die ernste Absicht, zu einem Ausgleich zu gelangen, so ist er and) nicht mehr sern.

Die Aussichten de« Frieden« habt« bunt) die zwischen 9t nßland unb Frankreich eingetretene Verstimmung gewonnen. Fürst Orlvss hat bei seiner Rückkehr nach St. Petersburg mit dem Kaiser, d«m Kronprinzen nnb Fürst BiSma'ck in regem Verkehr gestanden, und du gleichzeitig der Frieden«- grnß Kaiser Wilhelm« an den (Lzaren eine sympathische Erwiderung gesunden hat, so taucht da« bestimmte Gerücht von einer neuen Annäherung Rußland« an die deutsch-österreichische Allianz ans. Die Pensionirung de« Fürsten Gort- schakosf und die Beseitigung de« russischen KriegSmintster«, Gras Miljuttu, der beiden Stützen der großrussischen und panslavtstischen Politik, gelten sür nahe bevorstehend.

Rußland hat den Gedanken, die Beletbigniig de« Ezaren, welche hi der Nichtachtung be« Vertrage« von Knldscha lag, burd) einen Feldzug in da« westliche China zu rächen, anfgegeben. Anstatt (eine Kräfte In Centralasien zu zersplittern, gedenkt da« Czarenreick) ernsllid) im Innern Ruhe und Ord­nung zu schaffen, und die Thätigkeit be« Grasen Voris-Meltkoss zeigt weiitg- sten« Spuren einer Bemühulig, ben 9llünschen der Ration mehr gerecht zu werden, al« bisher.

England bfrrfle an seiner selbstständigen britischen ReichSpolittk sest- halten, wenigsten« (iub alle Gerüchte, al« ob Vorb BeaconSsielb baraii dächte, He deutsch österreichische Allianz zu einer mittel.eitropäischen zu machen, haltlv«. Der VZahlkampf absorbirt übrigen« eine Zett lang alle Anfmerksamkett der Englände«. Der vorau-sichtlick) den Conservativen günstige Anüsall liegt hn Interesse ber deutsch österreichischen Politik, denn die britische Torypartet be­grüßt in Oesterrtch« Vordringen im Orient ein Mittel, den russischen Etnsliiß auf der Balkanhalbtnsel im Schack) zu halten.

Frankreich beschäftigt sich leblgltck) mit seinen inneren Angelegenhetten. Da« Mtntstertum Fkeycinet zeigt gleiche Energie gegen die Radikalen, wie gegen die UUramonianni. Der Culturkampf, der mit der Maßregelnng der Jesuiten begtrmt, wirb dem Lande noch lange >0eschästignng geben, und schon dadurch dazu bettragen, die Revanchepoltttk immer mehr vergessen zu machen

Oesterreich hat vorläustg die ossiltellen Erklärungen Italien« mit dem Glauben an ihre Aufrichtigkeit dankbar entgegengenommen. E« wird nun die Sache be« italienischen Ministerium« sein, die Irredenta energtsck) zu zügeln ober, satt« sie widerspenstig ist, zu unterdrücken.

In der Türket nimmt der Proceß gegen den Mörder de« rnssischen Oberst Kumeran ernstere Dimensionen an. Bl« da« Urtheit bekannt wird, hält der neue rnsstsche Botschafter beim Sultan, von Rowtkofs, Rast tu Mvtkau, Nid kommt, je nach dem AuSfottett, viettetcht gar nicht nach Staininil.

Darmstadt, 25. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog st'i'v In Folge eine« Erkältung« Fieber« genöthigt da« Bett zu hüten, haben vcher fl'itmi keine Vvruäge entgegengenommen unb werben auch Samstag km ne Andierizni rrH)eilen.

Darmstadt, 25. Mäiz. Da« heute auSgegchene Erotzh. Regierungs­blatt Nr. 0 enthält

1 Bekanntmachung Großheizvglicheu StaatSministerium«, den zwischen Hessen nnb Preußen wegen Abtretung de« EigenthumS an dem Hessischen An- theil der Mmu'^st'ser-^'iahn abgeschlossenen StaatSvertrag bdr.

2 . Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums brr Finanzen, die Aushebung der Rentämter Vangen und Schotten, sowie die Organisation ver­schiedener Rentämter in den Piovinzen Starkenburg und Oberhesseu btlr.

Dieselbe lautet:

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allerhöchst anznvrd- ueii geruht:

1) die Rentämter Langen nnb Schotten auszuheben;

2) ble Distrlctleinnehinereien Langen, Osjeuback- I und Osseuback- II, sowie die Obersöisterelen Heusenstamm, Langen und Mitteldick dem Rentamt Darmstadt, die Odeisörsteiei Meerfelben dagegen dem Rent­amt Grvß-Geiau;

3) die DistrtctSei'.nehmerelkN Gedern, Grebenhain, Schotten und Ulrich­stein, sowie die Obeisörstereien EtchrlSdvit, Feldkrücken, Giebenhaiu miD Schotten dem Rentamt Nidda, die DistrtLtSeinnehmeret Vaubad) und die Oberföisterei Vaubad) aber dem Rentamt Gtesien zuzntheilen i d) die Oberförsterei GrieSheim vom Rentamt Darmstadt, die DistrirtS- einnehmeiei Altenstadt, sotvie die Obersöisterei Düdelsheim vom Rent­amt R bda abzutrennen und eistgenannte ^)beisörsteret dem Rentamt Groß-Gerau, letztere dagegen wie die genannte DijlriciSetnmchinerei dem Rentamt Friedbng znzutheilen imb

5) ben Dtstrtclüetnnehmeru zu Vangen, Schotten und lllrichslein die Untererhebnng sür Domanialgesälle zu übertragen.

Diese Allerhöchsten Anordnungen werden mit dem Ansügen zur öfsent- lichen Kenntntß gebracht, daß solche mit dem 1. Juli I. g«, tn'S Veben treten sotten.

Darnistadt, 25. März. Zur Constrmativn der Prinzessinnen Vietoria und Elisabeth am nächsten Mittn vch den 31. März werden außer der Königin Victoria von England nnb dem Klvnpriuzen be« bentschen Reich« and) die Prinzessin Beatrice, her Prinz und ble Prinzessin von Wale« und der Groß- Herzog und ble Großherzogin von Baden hier anwesend sein. Die (4ou|iriiHp twn sindet Vormittag« um 11 Uhr statt. __________________

Wttü füll KUS Hilft rill liuiiqcii Hierhin ?

,Ahi inunterer .gmge ist uim heute geboren^ )o uerfünbel mit belonbnn Eeuugihmm« ber glückltthe Vatei in heu AaiiiiUviiiun1)iiiblni lieben freunden unb VekaNNten, unb kaum hat bna kleine VÜrschcheii sich bn Mnlteimtl'h fiiliuÖbnl, |n kann brr glückliche Waler dasselbe nicht annri n ans seinen Kuieen schaukeln, aln mit den Gedanken:Na, an» blr lall rlnnnil was üchtig« ' lunben, bu follll em nm meinem Willen weiter bi innen nnb i.gh einmal nlihi s mH sch wer e, Arbeit pinnen, wie ich " Unb ob brim brr kleine, bannbinkigr (\il|i nach inlifliil) |üi eiiuao Hiiheien bestimmt ist ' c ihe Zweifel, beim bau Klub ist la üi sein Atte, " |d geschenn, blr Uinh'illi', bk eN bat unb die gtfchribten Fragen, die es II,all fawuhl,siil sein Aller!" VH1- ob nicht leben um male Kind In bet ersten ^ngenbzeii ini Vkinllhi) zu seiner splilei'u hnliuiifelimn Uttesensvitslhiitte nimhlr, ble sln, doch, In bn Rrgrl wenlgslen«, Uininnbttibltch niubnlu-u Abu iuei nwllie efl bem glibkll'hen 7laln niiflicben, baß fein t^islgebmener nldjl ein ganz br|onberfl ossenei Kaps sei'/ Hat bn uinge bmh in einem .Fahie ;(l)on |u viel In bei Schale geleint, baß n bem guten statei ganze '-/Ihr vorbuchstabireii unb leinen Namen schreiben kann Jm bist ein Mmbakni", m|i bu bei erstaunte ttnie, laut aun. Hub wenn n geiabe bei bn schwel'n Arbeit sihmigi obn übet ble schlnhtzahlenben ztnnben s» uszt, bnifl ei inuhl heimlich dabei: ,/4>ei .'MNge iiiuli lluhlirii, vgn ist auSgemachi I" swni ifl'a eine lange .'teil, die bei Aunge ans ber 'S«hule zubiiugen iulrh 9 ,mbie Ginnnafinm ober Nealfchnle i 'h'bniinii nnb bann t ml)re Inhnische Hochsihttle obn Unweislllit, abn siisih aemagl l|i halb anuonnenI hn Rntn luhb ein Glas 7lln weuign trinken, wenn'« fein muß, keine ö,Iminen mehr rauchen, baß Geschtist mln» s|,h bmh muh mich mein entwickeln, unb endlich werden ja bem stelßiaen Sohne Slip«üblen. Aiel|i|(l,r obn ehr Fleislellr nid,l aiinblelben Vltriommenni Herzen« zwan ahn nicht ohne sieublae Hosfimna slihit bn Vhiln ben nun and, äußerlich wohl aimflalflilen d:-ol)n (n soll ja nill br« Vlütgei nielster« unb be« Pasim« Löhnen aus einer Vfarif flljen) dem Gymnasium, bei Reut d, ule, bem (Leinluate zu Man ihn Ntelor imb HtreUor, bn sich'« zrn Nnsgab» niachle, Ellern nnb ttmmündet und, ben '/irwegmünbrn za tragen, meldje sie urum- Iahten, thie Pflegedesohleneu eluei höheren 'Lchule zu Übe,geben, würbe uiui von den