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Str. 48
Donnerstag den 26. Februar
1880.
egHMthmiWrewu: f Schulstraße B. 18.
m n . a, r, <_ t Gießen, am 24. Februar 1880.
Betreffend: Das Landgestut, hier den Abgang der Landgestütsbeschäler auf die'Landgestütsstattonen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
'n Ihren Gemeinden bekannt machen zu laffen, daß die Grvßherzoglichen LandgestütsbeschSler für die Landgestütsstatianen »ergavt und Grün berg bereits abgcgangen sind. Dr. Boekmann.
Erscheint titglich mit Ausnahme deS Montaa-. »iertetzührlich 2 Mark 20 Pf. mit ßtMgerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
ießener Wnzeiger
A«?elgt- nii A»tsM fnr in Kreis Gieße«.
®8.,toirb h^mit zur öffentlich'!! Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz dem Eaffeler Pferdemarkt-Eomüs die Erlaubniß »um Vertrieb von 500 Loosen in dem Großherzogthum Heffen für die Verloosung ertheilt hat, welche mit dem am 31. Mat, 1. und 2. Junt d. I. in Gaffel stattfindenden Pferde- und Rtndvtehmarkt verbunden werden soll.
Gießen, am 23. Februar 1880. Großherzoglichcs Kreisamt Gießen.
_________________ Dr. Boekmann.
,, . Großherzoglichen Kreisamts Gießen werden die Häuser der B. Schmidt Wittwe und des I. Hör mann auf der Mäusbura,
welche dem Einsturz droben, abgebrochen.
4, n ,Um UnglücksfSlle vorzubeugen, haben wir Sperre für den Verkehr über die Mäusburg angeordnet. Die Fuhrwerke in der Richtung von der Wall- thorstraße nach dem Seltersweg gehend haben die Marktstraße und diejenigen in umgekehrter Richtung die Sonnenstraße zu benutzen.
ttL i b! |Bumpe auf dem freien Platze neben vem Sch midt'schen Hause vorläufig nicht benutzt werden.
Gießen, den 25. Februar 1880. Großherzogliche Poltzeiverwaltung Gießen.
________ ______Fresenius.
D»e goldenen Thore Indiens.
Lord Beaconsfield hat das stolze Wort gelaffen ausgesprochen, daß England die goldenen Thore Indiens festzuhalten gedenke. Damit ist das Schicksal Afghanfstans und Herats besiegelt, und den Ruffen, über deren Jntrigucn die geheimgehaltene Correspoudenz, welche in Kabul den Engländern in die Hände fiel, Auskunft geben mag, der Fehdehandschuh hingeworfen. Daß dies gerade nach dem Attentat im Wmterpalats stattfand, scheint darauf hin- zuteuten, daß England gerade jetzt Rußland für schwach und zu sehr mit sich selbst beschästtgt glaubt, als daß es noch irgendwie Rücksichten in Centralasien zu nehmen hätte.
Englands nächste Aufgabe ist natürlich eine großartige Veistärkung seiner Position an den goldenen Thoren Indiens, da es dort nicht nur die Bergvölker zu zügeln hat, sondern auch darauf bedacht sein muß, Vorbereitungen gegen Rußland zu treffen. Was hier geschehen wird, hat auf Billigung aller englischen Parteien zu rechnen, denn nur der Gedanke an eine Bedrohung Indiens durch den russischen E!nfluß macht die Engländer ihrem asiatischen Erbfeinde gegenüber einig. Mit der Erringung der persischen Freundschaft, welche England seit langer Zeit durch das englische Großkapital und die Förderung des persischen Handels angestrebt hatte, ist den Engländern ein guter Schachzng gegen Rußland gelungen. Sie werden daher nicht allein Afghanistan befestigen, sondern auch Persien mehr und mehr an Großbritannien zu feffeln suchen. Zu diesem Zwecke wird eine Eisenbahn von Scanderum bis zur Spitze des persischen Golfs zu bauen beabsichtigt. Diese Bahn soll nicht allein die ungeheuer« Berölkerung Indiens durch ein eisernes Band mit dem Volke von Europa verknüpfen, sondern auch die Colonisation und Civilisation in den großen Thälern des Tigris und Euphrat befördern. Die Route ist am leichtesten durch England zu verihtidigen, da beide Endpunkte in der Nähe »es Meeres liegen. Nicht nur die englischen Handelsintereffen sprechen für ste, sondern all« britischen militärischen Autoritäten erkennen ihren hohen strategischen Werth. Die Bahn verkürzt den Weg nach Indien um 1000 Meilen, englische natürlich, und soll 10 Mill. Psd. kosten. Ste wird gebaut werden, denn England dürste in nicht allzuferner Zett in dte Lage kommen, darüber zu wachen, daß diese kurze, leichte und sichere Route nach Indien nicht in andere Hände komme. ____________
Deutschland.
m. Darmstadt, 24. Februar. In der letzten Sitzung der zweiten Kammer der Stände hat der Abg. Hallwachs folgende Interpellation an dte Großh. Regierung eingebracht:
„Laut Bekanntmachung der Großh. Ministerien des Innern und der Justiz und der Finanzen vom 23. September 1879 ist die Provision der Stempelmarken-Austheiler vom 1. October 1879 an von 5 auf 3 pCt. festgesetzt worden. Durch diese Anordnung erleiden die an den Kreis- Ämtern beschäftigten Gehülfen, denen großenthetls der Ertrag des Stempels überwiesen ist, um bet dem sehr knapp bemessenen Gehülfengehalte aus der 'Staatskasse einen Thetl ihres Einkommens zu bilden, eine wesentliche Schädi- Kung. Während die Einführung der Stempelmarken der Staatskasse Vortheile Mietet, mehren sich dte Arbeiten bet stempelpflichtigen Ausfertigungen durch tEntwerthung der Stempelzeichen; für die vermehrte Arbeit ist aber kein Aequi- »alent geboten, sondern eine Verminderung des Einkommens etngetreten. Das
dienstliche Jntereffe erheischt indessen, daß auch die pecuniären Verhältniffe dieser Gehülfen nicht aus dem Auge verloren werden dürfen, wenn für dte Dauer etn tüchtiges Gehülfenpersonal, das für dte Bewältigung der Arbeitslast absolut nicht entbehrt werden kann, erhalten werden soll und dte besseren Kräfte sich nicht anderen Branchen zuwenden müssen Der Unterzeichnete erlaubt sich daher, die Großh. Regierung um geneigte Auskunft zu bitten, ob nicht aus den Erträgnissen des Stempels oder in irgend einer anderen Weise der den Kreisamtsgehülfen an ihrem Einkommen entstehende Ausfall durch Ueber- Weisung einer höheren Vergütung an Gehülfengehalt aus der Staatskasse ausgeglichen werden kann."
Berlin, 23. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." weist auf dte beabsichtigte Anlage von Befestigungen an der Westgrenze Rußlands bet Kowno, Btalystock und Grodno hin. In den maßgebenden Kreisen könne schwerlich dte Besorgniß vor einem Angriff Deutschlands auf Rußland vorhanden sei. Ganz zwecklos würden nicht solche ausgedehnte und kostspielige Festungsanlagen unternommen. Der nächste Zweck derselben dürfte sein, im russischen Volk den Eindruck zu machen, als fürchte man einen Angriff Deutschlands. Gelinge es, diese Vorstellung zu erzeugen, so sei es von da bis zu einer feindlichen Erregung gegen den bedrohlichen Nachbar kein weiter Weg mehr. Wenn es wahr wäre, daß dte russischen Pläne gegen Deutschland, als deren Haupt- beförderet der Kriegsminister Miljuttn gelte, nur bis dahin aufgeschoben seien, wo Frankreich fertig sei, so könnte man in diesen Besestigungen gegen einen friedlichen Nachbar die Vorbereitung einer gesicherten Basis für einen künftigen Angriffskrieg gegen Deutschland erblicken. Weder Frankreich noch Rußland hätten jemals Angriffe von Deutschland erfahren. Dte kolossalen Rüstungen beider Staaten, welche zwingend auf das übrige Europa drückten, könnten daher nur auf eine aggressive Politik berechnet sein.
Berlin, 23. Februar. (Schlimme Zeichen der Arbeiterbewegung). Kaum macht sich eine Besserung der Erwerbsverhältnisse bemerkbar, als auch schon auf breiter Linie in den Arbeitskreisen eine Agitation, den Arbeitslohn zu erhöhen, sich bemerkbar macht. So sehr man den Arbeitern eine Lohnerhöhung gönnen mag, da die Löhne wirklich in vielen Gegenden sehr gesun- ken sind, so muß doch auf die national-öconomische Unmöglichkeit aufmerksam gemacht werden, den Lobn künstlich zu steigern. Vor allen Dingen müssen erst alle Beschäftigungslosen wieder Arbeit haben, denn eine Lohnerhöhung ist undenkbar, so lange noch dispontbele Kräfte sich zur Arbeit herandrängen.
Dte Agitation selbst hat leider in Oberschlesien wieder etne schlimme Frucht gezeitigt — den Exceß auf der Radztonkaugrube. Es geht daraus hervor, daß die Nothzeiten nicht überall, wie man gehofft hatte, die Arbeiter anspruchsloser und bescheidener gemacht habe. Weil die Kohlenpreise etwas gestiegen waren, die Förderung größere Dimenstonen angenommen hatten, glaubten die Leute nicht all,in ihr Recht auf Arbeit, sondern auch auf höheren Lohn geltend machen zu können.
Wenn schon die Strikes mehr schädlich als nützlich sind, so muß die rohe Gewalt, welche sich an Gut und Blut der Eigenthümer, der Arbeitgeber und des Aufsichtspersonals vergreift, als eins der betrübsamsten Anzeichen, gleichzeitig aber auch als ein Fluch für die Arbeiter selbst bezeichnet werden. Der Erfolg der oberschlestschen Revolte ist ein trübseliger. Raub einer öffentlichen Kasse, Zerstörung werthvollen Eigenthums, schwere Körperverletzung von pflichttreuen Beamten — das muß natürlich in Kreisen von Arbeitgebern


