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2.

Muichenheim.

7204)

empfiehlt in reifer Auswahl:

Kaputzen, Tücher, Westen, Kinderkleidchen, Strümpfe, Bein-Längen, Gamaschen, Röcke, Unterhosen u. Jacken, Leibbinden, Handschuhe rc, zu den billigsten Preisen.

Ohne eigentlich krank zu sein, leiben doch viele Personen bei Eintritt der rauheren Witterung an katarrhalischen, durch Verschleimung und Hustenreiz lästigen Beschwerden. Diele Mittel, wenn sie auch vorübergehend nützen, haben doch meistens den Nachtheil, be: längerem Gebrauche Magenkatarrhe und Verdauungsstörungen zu erregen. Dagegen hat fick die von Apotheker Engelhard in Frankfurt dargestellte Isländisch-Moos Pasta als ein Mittel bewährt, welches den Brustorganen nützt, ohne den Derdauungsorganen lästig zu werden. Dal Präparat hat bereits einen begründeten und stetS sich steigernden Ruf erlangt und kann bei Gebrauch desselben allen an chronischem Lungenkatarrh Leidenden bestens empfohlen werden Die Moos-Pasta ist in den Apotheken zu haben.

Telegraphische Depeschen.

Wagner's telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 23. November. Der Kaiser ist leicht erkältet und hütet das Nimmer. Derselbe hat heute Vormittag die regelmäßigen Vorträge entgegen- genommen und den bisherigen Stadtcommandanten empfangen.

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Herberge zur Heimath. Suppenanstalt.

Es wird die Leser dieses Blattes interessiien, etwas von der hiesigen Herberge z. H. zu hören. Gegen Ende Mai war die Errichtung dcS Hauses vollendet. Allerdings fehlte daran noch manches Nöthige und WünschenSwerthe. Waren doch statt der vorgesehenen Summe von 15(100 J-L an Darlehen, einmaligen und Jahresbeiträgen nur '500 eingegangen, so daß noch so manches Stück allmählich auS Den Erträgnissen der Wirthschaft beschafft werden muß. Am 1. Juni wurde die Herberge eröffnet und bat seitdem fleißigen Zuspruch gefunden. Anfang dieses Monats wurde daS zweite Tausend en Schlafgästen überschritten. Außer diesen hatten immer eine Anzahl Arbeiter ihre ständige Wohnung und Kost daselbst. Wie wir erwartet, Haden gerade bic besseren unb anständigeren Elemente unter den wandernden Gesellen DieHeimath" aufgesucht. Eigentliche Siromer ließen sich selten blicken, und denen pflegte dann die Haus­ordnung, besonders die Entbehrung des gewohnten Schnapses, so wenig zu behagen, daß sie bald wieder unsichtbar wurden. Sonst mußte rühmend anerkannt werden, daß die Aufrechter­haltung der Hauso dnung wenig Schwierigkeiten machte. Es ist stets anständig und ordentlich im Hause zugegangen.

Allerdings liegt als Betriebsergebniß für die Zeit biß zum 1. Juni ein Deficit von 723,71 vor, welches von dem Obcrhessischen Verein für innere Mission gedeckt worden ist. Die Einnahmen betrugen nämlich 3356,36 <X, bic Ausgaben 40*0,07 JL Es ist aber babei zu berücksichtigen, daß die Ausgaben vom 1 April, die Einnahmen aber erst vom 1. Juni an laufen, unb daß, wie erwähnt, noch manche nachträgliche Anschaffung aus den laufenden Ein­nahmen bestritten werden mußten. Zieht man dies alles in Rechnung, so ist das finanzielle Ergebniß nicht hinter den gehegten Erwartungen zurückgeblieben, unb wenn nur vi.lleicht im nächsten Jahre der Anstalt noch einmal mit einmaligen Gaben unter Die Arme gegriffen wird, so ist darauf zu rechnen, daß sie künftig auf eigenen Füßen stehen kanti.

In den nächsten Tagen wird nun ein wichtiges Unternihmen in Verbindung mit der Herberge ms Leben treten, eine Supprnanftalt. Im Hofe der Herberge ist dafür ein eigene« Gebäude errichtet worden, das neben einer Küche einen ganz geräumigen Speiseiaal enthält. Es soll darin hiesigen Armen und durchreisenden Handwerksburschen für ganz billigen Preis eine gute nahrhafte Kost geboten werden. Da es sich hier nicht, wie im vorigen Jahre, um einen vorübergehenden ungewöhnlich großen Nothstand handelte, sondern um ein Bedürsntß, das jeden Winter wtederkehrtso ist als Grundsatz festgestcllt Worten, daß schlechterdings nichts unentgeltlich abgegeben wird. In der Anstalt selbst wird die Suppe gegen Marken, die an der Kaffe gelöst werden, verabreicht. Außerdem ist die Einrichtung getroffen, daß wohithätige Familien und Vereine gedruckte Marken in Bogen kaufen können, welche sie bann an ihre HauS- armen unb sonst Bedürftige abgeben Dadurch ist die Gelegenheit geboten, d:e Armen in einet Weise zu unterstützen, die ihnen wirklich zu gute kommt. Es werden daher auch die Bewohnet unserer Stadt zunächst nicht um finanzielle Unterstützung der Suppenanstalt angegangen werden Doch werden etwaige Gaben zur ersten Einrichtung und namentlich Spenden an Naturalien dankbar angmommm.

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Gießen, den 6ro'

Julius Schulze,

Somienstraste 58.

Lokales.

Gießen, 24. November. In der auf nächsten Samstag, den 27. d. Mts. anberaumten Krcisausschußsitzung kommen folgende Gegenstände zur öffentlichen Verhandlung:

1. Die Reclamation gegen die Wahl des GemcinDeraths zu Hungen,

Gießen, 24. November. Im Laufe der Woche vom 14. bis 20. November ereigneten sich in hiesiger Stabt im Ganzen 6 Todesfälle. Es wurven davon betroffen ein Kind im ersten Lebensjahre, welches an Darmcatarrh starb, ein Kind von 7 Jahren, welches an Gehirnrnt- zünbung starb, und 4 erwachsene Personen. Von diesen letzteren erlagen 2 der Lungenschwind­sucht, eine einer Bronchien-rweiterung und eine starb an Altersschwäche. G.

Am 31. Deccrnber er. verjähren die Forderungen aus dem Jahre 1878. Eme Unter­brechung der Verjährung findet nur statt, wenn ein Zahlungsbefehl erlassen, resp. der Schuldner verklagt wirb. Die bloße Klageanmeldung wie bei dem alten Verfahren unterbricht die Ver­handlung nicht mehr.

Das im Laden des Herrn S t ü ck r a t h auf dem Kirchenplatze ausgestellte Portrait von O. Kr ötz s ch 'n Leipzig, nach einer Photographie gemalt, erregt lebhaftes Jntercffe bei den Beschauern. Ganz wie im Leben nimmt sich Das Brustbild dortselbst aus. Unter den zahl­reichen Anerkennungen über die Leistungen des Ateliers für Portiaitmalerei von O. Krötzsch in Leipzig heben wir nur DaS eine unseres Landsmannes, Herrn Prof. Dr. Rod. v.Scklag- intweit, hervor. Genannter Herr schreibt:

...... Nach Dem Urtheil Aller ist mein lebensgroßes Oelgemälde ganz vorzüglich

gelungen; das Erstaunen ist ein ebenso allgemeines, wie gerechtfertigtes darüber, wie es Ihnen möglich war, ein solches Bild ohne Sitzung nur nach einer Photographie zu malen. Durch die Anfertigung dieses künstlerisch vollenDeten Bildes rc. rc.

Gießen in Oberheffen. Prof. Rob. von Schlagintweit."

Ueber das Befinden des Kaisers mclbet derReichsanz." amtlich, der Kaiser leide seit einigen Tagen an einem le.chien EckällungSzustand und Kehl- kopss'Katarrh und sei dahtr genöthigt, das Zimmer zn hüten.

Wien, 23. November. DiePolit. Corresp." mellet aus Atben vom 22. ds.: Der deutsche Gesandte v. RadoDitz ist eingetcoffen. Derselbe hatte sofort eine lange Besprechung mit Komnnduros, welchem er im Mimen der deutschen Regierung den Ruh gab, die Jntereflen Griechenlands nicht durch eine übereilte Action aufs Spiel zu setzen. Die Vertreter einiger anderer Groß­mächte schlossen sich den Vorstellungen des V rtrrters Deutschlands an.

Agram, 23. November. Seit gestern ist kein Erdstoß mehr verspürt worden. Heute sind die Straßm wieder mit Gas^erleuchtet.

Petersburg, 23. November. Loris M'likoff ist heute nach Livadia abgereist.Golos" meldet von der persische Grenze, daß die Kurden Täb­ris bedrohen und daß der russische Eonsul in Täbris angewiesen sei, sich sofort nach Tiflis zu begeben. Man schließe daraus, daß das an der persischen Grenze posttrre russische Drtachement Verstärkungen erhalten werde.

Tannenschet geschrillte gehickt .

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iScähitflwber'ieÖÄ». Mtrgctheilt von dem Agenten des nordbemi<yen Lloyd, C. W. Dietz in Gießen.

Baltimore, 22. November. fPer transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Köln, Eapt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 6. Novbr. von Bremen abgegangen war, ist wohlbehalten hier angekommen.

in tuten ®tt|j Nr. - iannt g'°>« an den » gerben. *te kein-

Gi-ßrn, i M*e

M. W

4 de- Haarfch»'"

Wohnungs Veränderung.

7603) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich jetzt Mäusburg « « (im früher S eib e rt'schen Hause) wohne.

J. Zörb,

Gemüse- und Obsthandlung.

welche auf die Lösung dieser Probleme, die sactisch doch nicht existirtm, verwendet werde. Unter den gegen die Juden erhobenen Anschuldigungen werde bic, baß sie nicht arbeiten und kein Handwerk betrieben, von dem einsichtigen Theile der Juden am lebhaftesten bedauert. Es liege das daran, daß nur selten christliche Meister Juden m Lehre und Arbeit nähmen. Die Angriffe gegen dieAlliance israel.te" seien völlig ungerechtfertigt. Dieselbe diene lediglich der Wohlthätigkeit und Unterstützung der Juden im Orient. Die Judenhetze sei soweit gediehen, datz das WortJude" ein schwerer Schimpf ge­worden sei. Wenn wir die Juden in dieser Weise behandeln, dürfen wir auch nicht verlangen, daß unsere Ansiedelungen im Auslande Schutz genießen. Es sei auch nicht richtig, daß man behauptet, die Deutschen würden durcb die Juden auch deßhalb ver­drängt, da sie keine gewandten Kaufleute seien. Grade die größten Handelshäuser, namentlich im Auslande, seien saft ausschließlich in Händen christlicher Deutschen, welche denn auch gewiß den tüwtigen Engländern erfolgreich Eo»currenz boten. Redner erwartet von dem gesunden deutschen Sinne, daß diefe häßliche Agitation bald v^sch^Bach'em constatirt, die bisherige Debatte habe gezeigt, daß die Majorität die Interpellation für inopportun halte,'ebensowenig auch die antlfemitlsche Agitation voll und ganz verurtheile. Die Fortfchrittspartei werde vergeblich »ersuchen, für ihre Tendenzen im Hause Meinung zu machen- Sie lebe und webe nur m solchen Städten, wo dieselben Verhältnisse herrschen wie in Berlin. Es handle sich da viel mehr um Terrorismus gegen die Antisemiten als um antisemitischen Terrorismus. Man könne hier das Sprichwort vom Splitter und Balken anführen. Bei der Judenfrage stehe das Wirthschaftliche im Vordergrund, und zwar um so mehr ie schwacher die ver­schiedenen Landestheile in wirthschastlicher Hinnchst seien. In den letzten Jahren hab sich eine ungeheure Verschiebung des Besitzes zu Gunsten der Juden gezeigt, was nicht allein in ihrer großen Betriebsamkeit und Intelligenz seinen Grund haben könne sondern es müsse ein großer Theil der jüdischen Bevölkerung sehr verwerfliche Mittel gebraucht h^ben Die Juden hätten hauptsächlich das Börsengeschäft und Producten- geschäft in Händen und trügen damit ebenfalls vielfach bei zur Vettheuerung des Brod cs des armen Mannes. ES sei also nicht vom Neide die Rede. Es fei die Er­bitterung eine sehr berechtigte, da Juden durch verwerfliche Mittel Vermögen erwerben und damit ihren Kindern natürlich eine gute Erziehung geben. Hier fei nur zu helfen durch Reform der socialen Gesetzgebung, namentlich gegenüber dem Kapitale. Vor allem müßten in Berlin die freisinnigen reformfüdischen Blatter unterdrückt werden, welche in Unglauben, Hohn und Eynismus das Möglichste leisteten. Unter ihnen thäten sich noch besonders die Witzblätter hervor. Wenn die über die Katholiken schon auSgegossenen Verhöhnungen einmal gegen die Juden geäußert würden, so würde d,e ganze Welt von dem Geschrei wiederhallen, das erhoben würde. Soweit alio b-c christlich-sociale Bewegung diese Umstände behandelt, müsse er ihr volle Sympathie aussprechen. Er verlange volle Gleichberechtigung aller Eonsessionen. Wenn aber von einer Seite so maßlose Ausschreitungen erfolgen wie von lüdischer so duise man sich über die Reaction von anderer Seite nicht wundern. Er beichwore die Regierung, gleiches Recht und Licht endlich den Katholiken zu Theil werden zu lassen, das fetzt Niemand den Juden verkümmern wolle.

Richter constatirt, daß das Centrum sich beyer nut der einzigen Rede Windt- horst'S eine Genüge hätte sein lassen- Die allgemeinen Verdächtigungen durch Bachem seien am besten durch die Thatsache widerlegt, daß am Actienschwmdel sich gerade zu­meist Christen betheiligt, selbst auS den höchsten Kreisen, und der Jude Lasker diesem Schwindel die Larve vom Gesicht gerissen habe. Mit den Angriffen gegen die Berliner Presse schlage man einfach auf die Juden. Gegen das Petltlonsrecht stelle er das Jnterpellationsrecht. Es war hohe Zeit, daß Über jene im Dunkeln schleichende Be­wegung Licht verbreitet wurde. Die Conservatlven fanden die Interpellation detzhalb inopportun, weil sie aus der Offensive in die Defensive geworfen worden seien gerade durch diese Interpellation. Es sei hier so viel vomchristlichen Staat' die Rede ge­wesen; dem gegenüber müsse er an die Ausführungen des Frelherrn v Dmcke vom vereinigten Landtag erinnern, welche darin gipfelten, daß der christliche Staat em Unding sei, da der Staat nicht die Aufgabe habe, die Forderungen der christlichen Moral zu realisiren und auch als Konglomerat der verschiedensten Individuen diefen Character nicht haben könne Die Verquickung von Religion und Staat führe dazu, daß die Gegensätze nur vertieft werden und die Nation schließlich auseinander genssen werde. Welcher Muth übrigens dazu gehöre, die christlich-sociale Bewegung zu fuhren, wisse er nicht; nach oben hin gäbe es Leute, die den Juden das gönnen; nach unten bin der Berliner Mod sei nicht so schlimm, der amüsire sich über diese Sache gehöre ein viel größerer Muth dazu, als Priester der liberalen Anschauung diese zu vertheidigen gegen die Verfolgung jener kleinen, aber mächtigen orthodoxen Clique Die Socialdemokraten, welche man Überall vertreibe, seien lange nicht so gefährlich als die Christlich-Socialen. In ihren Ausführungen ist nichts von gegenseitiger Hilfe von Selbsthilfe und Nächstenliebe zu finden; dort wird Alles vom Staat gefordert. Kerne Bewegung ist antimonarchischer als diese. Liberale und Conservative sollten vielmchr gemeinschaftlich dafür wirken, daß diese Anforderungen an den Staat nicht Boden gewinnen. l.iscyi B T ö J

Berlin, 21. November. Gestern Abend waren in der Stadt an meh- reren Orten Nachrichten verbrertet, die nirgends recht geglaubt wurden und die sich bald als röllig unbegründet herausstellten, die aber gleichwohl in manchen Kreisen große Aufregung hervorriesen. Es hieß, den Fürsten Bismarck habe der Schlag getroffen, und ferner, der Kaiser von Rußland sei körperlich in völliger Auflösung begriffen und seinem Ende nahe. Es ist bis heute un­seres Wissens nicht gelungen, zu ermitteln, von wem und aus welcher Absicht diese Nachrichten hier verbreitet worden sind.

In seinem Schreiben an den Cardinal Erzbischof von Paris vom 22. Ockober sagt der Papst:In allen aerechten Dingen muß man den Machthabern gehorchen um der öffentlichen Ordnung willsff, auf der das Heil de« Staates beruht. Daraus folgt aber nicht, daß durch Gehorsam gebilligt werde, wenn in der Perfaffung oder Verwaltung des Staates etwas nicht gerecht ist." Hiernach ist also ein Katholik nicht verpflichtet, den Strafgesetzen zu gehorchen, falls dieselbenetwas Unrechtes" verlangen. Da aber das ent­scheidende Urtheil über Das, was recht oder unrecht ist, bekanntlich demun­fehlbaren Lehrer der Wahrheit" zusteht, io ist der Gehorsam der ihm w ter- worfenen Katholiken ganz und gar in das Belieben des Papstes gestellt. Rückhaltloser, als es hier geschieht, kann wohl der Ungehorsam gegen Staais- gesetze, welche den Grundsätzen und Jntereflen der römischen Kirch- widersprechen, nicht gerechtfertigt werden. Uebrigens hat ja Pius IX. die ganze kirchen. politische Gesetzgebung Preußens für null und nichtig erklärt.