Ausgabe 
25.5.1880
 
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12. Ein Pflug von Sack-Bettenhausen, Katalog Nr. 14, für 1021 cm Tief­gang, ganz aus Stahl und Eisen construirt. Auf jeden Pflugkörper sind zwei Stahl- platten genietet; arbeitet mit 125 Kilogramm bei 12 cm Tiefgang, wobei stets der tennenartig verhärtete Boden zu berücksichtigen ist.

13. Ein Pflug mit Vorderschar aus derselben Fabrik, etwas steiler im Streichbrett gestellt, Stahlplatte aus einem Stück, Katalog Nr. 17. Mit Vorder­gestell , Sech, Reserveschar und Mutterschlüssel, Preis 75 A Arbeitet vortrefflich in geringerem und größerem Tiefgang. Krafterforderniß per Quadratdecimeter circa 35 Kilogramm.

14. Zweispänniger Wanzlebener Pflug von Sack-Bettenhausen; konnte bei dem sehr schwierigen Terrain nicht zur Geltung kommen, da er förmlich Felsstücke abbrach.

15. Zweispänniger Pflug Nr. 1286 1. IV., von Baethmann; leichte Gonstruction. Preis 77 A; arbeitet mit 175 Meterkilogramm in 15 cm Tiefe.

16. Dagegen war es auffallend, wie viel schwerer ein hiesiger üblicher Landpflug arbeitet. Er zwang nur mit äußerster Mühe die Scholle; die Furche war bald tief, bald flach, die Zugkraft stieg bei obiger Tiefe bis auf 300 und 350 Kilo­gramm, blieb selten unter dem Durchschnitt von 250 Kilogramm und machte außerdem ungewöhnliche Ansprüche an die Arbeit des Führers.

17. Ein von Baethmann ausgestellter dreischariger Pflug mit Vorder­gestell (Nr. 228 d. I., Preis 60 A) schon früher in Schladen mit einem der ersten Preise gekrönt, riß zum Erstaunen der Fachmänner den festen Boden ohne Vorfurche mit Leichtigkeit und in regelmäßiger Furche auf. Die Zugkraft von 250 bis 300 Kilo­gramm erschien eine verhältnißmäßig geringe.

18. Ebenso vortrefflich arbeitete ein vicrschariger Schälpflug von Sack-Bettenhausen, eingerichtet zu 5 cm Tiefgang bei einer Breite von 70 cm und ohne Führer gehend. Er bedurfte ebenfalls 250 bis 300 Kilogramm Kraft, würde aber als Saatpflug oder zum Schälen mürber Stoppel mit der Hälfte fortbewegt worden sein. Hervorzuheben ist bei diesem Instrument, daß durch eine Schraubenvorrichtung der Pflug während des Ganges tiefer und flacher gestellt, und aus dem Gestell leicht mittelst eines Hebels herausgehoben werden kann.

19. Den Schluß der Prüfung bildete die massenbewältigende Arbeit eines vier­spännigen Pfluges von Baethmann. Jn einer Tiefe von 27 und 30 cm warf derselbe förmliche Schanzgräben auf, und befriedigte die Zuschauer aufs Höchste. Das Dynamometer konnte nicht angelegt werden, weil dasselbe die hohe hier erforderliche ^Zugkraft nicht mehr mit Sicherheit nachwies. Wo der Untergrund fruchtbarer Natur «st, kann ein solcher Najolpflug sehr ersprießlich wirken, aber wo unfruchtbare rohe Erde heraufgebracht wird, wäre ein Arbeiten mit dem gewöhnlichen Pfluge und nach­heriges Wühlen mit dem Untergrundspflug oorzuziehen.

Möchte der kleine Gießener Local-Verein in einer solchen nützlichen Wirksamkeit ffortfahrex, nur praktisch fördend einzugreifen, und nicht, wie dies leider in

größeren Vereinen oft geschieht, mit Budgetberathungen die Zusammenkunftszelte»-

Sehl ifsberMitgetheilt von dem Agenten des norddeutschen Lloyt C. W. Dietz in Gießen. '

Bremen, 22. Mat. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein Capt. H. C. Franke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. Mai von Bremen abgcgangen war, ist heute Morgen wohlbehalten tn Baltimore angekommen.

Bremen, 21. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Donau, Capt. R. Bujsius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. Mai von Bremen und am 11. Mai von Southampton abgegangen war, ist heute 11 Uhr Morgens wohlbehalten tn Newyork angekommcn

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 22. Mai. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strobmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner A 2.503.50, Stroh 23.20. Butter das Pfd. im Großen 1. Qual. 1.1000, 2. Qual. 1.00-00, im Detail das Pfd. A 1-2000, 2. Qual. A 1.1000. Eier das Hundert ital. A 4.50, deutsche Eier 4.00 A, Ochsenfletlch per Pfund 6570 Kuh, Rind, und Farrenfleisch 4560 Kalbfleisch 4555 Hammelfleisch 4565 H, Schweinefleisch 65-70 H, ein Hahn A 2.402.60, ein Huhn A 2.00- 3.50, eine Ente A 2.70-3.20, eine Taube 50-60 H, Kapaunen A 33 50. Wätscher Hahn A 5 12. Kartoffeln 100 Ko. A 6-0.00, Weißkraut das Stück 2530,3, Rothkraut, 1 St. 3035 H, frische Kohlrabi 20 neuer Blumenkohl 1 St. A 1.0000, Wirsing 20-25 H, Zwiebeln 1 Bund 6 Meerretttg 1 Stück 1520 Lattich per Portion 15-20 Kopfsalat 15-20^, frische Spargel das Pfund 7090Radieschen 34^, Artischoken 55 junge Erbsen das Pfund 50 H, Romain-Salat 3050 3, neue Bohnen 100 Stück 2.503 A, neue Gurken 2030 H.

Wie dieD. Verkehrs-Ztg." mittheilt, sollen für den inländischen Verkehr vom I.Jult d. I. ab neue Postanweijungsformulare in Gebrauch kommen. Dieselben werden oben rechtS einen Postwerthstempel zu 20 tragen, der tn Form und Farbe den Freimarken zu 20 3 entspricht. Links von diesem Werthstempel ist ein Raum für das Aufkleben eines zweiten Wertbzeichens vorgesehen. Das neue Formular unterscheidet sich außer dem eingedruckten Werthstempet von dem bisherigen hauptsächlich dadurch, daß der Vordruck in lateinischen Buch­staben und blauer Druckfarbe hergestellt ist, sodann ist der Raum für den Bestimmungsort nicht unwesentlich erweitert und die Vorderseite des Abschnitts mit einem Abdrucke des Aufgabe­stempels zu versehen, womit einem vielfach ausgesprochenen Wunsche deS geschäftstreibenden Publikums entgegengekommen wird. Neben den Formularen mit eingedruckten Werthzeichen sollen auch fernerhin Formulare ohne solche in Gebrauch bleiben, wovon 20 Stück für 10 H dem Publikum abzulaffen, während die neuen zu dem eingedruckten Srempelwerthe verkauft werden.

Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 31. Mai 1880, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Brauhof, Wanne, Heinges- Loden und Mühlkopf nachverzeichnetes Holz versteigert werden:

A. Brennholz:

Scheich. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Buchen 3 20

laufen' \ 14 46'3 50 630

Radel 14 128,8 77 4410

B. Bau, Werk- und Nutzholz: 107 Eichen-Stämme mit 22,95 km, 619 Fichten- 143,65

46 Birken- 6,39

1667 Fichten Stangen 56,79

Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 6. Schneise.

Gießen, am 22. Mat 1880.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. 3563) A. Bramm.

Freitag den 28. lfd. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhaussaale ver­steigert werden: «M.

Maurerarbeit, veranschl. zu 268, Cementlieferung, 112,

Steinhauerarbeit, 409,60

Schlosserarbeit, 187,20

Spenglerarbeit, 56,

Bflastererarbeit, 724,

Auffüll ung mit Steingerölle, veranschl. zu ... . 30,

Gießen, den 24. Mat 1880. Oroßherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 3581) A. Bramm.

^Arbeitsversteigerung.

Dienstag den 22. Juni,

Vorn-ittnas 11 Ubr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe der Georg Booö Eheleute dahier, als:

Flur. Nr. Mir.

I. 202 81 HofraitheinderLöwen- gasse c weiswietend versteigert werden.

Gießen, den 11. Mai 1880.

Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 3300) Müller. _________

Dünstsg, drn 25. d. Mts ,

Vormittags 11 Uhr, soll auf meinem Bureau ein volländiges Bett und ein neuer Tisch versteigert werden. Gießen, den 22. Mat 1880.

3551) Geißler, Gerichtsvollzieher.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Für

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4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

1.

2.

3.

betreffenden Verzeichnisse bis zum 1. Juni d. I. auf dem Bürgermeisterei' Büreau freistcht und daß etwaige Reclamaiionen binnen gleicher Frist daselbst

einen Steg eine Brücke eine Senkgrube eine Kellerthüre oder Eingang jede Treppe in den Stadtrtnggraben ohne Unterschied Holzstützen Benutzung einer städtischen Mauer des Stadtbachs zur

0.10 0.40 1.- 1.40 0.20

0.40 0.10

Nachdem durch Stadtverordneten-Befchluß vom 11. September 1879 be­stimmt worden, daß vom Jahre 1880 an für die Benutzung städtischen Eigen- thums und zwar auch für bereits bestehende Anlagen folgende jährliche Ab­gaben zur Stadtkaffe entrichtet werden sollen, nämlich:

H

Aufführung von Gebäuden

dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß die Einsichtsnahme der

Für ein Kellerloch einen Treppentrttt einen Abwets-, Kandelfchutz«, Floß-, Thür» oder Ruhe­stein

(3562

vorzubringen sind.

Gießen, den 21. Mat 1880.

Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm.

Bekanntmachung.

Vom 1. Juni er. ab erleidet der Fahrplan nachstehender Personenzüge zwischen Frankfurt und Caffel folgende Aenderungen:

1) Zug 13, jetzt 230 Nackm. ab Frankfurt, fährt von dort 3 Minuten, ab Gießen bis Caffel 5 Minuten später;

2) Zug 14, ab Caffel 1 Uhr Mittags, trifft tn Gießen 3 Minuten, in Frankfurt 5 Minuten später ein.

Das Nähere ergeben die ausgehängten Plakatfahrpläne.

Hannover, 22. Mat 1880.

3570) Königliche Eisenbahn - Direktion.

Mobiliar - Versteigerung.

Nächsten Donnerstag den 27. und Freitag den 28. d. M., jedesmal von Vormittags 9 Uhr ab, werden die zum Nachlaß des Großh. Medicinalraths Dr. Erhardt gehörigen Mobilien und zwar:

2 Schreibsccretäre 1 Schreibtisch, 1 Tafelklavter, 13 Kommoden, 14 Sopha, 4 Sessel, 23 Kleiderschränke, 15 große und 4 Kinder Betten, 23 Nacht-, 19 Wasch- und 7 Näh.Tische, 16 Spiegel, 34 Bilder, 23 Tische, 64 Stühle, 4 Uhren, 1 neuen transportablen Herd, 1 Waschmange, 1 Uniform, sodann Bettwerk, Weißzeug, Teppiche, Bücher, ärztliche Instrumente, Porcellan, Glaswaaren, Nippsachen, Haus- und Küchen- geräthschaften,

in dem Hause Kurstraße Nr. 321 öffentlich an den Meistbietenden versteigert. Bad Nauheim, den 22. Mat 1880.

G-oßherzogltches Ortsgericht Bad Nauheim.

3569) S ch u t L

Dienstag, den 25. d. Mts.,

Vormittags 11 Ubr,

sollen auf meinem Bureau 1 Kleiderschrank, 1 Tisch, 1 Küchenschrank und 1 Wanduhr versteigert werden.

Gießen, den 22. Mai 1880.

3552) Geißler, Gerichtsvollzieher.

Fahrpläne

für Deutschland und Holland rc. empfiehlt zu 30 H.

3467) Ernst Balser.

3578) Eine Partlne Kisten und Pack­heu zu verkaufen. G. Ph- Fillmann.

Holzversteigerung.

Mittwoch den 2. Juni l. I.,

Vormtltagö 9 Uhr anfangend, soll im Rüddtngshäuser Gemeindewald, District Katzeuberg, Hübel und Rampels- berg nachverzeichnetes Holz verstetgerr werden:

76 Rmtr. BucheN'Scheit,

21 -Knüppel,

106 -Reis,

21 H n -Stock,

42 Nadel-Scheit,

550 -Knüppel,

336 -Reis,

2 Buchen- und 1 Fichten-Stamm.

Die Zusammenkunft ist im District Katzenberg am Wege nach Homberg.

Rüddingshausen, am 21. Mat 1880. Gr. Bürgermeisterei Rüddingshausen. 3564) Loth.

Arbeitsdersteigerung.

Samstag den 29. Mai l. I.,

Nachmittags 2 Uhr, sollen tn dem Nathhaussaale zu Watzen­born nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen öffentlich wenigstfordernd vergeben werden:

Pstasterarbeit, veranschl. zu 155,

Lieferung von Chaussirungs»

steinen, veranschl. zu. . 255,

Steinsetzen, veranschl. zu . 51, Steinschlagen, veranschl. zu 425, Stemdecken, veranschl. zu . 42,50 Grubenarbeit und Abheben

von Banketten, veranschl.

zu 108,

Watzenborn-Steinberg, 22. Mai 1880.

Großherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn-Stnnberg.

I. A.:

3522) Seultng.

Arbeitsdersteigerung.

Donnerstag den 27. Mai l. X, Morgens 9 Mr, sollen im Rathhaussaal zu Grüninge» nachstehende Arbeiten, als:

Ji.

Chaussirarbeit, veranschlagt zu 384.00

Steinschlagen 264.00

Weisbtnderarbeit M 54.95 öffentlich wenigstfordernd in Accord vergeben werden.

Großh. Bürgermeisterei Grüntngen.

I. A.:

3511) Seultng.