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Str. 118
Dienstag den 25. Mai
1880.
AiM- «Sd AmtsM sir de« Kreis Gieße«.
GrpedittonSbrrreair:
Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
worden.
erachten, getreten Anträge
Amtlicher Th eit.
Gießen, am 20. Mai 1880.
Betreffend: Remunerirung des Feldichutzpersonals in dem Rechnungsjahr 1879/80.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Zur Belohnung besonders pflichtgetreuer Feldpolizeibediensteter ist uns für das Etatsjahr 1879/80 ein entsprechender Betrag zur Verfügung gestellt
Wir sehen daher Ihren baldigen Berichten darüber entgegen, welche von den fraglichen Bediensteten Ihrer Gemeinden Sie einer Belohnung würdig Wie im vorigen Jahre kann sich, wenn inzwischen Aenderungen in den persönlichen und dienstlichen Verhältnissen der Vorzuschlagenden nicht ein- sind, auf die früheren Berichte bezogen werden. Werden dagegen Bedienstete zum erstenmal in Vorschlag gebracht, oder sind sonst abweichende zu stellen, so müssen diese gehörig motivirt werden.
Bis zum 10. Juni d. I. muffen sämmtliche Vorschläge bei uns eingelaufen sein, wenn solche Berücksichtigung finden sollen.
Dr. Boekmann.
Ein dtachcongreß.
Die Lösung der orientalischen Frage steht seit Jahrzehnten auf der Tagesordnung der europäischen Diplomatie. Nimmt man's genau, so^giebt eS übrigens gar keine einzelne orientalische Frage, sondern em ganzes Schock orientalischer Fragen, von denen heute diese, morgen jene sich besonders bemerklich oder unbequem machen. Eine Lösung aller orientalischer Wirren wäre, wenn überhaupt, nur durch eine Radikalkur möglich, also etwa durch die Be- settigung aller einzelnen kleinen Baikanftaalen und gleichzeitiger Entfernung der türkischen Herrschaft aus Europa, und als Erlaß dafür die Schöpfung emes einigen byzantinischen Staates unter einem machtvollen und energischen europäischen Fürsten und mir einer Constitution, oder nach dem Vorbilds Palens di' d-fir.itive,Verrbellung iümmtlichen Balkanlandes an die drei Nachbarstaaten Oesterreich , Rußland und Griechenland. Beide Lösungen sind von idealen Politikern schon vielfach empfohlen worden, und der erste Vorschlag empfiehlt sich vor dem zweiten, weil er die Streitfrage um den Besitz von Lionsiantincpel erledigt. Die erste Voraussetzung bildet aber in beiden Fällen die Ausweisung der osmanischen Dynastie und des Islam aus Europa.
Leider fehlt den großen Garanliemächten des Westens zu einer solchen gesunden politischen Neuschöpfung Die Energie und die Einigkeit. Ihr Rechts- titel, den Hexenkessel von Staaten im Südoften Europas zu beseitigen, ist an und für sich nicht zweifelhaft, denn die Türken sind nur Eindringlinge in Europa und die übrigen Staaten sind keine historischen, sondern mehr oder weniger zufällige, revolutionäre Bildungen, welche durch eine Mediatisirung oder durch den Anschluß an einen gesunden StaatsorganiSmuS nur gewinnen können. Wenn man in der hohen Politik überhaupt die Moral neben der Zweckmäßigkeit gelten läßt, so erscheint es sicher höchst moralisch, der orientalischen Mißwinhjchaft em Ende zu machen, durch Einführung geordneter Staatszustände aus der Balkanhalbinstl die großen Opfer an Geld und Blut zu sühnen, welche Europa bereits für die orientalische Frage gebracht hat, und endlich eine Quelle von ewig neuen Unruhen unv Kriegen, wie auch die Ursache zu neuen Conflicleu unter den europäischeli Großmächten zu verstopfen und zu b-selt»gen. Wäre es nicht geradezu lächerlich und fluchwürdig, wenn es der türkischen Diplomatie gelänge, etwa Oester^ich nut England und Italien und Rußland mit Deutschland und Oesterreich m einen Streit und Krieg zu verwickeln, um dadurch den orientalischen Kadaver noch einige Zeit sich zu erhalten? Die Orientfrage in ihrer jetzigen Gestalt bugt in ihrem Schoße die Gefahr eines ContimmalkriegeS, und darum ist es hohe Zeit, sie aus der Welt zu schaffen.
Statt besten beantragt England eme Nachconferenz zum Berliner Vertrage, um die neuerdings ausgetauchten Differenzen in der Türkei auszugleichen. Es soll sich also um Montenegro und Albanien, möglicherweise auch um Bulgarien und Rumelien dabei Hameln; auch dürste der nächste Zweck Englands fein, die österreichische Occupationspolitit einzuschiänken. Man oer« gißt dabei leider, daß mit der Regelung dieser einzelnen Fragen nichts gewonnen wird, denn jedes Jahr, jedes Vierteljahr gebiert aus der Balkan- Halbinsel neue Streitfragen. Der Vorschlag Englands zu einem Nachcongreß harrt noch der Erledigung von Vorfragen, welche sich auf die Theilnehrner, das Stimmverhältntß und auf den Ort der Conferenz beziehen, zu welchem übrigens Berlin vorgeschlagen ist, nachdem der Plan der Botschafterconferenz in Konstantinopel keine unbedingte Zustimmung gefunden hat. Die wichtigste Vo. frage aber bleibt leider ungestellt; sie sollte die Vollmachten des neuen Coi.gr estes erörtern und offen das Ziel proclamiren: Pacificirung der Türkei um jeden Preis und für alle Zeit, keine Lösung albanischer, monlenegrimscher, bulgarischer, serbischer, rumänischer, rumelischer, griechischer und sonstiger Duodezfragen, sondern volle Lösung der orientalischen Frage durch den Machtspruch und, wenn's nöthig ist, durch die Waffengewalt Europas.
Keutschland.
Berlin, 20. Mai. Die heutige „Prov.-Corresp." schließt einen Artikel über die beendigte ReichstagS-Session mit folgenden Worten: Die nationalliberale Partei ist zu einer stetigen Unterstützung der Wege des Kanz
lers in Reich und in Preußen nicht gelangt und scheint das Ziel derselben nicht erkannt zu haben ober die Ankündigung desselben nicht mit ganzem Vertrauen aufzunehmen. An dieser Haltung scheiterte das Zusammenwirken der drei Bataillone, welche der Reichskanzler lediglich genannt hat, nämlich der Deutschconservativen, der Reichsparte» und der Nationalliberalen, zur Unterstützung der vom Kanzler unter Zustimmung der verbündeten Rkgierungen verfolgten Politik und der einzelnen von letzterer bedingten Maßregeln. Diesem Umstand muß die Unfruchtbarkeit der verflossenen Zession beigemessen werden. Denn so oft die Nationalliberalen ober nur der größere Theil derselben sich von der regierungsfreundlichen Majorität tremite, fand er in der um das Centrum geschämten, stets zur Bekämpfung des Kanzlers entschlossenen Opposition das Gewicht, welches die Wagschaale gegen die Regierung finken machte. 'M' dis Thatsache dieser Opposition und auf die Pflicht, derselben nicht zu dienen, wenn man dem Kanzler die Fortführung feiner» möglich machen und nicht darauf hinarbeiten will, daß Dem Centrum bie Zügel des ReicheS in die Hand gegeben werden müssen, Hal der Kanzler in seiner Rede vom 8. Mai hingewiesen.
Berlin, 22. Mai. Der von dem dritten und vierten Bundesraths- Ausschnß über die Anträge Preußens und Hamburgs, betr. die Einverleibung Altonas in das Zollgebiet, gemachte Vorschlag, die Einverleibung zu beschließen, wurde in der Plenarsitzung des Bundesraths angenommen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Behauptung der „National- Zeitung", daß nach den Bestimmungen der Elbschifffahrts-Acte auf der Elbe keine Zölle erhoben werben dürften, als unrichtig. Die Elbschifffahrs-Acte handle ausschließlich von der Freiheit der Schifffahrt auf Der Elbe und fasse nur die Abschaffung resp. die Revision der Elbzölle in's Auge. Sie lasse bie Steuerverhältniffe der Elbufer-Staaieu ganz unberührt und bestimme in Art. 14 a ganz ausdrücklich, daß bezüglich der Mauthen, der Eingangs- und Nerbrauchssteuirn jedem Staate das Recht verbleibe, bie in das eigene Landesgebiet einzuführenden Maaren, sobald dieselben den Fluß verlassen, nach seiner Handelspolitik zu belegen.
—- Die heutige Beschlußfassung des Bundesraths über bie Einverleibung Altonas in das Zollgebiet vorbehaltlich näherer Ausführungs-Modalitäten ist mit Einstimmigkeit erfolgt.
Österreich.
Prag, 19. Mai. 35 Hörer dir Berliner technischen Hochschule langten gestern unter Führung ihrer Profi ssoren auf ihrer Studienreise in Prag an, um bie hiesigen technischen Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. Sie würben vom Prager Rector und ben Professoren nebst einer Anzahl Studiren- der des deulschen Polytechnikums auf dem Bahnhof empfangen und in's Hotel Erzherzog Stephan geleitet. Etwa hundert junge Leute postirteu sich vor dem Hotel und brachen in ein scandalöses Pereat-Gejohle aus, worauf sie wieder abzogen. Es bandelte sich bei dieser liebenswürdigen Kundgebung, die von czechischeu Studenten ausging, darum, ben deutschen Studenten zu zeigen, wie sehr in gewißen czechischeu Kreisen das Deutschihum verhaßt ist. Die „Politik" leugnet nun zwar, daß vorgestern Abend nach Ankunft der Berliner Polytechniker vor dem Hotel Zum Erzherzog Stephan irgend eine Kundgebung statt- gefunben habe. Dieses Leugnen ist aber, wie die „Bohemia" sehr richtig bemerkt, höchstens ein Zeichen, daß man sich dieser Kundgebung zu schämen beginnt. Geradezu lächerlich ist es aber, wenn die Politik jede „vorbereitete" Kundgebung in Abrede stellt, nachdem doch die „Nar. Listy" selbst gestern meldeten, daß bie czechischeu Studenten, da sie von der bevorstehenden Ankunft fremder deutscher Studenten Kunde erhalten hatten, in der Anzahl von etwa 200 im Franz Josepbs-Bahnbof erschienen seien, um zu schauen, was da vor- gehen werde. Die „Nar. Listy" fügen hinzu, die fremden Studenten hätten sich ganz „anständig" benommen, und daraufhin seien auch die czechischeu Stu- denten ruhig auseinander gegangen. Sie scheinen sich aber von da nach dem Hotel Erzherzog Stephan begeben und dort den nicht abzulengnenden Scandal ausgeführt zu haben. Selbst der „Cech" bestätigt, daß es „czechische Studenten" gewesen seien, welche das „lärmende Pereat" ausgebracht haben.


