Ausgabe 
25.4.1880 Zweites Blatt
 
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2443)

Mann,

341,480 Mann.

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Ersatzbataillone zu 1408 Mann

(später 36) Ersatzbataillone der Landwehr Eriatzcompagnien Jäger zu 340 Mann . Ersatzescadrons zu 258 Mann - Ersatzbatterien der Artillerie

Ersatz-Compagnien der Pioniere und des Eisenbahn-Regiments

Ersatzcolonnen des Trains

Kriegsstärke des deutschen Heeres 1,532,083 Mann.

Diese Ziffer, so enorm sie auch ist, bedeutet jedoch keineswegs eine Erschöpfung des zu Gebote stehenden Menschenmaterials, daher auch nicht das äußerste Kraftauf- gcbot, dessen das deutsche Reich fähig wäre, wenn es einmal von zwei Seiten zugleich angegriffen würde. Eine nähere Prüfung wird vielmehr noch einen ganz bedeutenden Ueberschuß von dlenstpflichtigen Leuten ergeben. Jährlich gelangen in Deutschland ungefähr 140,000 Mann zur Einstellung (vom nächsten Jahre ab ungefähr 149 000). Da die Dienstpflicht in der Linie, Reserve und Landwehr zusaminen genommen 12 Jahre dauert, so sind während dieser Zeit 1,680,000 Mann eingestellt worden. Davon sind jedoch jährlich gegen 2 Procent des Mannschasisvestandrs wegen Tod oder Dlenstunfähigkeit in Abgang zu bringen, jeder spätere Jahrgang ist also um etwa 2 Procent schwacher wie der vorhergegangene, somit find in Wirklichkeit von den 12 Jahrgangen nur noch ungefähr iy2 Million Mann vorhanden. Die Armee bedarf also zu ihrer Completirung bei der Mobilmachung der Einstellung eines Theiles der Ersatzreserve etwa von 30-40,000 Mann. Run zählt aber allein die Ersatzreserve erster Classe 190,000 Mann, die Ersatzreserve zweiter Classe mindestens 150,000 Mann so daß also nach Ausfüllung aller oben angeführten Formationen noch ein Ueberschuß von 300,000 Mann bleibt- Daraus ergibt sich, daß 1) die Möglichkeit besteht, alle Ersatzbataillone auf eine solche Stärke zu bringen, daß man sie theilen und aus der einen Halste ein viertes Feldbataillon für jedes Infanterieregiment bilden kann, und daß 2) auch die Landwehr aus der Ersatzreserve zweiter Classe so verstärkt werden kann, daß entweder ihre mobilen Bataillone auf die Stärke von 1000 Mann gebracht oder noch weit mehr Besatzungsbataillone formirt werden können.

, H Einen Faktor der Wehrkraft haben wir hierbei noch gar nicht in Anschlag ge­bracht, den Landsturm. Diesem fehlt freilich noch jede Organisation, jedes Ausrüstunas- material, er figurirt nicht einmal in den Listen der Bezirkscommandos; auch sind wenig Führer für denselben vorhanden. Ganz außer Betracht darf man ihn dennoch Nicht lasten; der Kriegsminister hat erst vorige Woche im Reichstage gelegentlich be- merkt, daß bei Ausbruch des Krieges die beiden jüngsten Jahrgänge des Landsturms (er hat wie aus seinem Vergleich mit den ältesten Landwehrmännern in den alten preußischen Provinzen hervorgeht, die Leute im 33. und 34. Lebensjahre gememl) ein; berufen werden würden. Diese Landsturmleute sind natürlich nur zum Garnisondienft verwendbar aber auch in dieser Function nutzen sie insofern, als sie die Landwehr für diesen Zweck entbehrlich machen. Die beiden Jahrgänge kann man selbst bei weit­gehendster Berücksichtigung der Unabkömmlichen zusammen auf nahe an 200,000 Mann veranschlagen, so daß also jeder Landwehr-Regimentsbezirk im Stande sein dürfte ein Landsturm-Bataillon aufzustellen.

Man sieht, Deutschland würde im Kriegsfälle mit einer Armee von 2 Millionen Mann auftreten können, genug, um allen Eventualitäten die Spitze zu bieten.

(Mainzer Ztg.)

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Summa der Ersatztruppen

Eine Zusammenstellung der vorstehend ermittelten Zahlen ergibt Folgendes: Feldarmee....... 771,749 Mann,

Landwehr ....... 293,020

Besatzungstruppen..... 125,834

Ersatztruppen...... 341,480

zu dem am 31. Mai, 1. und 2. Juni in Cassel stattfindenden Pferdemarkt sind zu haben bei (2298

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Damit ist jedoch der Mannschaftsbestand der Landwehr noch bei Weitem nicht erschöpft. Im Falle einer Mobilmachung stellt daher jeder Brigadebezirk (ausgenommen einstweilen beim 15. Armeecorps), deren cs zusammen 66 gibt (50 preußische, 8 bayerische, 4 sächsische, 4 württembergische), noch ein Bataillon zu den Besatzungstruppen, die zum Garnisondienst in den Festungen bestimmt sind. Außerdem soll jedes Armee­corps noch 2 Reserve-Landwehrbataillone zum Ersatz der Verluste für die active Armee errichten. Zu den Besatzungstruppen sind zu zählen:

06 Landwehrbataillone zu 1044 Mann . . 68,904 Mann,

62 Bataillone Fußartillerie zu 808 Mann . 50,096

51 Compagnien Festungspioniere zu 134 Mann 6,834

Summa der Besatzungstruppen 125,834 Mann.

Wir kommen nun zu den Ersatz trupp en, die auch zu Besatzungszwecken dienen, vornehmlich aber zum Ersatz der Verluste bestimmt sind, welche die im Felde stehenden Truppen erleiden. Hierher gehören:

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, .,. .^Ensheim. DemMainz. Tagbl.« wird unter dem 17. ds. folgender Unalückskall r 2Bo^1 man^cr ber freundlichen Leser dieses Blattes ist schon einmal da/reüende dab!!'^ ^ngen, das sich von Bensheim über Schönberg nach Reichenbach zieht? und Di-s/s ÄÄ roIC Gewalt,gen Gianitmasien übersehen, die öfters zu Tage treten.

D ses harte Gestein ist als treffliches Straßenbaumatertal geschätzt und wird nicht minder au Ämba6 erkbl8l,rtmaUe,n weßh°lb das ganze Jahr L« voraus-

9ev^' es die Witterung erlaubt, an den zu Tage stehenden Felsen gehämmert aebrocken Stück Bro?E"a«^stch ÄI der Nachfrage nach diesem Baumaterial zu genügen. Es ist'ein saures bQt)Dn hnfi' J 8 tC ba betbtencn- und schwer mutz gearbeitet werden, ganz abgesehen e 3ßcn^en' mQn 8U iagen pflegt, dabei ihr Todtenhemd anhaben. Letzteres von de! &tnfD8ftto6ni9Cn^tUn?ena W?eber- blm Fuße des Schönberger Schloßberges, rechts bcr,, Un^ nDd) lensetts des Lauterbaches tritt ein starker Granitfelsen zu

f^Dnt L<tt ?ie?n 2°hren Bau, Pflaster- und Chausieesteine gebrochen ^ Folge davon ist der Steinbruch bereits bis in den Wald hineingerückt, was sich sehr malert^ fi.Qtth^cn Däume, unten die Felsen, welche die Bäume - weil eine S Uch dichte Erdschicht oben lagert auf ihren Häuptern zu tragen scheinen- In letztere/Nett wurden nun dort verschiedene Felsen abgesprengt; es zeigte sich darauf eine Lage von ver- die nur durch ihr eigenes Gewicht gehalten wurden. Die Arbeiter sahen die Gefahr und keiner wollte dran. Ein ruhiger, fleißiger Steinbrecher aus dem naßen ßfma- Hausen, sagte gestern Abend-Wenn sich keiner'dran wagt, will ichmichmöraeneinmkl^ hmt«r machen." Unglücklicher Weise stellte er sich. a,s^ %euU «tagTt begann, nun auch so, daß, wenn der Fels in's Rutschen kam, er unfehlba/getroffen werben t ner ^n9 mit ^nem Brecheisen an zu wippen und zu heben, die.ganze Felsmaffe kam

ms Rollen, ein von oben herabstürzender Brocken schlug ihm den Arm ab, der oben liegen

blieb, und mit der übrigen Masse stürzte der Unglückliche etwa dreißig Fuß hinab Qbqletck ihm die Felsen Brust und Schädel gebrochen haben müßen, richtete er sich doch 'noch einmal auf uni> bat einen m der Nahe beschäftigten Arbeiter um Hülfe; darauf sank er zinück sah

noch einmal nach dem oben zwischen die Felsen gequetschten Arm und gab den Geist auf Man

(«iften aUgemcin, denn es war ein fleißiger, ruhiger, ordentlicher Mann.

aff % vXä m<^V> rwar hat er einen Pflegesohn, der jedoch bereits einige zwanzig Jahre alt ist und sich ernähren kann. ö 8 6 H

au? Gouvernementsstadt Kielce in Polen wird Folgendes mitqetheilt: Die GeseMch!s? nna-b' ^°"sseS, in welchem als des Gattenmordes angeklagt eine der höheren Gesellschaft angehorende, sehr schone Frau vor den Geschworenen erscheinen sollte, sah man t'JrVn größter Spannung entgegen. Der Termin für die Verhandlung dieses in­

teressanten Processes war bereits anberaumt, als demselben noch vor seinem Beginn durch einen klaaten Ejn Ende gemacht wurde. Ein junger Mann, der mit der Singe*

ÄTn V J wL<l,Hn,fn Dezlehungen gestanden und deffen Betheiligung an der Ermordung oes Gatten der Angek agten gar nickt über iedem Zweifel erhaben erschien, wußte sich in das Haus in dem die Angeklagte unter Polizeiwache detmirt wurde, Eingang ^u »Raffen unb mit zwei wo'hlgezielten Revolverschüffen die Dame und sich selbst. Beide Schüsse hatten in's & t.?\e ^0li8Ler^d)C ^int doch ihre Pflicht nicht genau erfüllt zu haben sonst

Ware es dem Liebhaber wohl schwerlich gelungen, zur Angeklagten zu kommen und dieselbe so­wie auch sich selbst dem strafenden Arm der irdischen Gerechtigkeit zu entziehen '

. , ^s München vom 14. d. M. wird derFrkf. Z." geschrieben- Für die Besucher

der hcurlgenPassion rn Oberammergau" wird es von Wichtigkeit sein, zu hören, daß wie in früheren Jahrzehnten so auch Heuer das lobenswerthe System befolgt wird: sollten an den betreffenden Darstellungstagen mchr Zuschauer sich einsinden, als Plätze vorhanden sind, so hat nachfolgenden Tage eine Aufführung der Passion statt. Es werden nämlich, um alles Gedränge zu vermelden, jeweilig nicht mehr Karten ausgegeben, als Sitzplätze zur 23er fugung ^en, deren in WO Reihen je 60 sind, im Ganzen also 6000. Obeiammergau will daß seine vielleicht aus weiter Ferne herbeigeeilten Gäste entweder umsonst gekommen oder gezwungen seien, acht Tage im nahen Gebirge herumzuklettern. Von den Plätzen sind die vorderen die billigeren, haben aber nur Holzbänke; die höher gelegenen Reihen bestehen aus Rohrseßeln und sind zum Theil bedeckt. Das aus 30 Mann bestehende Orchester entzieht sich wie m Bayreuth gänzlich den Augen des Publikums; vor der eigentlichen, von drei Seiten geschloffenen und bedeckten Bühne befindet sich für die Chöre ein mächtigei Vorplatz Der ganz neu hergestellte Bau kostet die Gemeinde 40,000 die Kosten für die Costüme und anderes hmzugerecknet, hat die 1^80er Passion eine Last von 6070,000 Jt zu decken, n-, . Q Scn* 14 April. In der jüngsten Stadtverordneten Sitzung wurde der Communal- Etat berathen, wobei sich herausstellte, daß die Communalsteuer von 500 Proeent des Vorjahres !!L5,10 Sn ? erhöht werden müßte. Schließlich gelangt ein Antrag zur Annahme, nach welchem 530 Procent erhoben werden sollen, von denen 362 Proeent auf die eigentliche (5nm munab und 168 Procent auf die Schul-Steuer entfallen. f 3 1 Gom'

~ (Du sollst kein falsches Zeugniß ablegen.] In Berlin ist ein Kaufmann, der einem ßUpinp^e )X m9 Be^CIn6 2ßi^en ein gutes Zeugniß ausgestellt hatte, auf Grund deffen

^/^lnem Bankier angestcllt wurde, den er bald darauf um 9000 bestahl, zum vollen Ersatz dieser Summe verurtheilt worden. 1 9' 8 m

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