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Nx. 96» Zweites Blatt. Sonntag den 25. April 1880.
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Ayeige- ii) Amisdktt fir iti Kreis Gießen.
SredaetionS bvr-ea« r
Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher HHeil.
Gießen, am 23. April 1880.
Betreffend: Statistische Nachweisungen über das Volksschulwesen.
Die Großhmogliche Kreis-Schul-Commisswn Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir sehen Ihren Berichten in rubricirtem Betreff bis zum 15. Mai entgegen und zwar über
israelitisch,
C)
Mädchen.
e)
2) Zahl der Schulkinder nach dem Bekennniß:
evangelisch, römisch-katholisch,
a) b)
einfache Volksschule „mehrere Gebäude" bestehen, Knaben- und Mädchenschule eine" Schule aufzuführen sind.
cj israelitisch, d) anderer Confesston.
II. Stand der „Fortbildungsschulen" nach Beginn der Schulpertode 1880/81.
1) Zahl der Fortbildungsschulen:
a) Iklasflg, b) 2 „ c) ic.
2) Zahl der Schüler:
a) evangelisch, b) römisch-katholisch,
d) anderer Confesston, e) im Ganzen.
III. Stand der „Erweiterten Volksschulen" nach Beginn des Schuljahres 1880/81.
1) Zahl der Schulkinder nach dem Geschlecht: a) im Ganzen, b) Knaben,
I. Stand der „Einfachen Volksschule"
nach Beginn des Schuljahres 1880/81.
1) Zahl der Schulen (nicht Schulklassen) nach dem Geschlecht:
a) ganz gemischt,
b) zum Theil gemischt, c) ganz getrennt.
2) Zahl der Schulen nach den Schulklassen:
a) Iklasstg,
b) 2 „
c) 3 „
d) 4 „ rc.
3) Zahl der Schulen nach dem Schulgeld:
a) ohne Schulgeld, b) mit Schulgeld.
4) Zahl der wirklichen Lehrer, definitive und provisorische, mit Ausschluß besonderer Hülfslehrer und der Lehrerinnen für weibliche Handarbeiten.
5) Zahl der Schulkinder nach dem Geschlecht:
a) im Ganzen,
b) Knaben,
c) Mädchen.
6) Zahl der Schulkinder nach dem Bekenntniß:
a) evangelisch,
b) römisch-katholisch,
c) israelitisch, d) anderer Confesston.
Wir bemerken noch besonders, daß da, wo in einer Gemeinde für die aetrennt sind und diese zusammen die Volksschule einer Schulgemeinde bilden, dieselben zusammen nur als
Die Berichte sind genau nach vorstehendem Schema unter Beibehaltung derselben Bezeichnungen abzusaffen.
Dr. Boekm an n.______________________
. 257,266 Mann, 4020
. 22,986 8,748 „
schädtgung für die von Oesterreich als Anwalt des Berliner Congreffes ge- brachten Opfer, Alles daS weist Oesterreich darauf hin, im Orient festen Fuß zu fasten. Es ist die neue Ph^se in der weltgeschichtlichen Stellung Oe'ter- reich-Ungarns, deren sich das Doppelretch an der Donau bewußt wird, und seine Ehre ist verpfändet für einen reellen Erfolg im Orient, während ihm die englischen Liberalen einen kläglichen Rückzug zumuthen. Aber der deutsch, österreichisch-ungarische Bund läßt nicht mir sich spaßen, er hält bet kaltem Blut sein Pulver trocken, aber eines schönen Tages wird England einer geregelten Stellung Oesterreichs „im Orient" gegenüberstehen, die es betrachten mag als — Revanche für Cypern!
Die künftige deutsche Armee.
Nachdem auch der Reichstag die Novelle zum Militärgesetz genehmigt hat, verlohnt es sich wohl der Mühe, festzustellen wie hoch sich dre Kriegsstarke der deut chen Armee und ihrer einzelnen Bestandtheile nach der neuen Organisation, vom 1- Avril 1881 ab, belAA"ür"?äs @intreten den Kampf bestimmte Feldarmee setzt sich
498,456 Mann, 20,520 „
59,649 „
93,500 „
22,649 „
43,004 „
5,170 „
2,826 „
25,975 „
771,749 Mann.
folgendermaßen zusammen:
161 Infanterie-Regimenter zu 3096 Mann
20 Jägerbataillone zu 1026 Mann . • .
93 Cavallerie-Regimenter zu 643 Mann
37 Feld-Artillerie-Regimenter mit 340 Batterien 19 Pionierbataillone zu 3 Feld-Compagnien, Eisenbahn-Regiment.zu 12 Comp. und bayr.
Eisenbahn-Compagnie .
18 Trainbataillone mit je 16 Colonnen
Höhere Stäbe rc
England und Oesterreich.
C>n Wien lächelt man uaiürlich nur über das Kriegsgeschrei der englischen Radikalen- Gladstone's Wunsch, daß Oesterreich Bosnien und die übrigen besetzten Districtc des Orienis räumen möge, wird nie in Erfüllung gehen, denn in diesem Vordringen Oesterreichs nach dem Orient ist nicht allein die Ausführung des neuesten und von ganz Europa garantirten Friedensvertrages, sondern eine Culturmissrvn zu erblicken, weiche Oesterreich nicht aufgeben kann, ohne sich selbst untreu zu werden. Gladstone wird in diesem Falle ebensowenig wie semals früher seinen Worten Thaten folgen lasten, und vor den Worten fürchtet sich Oesterreich im Orient nicht, auch nicht vor Thaten, da es durch die treue Bundesgenvssenschast Deutschlands gedeckt ist.
Bosnien und die Herzegowina, von Bismarck einst die zukünftigen Korn- kammern Emopas genannt, sind Länder, welche durch eine despotische Regie- runa und Innere Unruhen verwahrlost und dem Ruin zugesührt worden waren, aber der Boden ist reich, fruchtbar, das Klima angenehm und dem Deutschen »uträalich. Fleißige Colonisten finden selbst mit geringen Mitteln daselbst ihr Fortkommen, und Oesterreich liefert bereits Schaaren von Einwanderern, welche sich daselbst eine neue und schöne Heimath gründen. Die Occupation, ganz abgesehen vom Berliner Vertrag, wird bald die eigenen Unterthanen — beati possidentes - zu schützen haben.
bem tn Oesterreich bereits für natürlich und selbstverständlich geha - ienen Endzweck der Occupation, tn der „Annectton", sehen die englischen Radikalen bereits «ine Bedrohung ihrer Jnteresten in der Türkei, um wie viel mehr nun in dem voraussichtlichen wetteren Vordringen Oesterreichs, etwa an die Landelsküv-, nach Salonichi l Die Engländer halten die Türkei für eine englische Domäne, und obwohl sie dies Land bereits ausgcquetscht haben, wie «inen nassen Schwamm, wache» ste doch eisersüchlig über alle etwa durch Con- currenz sie bedrohenden Handelsbestrebungen anderer Völker. Erst vor wenigen Tagen hat England mit den Balkanstaaten neue Handelsverträge ge^loflen, unb Gladstone's schöne Redensarten von den Völkerverbrüderungen der Bal- «anbalbiniel und ähnlichem Unsinn haben keinen andern Zweck, als Oesterreich Schwierigkeiten zu schaffen. Kein Land, das eine Rolle in der orientalischen Frage Alt hat größer« und natürlichere Jntereffen im Orient zu vertreten, als Oesterreich Die freien Donaumündungen, der Anschluß an das ent- LheL Mstnbahnnetz des Orients, der Bezug von Rohmaterial ausdem natürlichen Htnterlande, die Eröffnung eines uralten Ha"^»wegesI ffit b e österreichische und deutsche Industrie, endlich auch die politisch gerechte ®nt-
Administrationen .... • •
Aerzte, Zahlmeister, Büchsenmacher, Sattler, Hülfspersonal rc. .
Summa der Feldarmee
zu rechnen:
307 Bataillone zu 838 Mann . •
20 Jäger-Compagnien mit 201 Mann .
36 Reserve-Cavallerie-Reglmenter .
54 Reserve-Batterien mit zusammen - ____________
Summe der Landwehr 293,020 Mann.
Zur unmittelbaren Unterstützung der Feldarmee ^entdie ^a^dwehr soweit si- Hinhit Gemacht werden kann Der bisherige Mobilmachungsplan sah --29 preußische un" -l aß- ° hringsiche) 32 ba,Äsche 17 sächsisch- »ud 17 Württemberg,sche Land- ■ HBone Mt • bim werden voraussichtlich vom nächsten Jahre en noch neu errichtet werden 2 preußische, 6 bayerische und 4 sächsische Bataillone. Demzufolge sind


