Ausgabe 
25.4.1880 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

für sein Votum eine gewisse autorative Bedeutung in Anspruch; habe er doch 13 Jahre in Samoanischen Breitegraden in Handelsgeschäften zugebrachl- Es handle sich keines­wegs um die Unterstützung eines verkrachten Hauses, sondern um wichtige nationale Interessen und Erschließung neuer Handelsbeziehungen. Mosle weist eine große Reihe von Einzelheiten aus Bamderger's gestriger Rede als unrichtig zurück und bittet um Annahme der Vorlage, deren segensreiche Wirkung sich in noch nicht einem Jahrzehnt evident zeigen werde.

Meier -Schaumburg) erklärte Er habe als Director des Norddeutschen Lloyd vielfach Gelegenheit gehabt, sich mit den Samoa-Inseln näher zu befassen, und sei auf Grund seiner Erfahrungen und des Berichtes eines nach Samoa in Geschäften ent­sendeten Vertreters des Lloyd zu der Ueberzeugung gelangt, daß das Project einer Reichshülfe für die Südsee-Gesellschaft durchaus unpractisch und überflüssig sei. Weder die allgemein politischen noch die handelspolitischen Argumentationen, die man zur Befürwortung der Vorlage entwickelt habe, könne er gelten lassen, da sie den thatsäch- lichen Verhältnissen auf den Inseln durchaus nicht entsprächen. Rach eingehender Kritik der Samoanischen Verhältnisse kommt Redner zu dem Resultat, die Vorlage ablehnen zu müssen.

Bundes-Commissar v. Kusserow wendet sich gegen Bamberger's und Meier's Angriffe. Dem Agenten des Norddeutschen Lloyd, auf dessen Bericht Meier's Urtheil basire, ständen viele kaufmännische Autoritäten gegenüber, die in einem Vorgehen im Sinne des Entwurfs den einzigen Weg erblickten, die von dem deutschen Handel auf Samoa mühsam eroberte Position nicht verloren gehen zu lassen. Redner folgt so­dann den Bamberger'schen Ausführungen an der Hand zahlreicher statistischer Daten und umfangreichen amtlichen Materials, auf Grund dessen er Bamberger's Deductionen als hinfällig und auf irrigen Voraussetzungen beruhend darstellt. Staudy polemisirt gleichfalls gegen Bamberger und erklärt sich für die Vorlage im Interesse der Be­förderung des nationalen Handels. Darum handle es sich allein; von Unterstützung eines bankerotten Hauses, welche die Gegner der Vorlage in ihr erblickten, sei absolut nicht die Rede. Bamberger wendet sich gegen die Kritik seiner gestrigen Ausführ­ungen. Er halte Alles aufrecht, was er gestern gesagt, und constatire, daß der Re- gierungs-Commistar seine Ausführungen nicht zu entkräften vermocht habe. Unter- staatssecretär Scholz befürwortet nochmals die Vorlage, indem er betont, daß mit derselben die Förderung der Handels-Interessen, aber keineswegs die Unterstützung des Hauses Godeffroy beabsichtigt weide. Die Vorlage sei so genügend erörtert, daß er eine commissarische Berathung für um so weniger geeignet halte, als der Beschluß des Hauses bis zum 1. Mai erfolgt sein müsse. v. Benda spricht sich für den Gesetz­entwurf aus. Die Diskussion wird geschlossen und der Antrag auf Commissions- berathung zurückgezogen; die zweite Lesung findet im Plenum statt. Nächste Sitzung Sonnabend.

Berlin, 24. April. DieNordd. Allg. Ztg." veröffentlicht den Wort­laut des Antrages Preußens, betr. die Einverleibung der Stadt Altona und eines Theiles der Hamburger Vorstadt St. Pauli in das Zollgebiet. Der Antrag geht von der Darlegung der Verhältnisse bei Aufnahme der Elbher- zogthümer in den Zollverein aus, die es zweckmäßig erscheinen ließen, Altona zunächst gleich Hamburg außerhalb der Zollgrenze zu belassen, um beide Städte später gemeinschaftlich dem Zollgebiete anzuscklteßen. Betreffs der Freihafen­stellung der Hanseestädte wird auf die einschlägigen Bestimmungen der Art. 33 und 34 der Norddeutschen Bundesverfaffung und Art. 34 der Reichsverfaffung hingewiesen. Lauenburg, beide Mecklenburg und Lübeck hätten sich inzwischen dem Zollgebiete angeschlossen; Bremen und Hamburg dagegen verharrten in der Stellung außerhalb des Zollgebietes. Es gewinne den Anschein, als be­trachteten sie ihre Freihafenstellrng nicht mehr als vorübergehende, wie sie im Sinne der Cvnferenz des Norddeutschen Bundes uud des Deutschen Reiches aufzufaffen sei, sondern als definitive. Damit verliere der Haupt­grund, welcher 1867 zum Anschluß Altonas geführt, seine Bedeutung. Die preußische Regierung mußte sich fragen, ob dieser Zustand ferner auf­rechtzuerhalten sei. Die Gestaltung der Verhältniffe Altonas in den letzten zwölf Jahren sei trotz der steten Zunahme der Bevölkerung nicht eine günstige gewesen Bezüglich der Zahl der ankommenden und ab­gehenden Seeschiffe und des Bestandes der Rhederei sei für Hamburg ein er* heblichrr Fortschritt, für Altona ein Rückschritt bemerkbar. Das Altonaer Commerz-Collegium hebe in seinen Jahresberichten hervor, daß der dortige Großhandel dem Hamburger gegenüber immer mehr an Bedeutung ver­liere und Altona mehr eine Vorstadt Hamburgs werde. Auch die beige­fügten Steuernachweisungen ergäben, daß Altonas Wohlstand abnehme. Preußen müffe daher den Einschluß Altonas in das Zollgebiet ernstlich ln>s Auge faffen. Der Ausführung ständen aber erhebliche Schwierigkeiten im Wege, weil die Grenze zwischen Altona und der Vorstadt St. Pauli wegen der mangelnden Umsicht für die Controlbeamtcn für eine Zollgrenze ungeeignet sei. Eine bessere Grenze sei nur durch den Anschluß eines Theiles der Vor­stadt St. Pauli zu gewinnen. Daß der Einschluß Altonas in das Zollgebiet von der Zustimmung Hamburgs nicht abhängig sei, bedürfe keiner Darlegung. Dem Bundesrathe sei aber auch die Befuguiß nicht zu bestreiten, den Anschluß der Vorstadt St. Pauli oder eines Thetls derselben ohne die Zustimmung Hamburgs zu beschließen. Nach Artikel 34 der Retchsverfaffung sollten Bremen und Hamburg mit einem dem Zweck entsprechenden Bezirke ihres oder des umliegenden Gebietes Freihäfen bleiben, bis sie den Einschluß beantragen würden. Die Frage, wer darüber zu entscheiden habe, in welchem Umfange die Ausschließung des städtischen Gebiets aus der Zollgrenze erforderlich sei, um dem Zweck der Freihafenstellung zu entsprechen, sei nach den allge- meinen Vorschriften der Rnchsveifaffung zu beantworten. Artikel 7 der Verfassung weffe die Entscheidung dem Bundesrathe zu. Zu den Retchsgesetzen im Sinne des Artikels 7 gehöre die Reichsverfaffung, zu den zur Ausführung derselben erforderlichen Einrichtungen auch die Verlegung der Zollgrenze inner­halb des Bundesgebiets in den durch die Artikel 33 und 34 gezogenen Schranken. Ein Zweifel hierüber könne um so weniger bestehen, als dem Bundesrathe in Bezug aus Zölle und Verbrauchssteuern bereits durch Artikel 37 der norddeutschen Bundesverfaffung und Artikel 8 des Zollvertrags das Recht der Beschlußfaffung über die Ausführungsvorschrtften und -Einrichtungen übertragen war und dieses Recht ihm durch Artikel 7 der Reichsverfaffung ganz allgemein zugestanden sei. Dem Bundesrathe gebühre daher die Ent­scheidung, welcher Theil des Hamburger Gebiets im Interesse der Freihafen, stellung von der Zollgrenze auszuschlleßen sei. Daß für die Frethafenstellung Hamburgs der Anschluß der ganzen Vorstadt St. Pauli nothwendtg sei, werde man nicht behaupten können. Die Reichsverfaffung könne auch nicht beabsichtigt haben, eine große preußische Stadt zum Zurückgeheu zu verurtheilen, weil ihre Lage Hamburg gegenüber Veranlaffunq gebe, von der Freihafenstellung und den Freihandelsintereffen Hamburgs absorbirt zu werden.

Lokales.

v _ Gießen, 24. Apiil. Zur festgesetzten Zeit trafen heute Seine Königliche Hoheit der Großherzog, begleitet von Sr. Excellenz dem Herr« Staatsminister v. Starck u. s. f. auf dem Bahnhof ein. Se. König!. Hoheit fuhr sodann bind nach der Aula, woselbst er vom Herrn Rector empfangen und begrüßt wurde. Herr Prof. Gar eis als Decan der iuristischen I Facultät überreichte dem Herrn Staatsminister v. Starck das Doctor-Diplom der juristischen '

$ÖCU~?L s°dann «ine längere Ansprache und batte die Gnade, eine

von Ihm gestiftete goldene Kette dem Herrn Rector zu überreichen, welche Kette von dem £ tteihqen Rector der Universität bei geeigneten Gelegenheiten getragen werden soll. Einen au«, führlicheren Bericht über dre Emweihungsfeier werden wir in nächster Nummer bringen.

... , 24' April. Die Gewerbeausstellung in unserer Nachbarstadt Weklar

"nd vorzüglich beschickt, wie man es, offen gestanden nicht erwartet hatte. Man dachte sich einfach: Wctzlar mit feinen rothen Straßen probucirt in feiner ^gebung mchtv als rothen Eisenstein. Daß dortselbst blühende und seltene Kunst und Industrie florirt, davon wußten oder wissen noch wenige. Ein Blick in die Aus­stellung jedoch und man roeife, was man in Wetzlar zu suchen und zu erwarten hat Hter sehen w.r namentüd) die optische Industrie und die Produkte der Haar- fabnken, rooim Wetzlar einen Weltruf genießt, reichhaltig und schön vertreten Ferner Specialitaten der G er der ei; die Möbel-Jndu st r t e ist reichlich vertreten hArt aus den dortigen Maschinenfabriken, sowie Gußwaaren der Eisengießereten find sehr schön und praktisch ausgestellt u. s. w. Wir rathen unseren Lesern bei diesem schönen Frühlingswetter den kleinen Ausflua [ w Unbt e'n?2, Einblick in di- Industrie einer kleineren Schwester'

ftabt sich zu verschaffen, auf welche stolz zu sein biefe alles Recht hat.

~~ Nächsten Sonntag, ben 2. 3D?ai, finbet bie biesiäbriae S'urnfnhrt f 91 ®aue§ Hoffen nach Burg Münzenberg statt. Um bie Turner des Gaues Hessen gleich- mastig auszub.lden b. h. daß d,e oolksthümlichen U-bung-n den Glrätbeüdunaen nich, hmtenangestellt w-rd-n, ist mtt biqer Turnsahrt ein Bettturnen, b-steh-nb in ffreihach

- Sttmstost und Wettlauf, verbunden. Dasselbe beginnt SDiittaaS rräcl' Be^rechmrg zchamm-n^^ "" Bürgermeister Jäg-r'schen Local um 12'/, Uhr zu

Eingesandt.

u, Ließen, 24 April. Weit entfeint, in eine unnütze Zeitungspolemik emzulaffen, sehen wir uns doch genothlgt, auf die seither in diesem Blutte erichienenen Artikel in Betreff o Bereinigung beider hiesigen Feuerwehren ein für allemal zur allgemeinen Kenntnißnahmt M gendes zu erklären: p y °

In einem von dem Commando der F. St. F. an uns gerichteten Schreibe« wurde vor­geschlagen, beibe Feuerwehren aufzulöien und dann eine neue Wehr mit neuem Namen und neuer Uniform unter neu gewählten Führern zu bilden Zur Begründung dieses VorschlaaeS wurde unter Anderem besonders darauf hingewiesen, baß im Falle des Fortbestehens der beiden Corps unter Beibehaltung ihrer seitherigen Organisation die Führer derselben trotz aller Energie nicht hindern konnten, daß einstens bei einem ausgebrochcnen Brande der eigentliche Zweck der ! beiden Wehren ganz außer Acht gelaßen unddie Massen aufeinander schlagen!.'"

Wie soll ein frei und unabhängig dastehendes Corps, welches 25 Jahre dem Wahl sprach der Feuerwehren: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr! getreulich nachgekommen, ein Corps das überhaupt in jeder Beziehung ein ganz freies zum Wohle Aller ist, welches keine Belastung seiner Nebenmenschen brdingt und wenn es die Gefahr erfordert, einem Jeden helfend zur Seite steht und zu jeder Stunde mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln unter Selbstaufopferung zum Schutze seiner Nächsten dem entfesselten Elemente entgegentritt, wie soll ein solches Corps dazu kommen, was für Gründe sollen da vorhanden sein, gegen seine Kameraden eines anderen Corps, welche denselben guten Zweck verfolgen und sich demselben schönen Beruf opferwillig gewidmet haben, feindliche Gesinnungen zu hegen und bei der ersten Gelegenheit in Masten aufeinander schlagen?" Wir haben zu solchen Vorkommnissen, wie sie uns in genanntem Schreiben des Commandos der F. St. F angcdeutet werden, wissenilich oder vorsätzlich nie Veranlassung gegeben und sind auch für die Zukunft unbesorgt, daß die befürchtete Maffen- schlägerei" von unserer Seite aus jemals verursacht werben könnte, wofür die Führer'unseres Corps jederzeit einstehen können, da die Mitglieder dec freiwilligen Gail'schen Feuerwehr es als eine angenehme Pflicht betrachten, den Anordnungen ihrer Vorgesetzten in allen Lagen des Fcuerwehrdiensteö Folge zu geben.

Auf den in Nr. 90 d. Bl. unterLokales" erschienenen Artikel dem Commanvo der F. St. F. zur gefälligen Notiznahme, daß es edler und wahrhaft kameradschaftlich gewesen wäre, über dieaufgekommene und verbreitete Meinung", überdie eigenthümliche Form, in welcher der fr. Antrag zur Abstimmung gebracht würbe" unb über dieverbreitete Behauptung" in Bezug unseres Entgegenkommens zu einer gemeinschaftlichen Feier des 25jährigen Stiftungs­festes, welches Alles vielleicht auch absichtlich zu Ungunsten unseres Ansehens verbreitet worden sein kann, sich bei maßgebender Stelle auf privatem Wege Klarheit zu verschaffen, bevor man den Weg der Öffentlichkeit betritt, welchen Weg wir zwar in keiner Hin'icht zu scheuen Ursache haben, jedoch sicherlich nicht dazu geeignet ist, bas Vertrauen ber Einwohnerschaft zu seinen Feuerwehren zu 'heben und das gute Einvernehmen der beiden Corps zu erhalten und zu fördern besonders wenn Angaben veröffentlicht werden, deren Richtigkeit von dem Commando der F. St. F. selbst bezweifelt werden muß; wir sind gern bereit, dem genannten Commando auf Ansuchen den wahren Sachverhalt kameradschaftlich klar zu legen, welcher sicherlich durch uc.- freundliche Gesinnung zur Schädigung unseres Corps so sehr entstellt worden ist.

Dies unser erstes und letztes öffentliches Wort in dieser Angelegenheit; wir wißen unsere Zeit im Jnterefie des Löschwesens besser anzuwendcn und halten ben schönen Zweck einer Feuer­wehr für viel zu erhaben, um uns in einen Zeilungsftreit einzulassen, welcher für eine so ernste Sache, wie das Löschwesen, mehr Schaden und Störung, als Nutzen und Gedeihen im Ti- folge hat.

In der Hoffnung, daß jene vcriuchie Herabsetzung bes Ansehens der hiesigen Lösch- anftalten und besonders des Ansehens unseres Corps vielleicht nur in dem Kopfe eines Einzelnen aufgetaucht ist und nie auf fruchtbaren Boden fallen wird, rufen wir, treu dem Wahlspruch! der Feuerwehren, unseren Kameraden der F. St. F., sowie der gesammten Einwohnerschaft zu- Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!" Dem Verfasser jener Artikel aber folgend« Worte zur Beherzigung: Wer ein Haus ordnen will, der kehre nicht vor anderer Leut« Thür, sondern fege seinen eigenen Staub, der in Maße vorhanden und ihm vollauf 11 thun giebt-

Der Vorstand der Freiwilligen Gail'schen Feuerwehr.

A n m. d. R e d. Wir glauben den beiden Feuerwehren den allerbesten Dienst- erweis« zu können, wenn wir für die Folge unsere Spalten weiteren diesbezüglichen Corrcspondenzen ver^ schließen. Die Oeffentlichkeit eignet sich nicht immer zur Austragung von Meinungsverschieden- heitm und ein direkter persönlicher Verkehr wirkt in solcher Sache immer zweckdienlicher.

Theater.

M. G. v. Moser's neuester SchwankDer Bibliothekar" wurde auch hier mit vielm Deifalle ausgenommen. Die einzelnen Mitspielenden gaben sich aber auch die giößtmöglichst« Mühe, dem Dichter gerecht zu werben. Herr Director Schubert «pielte den Lothar Macvonalv mit vielem Derständniß, das war ein Neffe, wie er selbst dem Herzen des Onkel Macdonalb Spaß machen mußte. EinAustoben" war das leichtsinnige Vergehen Lothar's wohl nicht zu nennen, aber immerhin war durch den Bibliothekar, deßen Rolle ganz vortrefflich besetzt war, ein Gegensatz geschaffen, der dieses schroff hervortreten läßt. Frau Schubert-Schneebebger spielte wie immer recht gut, Edith war eine Leistung, welche sie kühn zu ihrenGlanzrollen" rechnen darf. DieserBackfisch" ä IxClementine Helm" entzückte durch Natürlichkeit und Anmuth. Fräulein König zeigte als Eva Webster, Gespielin von Edith, durch ihr sicheres Spiel, wir geläufig ihr diese Rolle war und wo Natur und Kunst sich paaren, da wird Vortreffliches ge­boren. Herr Müller gab den Marsland mit vieler Naturtreue unb wir konnten gegen Schluß des Stückes so recht mitfühlen, in welche Confusion der so ordnungsliebende Mann durch die Vorgänge in seinem Hause gebracht worden. Herr Weltzin spielte den leichtlebigen Georg Marslind zu unserer vollen Zufriedenheit. Erheiternd wirkten nächst dem Bibliothekar der Scbneioer Gib/on bes Herrn Gärtner und bie dem Spiritismus huldigende Gouvernante der Frau Debauer. Moser hat durch geschickte Einführung bes Spiritismus und der daraus resultirenden Verwickelungen die Komik des Stückes um Vieles erböht. Herr Gärtner gab sich viele Mühe und setzte durch sein komisches Spiel die Lachmuskeln der Zuschauer in fortwährende Bewegung. _ Frau Debauer spielte die etwas schwer wtederzugebende Gouvernante recht brav und wir können auch ihr wie Herrn Gärtner unsere volle Anerkennung aussprechen. Onkel Macdonald, dieser joviale alte Herr und die gutmüth:ge, gesprächige Wtrthtn Dickson sanden in Herrn und Frau Schubert senior eine recht gute Vertretung. Und so ging derBiblio­thekar" mit guter Besetzung und trefflichem Spiele Über unsere Bühne und wir freuen uns, daß dieses vor ausverkaufrem Hause geschehen konnte, denn dieses verdiente nicht nur dieser neueste Schwank Moser's, sondern auch die seitherigen trefflichen Leistungen der Benefizianten, deS Herrn Emil Schubert und der Frau Schubert-Schneeberger, welcher auch an diesem ihre« Ehrenabend die Anerkennung durch Ueberretchung eines sehr bübschen Buguets ausgedrückt wurde