Munde von Freidenkern und Atheisten nie erhört worden sind. Ist der Mann geistesverwirrt, wahnsinnig, verrückt, wie diejenigen behaupten, welche ihn aus dem Amte gestoßen haben, so war er es auch schon damals, als er den „Schultrieg" entflammte und im Namen der unfehlbaren Kirche die Gläubigen gegen den Staat hetzte. Ist er aber bei Verstände, wie er es immer gewesen, ist er nur einer Partei unbequem und unleidlich geworden, wie kommt er dazu, sich jetzt gegen den unfehlbaren Papst aufzulehnen? Die Antwort ist sehr einfach: die Unfehlbarkeit ist weit weniger ein Glaubens- Artikel, eine religiöse Wahrheit, als vielmehr eine Waffe in den Händen einer kirchlichen Sippe, der ultramontan-jesuitischen Partei. So lange man zu dieser Sippe gehört, ist die Waffe vortrefflich; sobald man ausgestoßen ist, hat sie keinen Werth und keine Bedeutung mehr. (Köln. Ztg.)
Nutzland.
Petersburg, 10. Mai. In Betreff der Ausweisung von ausländischen Juden aus St. Petersburg erfahren wir heute Folgendes: Vor drei Tagen stieg ein jüdischer Angehöriger des deutschen Reiches, Herr Simon Neuburger aus Fürth, Vertreter eines großen Handelshauses, der in Geschäften Rußland bereiste, im „Hotel d'Europe" ab. Um ein für alle Mal seinen Aufenthalt in Rußland zu regeln, schickte er seinen Paß in's hiesige Auswärtige Paßamt. Heute in dieses der Stadthauptmannschaft unterstellte Paßamt gerufen, erhielt er seinen Paß zurück, auf dem sich folgender Vermerk befand: Dem Vorzeiger dieses Paffes, bayerischen Unterthan Hebräer Neuburger, wird der Aufenthalt in St. Petersburg untersagt. Folgt das Siegel mit der betr. Unterschrift. Dieser Vorfall beweist demnach, daß Juden, die ausländische Unterthanen sind, der Aufenthalt in der Residenz verboten ist. Ob sich dieses auch auf das Innere des Reiches bezieht, ist uns nicht bekannt. (Herold.)
Serbien.
Belgrad, 17. Mai. Es ist eine Declaration zwischen Serbien und Italien unterzeichnet betreffs Verlängerung der vorjährigen provisorischen Eon« vention bis zum Abschluffe eines definitiven Handelsvertrages.
Türkei.
Konstantinopel, 17. Mai. Die Antwort der Pforte auf die Collec- tivnote der Signatarmäckte in der montenegrinischen Angelegenheit ist nunmehr den Botschaftern der Mächte -»gestellt; die Pforte schlägt darin die Ein- setzung einer internationalen Enquete-Commission vor.______
Telegraphische Depeschen.
Wagner'« telegr. Eorresprubenr • «nrean.
Berlin, 19. Mai. Der Kaiser confertrte heute Mittag mit dem Cultusminlster v. Puttkamer und empfing um 2 Uhr in Privataudienz den rumänischen Gesandten Ltteano, welcher seine Credtttve überreichte.
Paris, 19. Mai. In Reims haben gestern 900 Arbeiter die Arbeit wieder ausgenommen. Der Minister des Innern, Constans, ist heute Vormittag wieder in Paris etngetroffen.
München, 19. Mai. Der hiesige russische Gesandte, v. Ozerow, ist nach längerer Krankheit gestern Abend gestorben.
Petersburg, 19. Mai. In dem Proceß Weymar sind 141 Zeugen vorgeladen, darunter 40 für die Verteidigung. Unter den Beweisstücken sind auch eine auf dem Hofe des Gerichtsgebäudes aufgestellte Droschke und ein Pferd, denen sich angeblich der Mörder Mesenzew's zur Flucht bediente.
— Das „Journal de St. Petersbourg" schreibt in einem Artikel über das Circular Granville's: Die unbestreitbare Wichtigkeit der englischen Initiative bestehe darin, daß sie erscheine als Ausgangspunkt einer gemeinsamen friedlichen, aber festen und entschloffenen Action Europas, bastrend auf dem gegenseitigen Vertrauen der Mächte. Der Umstand, daß das lange durch geschickt unterhaltenes Mißtrauen gethetlte Europa auf der Basis des Berliner Vertrages die unerledigten Fragen wiederaufnehme, und der allgemeine Wunsch, über Erhaltung des Friedens zu wachen, berechtige zu der Hoffnung auf ein glückliches Resultat. In Konstantinopel werde man sich überzeugen, daß das gemeinsame Einverständntß unabänderlich und die Zett des Ränkesptels vorüber sei. Der B-rltner Vertrag werde ausgeführt und der Orient allmälig in den Genuß der Rechte eintreten, welche ihm von den übrigen civilisirten Staaten zugefallen seien. Inzwischen müffe man sich beglückwünschen zu den allseitigen neuen Dispositionen, welche ein glückliches Vorzeichen seien für allgemeinen Frieden und friedliche Beziehungen der Völker und Regierungen.
Paris, 19. Mai, Abends. Die Mehrzahl der in Reims anläßlich der Arbeitseinstellung verhafteten Individuen gehört nicht dem Arbeiterstande an; man glaubt, ein geheimes Comtt6 habe die Arbeitseinstellung für politische Zwecke organisirt.
Vermischtes.
Darmstadt, 19. Mai. sMilttärvienpnachrichten.) v. Heerinqen, Prem.-dteut. vom 2. Großh. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 und commandtrt zur Dienstleistung bei dem großen Generalstabe, unter Beförderung zum Hauptmann und Ueberweisung zum großen Generalstabe in den Generalstab der Ärmer ver.etzt; Ebel, Sec.-Lieut. vom 2. Großh. Jnf.-Regt. (Groß- Herzog) Nr. 116, zum Prem -Lieut. befördert; Ortb, Vtcefeldwebel vom Rers.-Landw.-Regt. (Köln) Nr. 40 zum Src.-Lteut. der Reserve des 2. Großh. Inf. Regts. (Großherzog) Nr. 116 befördert.
Bad-Nauheim, 15. Mat. In dem Weiher hinter dem Amtsgerichte fand ein hiesiger Einwohner gestern beim Wasserholen die Leiche eines kleinen Kindes. Eine Viertelstunde vorher spielt» däs Kind noch auf der Straße.
Ockstadt, 19. Mai. Am zweiten Feiertag entstand im Ockstädter Walde jenseits des Wintersteins nach Pfaffenwiesbach zu ein Waldbrand, der indeß sehr große Dimensionen nicht annahm, trotzdem starker Wind herrschte und man hier erst etwas davon merkte, als ein Bote von Pfaffenwiesbach kam.
Ossenheim, 19. Mai. So stark besucht war das „Wäldchen" seit den Zeiten der Mitschelcher" nicht mehr, wie am 3. Feiertag. Zu Fuß, zu Wagen und zu Roß strömte Die halbe Wetterau zusammen und tanzte, trotzdem der scharfe Nordost sich sehr bemerklich machte. Zum Schluffe fand solenne Keilerei zwischen Offenbeimern und Bruchenbrückern statt, wobei es scharf herging. Bruchenbrücken ließ sich dann in Affenheim, und Offenheim in Friedberg vernähen und noch Nachts um 12 Uhr machten die dortigen Apotheker glänzende Geschäfte?
Lauterbach, 18. Mai. Von einem recht betrübenden Fall muß ich Ihnen von hier berichten. Zwei solide und ordentliche junge Leute waren beide in ein und dasselbe junge Mädchen verliebt. Beide gerictben nun dieser Tage eifersüchtig an einander und der eine erstach seinen Gegner auf offener Straße. Unsere ganze Stadt war in Aufregung und man sprach von nichts Anderem als von diesem Morde. (£). gM
Frankfurt a. M., 16. Mai. Der zum Tode verurtheilte Gattenmörder Wagner hat seinen Vertheiviger, Herrn Dr. F' Meyer, zu sich rufen lassen und ihn unter fortwährender Betheuerung seiner Unschutd beauftragt, von dem ihm zustchenden Rechte der Revision seines Processes Gebrauch zu machen. was auch geschehen ist. ,Fr. q )
— Nachdem das Wuchergesetz nunmehr in Kraft getreten und der Bauersmann nicht
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mehr ganz gesetzlos den hartherzigen Wucherern gegenüber steht, dürfte es am Platze sein, ein oberstrichterliches Erkenntniß Des Reichsgerichts in Leipzig so weit alö möglich zu verbreiten. Dasselbe lautet: Ein Gläubiger, welcher seinem Schuloner durch die Bedrohung der gerichtlichen Zwangsbettreibung seiner fälligen Forderung zu der Ausstellung einer SchulDurkunde über eine Summe, die der Schuldner tatsächlich ihm nicht schuldet, nöthigt, ist wegen Erpressung zu bestrafen. Mit anderen Worten: Wenn zu einem Bauern ein Wucherer der bekannten Sorte kommt und sagt, wenn du mir statt der z. B. erhaltenen 20 JL nicht 25 JL schreibst, so verklage ich dich, und der Bauer schreibt es, da er die schuldigen 20 JL nicht zur Verfügung hat, so kann er den Halsabschneider wegen „Erpressung" verklagen. Es ist dies ein richterliches Erkenntniß, das quasi Gesetzeskraft hat und gewiß Schrecken unter den zahlreichen Halsabschneidern verbreiten wird.
Homburg v. d. H. Dor einigen Tagen wurde im hiesigen Walde die Leiche deS früheren Teichmeisters des Nauheimer Teiches mit durchschossenen! Kopfe gefunden. Ob ein Selbstmord, zu dem übrigens keine Veranlassung vorlag, ein Mord oder ein Unglücksfall vor- Uegt, wird die eingeleitete Untersuchung wohl ergeben.
Stuttgart. 13. Mai. Die 20 Alumnen des Priester-Seminars, welche zu zwölftägigen militärischen Ucbungen nach Stuttgart einberufen waren, sind laut der „Tüb. Ehr." in Folge einer Einleitung der Seminarlettung höheren Ortes hiervon dtspensirt worden.
— Aus Reichenhall wird dem „A. Abendbl." über einen Vorfall berichtet, welcher so recht geeignet ist, den menschenfreundlichen Sinn und wackeren Character der dortigen Gebirgs- bcvölkerung zu kennzeichnen. Ein fremder Gärtnergehülfe versuchte vorletzten Sonntag, trotz wiederholter Verwarnung, von der Pavingeralp aus den Hochstauffen Hinanzustetgen. Mehrere Stunden lang ging die Sache gut, und schon hatte er eine bedeutende Höhe erklommen, da — es war etwa um 11 Uhr Vormittags — glitt er an einer sehr steilen Stelle aus, der Boden wich unter seinen Füßen, und pfeilschnell kollerte er das jäh abstürzende Felsengehäng abwärts. Zum Glück gelang es ihm, während des Fallens unmittelbar über der „Goldgrub-Wand" eine Latsche zu erhaschen und sich an dieser mit beiden Armen festhaltend, auch für einen seiner Füße einen Stützpunkt an einer etwas vorstehenden Felskante zu finden. So hing der Arme volle 3 Stunden lang buchstäblich zwischen Himmel und Erde, unmittelbar über den 3—400 Meter hohen, senkrecht abfallenden Wänden des Berges, ohne Hoffnung, daß sein Hülferuf aus der menschenleeren Höhe in das Thal hinab dringe. Aber et ward dennoch gehört. Im Dörfchen Nonn, am Fuße des Stauffen, wo gerade Kirchweihe war, fanden sich alsbald 14 rüstige Bauernbursche zusammen und machten sich, mit Seilen und dergleichen ausgerüstet, auf den Weg. Darunter Alois Wintersteller und der Kugelbach-Hies. Nach 1»/, Stunden Steigens war die Stelle erreicht, wo der Unglückliche über dem gähnenden Abgrund hing. Demselben von unten oder von der Seite beizukommen, erwieS sich jedoch alsbald unmöglich, und es blieb sonach nur übrig, die Rettung von oben her zu versuchen. Aber auch hier mußten die Rettenden ihr eigenes Leben einsetzen, um den Gefährdeten zu befreien. Und die wackeren Burschen thaten es ohne Besinnen. Wintersteller band sich den Strick um den Leib und ließ sich von den Uebrigen abseilen. Aber noch weit tiefer hing der Verunglückte. Die Luftfahrt mußte also noch einmal gewagt und ein Menschenleben der Haltbarkeit eines gewöhnlichen Strickes anvertraut werden: Zu diesem Zwecke ließ sich auch der Kugelbacher abjeilen und bildete nun seinerseits den Stützpunkt für Wintersteüer, den er von hier neuerdings am Strick hinabließ, bis es diesem gelungen war. dem Abgestürzten das Rettungsseil zuzuwerfen und ihn zu sich emporzuztehen Die Details eines solchen Rettungswerkes auf schmalen Felskanten über dem sechsfach thurmhohen Abgrunde auszumalen, muß man der Phantasie des Lesers überlassen. Genug, die Retter und der Gerettete, welcher übrigens in diesen wenigen Stunden um 10 Jahre gealtert zu sein schien, gelangten endlich unter unsäglichen Anstrengungen mit Hülfe der Uebrigen, wieder glücklich in die Höhe und auf sicheren Boden. „So," meinte ein lustiger Kumpan, indem er Jenem lächelnd auf die Schulter klopfte, „jetzt wär' alles gut abganga, 's is nur schad', daß Du nit der Baron X (ein reicher und sehr wohlthätigrr Privatmann in dortiger Gegend) bist!" Dem Vernehmen nach haben die Genannten höheren Orts die wohlverdiente Anerkennung ihrer menschenfreundlichen Handlung zu erwarten.
Rom, 10. Mai. Auf dem Monte Prncio wurde bis vor wenigen Tagen ein zahmer Emu (australischer Strauß) unterhalten. Derselbe verwickelte in der vorigen Woche seinen Hals so unglücklich in dem Gitter seines Gefängnisses, daß er den Erstickungstod! starb. Die Leiche wurde dem römischen Museum überwiesen und bei der Seetion fanden sich in dem Magen des Thieres folgende Sachen: 4 dicke, 11 mittelgroße und verschiedene kleine Steine, 7 Nägel, die Hälfte einer Brustnadel, ein wohlerhaltcnes Briefcouvert mit dem Siegel deS Ministerums des Innern, 2 Häkchen, 13 Kupfersoldi, 1 silberne Medaille Leo s XIII., 14 Körner eines Rosenkranzes, 1 Franken mit dem Blldnlß Napoleons III., 1 halbes Taschentuch, 3 kleine Schlüssel und — 1 Ordenskreuz Es fehlt blos ein Regenschirm und eine Schnupftabaksdose, um die „Liste verlorener Gegenstände" voll zu machen.
— (Zur Anwendung der Electricttät.) Dr. William Siemens in London meldet, daß er seine Versuche mit der Anwendung der electrischen Belrucktung zur Förderung des Wachs- thums der Pflanzen mit günstigem Erfolge fortsetze und demnächst im Stande zu sein hoffe, die Electricität in großem Maßstabe beim Schmelzen der Metalle zur Verwendung zu bringen, ein Gegenstand, auf welchen Dr. Werner Siemens vor einem halben Jahre als hochbedeutend hinwies.
— Wunderdinge erzählen die Amerikaner von einer neuen Feder, deren Halter hohl ist und so viel gewöhnliche Tinte enthält, daß 70 bis 80 Seiten ohne Nachfüllen geschrieben werden können. Darin unterscheidet sich aber die Macktnnan'sche Feder — das ist nämlich die Bezeichnung für die Wunderfeder — von ähnlichen Constructionen sehr wesentlich, daß der schreibende Theil nicht stahlfeder-, sondern bleistiftförmig ist und auS einer Legierung von Gold und Iridium besteht. Sobald ein Gegenstand mit Dem Stift berührt wird, fließt die Tinte durch eine kleine Oeffnung in die Spitze; umgekehrt hört der Zufluß auf, sobalv die Feder daS Papier nicht mehr berührt.
Darmstadt, 18. Mat. Die landwirthschaftlichen Consumvercine im Großherzogthum Hessen sind in erfreulicher Fortentwickelung und Zunahme begriffen. So haben sich in den letzten Tagen wieder drei neue Vereine in der Provinz Oberhessen constituirc. Am 26. d. M. wird eine Delegirten Versammlung des Verbandes der hessischen landwirthschaftlichen Consum- vereine hier abgehalten werden, welche außer der Vorlage der Verbandsrechnung pro 1879 folgende Thematas besprechen wird: 1) In welcher Weise können der Verband und die Vereine den gemeinschaftlichen Verkauf der landwirthschaftlichen Producte für ihre Mitglieder orga- nlsiren? Sind dieselben insbesondere in der Lage, die bessere Verwerthung des zum Schlachten bestimmten Viehes zu fördern? 2) Die Nothwendigkeit des Eintrags der landwirthschaftlichen Consumveretne in das Genossensckaftsregister. 3) Kann der Verband den gemeinschaftlichen Ankauf von landwirthschaftlichen Geräthen für seine Vererne bewerkstelligen?
Köln, 18. Mai. So hoch wie zur Zeit hat man die Werkleute beim Bau des Dome- noch nicht über schmale Balken sicher und gewandt sich hin und her bewegen gesehen, über 500 Fuß über dem Boden ist man thätig, die letzte Gerüst ■ Etage in den nächsten Tagen zu vollenden. Die Zimmerleute, welche behende über die Balken schreiten, nehmen sich so klein aus, als spazierten Vögel einher. Es mögen Jahrhunderte über der alten Colonia dahinziehen, bevor einer der folgenden Generationen die Gelegenheit geboten ist, ein so hohes Baugerüst zu gewahren, ein wahres Meisterwerk der Baukunst, so elegant, so leicht, so schlank und so sicher erhebt es sich von der Mitte der Thüren ca. 300 Fuß aufwärts. Niedergelegt wird dasselbe vor dem Vollendungsfest nicht und es ist das nicht zu bedauern, damit die Festtheilnehmer dieses Wunder der Baukunst in seiner Art schauen können. Unten am Dom arbeitet man mit wahrem Bienenfleiß, den prachtvollsten Tempel auf dem Erdenrund mit Riesenschritten der Vollendung näher zu bringen. Die Restauration des südlichen alten Thurmtheils ist schon von oben bis zur untersten Etage gediehen, die Thürme sind eingewölbt, die Wand zwischen dem südlichen Seitenschiff und der Thurmhalle ist gefallen und an ihrer Stelle ist ein Fenster eingesetzt und über diesem ein riesiges Zifferblatt angebracht worden, Dessen Zeiger bereits die Zeit angeben. Die zwischen dem mittleren Eingang an der Westseite und dem Hauptschiff sich erhebende Scheidewand wird Ende der Woche beseitigt und es Dann ermöglicht sein, das Innere des Domes von der Thurmballe aus zu überschauen, ein so herrlicher, großartiger und überraschender Anblick, der die kühnste Phantasie überbietet. Am Eingang baut man Den Pfeiler auf, ähnlich wir am mittleren Eingang des Südportals, der dazu dient, eine Heiligen-Statue und das Relief zu tragen. Oben auf den Thürmen sinD nur noch die beiden fast vollendeten Kreuzblumen aufzusetzen, dann ist der Wunderbau vollendet
— Berlinische Lebens Versicherungs-Gesellschaft von 1836. Der uns vorliegende Rechnungsbericht der „Berlinischen Lebens-Versicherungs-Gesellschaft von 1836" weisst wiederum überaus günstige Resultate auf. Trotz bedeutender Dotirung Des Garantie- und Reservefonds (Ueijelbe wuchs um 1,200,000 Jt) konnte für die Versicherten eine um 1 % höhere Dividende in Aussicht genommen werden. Das konstante Steigen dieses Gewinn- Antheils ist besonders beachtenswerth. Seit 1868 beobachtet man folgerte Sätze: 17</2, 18*/3, 19, 21, 22, 221/2, 23, 25, 27, 28, 30, 31 o/o. Solchen Zahlen braucht über die solive Fun- bamentirung, die vorsichtige Geschäftsleitung und die gesunde Entwickelung dieses Instituts gewiß nichts weiter htnzugefügt zu werden.
Frankfurt, 19. Mai. Seit Jahren war der Wäldches-Tag von unserer Bevölkerung nicht so gefeiert wie gestern. Bereits um 11 Uhr Vormittags begann die Procession über die Brücken zu Wagen und zu Fuß und dauerte bis etwa gegen 5 Uhr.
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