Donnerstag den 20. Mai
1880.
4tr. 111.
Kichener Anzeiger
> Diners und
™ C. Krame.
enseL
AWge- ii) A»isM fir bti Kreis Gießen.
SSSSSS.! -- •«- “.'I. -> rSSNLrLSLNLVr
Amtlicher HHeit.
Betreffend: Aufsicht über das Fasselvieh. Gießen, am 18. Mai 1880.
Das Großherzvgliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der nachbenannten Orte.
Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere und -Zuchteber durch die von dem landwtrthschaftlichen Bezirksveretn gewählte Commission wird an folgenden Tagen ftattfinden:
1) Donnerstag den 20. Mai in Nonnenroth, Röthges, Villingen, Langd, Rabertshausen, Rodhetm und Steinheim;
2) Freitag den 20. Mai in Hungen, Inheiden, Trais-Horloff, Utphe, Bellersheim und Obbornhofen;
3) Samstag den 22. Mai in Langsdorf, Bettenhausen, Birklar und Muschenherm.
Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zur fraglichen Zeit zu Hause zu bleiben, und die Thtere der Commission bei deren Eintreffen vorzuführen, auch sich selbst bereit halten, um etwa verlangt werdende Auskunft zu ertheilen.
Dr. Boekmann. _______________________________________________
An die Groftherzoglicherr Standesämter des Kreises Gieften.
Eine größere Anzahl von Ihnen ist noch mit Einsendung der Sterbfallszählkarten aus März und April im Rückstände und wird deßhalb um sofortige Erledigung dieser Angelegenheit ersucht.
Gießen, den 19. Mat 1880 Großherzogliches Kreis-Gesundheitsamt Gießen.
vr. Glas o r.
^Z.
I.
fridri»»««, _ Nrufladt lot-—. aschivev^ )fn rcparirt öu ( f, KrünbngcrM^, in bieM«i wird etn utcn Dvrkennt- ^bresesucht.
w- MH-
tnbn "“f i(fp35Ä
Krutschland.
Darmstadt, 16. Mai. Die Amtsblätter des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, für 1880 Nr. 24 bis 27 enthalten folgende Ausschreiben:
Nr. 24, betr. die Dienftaussicht über die Collegtalgertchte vom 23. April.
Nr. 25, betr. Klagen gegen acttve Officiere und Anträge auf Leistung des Offenbarungseides vom 30. April.
Nr. 26, betr. die Erhebung und Vollstreckung der Geldstrafen und Kosten vom 3. Mai.
Nr. 27, betr. die Organisation der Verwaltung in den Haftlocalen der Provinzen Starkenburg und Oberhessen vom 10. Mai.
Darmstadt, 17. Mai. Das Großherzogl. Regierungsblatt Nr. 14 enthält:
1, Bekanntmachung Großherzoglichen Staatsministeriums, die Veröffentlichung der HafeN'Polizet- und Gebühren-Ordnungen betreffend.
2. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Aufhebung der zwischen Hessen und Württemberg getroffenen Vereinbarung wegen Bestrafung der Forstfrevel in den beiderseitigen Grenzwaldungen betreffend.
3. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Gebühren bet dem Ab- und Zuschretben zu versichernden Gebäude in den Brandversicherungs'Katastern betreffend.
Darmstadt, 17. Mai. Das Mitglied der Großh. lm.dwirthschaft- ltchen Centralstelle, Polizeirath Haas (Darmstadt) hat für die am 19. d. M. stattfindende Plenarsitzung dieser Behörde folgende, dos landwirthschaftliche Creditwesen betreffende Anträge gestellt: 1) Die Großh. Centralstelle wolle erklären: Die ländlichen Darlehenskassen sind als eines der vorzüglichsten Mittel zur Hebung des Personalcredits der Landwtrthschaft treibenden Bevölkerung, sowie erfolgreichen Bekämpfung des auf dem Lande vielfach verbreiteten Wuchers zu betrachten. Es ist deßhalb an alle berufenen Factoren, insbesondere die einschlägigen Behörden, an die landwtrthschaftlichen Vereine, an alle Landwirthe und sonstigen Interessenten im Lande das dringliche Ersuchen zu richten, die Bildung und Entwickelung von Kaflenvereinen dieser Art, eventuell im Anschluß an den bestehenden Verband der südwrstdeutschen land- wtrthschaftltchen Creditaenossenschaften mit allen Kräften anzuregen und zu fördern. 2) Die Großh. Centralstelle wolle im Anschluß hieran die wichtige Frage der freieren Organisation des landwtrthschaftlichen Realcredits, in eingehende Erwägung ziehen und mit der demnächstigen Berichterstattung über diesen Gegenstand eine besondere Commission beauftragen.
Berlin, 15. Mat. Die „Nordd. Allg. Ztg." hört, von Altonaer Seite sei auf den alten mit einem Pallisadenzaun versehenen Grenzweg zwischen St. Pauli und Altona aufmerksam gemacht worden, der bis zur Aufhebung des Zunftzwanges 1867 als wirksam bewachte Verkehrsgrenze gedient hatte. Wenn diese Angaben sich bestätigten, wäre der Anschluß Altonas an das Zollgebiet leichter ausführbar, als ursprünglich angenommen worden und auch die rechtliche Sette der Frage bekäme dann eine andere Gestalt. Bet dem Zusammenfallen der neuen Zollgrenze mit der Landesgrenze genüge nach Art. 6 des Zollvertrages vom 8. Jult 1867, daß das Präsidium die Regte- rungen der übrigen vertragenden Thetle einfach benachrichtige. Die Gründe hätten aufgehört, welche die volle Anwendung des Zollvertrags auf die früher dem Zollverein nicht angehörigen preußischen Gebtetstheile ausschlossen; es bedürfe in diesem Falle nicht einmal eines Beschlusses des Bundesraths. Aehn- bch werde die Fra^e sich regeln lassen,, ob und wie wett die Unter-Elbe dem Zollgebiete anzuschließen sei. Der bisherige Anschluß sei lediglich etn facttscher. Art. 6 des Zollvertrages erwähne die Unter-Elbe nicht. Die Forderung Preußens für ganz preußisches Gebiet einschließlich der Unter-Elbe eine gemein
schaftliche Zollgrenze herzustellen, werde verfassungsmäßigem Widerspruche nicht begegnen können.
Berlin, 16. Mai. Der russische Botschafter in Paris, Fürst Orloff, dinirte gestern beim Fürsten Bismarck und verweilte dort bis nach 10 Uhr. Derselbe wurde heute Mittag vom Kaiser in Audienz empfangen und reist morgen nach Paris.
Kesterreich.
Wien, 16. Mat. Die „Montagsrevue" erfährt, daß sich Oesterrem- Ungarn bereits tm Principe dem britischen Rundschreiben angeschlossen hab, welches gemeinsame Schritte in Konstantinopel in Betreff der montenegrinischen, griechischen und armenischen Frage beantragt.
Wien, 15. April. Meldungen der „Poltt. Corresp." Aus Athen: Trtkupts beabsichtigt, demnächst die Gesandtschaftsposten in Parts und Rom neu zu besetzen. Byzanttos ist zum diplomatischen Agenten und Generalconsul Griechenlands tn Sofia ernannt worden. Dieses Revirement im diplomatischen Corps Griechenlands wird als eine Consequenz von der Ueberzeugung Trtkupts' betrachtet, daß die Erledigung der griechischen Frage durch eine zu erwartende englisch-französische Initiative demnächst in Angriff genommen werden soll. — Aus Sofia: Der diplomatische Agent Bulgariens tn Bukarest, Georgteff, hat seine Entlassung gegeben.
Irankreich.
Paris, 16. Mai. Der Minister des Innern Lepere hat heute dem Präsidenten Grevy ein Enlassungsgesuch officiell überreicht. Wahrscheinlich wird Unterstaatssecretär Constans sein Nachfolger werden. — In Roubaix verlief der gestrige Tag ruhiger und fand keine Ansammlung von Arbeitern statt. Man hofft, daß die Arbeit nach den Feiertagen wieder aufgenomnw werden wird. — In Armentteres hat in mehreren Fabriken die Arbeit wieder begonnen.
Paris, 17. Mai. Präsident Grevy hat heute die Decrete unterzeichnet, durch welche der seitherige Unterstaatssecretär des Innern Constans zum Minister deS Innern an Stelle Lepere's und der Deputine des Departements Haute -Garonne Fallieres zum Unterstaatssecretär des Innern ernannt wird.
Kugland.
London, 15. Mai. In dem Eisenwerke Buchall Hall bei Walsall explodtrte ein Dampfkessel, wodurch 50 Menschen thetls getödtet, theils schwer verwundet wurden.
London, 16. Mai. Nach einer Meldung aus Madeira sind drei andere Boote des am 23. April tn der Nähe des Aequators untergegangenen Postdampfirs „American" am 24. April von einer amerikanischen Barke aui- gefunden worden. Dieselbe nahm die Passagiere und Mannschaften auf und übergab sie am 27. April dem Dampfer „Coanza." Von diesem begaben sich die Passagiere und Mannschaften am 1. Mai auf den Dampfer „Senegal", der am 12. Mai in der Nähe der kanarischen Inseln gleichfalls scheiterte. Sämmtliche Passagiere und Mannschaften desselben wurden tndeß gerettet und gestern tn Madeira gelandet.
Aelgien.
Brüssel, 16. Mai. Seit Luther's Zeiten erlaubte sich kein Prälat dem Papste gegenüber, was der abgesetzte Bischof von Tournay, Dumont, in einem offenen Schreiben an ein liberales Blatt sich gegen Leo XIII. heraus- ntmmt. Dumont beruft sich auf das Naturgesetz und will Pecct vor Gericht belangen, weil er ihn für wahnsinnig ausgtbt.
©ent, 15. Mai. Die von den Klerckalen zum Zwecke der Adressen-


