Vermischtes.
Darmstadt, 16. März. Wir erfahren, daß die mit Erlaubntß Sr. König!. Hohett des Großher-ogS im Großh. Palais auf der Zeil zu Frankfurt a. M. ausgestellten Gewinne zu der Berloosung zu Gunsten der Wiederherstellung der Sanct Katharinenkirche zu Oppenheim a. Rh. große Anziehungskraft ausüben und daß die zahlreichen Besucher ebenso wie das im Winter im Großh. Residenzschlosse hier der Fall war, sich beifällig über bte Reichhaltigkeit und Gediegenheit der Ausstellung aussprachen.
Rockenberg, 14. März. Ein junger Mann, welcher gestern in einer hiesigen Mühle während des DangeS derselben mit dem Einölen des Werkes beschäftigt war, beging während dieser Arbeit die Unvorsichtigkeit, sein lang herunterhängendes Halstuch nicht auszuziehen. Dasselbe wurde nämlich von einem Zahnrad erfaßt und ehe es möglich war, das Halstuch loszu- muchen, wurde der junge Mann zwischen die Kammräder gezogen und erheblich verletzt. Dem- s elben ist die Brust tief aufgerisien, so daß man innere Körpertheile sehen konnte. Aerztliche Hülfe war rasch zur Stelle, doch zweifelt man an dem Aufkommen des Verunglückten.
— sFürst Ernst zu Solms-Braunfels j.] Am 7. März ist, wie uns aus Wetzlar ge. meldet wurde, Fürst Ernst zu Solms Braunfels in Folge eines Schlaganfalles verschieden. Der Fürst war am 12. Mär^ 1835 als der Sohn des (am 12. September 1868 gestorbenen) Prinzen Wilhelm und der Prinzessin Maria, des verstorbenen Franz de Paula Joseph Grafen KinSky Tochter geboren. Er war s. Z. Königlich hannoverscher Hauptmann, wie er denn zu dem Königlich hannoverschen Hofe in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen stand, da die Königin Friederike von Hannover, Gemahlin des Königs Ernst August, vorher in zweiter Ehe mit seinem Großvater, Dem am 13. April 1814 verstorbenen Prinzen Friedrich Wilhelm von Solms-Braunfels, vermählt gewesen war. Der Verstorbene war am 3. Februar 1873 seinem Großoheim, dem Fürsten Ferdinand zu Solms-Braunfels, im Besitz der ehemals reichsunmittel- baren Aemter Braunfels und Greifenstein gefolgt; den damit verbundenen erblichen Sitz im -preußischen Herrcnhausc hat er ebenso wenig wie sein Vorgänger in Anspruch genommen. Es folgt ihm, da er unvermählt gestorben, sein »ächstältester Bruder Fürst Georg, geboren den 18. März 1836, vormals Königl. Hannoverscher Rittmeister; vermählt 5. August 1878 mit Fürstin Emmanuela, geboren 19. Februar 1854, des Fürsten v. Triease Moliterno Tochter. Die preußischen Prinzen Alexander und Georg als Enkel des am 28. Deeember 1796 verstorbenen Prinzen Ludwig, mit welchem die Prinzessin Friederike von Mecklenburg-Strelitz, Schwester der Königin Louise, in erster Ehe vermählt, stehen zu dem Hause Solms- Braunfels in ähnlichem verwandtschaftlichen Verhältniß tote der Herzog Ernst August von Cumberland.
Mainz, 14. März. Bet einem hiesigen Photographen sprach dieser Tage ein Fremder
in einem etwas fragwürdigen Anzug vor, der indeß bet seinem Eintritt in daS Atelier sehr verheißungsvoll mit seiner geldgefüllten Hosentasche klimperte. Gleichzeitig ließ der Unbekannte seine Augen wohlgefällig über die Photographien schweifen, welche rings die Wände bedeckten. „Was kost't der ganze Rummel?" fragte der Fremde. — „Was für ein Rummel?" — „Na, die Bilderchens da, — sind bestellt und nicht abgeholt, kenne das!" Der Photograph schüttelte den Kopf, konnte aber ein Lächeln über den erfahrenen Geschäftsmann nicht unterdrücken, der mittlerweile im Zimmer die Runde machte, um die verschiedenen Doppelgänger der Venus und des Apollo genauer in'8 Auge zu fassen. „Hm! nicht übel! könnt' ich brauchen!" murmelte er dann zufrieden vor sich hin. „Also nochmals: was kosten die Bilder?" — „Beoaure", lautete die Antwort, „diese Photographieen sind nicht verkäuflich." „Ah bah I" gab Jener mit verschmitztem Augenzwinkern zurück, „wenn ich gleich baar zahle, dann doch wohl, Freundchen! Trauen mich wohl nicht? He? Na, natürlich, kennen mir ja auch nicht! Js auch nicht nöthig! Hier, sind Moneten, Hauptsache! Also kurz und gut: Stück für Stück 3 Pfennige! Einverstanden? Zwei bis dreihundert nehm' ich." — „Aber zu was wollen sie denn die Bilder?" frug der Photograph neugierig, als Jener ohne Weiteres eine Hand voll Nickel auf den Tisch schüttete. „Das will ich Se sagen", entgegnete der Andere, „ich brauche die Bilderchens vor meinen Liebesspiegel, flottes Geschäft das, können's glauben!" Dem Photographen ging mit einem Male ein Licht auf; aber der Geschäftsfreud ließ ihn noch nicht zu Worte kommen. „Was bedenken Sie noch? Glauben vielleicht, daß ich in Mainz damit... Nein, nur auswärts!" . . . Und ein Kernfluch bekräftigte das Gesagte. — Der Photograph hatte Mühe, seinen Gast davon zu überzeugen, daß hier wirklich kein Geschäft zu machen sei, letzterer wollte durchaus nicht unverrichteter Dinge von bannen gehen. Endlich mußte er aber doch den Rückweg antreten, ohne die gewünschten Götter und Göttinnen für seinen Spiegel der Liebe; er that es kopfschüttelnd mit den Worten: „Na, so e Querkopf ts mick och noch ntch vorgekommen!" (M. Azgr.)
Appenzell. [®ebet für eine liberale Zettung.j Die „Appenz. Ztg." meldet als sichere Thatsache, daß am letzten Sonntag in den Kirchen von Appenzell und Brüllisau auf Aufforderung von der Kanzel sechs Vaterunser zur Bekehrung der liberalen Jnnerrhoder Zeitung, des „Freien Appenzeller", gebetet wurden.
Handel und Verkehr.
— Falsche Fünfmarkscheine werden stgnalisirt. Dieselben zeichnen sich durch stärkeres Papier aus, als die echten und lassen sich bei Tage wohl unterscheiden. Bei Abendlicht dagegen wird die Sache schwieriger. Die angehaltenen Falsifieate tragen bte Zeichen Serie III Litt. C, Fol. 46, Nr. 0,226,161.
Holzverfteigerung im Giestener Stadtwalde.
Montag den 22. März 1880 von Vormittags 9 Uhr an, §oll im Gießener Stadlwalde, in dem District Brauhof nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Brennholz:
Scheith. Prügelh. Swckh. Reish. Raummeter. Wellen. Buchen 145 32,6 80 2080
Eichen 38 29 33 880
Radel — — 1,2 110
B. Bau-, Werk- und Nutzholz: 261 Eichen-Stämme mit 149,47 fm von 21—58 cm Durchmesser, 3 Nadel-Stämme mit 1,16 fm, 2 Buchen'Stämme mit 2,50 fm. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Lick an der 6. Schneise.
Gießen, am 16. März 1880. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 1789) A. Brsmm.
Holzversteigerung.
Montag den 22 und Dienstag den 23. ds. Mts., jedesmal Morgens von 9 Uhr an, sollen in dem Beuerner Gemeindewald, District Eichberg rc. folgende Holzsortimente versteigert werden:
I. Montag den 22. d. M. 386 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 2 „ E'chen- „
9 „ Aspen-
186 „ Buchen-Knüppelholz,
7 „ Nadel-
5750 Wellen Buchen-Reisholz, 500 „ Nadel-
128 „ Buchen-Stockholz,
6 „ Eicken-
Sodann
Dienstag den 23. d. Mts.
2 Eichen-Stämme mit 2,74 fm, 3 Buchen- „ „ 2,20 „
67 Nadel- „ w 12 26 „
292 „ -Derbstgn. „ 17,45 „ u.
700 „ -Reisstgn. „ 6,80 „
Die Zusammenkunft ist oberhalb Fünfhausen.
Beuern, den 17. März 1880.
Großh. Bürgermeisterei Beuern.
1854)_______Ranft. __________
Samstag den 3. April, Vormittags 10 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Karl Kaust II., als:
Flur Vasa 132 Meter Hofraithe in der Kaplansgasse, meistbietend versteigert werden.
Giessen, den 21. Februar 1880. Grossherzogliches Ortsgericht Gießen.
1174) Müller.
Allgemeiner Anzeiger. Eichenlvhrinde - Versteigerung in öer Oberförstern Gladenbach.
Am Mittwoch den 31. März er., Vormittags von 10 Uhr ab, soll im Gasthause „Zur Post" zu Gladenbach das diesjährige Ergebniß an Eichenlohrinde aus den Staatswaldorten Keller und Scheltersau, circa 500 Centner, unter den im Termine bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert werden.
Ferner werden auch die Eichenlohrinde-Quantitäten aus den meisten der hiesigen Gemeindewaldungen, im Ganzen circa 1000 Centner, an dem oben bezeichneten Termine von den betreffenden Bürgermeistern zur Versteigerung ausgeboten werden.
Gladenbach, den 17. März 1880.
Der Königliche Oberförster:
1892) _______________Weyland.________________________
Mühlen Verkauf.
Donnrrstsg den 1. April, Nachmittags 2 Uhr, lasten die Erben des verstorb. Müllermeisters Peter Bepler in Wetzlar die demselben gehörige s. g. Lahnmühle, bestehend aus 3 Mahlgängen, 1 Oilmühle, 1 Säuberer und Backeinrichtung, nebst Hofraum, Stallgebä rde und Wellenbad, in der Mühle selbst auf 3 Terminzahlungen öffentlich meistbietend versteigern.
Dre Wasserkraft ist das ganze Jahr hindurch zum Mühlenbetricb vorhanden und die Gebäude seit einigen Jahren neu hergestellt. Die vorhandenen Räume und die Wasterkraft gestatten auch j'deu anderen Geschäftsbetrieb. Einsicht von bim Etablisstm nt kann, da das Geschäft noch im Betrieb steht, jeder Zeit genommen werden.
Nähere Auskunft rrtheilt auf frankirte Anfragen der Comissionair Ant. Fohrer in Wetzlar. (1640
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Bauholzversteigerung.
1) Donnerstag den 23. d. M.,
Nachmittags 1 Uhr anfangend, werden im Naunheimer Gemeindewald, District Tannenwald, 218 Kiefern- Stämme mit 97,47 fm, meistbietend versteigert.
Zusammenkunft aus der kleinen Br.it.bei Nr. 1.
2) Dienstag den 30. d. M. kommen in den Districten Zehnbeck und Homberg zur Versteigerung:
90 Eichen - Baustämme von 20 bis
92 cm Durchmesser und 14 m Länge mit 80 fm,
124 Fickten - Bauholz - Stämme mit 20,63 fm,
335 Fichten-Stangen, zu Sparren und
Leiterbäumr geeignet, 20,75 fm, Zusammenkunft Morgens 9 Uhr in der Zehnheck bei Stamm Nr. 1.
Naunheim, den 18. März 1880. Der Bürgermeister:
1894)________Kern.____________
Holzversteigerung.
Mittwoch den 24. März,
Vormittags 9 Uhr anfangend, kommen in der Zimmer'schen Försterei Winnerod, Districten Langenbuchen, Neuhosstannen, Würtsgarten, Peters- grund und Burg, folgende Holzsortimente zur Versteigerung:
30 Eichen Stämme von 15—85 cm Durchmesser und bis 8 m Länge mit 10,09 fm,
103 Nadelholz Stämme und -Stangen von 12—30 cm Durchmesser und 6—15 m Länge mit 30,05 fm, 113 rm Buchcn-Scheitholz.
166 rm „ Knüppelholz,
180 rm „ Stockholz,
54 rm Nadel-Scheitholz,
120 rm „ Knüppelholz,
90 rm „ Stockholz,
600 rm Buchen-Durchforstungs-
Reisholz, 400 rm „ Ast Neisholz, 600 Stück Nadel Bohnenstangen. Zusammenkunft auf dem Zimmer'schen Hof dahier.
Winnerod, am 16. März 1880. 1831) Sänger, Förster.
^Zerfteigerung.
Montag den 22. d. Nkts.,
Nachmittags 2 Uhr, roerben im Lindenhof dahier (parterre) 330 Stück Tapeten verschiedener Sorten, sowie ein Etageretisch gegen Baarzahlung meistbietend versteigert.
Die Versteigerung wird bestimmt abgehalten.
Gießen, den 19. Marz 1880.
1890) Geissler, Gerichtsvollzieher-


