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1880

Samstag den 20. Marz

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RevactionSbin-eaur \

Hxpe-itionsbrrrcatt: J

Schulstraße B. 18.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. B oe kmann.

Kreisqesundheitsamt Gießen besorgt.

Gießen, am 17. März 1880.

Zum Geburtstogsfeste des deutschen Kaisers.

(22. März 1880).

Die Feier des Wiegenfestes unseres Ka-sers Wilhelm gilt uns als ein Volksfest, feit Jahren ist der 22. März ein nationaler Festtag g'worde". Kaum leg» sich noch darüber dos deutsche Volk Rechenschaft ab, vielmehr findet e# tit freudige Feier selbstverständlich und natürlich. Es liegt rn dem Jubel der Nation nichts Osficielles oder Gemachtes, sie folgt dem Drange ihres Leitens. Darum erwägt das Volk nicht mehr, daß in seinem Kaiser das Staatswesen, di- Vertretung des Reiches, dem wir zahllose Segnungen ver­danken, gewissermaßen zur persönlichen Erscheinung kommt, eS folgt nicht allein der allgemeinen und wohlbegründeten Sitte, das Geburtssest des Landesh-rrn >u feiern, es erfüllt nicht blos eine ehrenvolle Pflicht, sondern esfolgt, edtg llch dem inneren Drange. Begeisterte Verehrung, Dankbarkeit und b"ech"gier Stolz haben gleichmäßig Antherl an dieser Feier, die um so herzlicher und «hebender wird, je länger die gütige Vorsehung uns den Kaser erhalt.

Verehrung weiht das Volk dem selbstlosen, starken und edlen Geiste des Kaisers, Dankbarkeit empfindet es sür das, was er für Deutschland gewirkt und gelitten Hot, vor Allem sür die Herstellung des einigen Daterlandes, welches die Bedingungen sür die Sicherheit nach Außen, für erne unabhängige nationale Enlniclelung, sür Wohlsahrt, Freiheit und Gesittung in sich trägt, Dankbarkeit sür ihn, der unserem Leben durch die Erfüllung desjahrhunderte- lanaen Traumes von des deutschen Reiches Herrlichkeit den kräftigsten Juha t gegeben, und mit ihr vereint sich der Stolz auf einen Kaiser, dem eine ganze Wel Bewunderung entgegenbringt. . ,

Hohe Bewunderung erzeugt das reiche Leben unseres Kaisers, das ohne Gleichen in der Weltgeschichte ist, die Ehrfurcht aber 'st nicht °llein d-F°Ig° eines natüilichen Gefühls dem hohen Alter gegenüber, das dennoch nicht« von der geistigen Frische htnwegzunehmen vermag, sondern auch der vielen und wunderbaren Fügungen der Vorsehung, welche Kaffer^Wilhelm ganz blonder in ihien mächilgen Schutz genommen zu haben scheint. In Zeiten, wo man den Finger Gottes so ost zu sehen vermeint, da sollte man ihn vor Allem a7ch in dem weisen Walien der Vorsehung erblicken, di- dem jungen Reich so lange den alten festen Herrscher erhält.

Rach langer Arbeit, nach schweren Kämpfen ist unserem Kaiser, obwoh nicht ungetrübt, ein an Ehren reicher Lebensabend zu Theil geworden Hehre Erinnerunasfeste, die an seine kriegerische Lausbahn anknüpsten, freudige Fami- liencreianisie die seltene Feier seiner Goldenen Hochzeit haben sein Herz «quickt auf allen seinen Wegen begleite, ihn die Liebe eines treuen Volkes und wo auch zuweilen der Streit der Meinungen, der Kamps der Parteien tobt in einem Gesühl, das gerade am Geburtstage des Kaisers lebhaft sich herdrängt, sind alle Parteien einig in der Anhänglichkeit an den Kaiser, de bOi ^Wohl umwöltt sich zuweilen der Horizont mit Kriegsgefahr, abet ein Mich i ach unseres Kaisers Bild genügt, um uns zu sagen, daß wir uns eher unter den Trümmern des von ihm geschaffenen Reiches begraben ließen, als daß wir uns eine Zersplitterung und Entwürdigung des Vaterlandes gefallen li hen Im Jnne.n aber erhoffen wir den Frieden gleich unserem Kaiser Wilhelm der schon bei der Eröffnung deS ersten Reichstages sprach t Woge die Wiederherstellung des deutschen Reiches sür die deutsche Nation auch imch Innen das Wahrzeichen neuer Größe sein I Möge die Aufgabe des deutschen Volkes sortan da,in be,chl°ff-n sein, sich in dem Wettkampfe um die Guter des Mieders als Sieaer au erweisen! Das walte Gott!

Die Hoffnung und das Vertrauen des Kaisers ist unser Panier, und in diesem Zeichen werden wir siegen I An seinem Wiegen,este aber vereint das ganze Volk sich zu dem Ruse: z, ,

Gott schütze und erhalte unfern Kaiser!

Aeutschkand.

m Darmstadt, 18. März, lieber bie Vorlage der Regierung den Gesetzesent­wurf die Errichtung einer stehenden Brücke zwischen Mainz und Kastel fonne

übetbie©incXieg WebufleS einer Bürgerversammlung und der Handelskammer r>i <Dhiin' in -gleichem Betreff hat Namens des Finanzausschußes der ersten Kammer Lerr Wernherr (Nierstein) Bericht erstattet. . Der B-ncht welcher mtt dem An rag nm m dem einsiimmiaen genehmigenden Beschluß der II. Kammer icynevl, vc

schränk schauf in geschichtlich? Wiedergabe der Vorgänge in der Zweiten Kammer niAnaelegenh?it und. bemerkt nur cinleitungsweife:Es ist eme unrichtige Au - fast'una die am^20. Januar 1880 von Großherzoglichem Mimstermm der Kammer ge-

^sorlaae des staatlichen Baues einer auf Stempseilern ruhenden stehenden Nbeinbrücke von Mainz nach Kastel als einen Plan zu betrachten, der erstt m neuerer heit erfasst worden wäre. Die dem Berichterstatter von Großherzoglichem Ministerium anoertrauten Ministerialactcn über diesen wichtigen Gegenstarw stnd der ^recte Beweis, daß Großl)er,;ogl>che Negierung schon feit länger als einem Jahrzehnt sich mst biefem wichtigen Gegenstände ernst beschäftigt, aber letzt .durch bte a*?frhbePlI,d)jCJt brechunaen des Uebergangs über den Rhein vermittelst der Schiffbrücke m bi cf cm W nter durch die bedeutende Zunahme der Bevölkerung von Mainz und Kaste, durch das so'gewachsene Bedürfniß der beiden Rheiimfer des Mittelrhems zu einer voUs^ndig ununterbrochenen Passage des Rheins endlich daß ohne eine feste stehende Brücke üb^r den Rhein Mainz, die größte Stadt dieses Landes, in einen kleradezu erniedrigten Laut- 'M Vergleich mit allen großen Nh-instädt-n von Basel bisColn, die iammtuch mit stehenden Rheinbrücken jetzt versehen sind', von nun an verbleiben wurde^^u dem Entschluß gebracht worden, den festen Dan emer weiteren Rhembrücke zu Mainz al. eine unmittelbare Nothwendigkeit zu betrachten."

Berlin, 17. März. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Nach- richt verschiedener Blätter, daß die preußische Regierung wegen Ankaufs der Hessischen Ludwigsbahn Verhandlungen angeknnpft habe und letztere ^berests weit vorgerückt seien, entbehrt zuverlässiger Quelle zufolge jeglicher Begründung.

England.

London, 17. März. Unterhaus. Aus eine Anfrage Gourley's erklärt der erste Lord der Admiralität Smith: Die bestellten Hinterlader näherten sich dem französischen System, entsprächen demselben jedoch nicht ganz. Ueber die Versuche mit Krupp'schen Kanonen in Esten sei der Bericht der denselben beiwohnenden englischen Officiere noch nicht vollständig erfolgt.

Italien.

Rom, 17. März, Abends. Depuiirtenkammer. gortjefcung ber Se- rathung über das Budget des Auswärtigen. Ricotera spricht seine Ansicht aus über die während der Debatte aufgeworsenen Fragen, prüft die Verwal- tuna der Ministerien der Linken nnd beklagt die Spaltungen der Lwkeii. Er sei von^der Politik der Regierung nicht gänzlich besriedigt werd° °r.r »r das Cabinet' stimmen. - Marselli, Della Rocca Umana und Fr,x - erklären sich von Cairoli's Antwort befriedigt. Visconti Venosta theilt diese JEMrtebi äung nicht und setzte seine Gründe hiersur auseinander. Di bean tragt eine dem Cabinet günstige Tagesordnung. Bonghi bezeichnet die Regte- ungsp iik aw eine ohnmächtige. Minghetti entwickelt ein Mißtrauen Votum aeaen das Cabinet. Er erklärt, daß er als Minister seinen Collegen b<e

Fiage vorlegte, ob die Annection Bosniens u>'d der Herzegowina durch Oesterreich Italiens Jnteresten gefährden könnte und daß er hieraus e»ne nega­tive Antwort erhielt. Er spricht sich gegen bte Duldung bei der republikanischen Vereine ans, erblickt in dem Berliner Vertrage den Keim neuer Complicationen und bezweifelt, daß die Regierung darauf vorbe- riCt Lvalotlt beantragt eine Tagesordnung, welche b<« Zuversicht ausspricht das Cabinet werde in den Beziehungen mit lOesterreich das internationale Recht wahren und die Ftiedeus^Jnter.ffen mit den Pflichten einer freien nativ- nalen Regierung versöhnen. - Cairoli behält sich und de Pret.s bie Antwort aus Cavalotti's Aussührungen vor, glaubt jedock sofort Besorgnisse über bie von Cavaiotti Oesterreich zugeschriebenen kriegerischen Absichten verscheuchen zu

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Gießen, bett 18. März 1880. ' ' Großherzogliches Kreisamt Gießen.

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Bekanntmachung.

SBetreff enb: Die Eintheilung der Jmpfbezirke. Dorf-Gill und Grüningen die Impfung durch das Großherzogliche

Es wird hiermit zur Kenntniß ber Jntereffeuten gebracht, baß , i Holzheim Lich Münster, Muschenheim, Rieder - Bessingen, Ober- Kreisgesundheitsamt Gießen, in den Orten SBirHar, gberftabt @$ zu Lich höherer Anordnung nach ausgeführt wird. ... d-

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