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^MbAE fum unter itlltgff i,ften8 ernpsoblen.
Mx. 287. Westes Blatt. Sonntag den i9. December 1888.
Hießener ^wteiger
Aizeip- «d Amtsblatt fit de» greis Gieße«.
KedaetiorrSbureau:
Cxpeditiouöbureau:
Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
PreiS vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher Hheit.
Bekanntmachung.
Gefunden: 1 Regenschirm, 1 Kopfkiffen-Ueberzug, 1 Sttllscheere, mehrere Schlüssel.
Zugelaufen: 1 Huhn.
Die gefundenen Gegenstände sind auf der Polizeiwache (Weidengasie 93) ausbewahrt.
Gießen, den 18. December 1880. Großherzogliche Polizetverwaltung Gießen.
__■__Fresenius.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Eorrespoudenz-Bureau.
Berlin, 17. December. Abgeordnetenhaus. Die der Budget-Commission überwiesenen Positionen des Bauverwaltungs- und Justizetats werden nach den Commissionsanträgen genehmigt. Bei Berathung des Eisenbahnetats hebt Minister Maybach gegenüber Aeußerungen Büchlemann's und Rickert's hervor: Die Regierung habe nicht zu viel versprochen: die Erwartungen würden aber, wie er glaube, noch übertroffen werden, die vollen Früchte der Verstaatlichung werde man erst ernten, wenn die Verkehrshindernisse und -Erschwerungen, die bei einzelnen Bahnen unter einander beständen, beseitigt seien. Für nächstes Jahr seien erheblich höhere Ueberschüsse zu erwarten. Differential-Tarife werde man nicht entbehren können; die Regierung wolle aber nur solche Differentialtarife, die der inländischen Production zu Gute kominen. Der Bau von Secuntärbahnen aus den übetkommenen Beständen sei jedenfalls die. beste Verwendung der Bestände. Betriebsmittel für die verstaatlichten Bahnen seien reichlich vorhanden. D'.e Course der Privatbahnen ständen über ihrem wtiklichen Werthe, weil man schon aus deren lieber nähme durch den Staat speculire. Wie erfreulich die Ergebnisse des Staatsbahnbetiiebes seien, ergebe sich schon daraus, daß die Uebeischüsse der Staatsbahnen die ganze Staatsschuld deckten. Er hoffe, es werde noch besser werden. Dem Widerspruch des Abg. Büchtemanii gegenüber ergänzt Minister Maybach seine Ausführungen durch DaiUgung des Verhältnisses der Rentirung der Staatsbahnen. Schließlich käme es aber darauf gar nicht an, die Staatsbahnen hätten wie die Post und Chausseen aus anderen Gesichtspunkten zu wirken.
Wien, 17. Decvr. Kaut Meldung der „Polit. Corresp." aus Rom hat der Gedanke der Lösung der griechischen Frage durch ein europäisches Schiedsgericht .tu den letzten Tagen insofern Consistenz gewannen, als es gegen- wärtig den Gegenstand der Erwägung der Cubinete bilde. Die französische Regierung, von dem britischen Cabtnet für die Idee eines Schiedsgerichtes gewonnen, habe die Discussion der Möglichkeit und Zweckmäßigkeit der Idee gegenwärtig bei den C^bineten angeregt.
Cettinje, 17. Decbr. Der Fürst von Montenegro dankte den Mächten anläßlich der glücklichen Lösung der Frage betreffs Dulcignos.
spaci$, 17. December. Die Gerüchte von französischen Truppencon- centrirungen an der tunesischen Grenze sind der „Agence Havas" zufolge unbegründet.
London, 17. December. Das 27. Regiment ist von Gibraltar nach Irland beordert. „Daily Telegraph" erfährt, baß Cabinet habe die Möglichkeit der Proclamirung des Standrechls in den unruhigen Districten Irlands erwogen. Nach de >. gestrigen Cabinetsrath begab sich Granville wieder nach Walmer Castle, Forster nach Dublin. Gladstone kehrt heute nach Harvarden zurück.
München, 17. Decbr. Der Verwaltungsger'chtshof hat laut heute publicirtem Unheil die Verpflichtung der Reichsbank-N ber.stelle in Würzburg zur Tragung von Gemeinde-Umlagen verneint, und demnach die desfallstgen Beschwerden des Würzburger Magistrates unter Auferlegung der Kosten als unbegründet zmückgewiesen
Stuttgart, 17. Decbr. Heute Vormittag 10 Uhr fand die Beerdigung des in Berlin verstorbenen württembergischen Gesandten v. Spitzemberg statt unter Betheiliguug zahlreicher Leidtragender aus allen Kreisen. Der König war durch dm Prinzen Wilhelm vertreten. Sämmtliche Minister waren anwesend. D°e Leichenrede hielt der katholische Stadtpfarrer Zimmerle.
Berlin, 17. December. Der Meldung in den Blättern, daß durch den dem Bunbesrathe zugegangenen Etats-Gesetzentwurf der Reichskanzler ermächtigt werde, den Betriebsfonds der Reichsbank bis zu 40 Millionen durch Ausgabe von Schatzanweisungen zu erhöhen, liegt eine offenbare Verwechselung zu Grunde. Es handelt sich um die Ausgabe von eventuell 40 Millionen in Schatzanweisungen zur vorübergehenden Verstärkung des Betriebsfonds der Reichs-Hauptkaffe, nicht der Reichsbank. Die betr. Bestimmung stimmt dem Wortlaute und dem Betrage der Staatsanwetsungen nach mit § 3 des Etats- gesetzes für das laufenden Etatsjahr überein.
Bukarest, 17. Decbr. Unter den in Folge des Attentates auf Bra- tiano Verhafteten befindet sich ein gewiffer Patescu, welcher ein kleines Oppo- sittonsblatt, „Vestea" betitelt, herausgab und direkter Mitschuld überführt sein soll; ferner ist ein Pole Namens Flavosivsli verhaftet. Staatsanwalt Zentde hat sich nach Tergowttsch begeben, wo einer der wohlhabendsten Bürger, früherer Deputtner und Präfekt, stark compromttttrt sein soll. Mehrere Blätter erwähnen eines Gerüchtes, wonach der Senator, Fürst Georg Sturkza, verhaftet würde, sobald der Senat seine Einwilligung dazu gegeben.
London, 17. December, Abends. „Pall Mall Gazette" erklärt die Nachricht des „Daily Telegraph", daß die Regierung die Proclamirung M Standrecht- für Irland erwogen habe, für vollständig unbegründet. Nach einem Telegramm aus Parsonstown (Irland) wurden dort militärische Nacht- Patrouillen angeordnet, bis der Dtstrict beruhigt sei. Aus Killarney wird
gemeldet: 300 auf den Gütern des Earl Kenmore beschäftigte Feldarbeit«! wurden entlasten, weil die Pächter sich weigerten, den gewöhnlichen Arbertslohn zu zahlen. ___
Lokales.
Gießen, 18. Dec. Der ordentliche Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie an hiesiger Universität, £)r Schneider, hat eine Berufung nach BreSlau erhalten. Derselbe bekleidet gegenwärtig die Würde des Rectors unserer Universität. Während seiner fast zwolf- jäbrigen Amtsführung ist Herr Professor Schneider mit voller Hingabe wad mit vielem Erfolg für das Wohl der Hochschule thätig gewesen und hat sich um Die Hebung unterer acavemischen Perhältnisie grohe Verdienste erworben. Es ist sehr zu bedauern, Daß die Ludovictana eine: so bedeutende Persönlichkeit verlieren soll.
Gießen, 18. December. IZur Sonntaflöfeier.I In Betteff der für die bicsigen Geschäftsleute so wichtigen Frage ob nunmehr m Folge der Verlegung des Nachmittags-Gottesdienstes auf den Abend die Kaufladen schon nach dem Schlüsse des Vormittags - Gottesdienstes geöffnet werden dürfen, haben sich mehrere Interessenten nut der Bitte um Auskunft an den Herrn Provmz-al-Director gewendet. Derselbe äußerte sich dahin, daß eine solche Auffassung! seiner Intention. m keiner Weise entspräche. Bei Erlaß der fraglichen Bestimmungen: der Art. 227 und 229 des Polizeistrafgrsetzes habe cs augenscheinlich nicht M der Absicht des Gesetzgebers gelegen, die Einhaltung der Sonntagsfeier lediglich von der Abhaltung des Gottesdienstes abhängig zu machen — denn in diesem Falle wurde er sicherlich die Zeit zwischen beiden Gottesdiensten freigegeben haben — sondern einen großen Tyeil dieses Tages von allen Störungen frei zu halten, die mit der eigentlichen höheren Bestimmung dieses Tages nicht im Einklänge stehen- Die Abgrenzung dieses für die strenge Sonntagsfeier reservirten Theiles des Tages sei in ganz passender Weise mit der Beendigung des Nachmittags-Gottesdienstes in Zusammenhang gebracht. Falle dieser Gottesdienst auch weg, so bleibe doch die Absicht der Begrenzung auf die frühere Zeit der Abhaltung desselben bestehen. Bei dieser Auffassung erscheine es nicht emmal nothwendig, darauf hinzuweisen, daß der katholische Nachmittags-Gottesdienst nach wie vor von 2 bis 3 Uhr abgehalten würde, und daß es äußerst mißlich wäre, einen ständigen Wechsel in der Dauer der Sonntagsfeier hervorzurufen, indem man dieselbe von den wechselnden Beschlüssen des Kirchenvorstandes abhängig machen wollte weil hierdurch die einen höheren religiösen und sittlichen Standpunkt wahrenden gesetzlichen Bestimmungen jeder Autorität beraubt und das religiöse Gefühl der christlichen Gemeinde in empfindlicher Weise verletzt werden würde. , ,r
Mit Rücksicht auf die in dieser Frage herrschende Ungewißheit beeilen wir uns, Vorstehendes zur Kenntniß unserer Leser zu bringen.
— Daß Resultat der Volkszählung am 1. December 1880 ergibt für Gießen:
Wohnhäuser 1279, Haushaltungen 3501, Anstalten pp. 15. Zahl der Anwetenden incl. Milikair: a. männlich 8753, b. weiblich 8244, zusammen 16997. Zahl der vorüber- gehend abwesenden Haushaltungsmitglieder: a. männlich 110, weiblich bl. Summa der Entwöhne r 17168. —
Handel und Verkehr.
Gießen, 18. December. Auf vem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. <^20 i-<6 u o oo Hühnereier 1 Stück 7—UH, 2 St. 00 H, Gänseeter 1 St. 00—00 Käse per <- kuck 5-9 S ©tÄ-Ö S Erbsen 1 Liter 22 H, Anstr. 1 Liter 26 5». STaubey oc,
Naar H-75 Hühner p St. 0.90-1.20, Hahnen p. St. JL 0.75-1.20, Gänse pr. Pfd. 60-00 H, Enten ver Stück V‘L 1.70- 2.00, Ochsenfleisch 66—00 per Pfd-, ' U7!d Rindfleisch 45-50 Kalbfleisch 45-50 ^ Hammelfleisch 50-66 -9» 64—68 ,5-, Kartoffeln per ICO Kilo 4.00-0.00, Zwirbün p-Ett. M. 10-0, Misch pe.
Augrua aus den Standesamlsregistern des Standesamts G eßen Vom 12. bis 19. December 1880.
Aufgebote.
December 13. Reallehrer David Lobstein in Ansbach mit Mathilde Mayer pochier des Kaufmanns Alexander Mayer, von Gießen. 13. Taglohner bo.rn mit Elisabethe Junker, zu Linkershausen. 15. Kaiffmann Daniel Grünewald von Rh-n bollen mit Kathinka Flörsheim, Tockt.r des Rentners Simon L ^^eim von G^ ld- Der Commandant von Sonderburg-Düppel Oberst Philipp Friedrich
mit Emilie Caroline Philippine Susanne Wilhelmine Labroisse Toch rd s verstorben n Rent^ ners Louis Labroiffe, von Gießen. 16. Kau mann Theodor Carl Ludwig Johann Beae von Gießen mir Bertha Elisabetbe Agnes Lange, Tochter des
Schwedt. 17. Schneider Heinrich Bartsch von Güßen mit Anna Gertrud Rose, Tochter des B äckcrmeisters Johann Philipp Rose, von Zierenberg, Kreis Wolfhagen.
December 12. « *<ü t tnff'a’ffii Ä“f'"ta"!!
Cheist'-N Untln M Stau»« wn.tajKn m" verstorbenen Chausseeaufsehers Samuel Balczuwait, von Kletn-Nudlaur.n.
Geborene.
December 6. Dem Schuhmachermeister Philipp Lather eine Tochter, o. Dem Architekt


