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halten darauf, daß der Bierkrug bis zu dem Augenblick, da man zu Tische geht, im Eise bleibe und auch die Gläser mit Eiswasserausgefrischt" sind- Das scheint eine Geschmacksverirrung zu sein, denn man schmeckt nicht mehr oas Bier, sondern hat nur noch die Empfindung jener Kälte, die man eine brennende nennen kann. Doch würde ein Streit hierüber zu keinem Ziele führen. Eine andere Frage ist die Gesundheits- frage. Der Magen ist ein geduldiger Geselle, er läßt sich Unglaubliches zumuthen und thut seine Schuldigkeit, so lange er kann. Ist endlich seine Kraft erschöpft, dann klagen wir ihn an, schelten ihnschlecht", laboriren an Magenkatarrh, der Krankheit der Gebildeten", das heißt, in diesem Falle der Menschen, welche systematisch auf den Ruin des Magens losarbeiten. Was ist Magenkararrh? Entzündung der Magen- scheimhaut, und hervorgerufen wird er in den meisten Fällen durch den Genuß zu heißer, zu gewürzter oder zu kalter Speisen. Der Unterschied zwischen Bayern, wo man mitkühlem" Bier mit Kellertemperatur zufrieden ist, und anderen Ländern, wo man diese künstlich herabsetzt, soll ganz auffallend sein. Und ist es ein Wunder? Die thierische Wärme beträgt durchschnittlich 37 Grad Celsius, während des Speisens ist die Temperatur des Magens noch höher, und nun erhält er ein Sturzbad, wenige Grade über Null! Wenn die Magenwände von Eisen wären, würden sie darunter leiden.

Ein Arzt wird Nachts um Ein Uhr zu einem Patienten citirt. Nachdem er denselben untersucht hat, schüttelte er bedenklich den Kopf und äußert, es wäre gut, wenn der Pfarrer gerufen würde. Wie der Pfarrer nach einer Weile erscheint, ruft derselbe erstaunt aus:Aber Herr Doctor, der Mersch ist ja betrunken!"Ja, lieber Herr Pfarrer", versetzt der Arzt, senken Sie denn, ich will der Einzige sein, der Nachts um Ern Uhr zwecklos aus dem Bett geholt wird?"

- sFamilicnsegen.j Mancher unserer Leser erinnert sich noch wohl des vor einigen Jahren im Abgeordnetenhause von Wantrup citirten armen und doch so reichen preußischen Volksschullehrers, der bet geringem Gehalte einige zwanzig (wir glauben sogar neununozwanZig) lebendige Kinder zu versorgen hatte und es mit Gottes Segen auch that. Die Mähr war wundersam, aber doch nicht so wundersam als folgende: John Hepner in Neabing (Pa.), ein Deutscher von Geburt, heirathete im Jahre 1840. Seine Frau schenkte ihm in den 8 Jahren ihrer Ehe 17 Kinder, zweimal Zwillinge, viermal Drillinge und zu guter Letzt noch ein einzelnes K'nd, worauf sie sich htnlegte und starb. Im Jahre 1849 heirathete Hepner zum zweiten Male. Die Ehe dauerte wiederum 8 Jahre und war mit 15 Kindern gesegnet, während die dritte bis jetzt dem Hause einen Zuwachs von nur 10 jugendlichen Wesen gebracht hat. Summa 42 Die Geschichte ist wahr, denn wir haben sie Schwarz auf Weiß gelesen, übrigens läßt auch die angegebene genaue Adresie unseres glücklichen Landsmannes im fernen Westen keinen Zweifel aufkommen.

Aus dem Harem des Sultans ist eine Sklavin entflohen, die einstweilen Unter­kunft und Schutz in der englischen Botschaft gesucht und gefunden hat. Herr Goeschen weigert

sich, vieselbe auszuliefern. Wie man nun vernimmt, hat viese Sklavin den kaiserlichen Harem verlassen, weil sie zum Christentum übertreten und sich dann verheirathen will. Bekanntlich hat vor einiger Zeit auch eine Sklavin des Ex-Khedive einen solchen Schritt gemacht und ist jetzt auch an einen Maler in Neapel verheirathet. Jedenfalls wirb der Küßlar Aga (Ober- Eunuche), weil er die Sklavin nicht gehörig bewacht hat, strenge zur Rechenschaft gezogen werden. Unter Mahmuo II., dem Großvater des jetzigen Sultans, hätte er seine Nachlässigkeit wohl mit seinem Kopfe büßen müssen. Uebrlgens ist es bei den türkischen Sultanen Gebrauch, daß sie eine entflohene Sklavin nicht mehr berühren, sondern an einen untergeordneten Beamten oder Militär verschenken. Abbul Hamid's Harem soll nur (!) fünfzig Frauen zählen, während der Ex-Khebtve deren schon sechzig, der Schah an dreihundert und der Sultan von Marokko an achthundert besitzt.

Eine komische Miedergeschichte wird aus London erzählt. Zwei der größten dortigen Theater zählen unter ihrem Personal zwei der berühmtesten Künstlerinnen, die eine Sängerin, die andere Tragödin. Die Beiden ähnelten sich, wie die PariserContinental-Gazette" erzählt, in vielen Beziehungen, nur nicht in ihrer Erscheinung. Die Eine ist bekannt wegen ihres schönen Wuchses, die Andere hat den Ruf der ächerischrsten Schauspielerin unserer Tage Nun besitzen zufällig sowohl Minnie Hauck wie Sarah Bernhardt, denn von diesen Beiden ist die Rede, dieselbe Corsetiere in Paris. Beide hatten sich neue Corsets bestellt, doch unglücklicher­weise wurden diese höchst wichtigen Accessorten weiblicher Schönheit bei der Expedition nach London verwechselt und so kam es, daß Minnie Hauck ein Corset von unglaublich possirlichen Dimensionen erhielt, während Fräulein Bernhardt, wie Alle, die sie gesehen, wohl begreifen, mit großem Schrecken die Proportionen des ihr zugesendeten Mieders betrachtete. Da nun bei beiden Damen nicht die mindeste Hoffnung vorhanden ist, daß ihr Aeußeres sich mit Zeit und Geduld in dem augedeuteten Sinne verändern könnte, so entspann sich zwischen London und Paris ein eifriger Austausch von Briefen und Telegrammen, der endlich damit endigte, daß die beiden, einander bisher persönlich unbekannten Damen ihre Karten und bet dieser Gelegen­heit auch ihre Corsets austauschten. Die beiden Damen sollen jetzt Busenfreundinnen ge­worden sein.

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Bremen, 14. Juli. Der Postdampfer Mosel, Capt. H. A. F. Reynaber, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. Juli von Newyork abgegangen war, ist heute 11 Uhr Vorm-.ttags wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 1 Uhr Nachmittags die Reise nach hier fort­gesetzt. Derselbe überbringt 229 Passagiere und volle Ladung.

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