Telegraphische Depeschen.
Waaner'» telegr. C-rrespon»enr-«ureau.
Darmstadt, 15. December. Die Kronprinzessin des deutschen Reichs ist heute Vormittag mittelst ExtrazugeS nach Berlin abgereist.
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298. Freitag den 17 December L88O.
(Eichener Anzeiger
__Aiffigr- null MWolt für hti Kreis Kichn.
«xvedittonSbur^aur } Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50
Amtlicher Theil. Bekanntmachung.
NattNub-»?^ des Innern und der Justiz ist genehmigt worden, daß mit den im Frühjahr und Herbste 1881 in Darmstadt
*“ 8°hl°n, gerben, Pferdegeschirren, landwirthschastlich.n GerÄhschasten und'sonstigen Gegenständen zu verwenden $CTloofun^- Pnb höchstens 20000 Loose ä2^. auszugeben und wenigstens 65% der Brutto-Einnahme zum Ankauf von Gewinngegenständen Gießen, am 15. December 1880. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Aus Mecklenburg, 13. Decbr. Auf dem gegenwärtig noch in Malchin versammelten gemeinsamen Landtag der beiden Großherzogthümer Mecklenburg hat die Ritterschaft, d. h. die Besitzer der Rittergüter, jetzt den Beschluß gefaßt, die Regierung zu ersuchen, ihren Einfluß aufzuwenden, damit die obligatorische Civilehe für Mecklenburg wieder gänzlich aufgehoben werde, während die Landschaft, d. h. die Bürgermeister der Städte, sich von diesem Beschlusie ferngebalten haben. Eine große Bedeutung hat diese Bitte der Ritterschaft freilich nicht und eine praktische Wirkung wird sie gleichfalls nickt haben. Diese gan.»e sog. Ritterschaft welche j-tzt in Malchin tagt, besteht nur aus einigen vierzig adeligen Gutsbesitzern; denn eine größere Zahl hält es gar nicht mehr der Mühe werth, ganz besondere Fälle abgerechnet, überhaupt den Landtag zu besuchen. Rittergutsbesitzer bürgerlichen Standes erscheinen, außer mitunter ein bis zwei Personen, überhaupt gar nicht mehr auf dem Landtag, da sie daselbst gewöhnlich nur eine klägliche Rolle spielen dürfen, S W Melden können, was Alles mtruOO) mnu-n-m
änd rn zu °u-Mch >ch°n Privilegien der adeligen Rittergutsbesitzer gehört. Di- HaUung de? adeligen Landstand- ist setz, schroffer und allen ltberalen Be- strebmigen seindseliger denn je. sie halten di- jetzige unttelalterliche Feudalver- fastung^auch für alle fernere Zukunft gesichert und unverletzlich und weisen mit frohn i-d'N Revtsionsantrag der Regierung entschieden zuruck, wie ste denn auch eine offenbar feindselige Gesinnung gegen den Fürsten Bismarck und alle seine Schöpfungen ziemlich unverhüllt äußern. .
Straßburg, 13. Dec. Daß die Stadt Straßburg seit der deutschen f>errsckait mächtig emporstrebt und bereits die unbestrittene Hauptstadt des ^onren vberrbeini^cken Bezirks geworden ist, hat auch die soeben stattgehabte MrLwWN Wb«! Die Bevölkerungtziffer ist in den letzten fünf Jabren^ um nahezu 10,000 Seelen gestiegen und beträgt gegenwärtig etwa 105,000 Einwohner. Ein Stillstand tn ^as
nächste Jahrzehnt durchaus nicht zu erwarten, vielmehr werft Alles darauf hin, daß ein noch schnellerer Zuwachs als bisher stattfinden wird. Alleiw fur dre Bauthätigkeit in hiesiger Stadt find im neuen mebrere Millionen Mark ausgeworfen. So z. B. 1 /, Mtuwnen für ote Univelsiiätsbauten, für welche auch das deutsche Reich zu gletcher Zn eme bedeutende Summe beiträgt; ferner für den Bau^eme-Lande
300 000 Mark veranschlagt. Für Grunderwerb zu Staatsbauten, morn ter S ein G-bände für das Ministerium rechnen ist, sind
700000 Mark gefordert, während die Gesammtkosten der seitens deSStaates am neuen Kaiserplatz anzukaufenden Grundstücke sich auf über 1/z Millionen bklmifen Rur L>erstellung eines Umleitungs-Canals bet Straßburg, welcher den Rhein-Rhone- mit dem Rhein-Marne-Canal verbinden soll, sind als zweite Rate 458 000 Mark in Ansatz gebracht. Dazu kommt noch der umfangreiche Nebenbau des Central-Bahnhofes. Man sieht hieraus , ^che große Anzahl von Handwerkern und Arbeitern noch auf Jahre hinaus allein bei denL-taats- bauten lohnende Beschäftigung in hiesiger Stadt finden wird. (Mgdb. Ztg.)
Amerika.
New »Bork, 13. December. Es ist hier seit einiger Zeit außergewöhnlich k7t und allein in der letzten Nacht stnd vier Personen erfroren. - Die während der letzten Wochen von Europa hier eingetroffenen Dampfer melden^daß^sie^ während ihrer^eise mit hchigen^Stürmer.zui kamp en geh haben Die Stlesia" bohrte kurz vor Havre während eines oupren ^ceoe v ein mit Setreibe beladenes englisches Küstenfahrjeug 'n dm Grund deffeu aus jüns Personen bestehende Mannschaft jedoch glücklich' 9"'“** *
d!k'Kr°«/,^d°s"Lrömkn ÄTV von furchtbaren Epplostonen begleitet. ________________________
Deutschland.
Berlin, 14. Decbr. Der Tübinger Profeffor und ehemalige öfter, reichische Minister Dr. Albert Schäffle, in wetteren Kreisen durch seine social* politischen Arbeiten bekannt, hin und wieder auch als Autorität von Schutzzöllnern citirt, wird es jetzt mit den Letzteren gründlich verderben, denn tn seinem neuesten Werke: „Die Grundsätze der Steuerpolitik (Tübingen, 1880) bekennt. er sich als unbedingter Gegner der Getreidezölle. Er sagt darin nämlich (S. 185): „Offen und entschieden spreche ich mich uamemlich gegen neue Getreide- und Mchlzölle aus. Für alle jene Thetle des Landes, die auf Korr.zufuhr vom Ausland angewiesen sind, und für alle Brodcster, die nicht vom eigenen Acker die Brodfrucht haben, erhöhen sie den Unterhalt um den Minderbetrag des Preises auswärtigen Korns. Im ganzen Jahr macht dieser Zuschlag leicht eine gewaltige Summe aus und dock fällt diese Summe zum geringsten Theile der Staatskaffe zu. Zum größten' Thetle fällt sie dem auf den Markt liefernden größeren Grundbesitz-^ 'ynb" Mehlzöüe fordern M ÄuTtttta^X" h.s s und an einer ander.u Stelle sttms Buckes (S. 402), wo er nachweist, daß das no hwend ge tägUche B^od arund'üblich nicht besteuert werden dürfe, daß eine solche Steuer die härteste Belastung teö gemeinen Volkes sei, den Lohn steigere »nd die Concurrenzfähig- keit mindere, sagt Schäffle noch: „Tie neu eingefuhrten Getreide- und Mehl- wUe vertheuern jedoch einen großen Theil des ausländischen Productts , ohne dem Staat auch nur einen Anthetl am Preisaufschlag inländischer Brodfruchte iU ^Zwischen den königlichen Eisenbahnd.rectionen in Berlin, Bromberg ^nffnrt 0 M. der königlichen Direktion der Berlin.-Ltettmer, den Di.ec- honen der Berltn-Anhaltischen und Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft ner, und der internationalen Eisenbahn-Schi-swagen-Eeselljchast zu Bruffel »ndererjettö ist mit Genehmigung des Ministers der öffettch-n Dbelten ein Ä w°?den"ke7?n7r^er°'R'hk teW “nt
l*a«''SÄ'nätnlS ^n dsn°giö°ßnm Städte,, Europas sog. Reisebureaus
, 4 , - 3* '- 'st, dm Reisenden jede mögliche Bcguemllchkeit
,„h ßrleSterung zu verschaffen. Die Gejellschast verkans Eisenbahn- und Airtrnnnm SBißetG läßt Reisegepäck aus dem Bureau zur Biihn befördern Md aus bestimmten'Gasthöfen zu diesem Behufe Reisegepäck ab^olexi, Accreditive welche aus die verschiedenen Bureaus unter sich Gültigkeit haben, seiner Auskunft über zu unternehmende Reisen in Bezug auf Bequemlichkeit, Ackmlliake t der Ansch'üffe u. s. w. Der Vertrag gilt mit sechsrnonawcher ÄnXna bis zum 1. Mai 1883. Die Brüsseler Gesellichast hat eine Cout on von 30,000 in deutschen Effekten und 50,000 Frcs. ihrer Aktien gestellt. ^x. Ein am schwarzen Brett der Universität aushän-
aender Anschlag des Rectors lautet: „Durch hiesige Zeitungen und auf mund, itck-m Weae wird die Nachricht verbreitet, daß von auswärts her an die bstsigen Studtrenden Aufforderungen.ergangen sind, welche eine Betheiligung •:«
“j"e? ^tXnben','nu^^^^^^lb^en fein' mu/ab^r um fo” tnefcr “!rten f X"*at'ÄVoU Ärttai'Ä zuverstchtii», daß sie sich »°n i-d-r d«aitigm Ag'tatton sernhaften werden, welche ui.ferer Universität nur zum Rachtheil und wor'dm'" Dle'S^M^Mte'ftdöch ^He^Ä'
Summe nicht aus, da sie eine Gegenforderung von 30,000 ^ geltend m eht worüber der Proceß noch in oberster Instanz schwebt. Gegen die vom Gericht verlanate Sicherheitsleistung hrt nun Herr Stromeyer gestern Vormittag er Stadikaffe dir 12,000 Ji. abpfänden lasten, gewißen noch nicht dagewesener Fall, der nicht blos in hiesiger Stadt Aufsehen erregen durfte.


