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Lokales.
Gießen, 15. September. Verfloßene Woche wurde im benachbarten Königsberg ein Falschmünzer entdeckt und verhaftet. Das Amtsgericht zu Gladenbach hielt Haussuchung und wurden die Formen in einem Pfuhlloch aufgefunden. Der Falschmünzer, ein geborener Anne röder, hat erst vor Kurzem eine längere Freiheitsstrafe verbüßt und konnte trotzdem das gefährliche Treiben nicht unterlassen.
Vermischtes.
Mainz, 8. September. Wie hiesige Blätter mittheilen, hat die Untersuchung des Petroleums auf seine Feuergefährlichkeit hier ganz daflclbe Resultat zu Tage gefördert wie in Frankfurt und Darmstadt und hat man bie Wahrnehmung gemacht, daß das hier zum Verkauf gebrachte Petroleum größtentheils den durch Großh. Verordnung vom Jahre 1868 gegebenen Vorschriften in keiner' Weise entspricht, sich vielmehr als höchst feuergefährlich darstellt. Rach der genannten Verordnung soll nur solches Mineralöl zum Verkauf zugelafsen werden, welches äußersten Falles bei einer Temperatur von 28 Gr. Celsius in Flammen aufgeht. Bei den hier gemachten Versuchen hat sich gezeigt, daß unser Petroleum schon bei der geringen Temperatur von 29—32 Gr. Celsius brennbare explodirbare Dämpfe abgibt und daß nur wenig Grade höher der Brennpunkt liegt. Dem Publikum kann darum nicht genug empfohlen werden, beim Gebrauch von Petroleum die größte Vorsicht walten zu laßen.
— Eine Million Besucher hat die Düsseldorfer Ausstellung bereits aufzuweisen. An Abonnements und Eintrittsgeldern waren bis zum 31. August eingegangen 810,700 JL.
— fWie man in Baden-Baden speist.) Adrien Marx vom Pariser „Figaro" veröffentlicht in diesem Blatte Bemerkungen über eine Reise durch Deutschland. Bei dieser Gelegenheit
^r‘ Major Metzler im Eolberg'schen Grenadier-Regiment Nr. 9;
Ä Füll-. oSrS
geschah 338 v Chr.
— [Sine Nation von Patent-Inhabern.^ Ein amerikanisches Blatt schreibt: „Wir sind eine Nation von Patent-Inhabern und es ist jedes Ding bei uns patentirt, was wir eßen, trinken oder am Leibe tragen, ebenso Alles, was wir berühren. Patentirt sind die Boote, in denen wir fahren, die Gewehre und Patronen, die wir auf die Entenjagd mimchmen, die Angelruthen und Netze, mit denen wir Fische fangen; wir sitzen auf Patentstühlen, schlafen in Patcntbettcn, eßen auf einem Patenttische Gerichte, die auf einem Patentofen gekocht sind und es leuchten uns Patentlampen dabei. Unsere Kleider werden mit patentirten Maschinen zugeschnitten, genäht, gewaschen, getrocknet und geglättet. Handwerker wie Landwirthe arbeiten nur mit Patentgerätben und auf manchem Pferdebahnwagen steht zu lesen: „Gebaut mit Hiffe von 76 Patenten." Sterben wir, so werden wir endlich in Patentsärgen zur ewigen Ruhe de stattet und auf unserem Grabe prangt ein Patentdenkstein."
— ^Englische Justiz.1 Man schreibt aus Palermo: Die gebildete Bevölkerung unsrer Stadt ist durch'einen Vorfall auf dem englischen hier vor Anker liegenden Kriegsschiffe „A exandre" vor einigen Tagen recht peinlich berührt worden. Zwischen zwei englischen Soldaten war auf dem Schiffe ein Streit ausgebrochen, in Folge dessen sich der Eine an dem Andern thatlich vergriff und diesen noch überdies mit gröblichen Insulten überhäufte. Der Beleidigte, außer sich vor Wuth und Schmerz, stürzte in den Mannschaftsraum, ergreift den Karabiner, sucht seinen Gegner auf und jagt demselben die volle Ladung seines Magazinstutzens in die Br ast. Die That war also in einem Zustande der außerordentlichstcn Leidenschaft ausgeführt worden, und konnte man für den Verbrecher, wenn schon nicht den Milderungseinwand des unwiderstehlichen Zwanges, doch jenen des erregten Seelenzustandes, in dem er sich befand, gelten laßen. Der sogleich zusammengetretene Ktiegsratb verurtheilte jedoch den Mann zu einer Strafe, Die zwar nicht die Todesstrafe ist, aber den Tob unbedingt zur Folge haben muß, und zwar den denkbar fürchterlichsten. Der Delinquent wurde gebunden, so daß er sich nicht regen konnte, und mittelst eines Seiles in die See getaucht. Die Strafe ging dahin, ihn fünfzehnmal unter dem Schiffskiel durchzuziehen. Die „Alixandre" hat einen Tiefgang von 8 Metern. Beim zweitenmal war der Mann tobt.
— fEin Geschworener, der einschläft.) Im Leitmeritzer Kreisgericht spielte sich wahrend i einer Schwurgerichtsverhandlung neulich folgende Episode an. Der Vertheidiger, Dr. v. Gol- litschek, erbat sich während der Verhandlung plötzlich das Wort; er bemerke soeben, baß em Geschworener schon längere Zeit hindurch Die Augen geschlossen hatte; da er nun vermuth., daß der Herr schlafe oder unwohl sei, somit seinen ernsten Pflichten als Geschworener nicht nachkommen könne, so beantrage er, bei der Wichtigkeit der Sache, zumal es sich hier um Leben und Tod eines Menschen handle, den Herrn Geschworenen durch einen Ersatzmann zu substituiren, was selbstverständlich geschah. ,, or
— (Ein Höllensohn.j Der „Germania" wird aus Hildesheim folgende, vom „Hildes!'. Courier" bestätigte Geschichte berichtet: Ein Göttinger Student, Mediciner, welcher die Ferien zeit bei seiner in Hildesheim wohnenden Mutter zubringt, deren einziges Kind er ist, versuchte von dieser 1200 «X zu erpreßen. Im Weigerungsfall, so drohte er, werde er sick m's Jenseiis befördern. Als das Geld trotzdem ihm versagt blieb, trat er Nachts vor das Bett ieincr Mutter, Die Kleider mit Petroleum durchtränkt, in der Hand eine brennende K rze ur.D erklärte, er werde sich selbst in Brand stecken, wenn die Mutter nicht beschwöre, 1200 <X bis zum anderen Tage zu beschaffen. Die Frau leistete den Eid, machte aber anderen Tagcs der Polizei Anzeige, welche den Taugenichts einzog, ihn jedoch bold wieder auf freien Fuß setzen mußte, da ein Strafantrag von der Mutter nicht gestellt war.
Witten, 8. September. Einer der Ochsen eines hiesigen Rrennereibesitzers, welche, auf einer Ruhrweide sich befanden und zur Kühlung in's Waßer gegangen waren, maßte sich an, einen Kampf gegen eine Locomotive aufnehmen zu können- Ais er nämlich auf der linken Seite der Ruhr einen Zug herankeuchen sah, schwamm er wüthend durch den Strom, eilte der Balm zu und schien' entschlossen zu sein, dem schnaubenden Gegner den Garaus zu machen-' Mehreren herbeigeeilten Arbeitern gelang es, das Vieh von dem Bahndamm hrr- unt.rziibringen September. Als der Kaiser den Tag des Dvmbaufestes anbeiaumt hatte-, setzten sich die' Gelehrten der deutschen „Reichs-Ztfl." in Bonn, gleich der delphischen Pythia auf den Dreifuß und orakelten: Köln wird am -5. October kalt aussehen, wie eine geschmückte Todtenbraut. Jetzt, wo ein großartiger historischer Festzug gesichert ist, scheint das ultramontane Gas dem Bonner Bauernmädchen die Besinnung völlig geraubt zu Haden; denn es weißagt nicht mehr, sondern es — lügt: Am 9. d. Mts. versteigt sich die „Reichs-Ztg." zu der Behauptung: „Das Comite für den historischen Zug besteht nur aus Juden uno Protestanten. _ _ _ Den Entwurf des Zuges hat man einem Protestanten, dem Düsseldorfer Maler Camphausen übertragen " Nun ist es aber Thatsache, daß in dem Comite nur 2 Israeliten und 8 Protestanten neben 26 Katholiken sitzen, und daß der Entwurf zum Zug von nur 1 Protestanten und 3 Katholiken (Mohr, Eckertz und Thcwalt) angeferügt worden. Und was für Katholiken sind im Comite I Der Präsident des Central-Dombau-Vereins-Vorftandes, der Sohn des früheren Präsidenten, ein Vorstandsmitglied des Marien-Hospitals, der Erbauer von Altären, ferner Namen wie v. Wittgenstein und V. Stotz re. Wo bleibt da die Devise: „Für Wahrheit und Recht?!" Der en bloc angenommene Festzug wird aus dret Abtheilungen bestehen. In der ersten schaut man Reiter mit einem Trompetercorps, den Herold und das Reichs, und das Kölnische Stadtbanner nebst 24 Reitern, Rath und Schöffen, den Dreikönigrn- schrein, Stadtgreve und Voigt, viele Ritter und Reisige, König Wilhelm von Holland, Konrad von Hochstadten, Grafen, den Wagen mit dem Grundstein zum Dom, den ersten Dombau- meister Gerhard v. Riehle und seine Werkmeister, was die Grundsteinlegung zum Dome bar stellt (1248); zweite Abtheilung, dte Einweihung des Chores repräsentirenb (1322 : Trompetercorps, Mohren, 50 Bogenschützen, die Repräsentanten der Kölner edlen Geschlechter, Mannei, Frauen und Pagen, der Waoen der Hansa, 24 Armbrustschützen, 40 singende Knaben, die Grafen von Holland, Cleve, Jülich re. nebst Gemahlinen und Gefolge, die bergischen Geschlechter, der Verbundbrief, Zünfte, Male-.schule und Stadt-Reisige; die dritte Abtheilung (1842): Herolde in den Hobenzollern'schen Farben, das preußische Banner, Trompeter, Wagen mit dem Dom krahnen, Embleme, Sänger, Banner des Dombau-Vereins u. a Vereine, die Germania zu Wagen, der vollendete Dom, Inschriften auf Boißere. Zwirner re. und Voigtei, Krieger aus 1870/71, die Rheinprovinz mit ihren Städten, durch Frauen und Jungfrauen dargestellt. Eme Vervollständigung des Zuges erfolgt noch.
Mainz, 11. September Die Arbeiten an den ehemaligen Pfeilern der Brücke Karls des Großen werden rüstia, abwechselnd durch drei Taucher vorgenommen. Nachdem zwischen i ben eingerammten Holzpfählen die Steine herausgehoben worden, ist nunmehr mit der Ent- - fernung der Holzpfähle, welche mittelst Winden aus dem Boden berausgehoben werden, begonnen worden. Diese Arbeit geht ziemlich leicht von Statten und sind bis jetzt über 50 fünf bis sechs Meter lange Pfähle aus dem Boden des Rheines gehoben worden.. Diese Arbeit beschränkt sich aber bis jetzt nur auf einen Pfeiler, und zwar auf den der äußersten rechten Rheinseite; bis zur Entfernung sämmtlicher Pfeiler aus dem Fahrwasser dürften noch Monate vergehen. Das Holz der jetzt'über 1000 Jahre im Rhein befindlichen eichenen Pfähle hat em gelbschwarzes Aussehen, doch ist daßelbe so vorzüglich erhalten, daß Regierung bis jetzt ganz namhafte Gebote gemacht worden sind. Auch die an den Pfählen befindlichen Eisentheile sind ganz gut erhalten und nur mit einer dünnen Rostschichte versehen, fogar die Nagel in Den Pfählen sind derart, daß sie jeder Zeit wieder zu einer anderen Arbeit verwendet werden
dem Zahlmeister Kuhn im Feldartillerie-Regiment Nr. 25 (Großher- | zoalicheö Artillerie-Corps), und
dem Stabsquartiermeister Schenck im G ^herzoglichen Genso ar- merie-Corp^b Hoheit der Großherzog haben unterm Heutigen
^^erg^m^Obe"rst Buchst adCommandeur des 3. Magdcburgischen Snfan» terie-Regünmts Nr. 66, das Comthurkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmhthigen; 4
bem Oberstlieutenant Becker, Commandeur des 1. Pommer schm Manen- Regiments Nr. 4, das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewtgsordens;
9 dem Major Frieß im Mederschlefischen Feldartillerie-Regiment Nr. 5;
dem Major Davtdsohn im Hessischen Feldartillerie-Regiment Nr. 11, dem Major von Stockhausen im 1. Hesstschen Husaren-Regiment
macht er Entdeckung a la Tissot. Nachdem er geschildert, wie Baven-Baden gegen früher ter- ödet sei, constatirte er, daß die Deutschen Daselbst Knoblauchwürstchen mit Milchkaffee verzehren, während die Badekapelle spielt. Es geht Doch nichts über einen guten Beobachter! Die Pariser Journalistrn finden Baden Baden unausstehlich, seitdem Das Parier Kokettenthum, welches nach Ansicht dieser Herren das „Salz der Welt" bedeutet, von dort verschwuno.n ist.
__ In Zittau harte sich an einem der letzten Abende ein Lebensmüder einen vor einer Restauration der äußeren Weberstraße stehenden Baurn auserkoren, um sich zu erhängen. Der Strick war mit einer regelrechten Schlinge am Ende am Baumstamm befestigt; fchon hatte der Mann seinen Kopf in die Schlinge gelegt unö eben will er . Den verhängnisvollen Sprung in's Jenseits antreten, da packt ihn die Hand eines Schutzmannes. Plötzlich war auch die Neigung zum Sterben verschwunden, denn der unterbrochene Selbstmörder Dankte seinem Netter gerührt und ließ sich ruhig nach Hause führen.
— Dem Londoner „Athenäum" wird aus Athen über eine merkwürdige Entoeckung geschrieben. Behufs Wiederaufrichtung Des Löwen von Chaeronea wurde der Director Der Alter- thümer, M. Stamatakis, nach Chaeronea geschickt. Als derselbe anfing, den Erdbooen um Den Löwen herum zu säubern, fand er die Gebeine Der in Der denkwürDigen Schlacht Gefallenen. Die Leichen sind in drei Abtheilungen je nach der Ordnung, in der sie kämpften, beerdigt. Jede Abtheilung besteht aus sechs Reihen. In der ersten Abtheilung wurden 77 Leichen, nämlich je 15 in der 1., 2., 3. und 4. Reiben, in der 5 neun und in Der 6 acht Leichen gefunden. In der zweiten Abtheilung wurden 41 Leichen m derselben Weise begraben vorgefunden. Die Ausgrabungen nehmen ihren Fortgang. Man weiß, daß unter dem Löwen 300 MitglieDer Der heiligen Schaar von Theben begraben wurden, so daß, nachdem jetzt 118 Todte gefunDen, noch 182 zu entdecken übrig bleiben. In der Nähe der Leichen lagen Ueberreste von Waffen, Knöpfe und etliche Badekratzeisen. Die Leichen wurden bald gleich nach der Auffinoung mit ErDe bedeckt, allein man fürchtet, es werde schwierig sein, sie zu erhalten. Sie haben ein Alter von 21 Jahrhunderten; denn die große Schlacht, in welcher Philipp von Macedonicn Sieger blieb,
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dem Hauptmann Rothe im Gencralstabe;
dem Hauptmann von Grolman tm 2. Gardc-Reztment zu Fuß das Ritterkreuz 1. Klasse, sodann
dem Premicrlicutenant Mock im Etsenbahu-Regimcnt und
dem Premierlieutenant a. D. Schäfer das Rttterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen.
Berlin, 12. Sepibr. Eine Novelle zum Unterstützunffswohnsitz-Gesetz war bekanntlich schon vor Jahr und Tas, vorbereitet. ES ist seitdem Alles davon still geworden. In neuester Zeit hott man nun, daß sich die Aufmeik- samkeit wieder daraus htnlenke, da bet den jetzigen Verhälknisien mancherlei recht erhebliche Unzuträglichketten hervorgetreten seien.
— Man hat bis jetzt vergeblich auf das Erscheinen der mit so vielem Eclat angekündtgten Broschüre des Bankpräsidenten von Dechend über die Münzfrage gewartet, und es scheint fast, als ob dte Versicherung welche d e ganze Angabe für erfunden erklärte, Recht behalten soll. Jedenfalls hatte uie Ausstreuung der Angabe wohl den Za>eck, die Währungsfrag- der allgemeinen Discussion wieder zu unterbreiten, und dieser Zweck ist in weiterem Umfange erreicht worden, als es bisher bekannt war. ES haben, wie wir hören, sehr angesehene Organe des Handelsstandes erneuten Anlaß genommen, für Echal- tunfl der Goldwährung einzutreten. Jnteresiant ist es, daß Stimmen^, auf welche Gewicht gelegt wird und welche früher sehr eifrig der Doppelwährung das Wort redeten, j-tzt bemüht sind, der Ansicht Geltung zu verschaffen, daß nach den einmal gebrachten Opfern eine Umkehr von dem jetzigen System nach so kurzer Zett schwere Nachtheile im Gefolge haben müßte. Man versichert in sonst gut unterrichteten Kreisen, es sei zunächst ein Aufgeben der Goldwährung nicht zu besorgen, der Reichskanzler studtrc die Münzfrage und sein Votum sei so bald noch nickt zu erwarten, ja, es sprechen Anzeichen dafür, daß vorläufig die Zusage erhalten bletben wird, welche vom Bundesrathstisch In der vorigen Session dahin gegeben worden, daß unsere Münrgesetzzebung j-tzt nicht
geändert werden soll.___________________
Telegraphische Depeschen.
Wagners telegr. Correspondenz-Bureau.
Berlin, 14. Septbr. Der „Nat.-Ztg." zufolge ist das Curatorturn der Reichsbank durch den Stellvertreter des R-tchskanziers, Grafen zu Stolberg, auf den nächsten Freitag zu einer Sitzung eiuberuf-n worden.
Lemberg, 14. Sepibr. Fürst Alexander Lubomirski, in Paris an- sWg, hat 2 Mill. Frcs. zu öffentlichen Zwecken für Galizien gewidmet.
London, 14. Septbr. „Dmes" meldet aus Rrgusa von gestern: Riza Pascha erhielt die positive Weisung, den Montenegrinern bei der Besetzung von Dulcigno keinen Widerstand zu leisten. Jndeß wurde es aber seinem Ermeffen überlasten, ob er gewaltsam eine Intervention der Albanesen verhindern wolle.
Lyon, 14. Septbr. Das Journal „Salut public" erklärt die dem General Breart zugeschriebenen Worte, welche derselbe bei Einweihung des Denkmals für die tm Kriege 1870/71 gefallenen Lyoneser gebraucht hätte, für unrichtig. Breart sagte nicht, die Armer solle Elsaß-Lothringen nicht auf ewig Lebewohl sagen, sondern er sagte einfach: „Ich danke der Be- völkeruna, welche uns das Geleite gegeben und den Gesellschaften, welche aus Patriotismus hervorgegangen sind und worunter ich einen Namen begrüße, welcher Frankreich immer theuer sein wird "
Bukarest, 14. Septbr. Wie verlautet, wurde der jüngste Sohn des Erbprinzen Leopold von Hohenzollcrn, der am 1. Septbr. 1868 geborene Prinz Karl Anton, zum Thronfolger designirt.
London, 14. Septbr. Unweit der Busbey Station der Nordwestbahn, 16 Meilen von London, fanden Bahnwächter gestern in der Nähe der Schienen Packete mit Dynamit. Man glaubt, daß der Versuch geplant worden sei, den von London kommenden Eilzug in die Lust zu sprengen. Näheres ist über ben Vorfall noch nicht bekannt.
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