Zeigen.
s°gt bit
ZP
8 n Ühr,
wicht. LMM lebtj.
in.
’sigen Regiments- Krausse.
b auf der (Merit in der MuMien- (,4703
v.
wert
OFfg.
chaftliche
^aiies ö.
Grossherzogs
1880.
(4615 r fcl AoIlflP F 5.2.
MM
inlaftt.
*
*Aft
I 16
16
i»^"j^biförb«1
Untettunft W W'
IW1 »u<1 3insser>
Freitag den 16 Juli
1S8O.
Anzeige- M AmtsbM für de« Kreis Gießen.
■' w lf O1, ... > „ . a Ä . a Dreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh»,
««dactionsbureaui \ Schulstraß- B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen -i-rt-ljichrlich 2 Wart 50 Pst
Amtlicher Hheil.
Gießen, am 13. Juli 1880.
Betreffend: Die von den Gemeinden für die 1880er Holzsamensendungen zu leistenden Ersatzzahlungen.
Das Großherzoglichc Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und Markvorstände.
Denjenigen Gemeinden und Markoorständen, welche für 1880 Holzsamen aus dem Großherzogltchen Holzsamenmagaztn empfangen haben, übersenden wir die betreffenden Verzeichnisse in den nächsten Tagen k. H. mit dem Auftrage, für alsbaldige Bezahlung zu sorgen.
vr. Boekmann._____
Betreffend: Einsendung der Sterbfallszählkarten. ©te^en, den 15. Juli 1880.
An die Grohherroglichen Bürgermeistereien des Kreises Gießen.
Diejenigen von Ihnen, welche bis jetzt die fälligen Sterbfallszählkarten und Todeszeugnifle noch nicht an uns eingeschickt haben, werden ersucht, dteß innerhalb dreier Tage zu thun, damit wir nicht genöthigt werden, Strafanträge zu erheben.
Großherzogliches Kreis-Gesundheitsamt Gießen.
Dr. Gl a s or.
Bekanntmachung.
Wegen Herstellung der Bahnhofsstraße ist dieselbe von der Universirätsstraße bis zur Wieseckbrücke für den Verkehr
Weiteres gesperrt.
Gießen, den 15. Juli 1880.
Großherzogliche Poltzetverwaltung Gießen. Fresenius.
mit Fuhrwerken bis auf
Eine Amnestie in Rußland.
Die Thätigkeit des Grafen Loris - Meltkoff in Rußland verdient um so mehr Anerkennung, als derselbe keineswegs nur im Nihilismus einen Feind besaß; vielmehr erschwerten ihm noch viele andere Widerstände die Mission der social-politischen Beruhigung. Die Gegner der milden und versöhnlichen Proxis waren zahlreich im Lager der altrussischen Hospartei, denen die Knute, Sibirien und die Bleibergwerke im Ural als die letzten Staarsretter erschienen, in den alten Polizeinaturen und Generalen, die für Masten-Exemtionen durch den Strick, in milden Fällen für Pulver und Blei schwärmen, in den Groß- rüsten, welche im Innern des Landes Kleinrußland bedrücken, Polen knechten möchten und für den Krieg mit Deutschland ebenso schwärmen, wie für die Ausrichtung des russischen Doppelkreuzes auf der Eophienmoschee zu Konstantinopel, in der mit dem Absolutismus verbündeten orthodoxen Staatskirche, jenem bornirten Popenthum, das bet jeder nationalen Erregung im Trüben fischt, endlich in dem unmoralischen Beamtenkreise, der es auf allerlei Schleichwegen verstanden hat, seine Verwaltungsdecrete über den Spruch der ordentlichen Gerichte zu stellen. In Rußland war nicht, wie einst in Dänemark, etwas faul im Staate, sondern Vieles, oder wie die wahren Volksfreunde, zu denen man Loris-Meltkoff rechnen mußte, bet ihren Friedensbestrebungen erkannten: Alles!
Wachsamkeit und Strenge, aber mit ihr im Verein die Leutseligkeit und Milde, insbesondere die Verzeihung der Jugend und Unbesonnenheit gegenüber, — das war das Programm Loris-Melikoff's. Niemand kann leugnen, daß schon einzelne Sonnenbltcke der Gnade genügten, das Land ausathmen zu lasten und höchst wohlihuend tritt der Abstand zwischen der früheren Unsicherheit und der jetzigen Ruhe, zwischen der Schreckens-Aera des Verzweifiungskampses der geheimen Revolution und der Zeit einer milderen Regierungs-Praxis hervor.
Graf Loris-Meltkoff hat sich um sein Vaterland hoch verdient gemacht. Nach kurzer Zeit ist „der kleine Armenier" der größte Rüste geworden! Die ruhige Beerdigung der Kaiserin veranlaßte den Czaren, der Bevölkerung zu danken, aus den Schulen und Hochschulen ist der Nihilismus verdrängt, die wirthschaftltche Entwickelung ist stetig und den Wohlstand fördernd, die Hetzereien gegen das Ausland haben aufgehört, und, wozu allerdings auch die astatischen Verwickelungen beitragen mögen, die orientalische Frage verleitet Rußland nicht zu Unbesonnenheiten. Wie man hört, hält Graf Loris-Meltkoff die Zett reif für eine Amnestie, und wollte Gott, der Czar möchte ihm bet- sttmmen! — dann wäre ein neuer großer Schritt zur socialen Pactfication Rußlands gethan.
Deutschland.
Berlin, 13. Juli. In Elsaß - Lothringen ist man einstimmig darin, daß der Kaiser, indem er in der Differenz Manteuffel-Herzog zu Gunsten des Ersteren entschied, weise und wohlwollend gehandelt hat. Es ist keineswegs förderlich, ein annecttrtes Volk nach fremder Schablone regieren und refor- miren zu wollen; das mußte schon Herr v. Möller erfahren, der beim besten Willen mit seiner norddeutschen „Reglemang"-Scheere das Volk sich nur entfremdete. Ein wohlwollender, mit Recht und Billigkeit zugänglicher Autokrat erwirbt sich hier eher Sympathien im Volke, als der geradeste und pünktlichste „Reglemang"-Bureaukrat. Ein annecttrtes Volk, das sich in dem vorherigen Verhältniß glücklich gefühlt hatte, gewinnt man niemals mit fremdbüreaukra- tischem Regiment. Herrn Herzog weint von Seiten der retchsländtschen Be
völkerung Niemand eine Thräne nach und das Verbleiben Manteuffel's wird als ein Ausfluß kaiserlichen Wohlwollens für die Reichslande aufgefaßt.
— Der Minister für öffentliche Arbeiten hat unterm 5. ds. an die königlichen Eisenbahn Directionen und EiseubahmBetriebsämter, sowie an die königlichen Etsenbahn-Commtffariate rc., offenbar aus Anlaß der letzten Eisen- bahnunsälle, einen Erlaß gerichtet, betr. die Meldung der Eisenbahnunfälle und außergewöhnlichen Betriebseretgniste, sowie daS bei der Untersuchung derselben zu beobachtende Verfahren. Wir heben aus dem Erlaß folgende Hauptpunkte hervor: Unfälle rc., die geeignet sind, öffentliches Aufsehen zu erregen, sind sofort an den Minister telegraphisch zu melden, es sind dies Unfälle, bet denen eine Tödtung oder Verletzung von Personen stattgefunden hat; alle Unfälle, welche bei Reisen fürstlicher Personen dem von denselben benutzten Zuge zustoßen; Betriebsstörungen, welche voraussichtlich ein Haupt- gleis für den fahrplanmäßigen Gang der Züge länger als 12 Stunden unfahrbar machen; bedeutendere Feuersbrünste. Schriftlicher Bericht hat sofort dem telegraphischen zu folgen. Die wetteren bezüglichen Verhandlungen find in die Monats-Rapporte über Unfälle aufzunehmeu. Besonders erwähnens- werth erscheint Abschnitt 4 des Erlaffes, derselbe lautet: „Die Eisenbahn- Verwaltungen haben dafür zu sorgen, daß etwaige unzutreffende Zetlungsnach- richten über vorkommende Unfälle auf das Schleunigste sachgemäß berichtigt werden. Auch ist jedesmal zu erwägen, ob es sich nicht etwa empfiehlt, in geeigneten öffentlichen Blättern eine anderen Nachrichten zuvorkommende officielle Mittheilung Über den Unfall zu machen. Die Betriebsämter haben der vor- gefetzten Direction anzuzeigen, was in dieser Beziehung von ihnen veranlaßt worden ist. Seitens der königl. Directionen, bezw. Eisenbahn-Commiffariate, ist zu controliren, ob die erforderlich scheinenden Veröffentlichungen stattgefunden haben." Der weitere Erlaß betrifft die Anmeldung der Unfälle bei der Staatsanwaltschaft, die Anordnung, daß sofort die schleunigste Untersuchung angestellt wird und Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, sowie endlich, daß das Resultat der Untersucbung der Staatsanwaltschaft mitzutheilen ist.
Aus Elsaß Lothringen, U. Juli. Wenn das amtliche Organ der Reichslande erklärt, daß alle Agitationen gegen die Errichtung von Verkaufsstellen der Straßburger Tabaksmanufactur erfolglos sein werden, da der elsässische Landesausschuß für den Bestand der Manufactur bereitwilligst die Mittel gewährt habe, so ist die Logik schwer verständlich, da mit der Bewilligung der Mittel der Landesausschuß keinesfalls zugleich die Autorisation zur Ausdehnung des Geschäftsbetriebes der Manufactur in der Art und Weise ertheilt hat, wie dies jetzt geschieht. Im Gegentheil sind wir in der Lage, mittheilen zu können, daß, nachdem die Verwaltung auch in Straßburg, Äolmar, Mülhausen und in anderen Städten, also in den Reichslanden selbst, Filialen der Manufactur eröffnet, dieses Vorgehen im Elsaß, trotzdem dort gerade das Monopol so viele Anhänger besitzt, eine ziemlich scharfe Verurtheilung gefunden hat. Es haben sich sogar im Elsaß die Tabaks-Jntereffenten zufammengethan, um in einer einzuberufenden Versammlung einen Protest gegen dieses Vorgehen der kaiserlichen Tabaksmanufactur in Straßburg zu erlassen und darüber zu berathen, welche Schritte zur Abwehr gegen diese Maßregel zu unternehmen sein möchten.
Irankreich.
Paris, 12. Juli. Wenn die Regierung auch keineswegs ernstlich be- fürchtet daß -s beim Nationalste zu Unruhen kommen «erde, o haben die Polizei, und Militärbehörden doch umfassende VorstchtSm-ßregeln getroffen. ES sind sogar jedem Soldaten für die Revue sechs Pakete scharfer Patronen


