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-rr. 64, Dienstag den 16. März ISSO,
Gießener Änieigcr
AiMt- mi AmtsM fir ita Kreis Gießt«._________
] ^^ulstreeße B. 18.
zu
0 Gießen, am 12. März^l880.
Betreffend: Die Aufnahme von Blinden in der Blindenanstalt zu Friedberg.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die OrtSschulvorstände de- Kreise-.
Nachstehendes Ausschreiben Großherzogltchen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 5. d. Mts. bringen wir hiermit zu Ihrer Kenn mß.
Or. B 0 e k m a n n.
Zu Nr. M. I. 4805. Darmstadt, am 5. März 1880.
Betreffend: Wie oben. - <. x
Das Größtmögliche Minrstermm des Innern und der Iusty
Bezüglich der Aufnahme von blinden Kindern in die b“"oberm^Lellm^'u"tter^Abtheilung für Schulangelegenheiten unterstellte Großherzogliche Blinden- anstal. zu F.edberg habenMer noch nicht überschritten haben; ausnahmswe.s^nnen jedoch auch ältere Blinde zur Erlernung entsprechender Fertigkeit in gewissen Handarbeiten, z. B. Strohflechten, Seileret, ^genommen iLonHvoiber^'e
1 2) Die aufzunehmenden Kinder müßen das achte Lebensjahr zurückgelegt haben; dringend wunschensweith istindessen, daß dens^b n schongvorher.d.e
Thetlnahme an dem Unterricht In der Volksschule gestattet wird, da sie alsdann für den Unterricht in der Blindenanstalt weit empfänglicher find.
3) Die Aufnahme erfolgt in der Regel nur einmal im Jahr und zwar gleich nach Pfingsten. ... L-^uIanakleaenbeiten
4) Ausnahmegesuch« sind zeitig bei der Großherzogltchen Dtrection der Anstalt vorznbrtngen, die dieselben unserer Abthrilung für Schulangelegenheiten
zur Entschließung vorlegen wird. Den Aufnahmegesuchen sind beizufügen:
a) Geburtsschein und Impfschein der Anszunehmende»,
b) ein Nachweis über deren Btldungsfähigkeit, m
c) eine kreisärztltche Bescheinigung, daß der Aufzunehmend« von weiteren körperlichen und geistigen Gebrechen frei ist, d) Zustimmung der Eltern oder Vormünder und
e) Nachweis darüber, daß die Kosten des Aufenthalts bezahlt werden.
5) Die Kosten des Unterhalts in der Blindenanstalt werden:
a) für Blinde, die dem Großherzogthum nicht angehören, auf 400 jährlich, lähtli* trenn
b) für dem Großherzogthum angehörende Blinde, wenn sie von den Angehörigen der Blinden bestritten werden, auf 300 JL jährlich, wenn sie von Armenverbände« (Gemeinden oder Kreisen) bestritten werden, auf 200 Jk jährlich normtet.
Diese Beträge sind in halbjährlichen Raten an den Rechner der Anstalt postnumerando einzuzahlen. w - ve mT,nhl>
KSMe kann eine Ermäßigung dieser Kosten oder vollständiger Erlaß gewährt werden, wenn von denselben Eltern mehrere Blinde oder Lasten destelben Armenverbands eine größere Anzahl von Blinden ausgenommen werden sollen. b ^er
7) Jeder Blinde hat bet seinem Eintritt zwei vollständige Anzüge mitzubringen; für deren Unterhaltung und Erneuerung wird Seitens der Anstatt
Sorge geigen, wir beauftragen, diese Bestimmungen zur Kenntniß der Großherzogltchen Bürgermeistereien und der OrtsschulvorstLnde zu bringen, bemerken wir, daß die oben normalen Säße für den Unterhalt der Blinden vom 1. April dieses Jahres an In Anwendung zu &t‘n0*n PJ- ( ( v. © t d t ff. —————
--------------- \ ä ttreU vierUijührkich 2 Mark 20 Pf. mtt W tngerlohn.
Erschttnt täglich mit «uän«$me beB Montag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
anerkennenden Aeußerung wiederum den lebhaften Wunsch ausgedrückt, den kirchlichen Frieden baldigst in unser Vaterland zurückkehren zu sehen und erklärt, daß Seitens des heiligen Stuhles Alles geschehe, um die gestörte Eintracht zwischen Staat und Kirche wiederherzustellen.
Berlin, 13. März. Der lang andauernde Aufenthalt der deutschen Kron- nrimpffin in Italien aibt Veranlassung zu mancherlei Vermuthungen und Gerüchten.
briÄ °,N. W T°gM"°f°lg°nd-n^rMel darüber '»r dessen Richt.gkett wir dem Blatte die Verantwortlichkeit natürlich überlassen. „Es^lst ^annt, daß der Kronprinz, ein persönlich ebenso liebenswürdiger, als vielseitig gebildeter, praktisch ver- ständraer und den liberalen Ideen aufrichtig zugeneigter Mann, nur mtt Besorgmß die jüngste Entwickelung der Dinge in Preußen und im deutschen Reiche wahrgenomme« ]lnk yirtps n)Qd in seiner Macht steht, aufbietet, um ein Einlenken in verlaßene Bahnen^unb^besser^Geleise zu" bewcrkstelltgen. Daß ihm dies nur selten und besonders in letzterer »zeit bezüglich sehr wichtiger Punkte nicht gelungen ist, beweist deutlicher alj atles Andere der längere Aufeiithalt des kronprinzlichen Paares in Italien, die demonstrative Absentirung des Kronprinzenpaares von Berlin von dem Hof^ und die^ entschiedene Weigerung der geistvollen Gemahlin des Kronprinzen, zum Weihnachtsfeste oder zum Dfterfefle0und zu den Carnevalsfesten nach Berlin zurstckzukehren. Die Kron- Prinzessin soll sich in ^sehr entschiedener Weise geiiutzert haben da« s,e. „s0 lange ge- wisse Verhältnisse in Berlin fortdauern, keinen Fuß mehr in die preußische Hauptstadt Ke« werde " Man versichert, daß eine sehr weitgehende, keinen Ausgleich als möglich erscheinen lassende Meinungsverschiedenheit zwischen der ^0Ilprln5ef^^n unb b« Äaifer n Augusta, die sich auf politische wie auf religiöse Gegenstände beziehe, hier Sunadm 3U Grunde l,-g- Thatsache'ist, daß die Kronprinzessin b-re-ts daran denkt, im^Spat. frühjahre, wenn die eintretende Warme den ferneren Aufenthalt im Süden weniger angenehm macht, ihren Aufenthalt IN Süddeutschland zu nehmen, ledmfalls aber ziemlich ein^Som^m^ransentMt^imbha^yersi^n^Hochge^r^e^B^E "andere^—^somr gut
feiten in Berlin, welche um so mehr Senwtwn.erreg n ß, u solch^n^Kreisen Absichtlichkeit der Oeffentllchkri. nahe g-rüek wnd w s wnst^rade^m solchen Kreisen A'is vok kur r L'bestant' u *b Ä"X ®el{8enbBei’t ^üe mLßte sich nicht <is vis vor turser uqiu u, » vrotestantlschen Höfen, besonders aber in Eng- "°7d"'und"^Berlin ^o hochgehaltene Weihuachlsfe^t die königliche Familie in Berlin oer- " L; in Berlin der Kronprinz mtt seinem ältesten Sohne und
der verhewathtten^^ Tochter (Erbprinzesiin Charlotte »°n Meiningen, in Potsdam und oer ver^lrmycrcu *".7 a-^tern in Pegli. Von Thüringen wurde ein herrlicher LWÄ« her hohen Brau gesendet, welche getrennt von ihrem Gatten b SbSlma§" fektk Der Kronprinz aber stand in der sliahe, „auf der Warte der Dinge'Re da^ kommen oder vielmehr nicht kommen sollten - wie eine ihm sehr nahe
Krutschkand.
Darmstadt, 13. März, ©eine Königlich« Hoheit der Großherzog haben alleranädigst geruht:
Am 28. Februar den Betriebsdirector Ernst Altvater zum Dtrector der Oterhejsischen Eistnbabn<n zu ernennen.
Berlin, 13. März. Reichstag. Fortsetzung der zweiten Berathung des Postetats Bei Capitel 4 des Ordinariums der einmaligen Ausgaben werden Dtel 1 MS ^ unverändert^bewilligt. Bei Position 15, erste Rate für den Neubau des Podienst- aebäudes in Posen, werden auf Antrag der Budget-Commission statt 80,000 nur MOOO ^. bewilligt. Die für den Umbau des Postgebaudes am Augustusplatz m Leipzig geforderten 100,000 JL werden, obschon Stephani, v. Kardorfs und v. Mmnige- rode dafür eintreten, dem Anträge der Commission gemäß ganz gestrichen. Für den Neubau des Dienstgebäudes in Neu-Ruppln werden 6chOOO bewilligt. Jur das neue Postgebäude in Thorn beantragt die, Budget-Commission statt 80,000 nm 70,000 ru bewilligen. Reichensperger verbreitet sich über die allzu splendide Ausstattung der Dienstwohnungen und mangelhafte Ausnützung der disponiblen Raume. Da das Thorner Projett sich von diesen Fehlern absolut freihalte, bitte er die Regierungsvorlage wiederherzustellen. Auch v. Nordeck zur Rabenau und Stephan befürworten die Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Das Haus entscheidet sich für den Antrag der Budget-Commission. Im Sinne von deren Anträgen erledigt das Haus noch einige weitere Neu- und Umbauvorschläge, indem die Projette fast durchweg angenommen, die einzelnen Bauarten aber mehr oder minder erheblich verkürzt werden. Im Extra- Qrdinarium werden 905,000 JL gefordert zur Erweiterung des Nohrpostnetzes m «iertin Die Budget-Commission empfiehlt die Streichung des ganzen Titels. Stumm beantragt, wenigstens 225,500 Jt. zu bewilligen. Es folgt die Berathung der Dttik- sckrist über die Ausführung der Anleihegesetze aus den Jahren 1875 blS 18/9. Die Denkschrift wird für erledigt erklärt. — Nächste Sitzung Montag.
Berlin, 13. März. Die Mttttärgesetz. Eommstston nahm heute den $ 1 der Vorlage (Feststellung der FrtedenSpräsenzstärke auf 7 Jahre von 1881 bi« 1888) mtt der Maßgabe an, daß nicht 1 pCt. der Bevölkerung nach der Volkszählung vom 1. Dccember 1875, sondern die Ziffer von 427,274 Mann fest einaefteflt wird. S 2 (Erhöhung der Cadres) wurde unverändett, 3 (Heranüehungs der Ersaßrejerv« erster Klaffe zu Uebuugen) mit der Maßgabe gimhmigt, daß die Uebuugspfllcht sich auf vier U-bungen erstreckt wovon tsie erste U.bung 10 Wochen, die zweite 4 Wochen und die cheiden lehien Uebun- gen je 2 Wochen nicht überschreiten sollen. Die Annahme des ersten ^ata, graphe^er^Igie^tt^i^gegen^Ssim bem Erzbischof von Köln
feine Anerkennung für di« von kiefern h-rausg«geb«ne Erklärung zur Ency ll a über den SociallSmu« ausgesprochen. Der Papst habe am Schluffe seiner


