^yncn, Syrern >D0yne Leben
Petersburg, kaiserliche Verordnung,
Rußland.
10. Juli. Dec „Regierungsbote" veröffentlicht eine wodurch die zollfreie Einfuhr von Gußeisen und Eisen
England.
London, 10. Juli. In der gestrigen Abendsitzung des Unterhauses wurde Rvundell's Antrag auf Abschaffung jedes Testeides in den Universitäten nach mehrstündiger Discusflon zurückgezogen, nachdem Gladstone erklärt hatte, die Regierung habe noch ferne Zelt gehabt, diesen Gegenstand zu erwägen.
Italien.
Rom. Garibaldi hat wieder einen seiner bekannten Briefe vom Stapel gelaffen. Derselbe ist nn Henri Rochefort gerichtet und lautet:
„Sie repräsentiren die Ehre der Republik Frankreich, Sie sind der Schrecken der Höflinge und dtademtragenden bonapartistischen Kuppler. Der Renegat Andrieux, nicht zufrieden damit, daß er Ihren Sohn hat meucheln wollen und denselben verleumdet bat, sandte Ihnen einen Gladiator, der Ihren ruhmreichen Tagen ein Ziel setzen sollte. Frankreich gleicht ganz unserem Italien; dort wie hier ein Haufen von Spitzbuben und Betrügern, welche den Volköwillen fälschen. Alliirte der so sehr verwünschten Pfaffen, geschützt durch die parlamentarische Fieibeit, regieren sie und machen nur mit Widerstreben den nach Freiheit und Wohlergehen sich sehnenden Völkern Concessionen. Andrieux, der einst Pamphlete auf die Bonapartes geschrieben, profanirt jetzt die Gräber der Commune-Märtyrer und ahmt die Handlungen gewisser feiler Schergen der savoy schen Monarchie nach, welche die Repi blckaner in Mailand, Genua und Calatabiano verfolgen. Möchte doch ein zweites 1793 nicht zu lange auf sich warten lassen, die Humanität beoaif desselben. Rochefort wird der k'.nftige würdige Marrat sein, welcher der strafenden Gerechtigkeit der Revolution die Köpfe der Priester und anderer die Nation täuschenden Betrüger oezeich' en wird. Wenn Sie nach Paris schreiben, grüßen Sie mir den heroischen Blanqui, das Opfer des schmeerbäuchigen allmächtigen, verhaßten ©ambetta Was liegt daran, er wird trotz alledem noch Deputtrter werden.
begrüßen, wenn jetzt wirklich einmal eine bestimmte und verläßliche Kundgebung des Bundesraths in dieser wichtigen Frage vorliegt.
Köln, 9. Juli. Die Ansicht der Berliner „Post über das bevor- stehende Dombaufest geht von der irrigen Unterstellung aus, daß es sich bei diesem Fest um eine feierliche Einweihung des Domes handle und daß aus diesem Grunde der kirchlichere Obere dabei nicht fehlen dürfe. Indessen rst, wie allgemein bekannt, die Domkirche längst geweiht. Es handelt sich gegenwärtig um die Vollendung der Domthürme, welche im Herbst dreses Jahres zur unleugbaren Thatsache wird. Diese Thatsache, welche sich nicht aufschteven läßt, kann von dem Central-Dombauveretn, welcher seit 1842 feine Thätigkert der Vollendung des großen Bauwerks gewidmet hat, nicht ignorirt werden; denn seinen unermüdlichen Anstrengungen ist es zu danken, daß endlich diese Thatsache vollendet ist. Selbstverständlich mußte der Verein sich wegen des Festes mit dem Kaiser als allerhöchstem Protector in Verbindung setzen; hin- sichtlich des Tages, an dem das Fest abzuhalten, ist allerdings bisher eine Entschließung nicht getroffen worden; dagegen hat sich der Kaiser mit der für das Fest der Vollendung im Jahre 1880 zu prägenden Medaille einverstanden erkläit Der Umstand, daß es an einem kirchlichen Obern augenblicklich fehlt, darf nach der Lage der Sache das Fest nicht vereiteln und wird hoffentlich auch den Kaiser von der Theilnahme an dem Feste nicht abhaltcn. Geht der Wunsch der „Post" in Erfüllung, daß auf Grund des Art. 2 des neuen Kirchengesetzes in Kurzem der Erzdiöcese Köln ein Bisthums-Verweser ernannt wird, so kann dadurch freilich die Feier nur gehoben werden. Eine solche Ernennung bildet aber keine wesentliche Bedingung, und zwar um so weniger, alS das Domcapiiel bereits sein- Mitwirkung bei dem Feste dem Dombau- Verein officiell zugesagt hat. Die „Post" ist also schlecht unterrichtet, wenn sie behauptet, eine kirchliche Feier könne ohne Kirchenobern nicht statlfinoem Im Gegentheil, die kirchliche Feier ist unter allen Umständen gesichert. Für manchen Katholiken mag es allerdings ein schmerzliches Gefühl sein, indeffen kann dadurch allein das freudige Ereigniß der Vollendung des Domes nicht in den Hintergrund gedrängt werden. Diesen Standpunkt nimmt auch der Vorstand des Central-Dombau-Vereins selbst ein, der zum größten Theil aus Katholiken besteht, wovon säst die Hälfte der Centrumspartei angehöreu. Aber auch diese, mit Ausnahme von zwei oder drei Mitgliedern, wünschen das Fest und haben ihre Ansicht unumwunden ausgesprochen, daß In diesem Herbst die Vollendung des hehren Gotteshauses unter allen Umständen gefeiert werden müsse. (Köln. Ztg.)
Ems, 10. Juli. Der Kaiser ist heute Nachmittag nach Koblenz abgereist.
aus dem Auslande aufgehoben und der Zolltarif für Eisen, Stahl- und andere Metall-Fabrikate und Maschinen abgeändert wird.
Türkei.
Konstantinopel, 10. Juli. Hussein Husni Pascha wurde an Stelle Osman Paschas zum Kriegsmtnister ernannt.
Trikgraphische Depeschen.
Wag»ee's teleg«. - Bisrea«.
München, 11. Juli. Heute um 11 Uhr vollzog der zeitweilige Vertreter des Ministers des Innern, Staatsrath v. Dillis, im Beisein der Minister v. Crailsheim und Riedel, der beiden Bügermeister rc. die feierliche Eröffnung der anläßlich des IV. deutschen Brauertaqes im Glaspalaste veranstalteten Special'AuSftellung der gejammten Brau-Industrie. Die Zahl der Aussteller beträgt über 400, die Zrhl der Thetlnehmer an dem Bcauertaze bis jetzt mehr als 1200 aus allen Theilen Deutschlands und dem Auslande.
Paris, 11. Juli. Das „Journal osfictel" veröffentlicht ein Decret vom 10. Juli, wonach allen wegen des Ausstandes von 1870/71 und wegen der späteren aufständischen Bewegungen Verurtheilten die Strafen vollständig erlassen werden.
Konstantinopel, 11. Juli. Osman Pascha verbleibt in Konstantinopel als Palastmarschall. Weitere Veränderungen im Ministerium werden erwartet.
Greenwich, 11. Juli. Bei dem gestrigen Jahresbanket des Cobden- Clubs sprach der französische Botschafler Challemal-Lacour die Erwartung aus, es werde England und Frankreich gelingen, zwischen allen Jntereffm die aus- gleichende Vermittelung zu stnden. — L.sseps zeigte an, die Ausführung deS Panama-Canals erscheine gesichert. Dem Unternehmen sei amerikanisches Capital beigetreten. Die Vollendung des Canals innerhalb 7 Jahren sei zu erwarten.
und dem theuren Arnould einen Händedruck. gür'S Ihr Garibald:."
Heflerreich.
Pesth, 10. Juli. Der Gerichtshof verurtheilte heule den Duellanten Baron Majchenyt (Mitglied des Oberhauses) zu 6 Wochen und den Abg. Verhovay zu 14 Tagen Gefängniß.
Brünn, 10. Juli. Der Statthalter Ritter v. Kallina ist heute Morgen in Folge eines Schlaganfalles gestorben.
Ilrankreich.
Paris, 9. Juli. Der König von Griechenland hat sich in bestimmter Weise über die zukünftige Rolle Griechenlands folgendermaßen geäußert: „Wenn die Türkei mit bewaffneter Hand den Conferenzbeschluß bekämpft, so muß Griechenland die Austragung des Streites den Großmächten überlasten, denn Griechenland kann unmöglich die Türket bezwingen, da Rußland mit Rumänien, Serbien und Montenegro kaum im Stande waren, die Türkei zu besiegen. Wenn die Türkei nachgibt, so macht sich Griechenland anheischig, die abgetretenen Provinzen zu besetzen und den Kampf mit den Albanesen aufzunehmen." Der König wird die Höfe von Berlin, Petersburg, Wien und Rom besuchen. Die Entscheidung über die Besetzung der Pariser Gesandtschaft wird erst nach Rückkehr des Königs nach Athen erfolgen. Wahrscheinlich ist die Stelle Braila zugedacht. (Köln. Ztg.)
Paris, 10. Juli. Die Kammer der Deputaten hat den gestern vom Senate votirten Amnestie-Entwurf angenommen. — Die für die Vorberathung des Dufauresschen Antrags über das Veretnsrecht gewählte Commission ist in ihrer Mehrheit dem Anträge geneigt.
— Die Journale der Linken sind sämmtlich der Ansicht, daß das Amnestiegesetz tn der gestern vom Senate beschlostenen Fastung die volle Amnestie gewähre und fordern die Kammer aus, die Amnestie-Vorlage in der Fastung des Senates anzunehmen.
Zur Unterstiihungswohnfllzfrage und Armenpflege enthält die in Wiesbaden erscheinende „Nass. Volksztg" nachstehenden Artikel, welchen wir unseren Lesern in der Stadt nicht vorenthalten wollen, da er auch auf unsere Communallasten ein kleines Streiflicht wirft.
Das Gesetz über den Untcrftützungswohnsitz und in Verbindung damit die Frage der Armenpflege überhaupt ist bereits seit längerer Zeit der Gegenstand öffentlicher Erörterung. Während von conservatiser Seite namentlich seitens der Großgrundbesitzer der östlichen Provinzen unter dem jetzigen günstigen reactionären Winde eine Abänderung des ersteren Gesetzes zu Gunsten des platten Landes, d. h. auf Minderung der erforderlichen zweijährigen Aufenthaltsdauer auf nur ein Jahr angestrebt wird, kommen aus den Städten immer größere Klagen über die enorme stetig steigende Belastung des Communalbudgets in Folge der erforderlichen Unterstützung des zuziehenden und nach kurzer Zeit bedürftigen Proletariats. Man verlangt detzhald von dieser Seite mindestens durch Gesetz die zur Unterstützung berechtigende Wohnsitzdauer auf mindestens fünf Jahre zu erhöhen. Andererseits wird ebenso die Frage der Armenpflege oenti. lirt und auch hier ein Ausgleich in der Belastung zwischen Stadt und Land gesucht, und ist, wie wir schon vor einiger Zeit berichteten, detzhald ein Congretz der Armenpfleger Deutschlands, resp. betreffender Delegirten in Aussicht genommen. Auch der Verband der Grund- und Häuserbesitzer Deutschlands hat diese Frage bei seiner kürzlich in Leipzig stattgehabten Generalversammlung zur Verhandlung gestellt auf Grund eines von dem Häuserbesitzerverein in Wiesbaden gestellten Antrags. Da diese Frage gewiß das allgemeinste Interesse hat, so bringen wir nachstehend die Begründung dieses Antrages Referent, Schreinermeister Rossel von Wiesbaden, führte aus:
Das Unterstützungswohnsitz-G^setz vom 6. Juni 1870, insbesondere der § 10 desselben, welcher zur Erwerbung des Unterstützungswohnsitzes eine zweijährige Aufenthaltsdauer vom 24. Lebensjahr an vorschreibt, hat für die Städte und den städtischen Grundbesitz sehr schwerwiegende Nachtheile im Gefolge gehabt und Zustände herbeigeführt, welche auf die Dauer unhaltbar sind. Die weitaus größte Zahl derjenigen Einwohner der Landgemeinden, welche in mehr oder weniger kurzer Zeit unterstützungsbedürftig wird, zieht nach den Städten über, und zwar aus verschiedenen Gründen. So ist z. B ein Hauptgrund der, daß die ihnen in den Landgemeinden gewährte Unterstützung vollständig unzureichend und meist so nieder bemessen ist, daß auf die Person und Tag kaum 6 bis 8 kommen. Es erhält eine mir persönlich bekannte alte arbeitsunfähige Frau von ihrer Heimathgemeinde monatlich zwei Mark. Eine andere, ebenfalls arbeitsunfähige Frau, welche einen schulpflichtigen ca. 13 Jahre alten Sohn hat, bekommt von ihrer Dorfgemeinde pro Monat fünf Mark. Die Unterstützung dagegen, wie sie den Bedürftigen in den Städten gewährt wird, ist eine derartige, daß sie jedes bittere Nothleiden ausschließt, indem sie das 10- bis 12fache der von den Landgemeinden gegebenen Unterstützung, d. h. je nach Umständen 50 bis 80 H pro Person und Tag betagt . ., _ . ,
Ferner werden diejenigen Armen, welche in ihrer Heimathgemeinde wohnen und Unterstützung beziehen, von jedem Dorfbewohner mißachtet, die Unterstützung wird ihnen bei jeder Gelegenheit vorgeworfen, und müssen sie sich daher überall ducken, da in den kleinen Landgemeinden Jeder des Anderen Verhältnisse kennt. In den Städten dagegen ist das anders, da verichwinden diese Leute in der Menge und in vielen Fällen weiß selbst der mit dem Unterstützten in einem Hause Wohnende nicht einmal, daß sein Zimmernachbar Unterstützung empfängt. Dies sind die Ursachen, daß eine große Zahl Derer, welche demnächst unterstützt fein wollen, aus eigenem Antriebe m eine Stadt überziehen und den Unterstützungswohnsitz daselbst zu erwerben suchen.
Aber eine sehr große Zahl deninächst Unterstützungsbedürft'ger wird inbirect, mitunter sogar birect von ben klugen Dorfbewohnern dazu überrebet, in eine Stabt überzusiebelu unb wirb ihnen babei auf eine merfroürbig schlaue Weise klar gemacht, wie dies zu ihrem eigenen Vortheil sei. Es sind mir Fälle bekannt, wo solchen Leuten gesagt würbe: „Wenn ihr in ber Stabt wohnt unb ihr habt Unterstützung nöthig, so bekommt ihr ba eure hübsche Stube gemiethet, erhaltet ferner wöchentlich einige Mark baares Gelb, bas nöthige Brob, Kleiber unb im Winter Kohlen rc. unb habt es ba besser, als ein kleiner Bauer hier im Dorfe; bas können wir euch nicht geben, dazu ist unsere Gemeinbe zu arm, bas wißt ihr ja. Es wirb ihnen ferner gesagt, wenn es euch von Anfang knapp geht, so helfen wir euch n. bgl. mehr, unb bie so bearbeiteten Leute begreifen bas Vorteilhaftere für sie vollkommen unb wandern aus. Sie entschließen sich hierzu um so leichter, wenn ihnen von oltin Bekannten bie Wahrheit bes in Aussicht Gestellten bestätigt wirb, unb wenn aus einer Landgemeinbe erst Einer bie Wohl- thaten ber stäbtischen Unterstützung genossen hat, erfolgt aus berselben Gemeinbe bald weiterer Zuzug. Die Einen werben bazu überrebet, bie Anberen suchen auf Grund eigener Berechnung sich ein Anrecht auf diese Versorgungsanftalt za sichern. (Ich muß dies so nennen, denn die zwei in der Stadt abzubienenden Jahre sind die Prämie, welche vielen Familien eine lebenslängliche Rente sichert, die den fünfvrocentigen Zinsen eines angelegten Capitals von 10- bis 14,000 Mark gleichkommt.) Wieder Andere treibt die Aussicht auf die in der Dorfgemeinde ihrer harrenden Noth unb Demuth häufig erst im Alter aus der Heirnath fort in bie frembe Stabt und somit ber Stabtkasse, resp. ben Steuerzahlern zur Last. Wie groß biefe Last ist unb wie enorm bie Ausgaben der Stäbte finb unb wie biefelbcn stets fteigenb, zuletzt unerschwinglich für biefelbcn werben, will ich an einigen Zahlen bes Armenbubgets von Wiesbaben klar machen.
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W 150,000 £
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Frankfurt, ?.! Wchi-r mchhal^ Lmki, irtldie von tntfen Dchn im Laust M ®® Wck, Begrüßm durch den Lochenden dts Tarna «Wen SBunWtumn at
Lomitt-zS 8 Uhr
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Schiefergruben-Gesch ZwräS Sicherung r derselben gegen ihre, Betrage von 700 @ raithe Muri. Nr.22 MngchundderKa; Dic hierüber ausgefei Wblich in Verlust a N Anstehen der Veld mi archrsertigt werd * Ulfa ** «xi fragil, Mim Ith frttai t
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