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- [Sin Geschenk Rußlands an Deutschlands Kürzlich wurde dem Director Haak- Hünmqen in Berlin von Seiten des russischen Commissars 10,000 tn Petersburg angebrütete Maränenrier übergeben, welche sofort im Sakrow-See bei Potsdam ausgeletzt wurden- Das «irisch dieser Maräne (Coregonus Baeri) gilt als große Delikateste. Die Fischzüchtcrei In Rußland hat einen bedeutenden Aufschwung genommen, so werden allein in Nowgorod jährlich vier Millionen Lachseier ausgebrütet. Auch in den Provinzen befinden sich verschiedene F.sch- zuchtanstaltcn, die nach allen Seiten hin die Gcwäster bevölkern. Die jährliche Ausbeute Ruß. lands (ohne Sibirien) beträgt an Fischen 30 Millionen Rubel.

[Sin Fasan mit einem hölzernen Bein.) Frank Buckland erzählt eine ganz nette Geschichte über einen Vogel, den ein Herr Beresford Hope für eine Art Geflügel aus Persien hielt. Ein Freund Buckland'« fand, als er im verflossenen Sommer feine Ferien auf dem Lande verbrachte, einen unglücklichen Fasan, der sich mit einem Beine in einer Falle gefangen hatte. Die Knochen waren gänzlich zersplittert und das Bein brandig geworben. Ais Chirurg von Profession und Freund von Operationen, setzte er sich gelosten nieder, nahm sein Jnstru- menten-Stut heraus unv amputirte dem Fasan sein Bein. Aus einem leichten Stück Holz schnitzte er ibm ein künstliches Bein als Partner für das gesunde, dies befestigte er an den Stumpf des Fasancnbeines und ließ den Vogel frei. Im Laufe des Winters wurde.der Vogel geid)offen und durch die Zeitungen auf dem Lande machte ein Artikel von dem höchst merkwürdigen Falle die Runde, daß ein Fasan geschostcn worden sei, der ein hölzernes Sein hatte.

[Gefoppt.) Den Dichter Saintfoy in England traf cm Gläubiger, dem er hundert Thaler schuldete, zufällig beim Barbier, der ihm soeben den Bart eingeseift hatte. Der Gläubiger mahnt ihn auf der Stelle. Saintfoy fragte ibn darauf, ob er nicht wenigstens so lange warten wolle, bis dieser Herr da 'hm den Bart würde abqenommen haben.O ja," antwortete Jener,recht gern."Nun sind Sie Zeuge, mein Herr," sagte der Dichter zum Barbier, wusch sich die Seife ab und ging mit ungeschorenem Barte davon.

Berlin. [Sin Opfer eigener Leichtfertigkeit) Vor einiger Zeit meldeten wir, daß per 24 Jahre alte Schlächtergeselle August Löst, welcher in frevelhaftem Uebermuih von einem Schweine, das vom Fleischbeschauer als trichinenhaltig erkannt worden, ein Stück rohes Fleisch genosten, an der Trichinosis so schwer erkrankt ist, daß seine Aufnahme in das hiesige Lazarus- Krankenhaus bewirkt werden mußte. Dort ist der junge Mann, der Sohn eines begüterten Viehhändlers in Königsberg in der Neumark, am Sonntag Abend jener schrecklichen Krankheit erlegen. Bei der am Montag Vormittag erfolgten Obduction der Leiche, bei weicher viele namhafte Aerzte anwesend waren, wurde tn Muskelausschnitten das Vorhandensein von Un- masten Trichinen in allen Sntwickelungsstadien festgestellt. In hiesigen Schlächterkretsen, in welchen, durch Fachblätter bestärkt, die Schädlichkeit, ja sogar die Existenz der Trichinen noch vielfach bestritten wird, hat der Fall natürlich großes Aufsehen erregt und dürfte vielleicht einen heilsamen Umschwung dieser Anschauung zur Folge haben.

Im Bahnhofe in Großheringen ließ sich ein junger Herr fein Gabelfrühstück so prächtig schmecken, daß er kaum noch Zeit hatte, in den abfahrenden Zug zu springen. Die Mitreisenden gratulirten ihm eben und er antwortete lächelnd:Glück muß ein junger Mensch haben", da pfiiff die Lokomotive und oer Zug stand. Niemand brauchte zu fragen:waS ist los? denn draußen vor dem Wagen stand der Wirth des Bahnhofes und sagte zu einem unk sormirten Manne: Hier ist das Bürschchen I Der Uniformirte kehrte die Taschen deS Bürschchens um und herauS fielen die silbernen Mester und Gabeln des Wirthes. Das Wettere kann man sich denken.

(Arbeit-w-Versicherung.) Diese Branche der Lebens-Versicherung hat in Eng­land einen colossalen Umfang genommen Die Prudential hat allein 4 Millionen Po- lizcn ausgestellt Die Branche der Arbeiter-Versicherung wird nun auch in Deutsch­land von einer gut fundirien Gesellschaft eingeführt und gewiß zum Wohle der un­bemittelten Elasse der Bevölkerung, welcher durch die kleinen Wochen-Beiträge der Eintritt erleichtert wird und wodurch es möglich ist, im Falle des Todes des Ernäh­rers der Familie, diese vor Noth und Elend zu schützen.

Schlfltfeberfteht. MttgethetU von oem Agenten oes norddeutschen Lloyl, U. W» Dietz in Gießen.

Bremen, 7. Mai. [Per transatlantischen Telegraph ) Der Postdampfer Habsburg, Capt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21 April von Bremen und am 24. April von Southampton abgegangen war, ist vorgestern 6 Uhr Nachmittags wohl­behalten in Newyoik angekommen.

Bremen, 7. Mat. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Main, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. April von Bremen und am 27. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newuork angekommen

Bremen, 7. Mai. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hermann, Capt. H. Baur, vom Norddeut'chen Llopd in Bremen, welcher am 21. April von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen.___________________

Handel und Verkehr.

Gießen, 11- Mai. Auf dem heutigen Wüchenmarkte kosteten Äutter per Pfd.^L 1,12 bis X 1.30, Hühnere,er 1 Stück 4-5 H, Gänseeier per Stück 8 -10 Enteneier 1 Stück 5-0 H. Käse v-r Stück 49 H, Käsematte per Stück > H, Srbien 1 Liter 20H, Linsen 1 Liter 22 H, Tauben das Paar u.700.90, Hühner per Stück X 1.201.50, Hahnen per St. X 1.30 bis 1.70, Wälfche X 6- 7, Enten per Stück 2.700 00, Karcoffeln per 100 Äilo X 56, Zwiebeln p. St, X 1820, Milck per Liter 16 und 18 OclNenst?'sch 66 -68 H per Pfd-,

Kub- unc Rindfleisch 4M56 H, Kalbfleisch 3846 Hammelfleisch 6070 H, Schweine­fleisch 60 H

Frankfurt, 10. Mai. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 42, Nr. 2 X 40, Nr. 3 X 34, Nr. 4 30, Nr 5 X 24, Roggenmehl v/i-(Berliner Marke) X. 26 0000, do.

I (Berliner Mark-) X 24.5000.00, do. II (Berliner Marke) x 20.0000 00. Wetzen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 2 4.25 24.50, ab unserer Umgegend X 24.0"00.00, do. fremder je nach Qualität n. 24.0024.50, Roggen, je nach Qualität X 19.2520.50, Gerste X 18.00-20 50, Hafer X 1316.25, Kohlsamen X 27-28; Erbsen X 1927, Wicken X 16 18, Linsen X 20-40, Bohnen, weiße, X 2325, Roggenklere X, Weizenkleie, grobe und feine X, Rüböl, detail, X 60. Stimmung unsicher. Haupt­sächlich gefragt war:- Dringend off ernt:. (Die Preise verstehen sich sämmkUch per 200 Pfund Zollgewicht = 100 Kilo.)

Frankfurt, 10. Mai. Der heutige Viehmarkt wargut befahlen. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen und Stiere, 250 Kühe und Rinder, 2>0 Kälber und 20" HämMel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 6900, 2. Qual. X 6264, Kühe Und Rinder 1. Qual. X- 58-60, 2. Qual. X 45- 52, Kälber 1. Qual. X 5456, 2. Qual. 4k -52, Hämmcl 1 .Qual. X 6062, 2. Qual. X 48 50 pe, 100 Pfd. Schlacht­gewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund H.

OtffeMcht Aufforderung.

Am 31. Mai v. I. verstarb in dem fiädiilcken Kr^nkenhause zu Elberfeld Heinrich Müller, lebfae- Sobn der verlebten Konrad Müller V.

Eheleute aus Eberstadt. Seine Ge­schwister, aks gesetzliche Erben, haben die Erbschaft nur unter der Rechts« wohlthat des Inventars angetreten. Der Nachlaß ist überschuldet. Alle diejenigen, welche Ansprüche an den- srlbeii geltend machen wollen, werden aufgefordert, solche binnen 4 Wochen von heute a" gerechnet, bet dem unter« zeichn-, ten Gericht anzumelden, als sonst sie bei der Vertheilung nicht be­rücksichtigt werden könnten

L'ch, den 29. April 1880.

Großherzogl. Amtsgericht Lich.

3302) Langer man n.__

Gras-Versteigerungen.

3329/ Die diesjährigen Grasnutzungen an den Gräben und Böschungen nach­benannter Straßen sollen in den da­bei bemerkten Terminen an Ort und Stelle meistbietend verpachtet werden und zwar:

1) Mittwocb den 12. Mat

auf der St oße von Gießen bis Lang-Göns, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe der Veterinä, anftalt.

2) Donnerstag den 13. Mai

auf der Straße von Lang-Göns bis Butz­bach und von Pohl-Göns gegen Nieder­kleen, Anfang Morgens 8 Uhr bei Ab- theilungtznummer 45.

3) Samstag den 15. Mai

auf der Strane von Gießen gegen Mar­burg, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe desPfau".

4) Dienstag den 18 Mai

auf der Straße von Gießen über Reis­kirchen, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe bet Schützenhofs.

8) Donnerstag den 20. Mai

auf der Straße von Gießen über Lich gegen Langsdorf, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des Gießener Friedhofs.

(j) Samstag den 22. Mai

auf der Straße von Lich gegen den Hessen- brücker-Hammer, Anfang Morgens 9 Uhr in der Nähe des Friedhofs zu Lich.

7) Montag den 24. Ma,

auf der Straße von Lich bis Hof-Gill, Anfang Morgens 9 Uhr in der Nähe des Eisenbahn-Viaducts.

Die resp. Großherzogl. Bürgermeistereien werden ersucht diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinde besonders be­kannt machen zu lassen.

Gießen, den 7. Mai 1880.

Großherzogliches Kreisbauamt Gießen.

In Vertretung:

Volz, Kreisbauaufseher-Aspirant.

Altgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung.

Aus den Namen der nachstehend aufgeführten Besitzer stehen in den,namentlich beigefügten Gemarkungen die nach Flur und NumMer beigefetzten Grundstücke. Die Besitzer können theilweise gar keine Erwerbsurkunden, theilweise keine genügende Quit­tungen über Auszahlung der Kaufschillinge beibringen. Wer Ansprüche an die frag­lichen Immobilien bilden kann, hat dieselben binnen 6 Wochen beim unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, sonst wird angenommen werden, daß die beigeschriebenen Besitzer Eigcnthümer sind, sowie daß Kausschillmge oder sonstige Lasten nickt mehr zurückstehen, und es werden die zum Eintrag ins Mutationsverzeichniß erforderlichen Verfügungen erlassen werden.

I arü- qaO

Namen der Besitzer.

Gemarkung.

Bezeichnung der Par­zellen nach Flur und Nummer.

1

Damm, Johannes Karl, von Reis­kirchen.

Reiskirchen.

V. 243.

2

Lepper, Lorenz, von Reiskirchen und Ehefrau.

do.

I. 626.

3

Lepper, Philipp II, daselbst.

do-

XI. 305. IV. 183.

11. 30. III. 209.

4

Henkel, Peter, von Allertshausen.

Allertshausen.

II. 276 X. 144.

5

Harbach, Johannes III, zu Großen- Buseck.

Großen-Buseck.

V. 274.

6

Hörpel, Philipp I, Wittwe, daselbst.

Daselbst.

XVI. 389.

7

Muller, Christian, zu Trohe.

Alten-Buseck.

VIII. 194. VIII. 195.

VIII. 240. VIII. 334.

IX. 230. XI. 126.

8

Deubel, Georg, zu Trohe.

Rödgen.

X. 183.

9

Heinrich Fink zu Fiiedberg.

Großen-Buseck.

XVII/293.

10

Johannes SteinmüUer.

Rödgen.

XVIL308 u- XVII. 323.

11

Johannes Brück.

Daselbst

IV/130. 111/202.

12

Johannes Albach und Consorten von Lollar.

Lollar.

I. 600.

13

Friederike Schomber zu Gießen.

Climbach.

I. 562. III. 188.

14

Johannes Kinkel I. zu Ruttershausen.

Ruttershausen.

IV. 231.

Gießen, den 27. April 1880.

Großherzogliches Amtsgericht Gießen.

LangSvors, Stammler,

3286) Oberamisrichter._____________ Amtsrichter. __________________

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3125) empfehl?» Hoc ter & Kats.

Dienstag den 22. Juni,

Vormittags 11 Ubr,

soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe der Georg Boos Eheleute dahier, als:

Flur. 9?r. Mtr.

I. 202 81 Hofraithe in der Löwen­gasse

meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 11. Mai 1880.

Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

3300) Müller

Sckulstraße B. 11.

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