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/ ^chulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit AnSmchme bet Montag».
rc. an Großh. Hauptstaatskaffe.
Preis »ierteljichrlrlh 2 Mark 20 Pf. mit ß«)tngerloh«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.
Wir theilen Ihnen nachstehende Verfügung Großheizogltchen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 5. d. M. zur Kenntnißnahme und Bemessung mit. Dr. Boekmann.
Abschrift.
des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Com- muml-Bedürfniffen in den Gemeinden des Kreises Groß-Gerau.
3. Uebersicht der für das Jahr 1880 von Großherzogltchem Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Conmunal - Bedürfniffen in den Gemeinden des Kreises Bingen.
4. Ordensverleihung.
5. Dienstnachrichten. Am 14. Februar wurde dem Schulamtsasptranten Jaob Schreiber aus Mommenheim eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Apenhetm, am 16. Februar wurde dem Schulamtsasptranten Ludwig Schäfer am Rodheim eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Hergersdorf übctragen.
6. Charaktererthetlung.
7. Ruhestandsversetzungen. Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog haben allegnüdtgst geruht: am 29. Januar den eoang. Pfarrer Wilhelm Dornseiff zu Eschollbrücken auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen.
Am 13. Januar wurde die Lehrerin an der Volksschule zu Mainz Katdrtna Schaller auf ihr Nachsuchen, am 26. Januar wurde der Gefangenen- wär-r im Provinzialarresthaus in Gießen Andreas Heutzenröder unter Aner- kennng seiner mehr als 40jährigen treu geleisteten Dienste, am 16. Februar wm'e der Schullehrer an der Gemetndeschule zu Leiselheim Hermann Wagner, auf rin Nachsuchen, in den Ruhestand versetzt.
8. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Kaictn mit einem dotationsmäßigen Gehalt von 3163 «X; dem Freiherr» v. Lmhardi zu Bessungen steht das Präsentattonsrecht zu dieser Stelle zu. Die Dang. Pfarrstelle zu Grebenau; dotationsmäßiger Gehalt 915 Eine (neuerrichtete) mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge- metreschule zu Fretenseen mit einem jährlichen Gehalt von 900
Mainz, 8. März. Den „N. Hess. Volksbl." wird von hier geschrieben : Vor der Cioilabthetlung des hiesigen Landgerichtes sind, in Folge des am l. November v. Js. in Bischofsheim stattgefundenen Etsenbahnunfalles, zur >eit nicht weniger als fünf Entschäbigungsklagen von in Mitleidenschaft gezcenen Passagieren gegen die Ludwtgsbahn anhängig. Wie wir hören, klaxt: 1) Hauptmann Garrisch von Kulmberg, der bet dem Unfall seine Frau imtfetn Töchterchen verloren; die Ludwtgsbahn hat Herrn Garrtsch, der, da er löst gelähmt und seine Frau ihm die uothwendige Pflegerin war, durch datUnglück doppelt hart betroffen, in unbeschreiblicher Großmuth 8000, sage 80t Entschädigung angeboten. 2) Der in einer Frankfurter Großhand- lun thätig gewesene Buchhalter Schmitt von hier, der sich nicht nur seinen ferren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen kann, sondern auch schon zu der fielen Bewegung von einem zu einem anderen Punkt der Hülfe zweier Person b-dürftig ist. 3) Die Wtttwe des Wagenwärters, der bei dem Zusam- metoß aus einem Bremserhänschen herunterstürzte und sodann von den Wenrädern erfaßt und nur als Leiche wieder hervorgezogen werden konnte; dtBahnverwaltung hat der Wtttwe, die mehrere Kinder zu ernähren hat, 40& monatlich angeboten. 4) Der Amerikaner Harry Winns, der sich einen Bch zugezogen, in Folge deffen er seinen Beruf als Maschtnenmonteur nicht mc erfüllen kann, und 5) der Deutsch-Amerikaner Kaufmann Bandel tu Frksurt, der eine Reihe innerer Verletzungen erlitten hat. Für die beiden Lesren werden die Klagen durch den amerikanischen Consul in Franksurt be- trtm. Es zeigt keineswegs von besonderer Nobleffe, daß die Ludwtgsbahn
Gießen, am 10. März 1880.
Be treffend: Die Auszahlung der Staatsbeiträge zu Besoldungen der Volksschullehrer an die Gemeinden.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an di- Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Deutschland.
Darmstadt, 8. März. Das Großherzogl. Regierungsblatt (Beilage Nr. 6) Vorlesungen, Uebungen und Praktika, weiche im
Sommer-Semester 1880 in den fünf Fachabtheilungen der Großherzogl,chen technischen^Hochschule^zu ^DarmstM^geha^lte^^ ^^bh«zoglichem Ministerium
Der Umschwung an der Börse.
Schon seit einigen Wochen machten vorsichtige Börsen-Bertchterstatter darauf aufmerksam, daß auf dem Elfen- und Kohlenmarkte eine Reaktion bevorstehe, da Amerika in seinen Aufträgen plötzlich nachließ. Wenn aber erst einmal di« Spekulation entfesselt ist, so werden di- Warnungen der Dreße verhöhnt und die Coulisse lacht die „Angstmeier" aus. Di- Letzteren haben aber wieder einmal Recht gehabt, und nicht nur viele Borfenleute, son- dein leider auch ein- f-hr beträchtliche Anzahl von kleinen Kapitalisten, von den Auftraggebern in kleinen Städten und auf dem platten Lande, bedauern heute, die Mahnung zur Vorsicht unbeachtet gelaßen zu haben.
Was nützt ihnen der gute Rath, daß st- nunmehr von der Hauste in die Baiffe überzuspringen, statt Vorprämien Rückprämien zu nehmen , statt zu kaufen zu verkaufen hätten? Dieser gute Rath ist in fast allen Fällen nichts anderes als eine Anweisung, sich bei dem nächsten Umschwünge wieder scheeien ru lasten, und die guten Schafe, welche den biederen Rathschlägen folgen, finden bei ein- oder mehrmaliger Procedur, daß ihr reiches Vließ bis aus die Haut abgeschoren ist. Dann ertönt das Klagelied, »Was fang ich armer Teufel an, die Gelder sind verzehret?" und die alte ehrliche Arbeit kommt
^ötft hat eine schlimme Woche hinter sich, eine Woche der blassen Furcht- Die Panik grinste wie ein Gespenst hervor und brachte CurSstürze, wie sie sonst nur bei den schlimmsten politischen Anläßen eintreien. Allerdings war der Schluß der Woche etwas ruhiger geworden, aber bte Spekulation hat einen Schlag erlitten, von dem sie sich erst nach Wochen erholen wird. Wie fides Unglück sein G'ück hat, so wird die neueste bittere Erfahruiig wenigstens dazu beitragen, im Publikum, welches sich in jüngster Zelt ungemessen der Svlelwuih bei Börse ergeben hatte, eine Ernüchterung z» schaffen, und diese Ernüchterung wird dazu beitragen, den Markt selbst allmälig gesunden >» lasten. Das erschreckte Publikum wirft bei einem plötzlichen Ruckgange Alles auf den Markt und macht dadurch die Stimmung noch schlechter , als ste ist- Es ist die Geschichte von dem Bauer, der auf dem Ast sitzt, den er alffägt, von der Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt, es ist ein altes und doch immer neues Lied mit wundersamer gewaltiger Melodei, wobei die Wellen den Schiffer im kleinen Kahne zuerst verschlingen.
An der Börse hält man, nachdem der See seine Opfer erhalten, die panikartige Bewegung für beendet, die Tage der Aufregung "''d d-r Verluste — meint man — seien vorüber, aber es wird zunächst eine mächtige Ab- lvannung eintreten, von der wir im Jntereste des kleinen Capital« hoffen, g, nickt nur eine kurze Stille vor dem Sturme sein möge, sondern gestatten werde, aus dem unsicheren und erregten Meere des Börsenspiels wie- der in dem Hafen zu landen, wo Fleiß, Arbeit und Sparfamkeit langsam die Güter mehren die noch nicht von der Brandung der Baiße verschlungen sind.
Nach dem Anträge Ihres Berichts vom 25. v. M. zu Nr. H. St. K. 755 genehmigen wir, daß mit Wirkung vom 1. April 1880 an die Staats- betrüge zu Besoldungen der Volksschnllehrer an die Gemeinden in zweimonatlichen Rate» und zwar in den Erhebungsmonaten der direkten Steuern ausgezahlt wnden.^ @emc(nben bie Auszahlung viertel- oder halbjährlich oder jährlich wünschen, so ist diese Zahlungsweise nicht zu beanstanden.________
—— — Gießen, am 10. März 1880.
Betreffend: Das Ableben Sr. Durchlaucht des Fürsten Ernst zu Solms-Braunfels.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Grüningen, Hol,heim, Hungen, Langsdorf, Muschenheim Nieder-B-sst-tg-n, Nonnenroth, Röthges und Vellingen.
Wir beauftragen Sie dahin Anordnung zu treffen, daß zu Ehren Seiner Durchlaucht des am 7. d. M. verstorbenen Fürsten Ernst zu Solms- Braunfels das in Art. 5 des Gesetzes vom 18. Juli 1858 vorgeschriebene Trauergeläute 14 Tage lang, Vormittags von 11 bis 12 Uhr, auf Gemeindekosten statifindet. vr. Boekm.nn.
Meßmer Wueiger
AiM- ui AmtsM fit ilkll Kreis Gießen.


