1880
Sonntag den 11. Juli
Erstes Blatr
Nr. 159
WHdttwVUmttM \ Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit «stSstichme bet Montes».
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Juli:
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yrtU »<«üWti$ 2 Mar! 20 Pf. mit Sringerle^n. Durch die Post bezogen »ierteljLhrlich 2 Mark SO Pf.
Mittwoch erfolgen kann, so wird die Uebergabe erst Ende nächster Woche stattfindcn.^^ g yuIii Senat hielt Jules Simon heute eine Rede, In welcher er die Amnestie, die Politik der Regierung und die Antwort des Justiz- ministers tadelt, sowie die Unmöglichkeit der Ausführung des Commisflons- entwurfes nachzuweisen sucht. Der Commissionsentwurf, welcher von der Amnestie die Brandstifter und Mörder unter den Commune-Verurtheilten aus- schlieht. wurde mit 14t gegen 123 Stimmen angenommen. Der Entwurf wird also nochmals an die Deputirtenkammer zurückgehen. (Sensation.) Die Sitzung wird unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurde das Amendement Ninard angenommen, welches erklärt, daß die Ausnahme von der Amnestie aus diejenigen Verurthetlten nicht anwendbar sei, deren Strafe durch die Regierung bereits umgcwandelt ist, und sodann der ganze Entwurf mit 176 gegen 98 Stimmen angenommen.
Aschaffenburg, 10. Juli. In der Schwurgerichts-UntersuchungSsache gegen die ehemaligen Beamten der Gcwerbekasie.zu Lohr, Director Michel und Cassier Maier, ist heute das Urtheil veröffentlicht worden. Michel wurde 14 verschiedener Betrugsverg-Hen schuldig erklärt und zu 18 Monat Gefängnis, Maier wegen 15 Betrugsvergehen zu 20 Monaten G-fängniß ver- urtheilt. Beide Angeklagte wurden gegen je 2000 Jt. Kaution auf freien Fuß gesetzt.
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11. Juli:
Telegraphische Depeschen.
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Berlin, 9. Juli. Heute Mittag 123/4 Uhr stattete der Kronprinz dem Könige von Griechenland im „Hotel du Nord" einen Besuch ab und fuhr um 1 Uhr mit diesem und desien grieckislbem G-solge nach Potsdam-
— Der „Nordd. Allg- Ztg." zufolge ist der deutsche Consul in Beirut nach dem ersten Bekanntweiden der Unruhen In Haifa telegraphisch ermächtigt worden, sich an Ort und Stelle zu begiben nnd die Jnteresien der Deutschen wahrzunehmen. Nähere Berichte sind erst in einigen Tagen zu erwarten. Den letzten Telegrammen zufolge ist die Ruhe in Haifa wieder hergestellt.
Paris, 9. Juli. In dem Proceffe der Jesuiten der Rue de Sevres verwarf das Seine-Tribunal den Perhorrescenz-Emwand de« Polizei-Präfekten ant,tiCgpnfcp„, 9. Juli. Unterhaus. Wolff stagt an, ob die Regierung über die Unterhandlungen in Konstantinopel, die Politik der Regierung im Osten Europas und die zum Schutze der britischen Jnteresien zu treffenden Maßregeln Auskunft geben könne. Gladstone erwidert, die Regierung werde nicht verfehlen, so bald als Ihunlich Auskunft zu geben und wünsche besonders zu vermeiden, daß das Land durch Nachrichten von einer irgendwie von dem europäischen Concert getrennten Action überrascht oder erschreckt werde.
Petersburg, 9. Juli. Die „Agence rusie" sagt, die Agitation in Konstantinopel beweise, daß die Uebereinstimmung der Mächte einen tiefen Eindruck auf die Pforte gemacht habe und sie schließlich doch bestimmen möchte, dem ausgesprochenen Willen Europas zu folgen. Bezüglich der chinesischen Angelegenheit bemerkt die „Agence rusie", daß all« daraus bezüglichen Gerüchte verfrüht feien. ....
London, 9. Juli. Die „Times" meidet aus Philadelphia, die Umons- regierung fei geneigt, den Frieden zwischen Chili und Peru zu vermitteln und habe ihre Vertreter in Santiago und Lima instruirt, die Regierungen in dieser Beziehung zu sondiren.
Karlsruhe, 9. Juli. In der „Bad. Landesztg." dementirt der Land- tagsabgeordnete Baumstark die Meldung der „Franks. Ztg.", Baumstark habe im Namen der Curie mit der Staatsregierung Unterredungen wegen Wieder- besetzung des Freiburger Erzbischosstuhles geführt.
Straßburg, 9. Juli. Se. Mas. der Kaiser hat die Entbindung des Staatssecretärs Herzog von seinem Amte und seine einstweilige Versetzung in d«n Ruhestand genehmigt.
— Die „Elsaß-Lothr. Ztg." meldet amtlich die einstweilige Versetzung beS Staaissecreiärs Herzog in den Ruhestand. — Feldmarschall v. Manteuffel ist gestern Abend hierher zurückgekehrt.
— Die Ersetzung des zurückgetretenen Staatssecretärs Herzog durch einen neuen Staatssecretär wird als unmittelbar bevorstehend bezeichnet.
London, 9. Juli. Die Morgenbläiter veröffentlichen eine Privat, depesche auS Peking vom 22. Juni, welch- lautet: Tschung how ist b«- gnadiat worden, zum Beweise, daß China die Wurde Rußlands nicht habe verletzen wollen und die Fortdauer freundschaftlicher Beziehungen wünsche.
Daily News" bespricht die gestrigen Mittheilungcn Gladstone'« und Granville'« und sagt: Soweit wir die Lag- d-r Dinge beurtheilen können, ist anzunebmen, daß die Regierung -ine befriedigende Beilegung der gegen- wärtigen Schwierigkeiten hofft. , . , „ ,
Konstantinopel, 9. Jul«. Die Collectivnote der Conferenzmächie dürste am Sonntag hier -intreffen. Da die Uebergabe der Collectivnote in Athen gleichzeitig erfolgen soll, die Ankunft derselben in Athen aber erst am
MM.
19.
instand.
Darmstadt, 9. Juli. Seine Königlich- Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: . , , ,
Am 26. Juni den Pfandmeister bei dem Rentamt Schotten Heinrich Herrmann zu Lauterbach in gleicher Diensteigenschaft an das Rentamt Lam- pertheim zu versetzen; ., .
am 3. Juli den Großh. Profeffor Heinrich Wagner zu Darmstadt auf Vorschlag des Lebrei-Collegiums der technischen Hochschule für die Zeit vom 1. September 1880 bis zum 31. August 1881 zum Director der technischen Lockschule zu ernennen; ,
an dcms. Tage den Recior an der Mittelschule für Knaben zu Darm- stadt Dr. Heinrich Eis en hu t b zum Director an dem Schullchrer-Semmar zu Alzey, mit Wirkung vom 15. August d. Js. an, zu ernennen.
— Ernannt wurde: am 6. Juli der Kanzleigehulfe bet der Kanzlei des Ministeriums des Innern und der Justiz Philipp Dauber aus Darmstadt zum Ministerial Kanzlisten zweiter Klaffe bei dem genannten Ministerium.
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Lokales.
(Cfefitn 10. Juli. An die von Ihnen am Donnerstag gebrachte Notiz der Wohl- thätigkeits-Vorstellung uiifnüDfenb, kann ich Ihnen heute bereits mtttheilen, daß die Ausführung aesickert ist. Es wird in Wenzels Saalbau nächsten Freitag, den 16. Juli, eme Vorstellung stattfinden , welche eine äußerst amüsante zu werden verspricht. Wer gerne lacht der: wird während der drei prächtigen Lustspiele „Badekuren, Jedem das Seine und Die Eifersüchtigen dazu reichlich Gelegenbcit finden. Ueberdies sind drei lebende Bilder vorgesehen, die unter die Leitung der Herren, welche die großen Bilder der letzten Aufführungen arrang.rten, gestellt werden. Sckach und Sckach matt, Heideröslein nach Kaulbach, Ich schnitt cs gern in jede Rinde ein, sind die so reizenden Sujets, daß sie gewiß jeden Zuschauer befriedigen werden.
Die Capelle des hiesigen Regiments wird während der Vorstellung spielen und verfehle ich nicht hier zu bemerken, daß Herr Oberst von Western Hagen dieselbe unentgeldlich zur Verfügung des Comite's gestellt hat. Das liebenswürdige Entgegenkommen des Regiments- Commandeurs verdient gewiß eine dankbare Anerkennung.
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Vermischtes.
— Wie verschieden die OctroiGebühren auf Schlachtvieh in den hauptsächlichsten Städten des Großherzogthums sind, beweisen nachstehende Zahlen: Es wird erhoben in Darmstadt: für Ochsen 19 X 75 für Kühe und Rinder 12 X 12 Ä, für Sckweine o 60 % für Kälber 1 X 55 A, für Hämmel 1 X 35 und für Ziegen 75 in Offenbach'- für Ochsen 14 für Kühe und Stiere 10 für Schweine 3X. für Aä der 85 1, für Hämmel 85 in Gießen: für Ochsen 6 X 86 für 58 A, für Rinder ?nd Stiere 2 X 75 für Kälber und Hammel 58 für ^chwewe 1 ^/7> in Mainz: für Ochsen 11 X, für Farren 11 X, für Kühe und Rinder 7 X, für Sckweine 1 J 75 fürK^ber 70 für Hämmel 50^ und für Ziegen 50 Die
Octroi.Gebühren von Mamz und Gießen stehen nach Obigem weit hinter den Gebühren von Darmstadt und Offenbach zurück.
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Gefundene Gegen st ander
2 Port«monn°i-'s mit Inhalt, 1 H-ndtäschchen. 1 Rechenbuch, 1 Stauchen, verschiedene Briesmarken, 1 Cravatte, 1 Herrnhut, mehrere Schiüffel.
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MM- nab Amtsblatt für ben Kreis Gießen.
Handel und Verkehr
GieükN. 10. Auf dem heutigen Wochenmarkte foltere: Butter per Pfd. ^L 0^85 bt6 u 05 ßübnetctttl Stück 5-6 2 St. 0 H, Enteneier 1 Stück 6-0 Ganseeier 1 St.
11 — 12 ^5,' Käse per Stück 5—9 Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 25 Linsen 1 Liter 26L Tauben das Paar 65-90 «filmet v. St. X 1.00-1.40 alte Hahnen P,St 10 60-1 25, junge Hahnen 0.00-0.00^, Wälsche X 0.00-0 00, alte Enten per Stuck X 1 20-1 70, junge Enten X 0.00-0.00, Ock-senfiejsch «8-00 pn Pst., Kuh. und Rindsieiseb 50-56 J,, Kalbfleisch 40-44 4, Hammelfleisch 6(1 - 70 H, SLwemefletich «0-64 L, alte Karwffeln per 100 Kilo X 9.00-0.00 neue Kartoffeln IOCIH« X 18-20,
Augrug aus denStsndesamwregistern des Standesamts Gießen
Vom 3. bis 9. Juli 1880.
Aufgebote. „
Juli. 8. Lehrer Dr. Eduard Molly von Blasbach mit Karoline Albertine «malte Ltsette Reiber, Tochter des Distrtcts-Etnnehmers Karl Wilhelm Reiber von: W• mann Wilbelm Fürth von Darmstadt mit Henriette Katzenstein, Tochter d,S Ho zyanvlers D. Katzenstein vor» Gießen. 9. Schuhmacher Max Simon, Wittwer von Arnstadt m.t Marie Roth von Ruttershausen.
Schreiner Heinrich Äftrl Demuth von Gießen mit Elisabeth Buch, Tochter des verst. LehrerS Johannes Buch von Kelsterbach. p r e n c
Juli. 1. Dem Capellmeiste^ im 2. Großh. Heff. Juf -Regt- Nr. N6 Karl Kraufse
®ie Tochte?»°„ auswärts? 8. Dem Buchbinder Heinrich Gebhard II. eine Tochter.
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