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seien geringfügig, dasselbe konnte gestern bereits die Schießübungen fortjetzen. Der Zustand der Verwundeten sei befriedigens-

Frankreich.

Paris, 8. März.Temps" meldet: Orloff wird demnächst auf Urlaub nach Petersburg gehen, eine Reise, die schon seit dem Februar &cub= sichttgt, aber durch die Hartman'sche Angelegenheit verzögert war. Orloff Wird im Laufe des April, nachdem der Kaiser von Rußland nach Ltvadta ab- gereist sein wird, hierher zurückkehren.

Amerika.

Washington, 8. März. Herr v. Leffeps hatte am Sonnabend eine Unterredung mit dem Präsidenten Hayes und erklärte demselben, es weide nicht daran gedacht, den Panama-Canal unter die Controle des Auslandes zu stellen. Die Interessen der Union würden durch de.« Canal in keiner Weise beeinträchtigt. Präsident Hayes erwiderte, er freue sich zu erfahren, daß das Unternehmen Leffeps' nicht politischen Zwecken dienen solle.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'- telegr. Correspoudeur Bureau.

Berlin, 9. März. Der Kronprinz ist heute Mittag 12^/z Uhr aus Italien etngetroffen. Auf dem Bahnhose von den Prinzen Wilhelm und Friedrich Karl, dem Erbprinzen und der Erbprinzesstn von Meiningen, dem Hofmarschall Grafen Eulenburg, seinen persönlichen Adjutanten v. Pannwitz und v. Nyvenhetm empfangen, begab sich der Kronprinz sofort mit der Elb- Prinzessin von Meiningen in das königliche Palais, um Ihre Majestäten den Kaiser und die Kaiserin zu begrüßen. Nachmittags findet bet Letzteren Hof­tafel statt, wozu der Kronprinz, der Minister a. D. v. Manteuffel, Minister Hofmann, v. Varnbüler. Reichsbank-Präsident v. Dechend, der Generaldirector der Zölle in Elsaß-Lothringen, Fabrictus, v. Bennigsen und Andere gela­den sind.

Berlin, 9. März. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge hat der Erlaß des Reichskanzlers über die Schreibweise im Retchsdtenst vom 28. Februar folgenden Wortlaut: Zur Vermeidung non Mißverständnissen und zur Erhal­tung der in der dienstlichen Korrespondenz nothwendtgen Einheit der Schreib­weise ersuche ick Ew. rc. daraus zu halten, daß im Relchsdienste an der Recht­schreibung, wie sie bisher in der übereinstimmenden Praxis üblich ist, so lange fcstgkhalt.n werde, bis im Wege der Reichsgesetzgebung oder einstimmiger amtlicher Vereinbarung eine Abänderung herbeigesührt sein wird. Willkürliche Abweichungen von der bisher im amtlichen Verkehr allgemein üblichen uub von den jetzigen Beamten auf den Schulen übereinstimmend erlernten Recht­schreibung sind dienstlich zu untersagen und nötigenfalls durch steigende Ord­nungsstrafen zu verhindern.

DieNordd. Allg. Ztg." erfährt von zuverlässiger Seite, daß über die Besetzung der neuen Directionsstelle im Reichspostamt noch keinerlei Be­schluß gefaßt worden sei. Die Notiz verschiedener Blätter, in welcher für diese Stelle bereits bestimmte Personen bezeichnet werden, feien völlig aus der Luft gegriffen.

Petersburg, 9. März. DieAgence rufle" bezeichnet die Entschei­dung der französischen Regierung über den Fall Hartmann als bedauerlich und schwerwiegend (grave"), behält sich aber eine weitere Würdigung derselben bis zum Vorliegen näherer Details vor.

^Washington, 9. März. Eine Botschaft des Präsidenten Hayes an den Senat erklärt, die Politik der Vereinigten Staaten bezüglich des Panama- Canals bestehe in Ausübung der Controle über dell Canal durch bie noch» amerikanischen Union. Die Vereinigten Staaten könnten diese Controle Liner europäischen Macht ober Combination europäischer Mächte überlasten.

London, 9. März, früh. Ei» Schrecken Beaconsfield's an ben Vice- könig von Jrlanb vom 8. ds. theilt die bevorstehende Auflösung des Parla­ments mit, erinnert an alle Wohlthaten, welche die dermalige Regierung Ir­land erwiesen habe und spricht sich aus's Entschiedenste gegen die Bestrebungen aus, die das constitutionelle Band zwischen Irland und England zerreißen möchten. Der Premier betont die Nothwendigkeit, die Solidarität Englands und seiner weiten Gebiete zu befestigen und äußert bezüglich der bevorstehenden Neuwahlen: Die Macht Englands und der Frieden Europas hängen sehr von dem Urtheile ab, welches das Land durch die Wahlen ausspr.che. Die gegen­wärtige Regierung konnte für alle Länder, insbesondere England, den so noth. wendigen Frieden sichern. Die Aufrechterhaltung des Friedens mit dem Prtn- ctpe der Nlchtintervention ist aber unmöglich. Der Frieden hänge ab von dem Vorwalten, um nicht zu sagen, von der Zunahme des Einflusses Englands im Rathe Europas. Er hoffe, das Land wähle ein Parlament, bas entschloffen sei, die Macht Englands ausreckiznerhalten.

Berlin, 9. März. Die MilitärgcsetzgebungsrCoinmission des Reichstages hielt heute ihre erste Sitzung. Es wurden noch keine Beschlüsse gefaßt. In der sehr ein- gehenden Debatte wurden ungefähr die bereits in der Plenarsitzung hervorgetretenen Gesichtspunkte geltend gemacht. Rickert verlangt Verkürzung der BewiUiguugsperiode auf 5, v. Schorlemer auf 2 Jahre - Das im Jahre 1879 dem Bundesrathe zuae- gangene Gesetz über Erhöhung der Licenzgebühren für den Kleinhandel mit geistigen Getränken ist zuruckgezogen und dafür der folgende Entwurf eingereicht worden' Die Licenzgebühren, welche nach den bestehenden gesetzlichen Vorschi isten für den Klein­verkauf geistiger Getränke (Branntwein, Liqueur, Wein, Bier und Meth) zu entrichten sind, weiden derart erhöht, daß dieselben in Gemeinden mit weniger als 300 Seelen vierteljährlich 2o «X, in Gemeinden von 2000 bis 10,000 Seelen vierteljähil-ch 50 <X in Gemeinden von mehr als 10,000 Seelen 75 -X vierteljährlich bet'agen. Als Klein­verkäufer von geistigen Getränken ist anzusehen, wer Wein, Bier, Meth, Branntwein und L'gueure unter 15 Liter über ^dic Straße verkauft. Kleinverkäufer, welche das Feil- bieten von Spiritus ausschließlich auf denaturirten Spiritus unter Beachtung der wegen dieses Vertriebes bestehenden Vorschriften beschränken, sind einer Licenzgebühr nicht unter­worfen. Die Eintheilung der Gemeinden nach der Scelenzahl bestimmt sich nach den bei den letzten amtlichen Volkszählungen ermittelten Zahlen der ortsanwesenden Be­völkerung. Personen, welche den Kleinverkauf der genannten Getränke betreiben sind verpflichtenden von der Steuerbehörde crtheilten Licenzschein an einer in die Äugen füllenben Stelle des Verkaufslocals anzubringen, so daß von dessen Inhalt leicht Kenntniß genommen werden kann Wer ohne vorgängige Entrichtung der festgesetzten Gebühren den Kleinverkauf von Geträiikcn betreibt, hat die in Art. 171 des Gesetzes pom 2b. April 1876 angediohte Strafe verwirkt. Zuwiderhandlungen gegen die Be- stimmungen des § 3 (Anheftung des Licenzscheines im Verkaufslocal) werden mit Geldstrafe bis zu 50 x bestraft.

Karlsruhe, 10. März. DieKarlsruher Zeitung" ist ermächt'gt, den Gerüchten über eine beabsichtigte Aenderung des Ministeriums und d-s Regitrung-systems gegenüber zu erklären, daß solche Absichten höchsten Orts nicht bestehen.

' Ä Konstantinopel, 9. März. Sack Pascha hat dem Sultan zum , Zwecke her jper< bmiuberung oeö Destcits von 5 aus 3 Mill. Piaster Finanz- ; Vorschläge unterbreitet, wodurch namentlich die Beamtengehalte beschränkt wer­den. Said Pascha knüpfte an die Genehmigung dieser Vorschläge fein Ver­bleiben im Amte. Die Emscheidung des SmtanS ist unbekannt. Derselbe ist abgeneigt, Said Pascha zu entlassen.

Lokales.

Gießen, 10. März. ^Sterblichkeit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle während des Monats Februar in hiesiger Stadt belief sich im Ganzen auf 35, nämlich 19 bet erwachsenen Personen, 12 bei Kindern im ersten Lebensjahre und 4 bei Kindern im Alter von 2 bis 15

Eri dm im ersten Lebensjahre stehenden Kindern erfolgte der Tod 3mal in Folge an­geborener Lebensschwäche, 3mal durch Darmcatarrh, 2mal durch Bronchienentzündung, durch Krampfe, Abzehrung, häutige Bräune je einmal, in einem Falle konnte eine bestimmte Todes. ur,ache nicht angegeben werden. Bet den älteren Kindern trat der Tod 2mal durch Gehirn

I Gründung, einmal durch Abzehrung und einmal durch Diphtcrte ein. Ber den verstorbenen Eiwachienen wurde als Todesursache angegeben: Lungenschwindsucht 6mal, Recurrensfieber und Altersschwache je 4mal, Eitervergiftung, Brtghtische Krankheit, Gehirnentzündung, Schlag­fluß je einmal. Eine Frau starb im Wochenbett.

Bei dem Vergleich des gleichnamigen Monats in früheren Jahren finden wir, daß die Sterblichkeit eine ganz gleiche war. Da sowohl tm Februar 1878 als im Februar 1879 in Ließen 34 Personen gestorben sind, die Zahl der in den zuletzt genannten Monaten ver­storbenen Kinder war allerdings eine etwas kleinere. (j.

DieVolksküche" vertheiUe heute 1017 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 47, 970 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksbschcn

Vermischtes.

Butzbach, 8. März. Wie aüjährig so findet auch dieses Jahr und zwar am 23. März dahier ein Frühjahrs Markt für Faßet, Zuchtvieh und Schweine statt, der nach Angaben von Händlern gerade diesmal ein sehr besuchter werden und namentlich in Faßeln den Gemeinden und Privaten, die teten Anschaffung beabsichtigen, eine reiche Auswahl bieten dürfte.

Lediglich zur Hebung dieses Marktes findet an demselben auch eine Verloosung von Faßeln Rindern, Schweinen und Geräthen, aber ausdrücklich nur von solchen zum tandwirth schaftlichen Gebrauche statt, und sind m Folge der günstigen Gewinnchancen Mi o/o ver ein­gehenden Beträge werden auf Gewinne verwendet, die vorgesehenen 8000 Loose soweit schon vergriffen.

Zu der die Landwirrhe stets interessirenden Prämiirung von Faßeln und Rindern hat der landwirthschafliche Bezirksverein, der Stadlvorstand und die Verloosungscommission zahlreiche Geldprämien, aber nur für Auswärtige, ausgesetzt. Hoffen wir sonach auf günstiges Wetter und einen recht zahlreichen Besuch unserer vorwärtsstrebenden Landbevölkerung.

Nieder-Ramstadt, 4. März.. Gestern Nacht wurde dahier, derH. L." zufolge, ein schändliches Verdrecken begangen. Der Schlosser Ph. Vfaff hatte seine Mutter im Bette erdrosselt und sie nachher aufgehängt. Nach der That begab er sich in das Wirthshaus und erzählte dort, daß sich seine Mutter erhängt habe. Der Unmensch beging die That, um zu dem Vermögen, das seine Mutter im Besitz batte, zu gelangen. Vor etwa iu Wochen hat er geheirathet, und ganz in der letzten Zeit hat er erst von seiner Mutter 100 JL erhalten. Heute war das Gericht hier und hat den Genannten gefänglich nach Darmstadt verbringen lassen.

Während man in Göschenen und Airolo jubilirt, hat der Durchbruch des Gotthard- tunnels in Wien eine eigenthümliche beklagenswerthe Folge gehabt Am Montag Morgen er­schien ein anständig gekleideter Mann in dem Bureau der ,'Wiener Neuen Freien Presse" und erklärte, heftig gestikulirend und laut schreiend, er dulde es nicht, daß man ihn öffentlich com- promittire und bloßstelle; der Gotthardtunnel sei durch seinen Körper gebohrt worden und man suche das Verdienst an dieiem Ereigniß anderen zuzuwenden. Selbstverständlich erkannte man sofort, daß man es mit eurem Irrsinnigen zu thun habe, und übergab denselben der Sicher- hcitsbehörde. Hoffentlich wird es gelingen, den Armen von dieser fixen Idee zu befreien.

In das Geschäfslocol einer Firma in Cleve kam am 25. Februar Morgens ein altes Mütterchen, zeigte eine Rechnung vor aus dem Jahre 1820 und entjchuloigte sich, daß es ihr nicht möglich gewesen wäre, den auf der Rechnung noch restirenben Betrag von ^Reichs­thalern 16 Stüber zu entrichten. Der Chef des Hauses holte die Bücher seiner Großeltern hervor und fand darin das Conto des Betreffenden, an den die Rechnung adressirt war, noch für den genannten Betrag belastet. Nachdem die Umrechnung in unsere heutige Reichswährung geschehen war, zahlte das Mütterchen, restaurirte sich dann an einer ihr gastfreundlichst gebotenen Taste Kaffee und zog erleichterten Herzens von bannen.

Die heroische That des braven Postboten Anton Rosenauer in Landshut hat seiner Zeit mit Recht die ganze deutsche Presse beschäftigt und in Mannheim eine Anzahl von Menschen und Kindrrfreunden zu einer Sammlung für den wackeren Kinder-Netrer veranlaßt, die das sehr erfreuliche Resultat von 225 <X ergab, die dem Landshuter Postmeister zur Uebermittelung an Rosenauer zugesandt wurden. Der Empfang des Gelees wurde durch folgende Zeilen des Postmeisters an die hiesigen Geber bestätigt:Ew Hochwoblgeboren! Ihre Zuschrift nebst Postanweisung auf den Betrag von 225 JL habe ich richtig erhalten und den genannten Betrag dem in hohem Grade freudig überraschten Postboten Anton Rosenauer übergeben Genehmigen Sie meinen und meines Postboten herzlichsten Dank für die unverhoffte reiche Gabe, die ihm was auch mein Wunsch ist zum Segen gereichen möge. Zugleich bitte ick Sie, de/ sehr verehrten Gesellschaft edler Menschen- und Kinderfreunde in Mannheim die Gefühle des Dankes meines wackeren Rosenauer gefälligst auszusprechen. Genehmigen Sie rc."

Die ungemeine Frechheit und Gefräßigkeit der Ratten ergicbt der folgende Vorfall, der sick vor einiger Z^it auf dem Hofe eines Grundstücks auf dem Graben in Posen ereignet hat Am hellen, lichten Tage, während mehrere Frauen beschäftigt waren, auf dem großen Hofe des Grundstücks Wäsche zum Trocknen aufzuhängen, sprang eine Ratte auf einen in un­mittelbarer Räbe der Frauen mit den anderen Hühnern umherlaufenden jungen Hahn los und schleppte denselben mit sich nach der überdeckten Canalöffnung zu. Der Hahn schrie jämmerlich, zappelte aus Leibeskräften mit den Füßen und Flügeln; die Ratte hielt jedoch fest. Die Frauen eilten dem Räuber nach und schlugen mit den Waichletnen tüchtig auf tue Ratte los; erst als ein kräftiger Hieb mit einer Stange der Ratte über den Rücken sauste, lies dieselbe den Hahn los, der nun tm Triumphe empfangen wurde Das arme Thier war übel zugerichtet: aus einem Flügel und einem Fuße war ein Stück Fletsch herausgeristen.

Auf eine hohe Strafe wegen Zolldefraude hat vorgestern das Hamburger Landgericht erkannt. Der Müller Wegner dort hatte in einigen Jahren 650,000 Kilo Weizen und Roggen gar nicht verzollt und ist nun zu einer Geldstrafe von 379,960 <X oder zwei Jahren Gefäna- niß verurtheilt worden.

sEin stadträthlicher Ausspruck.^s In Elberfeld trug sich in der Stadtverordneten' Bersammlung ein komischer Zwischenfall zu. Man stritt heftig hin und her, ob der Gesellschaft Fauna" zu ihrer im März zu veranstaltenden Geflügel-Ausstellung wiederum eine städtische Prämie von 100 X zu bewilligen sei Nachdem von der einen Seite darauf hingewtesen worden war daß nach solchem Präcedenzfalle auch die Gesangvereine mit Unterstützungsgesuchen kommen könnten, brach ein Vater der Stadt in die klassischen Worte aus:Ach was! Singen kann ein Jeder, aber Eier legen nicht!" Stürmische Heiterkeit folgte und die 100 wurden bewilligt.

Schiffsberleht. Mitgetheilt von dem Agenten des orddeutschen Llovd. < W. Dietz in Gießen.

Bremen, 8. März. sPer transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Rhein Capt. C. H. Franke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 22 Februar von Bremen und am 24. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Morgens wohl­behalten in Newyork angekommen.

Sonntag, den 14. März fi-.det um 9 Uhr Vo mittags in der Hospitalkirche

altkatholiseher Gottesdienst

statt. Denjenigen, welche zum heiligen Abendmahle zu gehen wünschen, ist hierzu Geleaenhcit geboten.