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1880.

Donnerstag den 11. Marz

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Gießen, den 5. März 1880.

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Der Director des landwirthschastlichen Bezirks-Vereins Gießen. Dr. Boekmann.

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Keutschiand.

Darmstadt, 9. März. Se. König,. Hoheit der Großherzog, Ihre Krobb Sobeiten die Prtnzeisinnen Victoria und Elisabeth, Se. Großh. Hoheit der Prinz Wilhelm, Ihre Durch!, die Frau Prinzessin von Battenberg und Rrau Gräfin zu Erbach-Schönberg, und Graf zu Erbach-Schönberg, Erlaucht, wobnten aistern Abend der von dem Alice-Frauenverein für die Krankenpflege "m Großherzogthum Hessen zum Besten der Heilanstalt in der Mauerstraße veranstalteten musikalisch-dramatischen Aufführung an.

Darmftabt, 6. März. Durch da« Gesetz vom 26. Juni 1878 find Bel uns vom 1. 3uli 1878 an bekanntlich die Wanderlager mit einer beson­deren Gew"rbsteuer bedacht worden. Dieselbe beträgt snr Darmstadt und Mair» für f de Woche des Geschäftsbetriebs bezw. den Theil einer Woche 40 Ä, für LffenbV Gießen, Worms und Bingen 30 für alle übrigen Orte 20 M. Aus den statistischen Nachrichten unserer Centralstelle läßt sich

nunmehr ersehen, wie viele Wanderlager im zweiten Halbjahre 1878 errichtet worden sind und welche Steuer sie bezahlt haben.

Im zweiten Halbjahre 1878 kamen auf Darmstadt 3 Betriebsfälle Offenbach 7 Gießen 4 Mainz 2

Oesterreich.

Wien, 8. März. Meldung derPolit. Corresp." aus Philippvpel: Ein Schreiben des bulgarischen Metropoliten erklärt, daß ein angeblicher Hir­tenbrief, welcher die Bulgaren anfgefortert hätte, die Beziehungen zu den Griechen abzubrechen, nicht existire.

Italien.

Rom, 8 März. Deputirtenkamm-r. In Beantwortung einer An- frage Nicvtera's betreffs des Unfalles auf dem KriegsschiffeDuilio erk ärt der Marinem,nisten i Der technische Grund desselbenftinoch nicht aufgeklärt und eine technische Untersuchung eingeleitet. Die Beschädigungen des Schiffe«

Zum 10. März 1880.

Im Thiergarten zu Berlin findet heute am 10. März die Feier der Enthüllung des Denkmals der Hochseligen Königin von Preußen statt. Wenn die Preußen das reine Bild dieser vom Volke geliebten Königin noch heute mit Gefühlen bei Rührung und Verehrung betrachten, so wird der Ehrentag der Gemahlin Friedrich Wilhelms HL doch auch im gejammten Deutschland sympathisch be- arüßt werden, denn die Königin Luise von Preußen ist der Nation nicht nur ein leuchtendes Vorbild des deutschen Patriotismus in der bedrängtesten Zeit der Zerrissenheit und Knechtschaft unseres deutschen Vaterlandes, sie ist dem ganzen deutschen Volke auch näher gerückt als die Mutter deS ersten deutschen

Am Grabe seiner Mutter im Mausoleum zu Charlottenburg hat Kaiser Wilhelm in allen schweren Stunden seines Leben« Im einsamen Gebet gekniet, dort hat er vor seinen Zügen in das Feld 1866 und 1870 von Gott den Siea erfleht, und immer stand vor seinen Augen das hehre Bild seiner Mutter, die einst an ihren Batet schrieb:Meine Sorgfalt ist meinen Kin­dern gewidmet für und für, und ich bitte Gott täglich, daß er sie segnen und seinen guten Geist nicht von ihnen nehmen möge 1 Wenn wir nun zu­rückblicken auf das reich gesegnete Leben des Sohnes, in welchem der deutschen Nation der Schöpfer der Einheit des Vaterlandes, ihr allseitig verehrter Kaiser erstanden, so müffen wir mit frommem Danke sagen:Ja, voll und aam bat Gott das G-bet eines treuen Mutterherzens erhört I"

Die Königin Luise in ihrem schlichten Sinn meinte bescheiden:Unser Sohn Wilhelm wird, wenn nicht Alles trügt, wie fein Vater: einfach, bieder und verständig!" Die Geschichte hat es gefügt, daß er außer­dem auch mächtig, siegreich, milde und gerecht geworten ist. Heute wo das Denkmal der Hochseligen Königin in Berlin enthüllt wird, mag des Kaisers Sinn wohl zurückschweifen in jene Zeit, in welcher feiner Mutter die schwer- sten Prüfungen auferlegt worden sind, so daß der Schmerz nm das Vater- land dazu beitrug, sie einem frühen Grab entgegenzusühren, heute aber wird fi* auch die ganze Nation der Worte dieser edlen Fürstin erinnern, die tote eine Weissagung klangen und uns den schönen deutschen Patriotismus der preußischen Königin erkennen lassen, denn das heilige Vermächtniß der Mutter- llebe ist durch die gütige Vorsehung reich erfüllt worden, als sie zu ihren Söhnen sagte'Ihr seid in dem Alter, wo Euer Verstand die großen Er- Nmsse, melcte Tentschland Heimsuchen, faffen und fühlen kann! Ruft künftig, wenn Eure Mutter nicht mehr lebt, die unglückliche Zeit in Euer Kedäcktniß zurück. Weint meinem Andenken Thränen, aber begnügt Euch nicht mit den Th?änen allein. Handelti Entwickelt Eure Kräfte, vielleicht laßt Preußens Schutzgeist sich auf Euch nieder. Befreiet dann Euer Volk von der Schande, worin es schmachtet! Könnt Ihr aber mit aller Anstrengung den niedergebeugten Staat nicht ausrichten, so sucht den Tod, wie ihn Louis Ferdinand gesucht hat!"

Das war eine unvergeßliche Mutterpredigt. Am Sterbebett seiner Mutter hat Kaiser Wilhelm mit schmerzersülltem Herz gelobt, einer solchen Mutter würdig zu werden, und er hat fein Gelöbniß gehalten; er hat es aebalten mit Hülfe der Kraft, die es dem Frommen und Aufrichtigen gelingen läßt! Ehre dem Andenken der hohen Mutter, Ehre der deutschen Fran, die der heiligen Sache Deutschlands ein guter Engel geworden ist!

Berlin, 8. März. Die Abgg. Hehl und Thilenins haben den Antrag e i-ehvacht: Der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, eine aus Grund des Art. 4 Nr. 9 der Reichsverfassung zu berufende Corn- misston von Sachverständigen mit der Untersuchung darüber zu betrauen, ob die Seitens der Anwohner des Rheins, vieler Ortsvorstände rheinischer Ge­meinden, der Central-Commisflon der Schifffahrt«. Interessent en, mehrerer rheinischer Handelskammern und ortskundiger Wafferbau-Sachoerständiger über de» Zustand des Rheinstromes geführten ernsten Klagen berechtigt sind und tote denselben Abhülfe zu leisten ist. _

Berlin, 8. März. Vertrauliche Meldungen aus Petersburg lasten erkennen, daß die Nihilisten das Haupt immer noch hoch tragen und trotz der vielen mißlungenen Anschläge gar nicht daran denken, den föampf Ö^Ö^n die bestehende Gewalt aufzugeben. Wiederum sind eine Menge Proclamativnen und revolutionäre Zeitungen erfchienen. In einer Proclamation wird erklärt, warum der Saratvto'sche Kleinbürger, dessen Leichnam man, wie bereits unteren 19. Februar aus Petersburg gemeldet wurde, auf dem Eise auf der Newa am Tage der Explosion im Winterpalais voefand, ermordet worden ist. Es heißt in dieser Bekanntmachung:Der Saratow'sche Kleinbürger Alexander Sharkow ist wegen seines VerrathS, begangen an der ZeitungTscherny Peredel", auf Beschluß und Besehl des Executiv-Comltös gerichtet und getödtet worden." Der Mann war Geheimpolizist und bewohnte auf dem Woß- neffcnskl-Prvspect ein Zimmer im Llchatfchew'fchen Haufe. Ferner warnen die revolutionären Schriften alle Einwohner Petersburgs, sich bei Feierlichkeiten oder sonstigen Gelegenheiten In der Nähe der kaiserlichen Familie aufzuhalten, weil sie in diesem Falle für Unglücksfälle nicht stehen könnten.

Aus Kurheffen, 8. März. De» vom Herrn Cultusminister v. Putt- tamer im Abgeordnetenhause gegen den Lehrerstand ausgesprochenen, bekannten Anklagen gegenüber hat e« der Bezirkslehrer-Verein in Kassel nicht bei einer bloßen Verwahrung in Form von Zeitungsartikeln bewenden lassen, w e das z. B. in Hanau, Frankfurt, Darmstadt -c. geschehen ist, sondern einstimmig beschlossen, bei königl. Regierung und beim Cultusmmisterium zu remvnstriren, auch an den Abg. Knörcke eine Dankadnsse für dessen Vertheldigung des Leh- rerstan^s^i^rlassein <j>le Thüringer Wald-Industrie hat sich sehr

erfreulich gehoben; zahlreiche Bestellungen »"s Amerik-r geben reichliche Be- fehäftigmig ; Glas-, Porzellan- und Spielwaaren-Fabrikation geht wieder recht flott ; die Gl-tope,len sind um 25 bis 30 pCt. im Preise gestiegen, so daß ine Schnur Perlen, die seither mit 20 Psg. bezahlt wurde, jetzt 25 bis

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Durch Vermittelung dr« >n«rwl-thfchaf,liche» B-ii>kS»---iu- Gieße" (,«<» 600-000 Zentner «Ute Suat, tÄ1'*"« IM «,»(!«> II« ,»» 20. I. W. MN,- «W ... P-.i.» d-, «««ffM«» <ä;.; '%a2 ffi!«

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Der Gesammtertrag der Steuer aus Wanderlagern betrug in 187»

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