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mit Rücksicht Darauf, daß Beklagter in der mündlichen Verhandlung den Nachweis der Land­armenqualität der Unterstützten lieferte, die Klage ab vnd verurteilte den Kläger in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Averflonalbetrages von 20 X in die Provinztalcasfe.

In Sachen deS Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Ortsarmenverband Allen- borf a. d LUMda wegen Unterstützung deS Heinrich Otrerbetn war von dem Kläger geltend gemacht worden, daß Otterbein, der wegen Erkrankung an Recurrensfieber in Gießen verpflegt werden mußte, bereits in Allendorf erkrankt gewesen uflb von dort nach Gießen abgeschoben worden sei. Beklagter brachte hiergegen vor, daß Otterbein wohl in Allendorf an der Lungen­entzündung erkrankt und in Folge besten verpflegt worden sei, daß er aber bereits von dieser Krankbelt genesen wäre, als er auf seinen Wunsch entlasten worden und zu Fuß nach Gießen marsckirt sei, daß die Erkrankung in Gießen in keinem Zusammenhänge stehe mit derjenigen zu Allendorf, und daß der Kläger sich nur an den zur definitiven Uebernahme der Kosten ver­pflichteten Armenverband wenden könne, nicht aber an den Beklagten, der höchstens zur Ueber- nahme der vertragsmäßigen Unterstützung verpflichtet gewesen sei.

Die mündliche Verhandlung gewann durch die Vernehmung einer Anzahl von Zeugen, insbesondere aber durch die sich direet widerstreitenden Gutachten des Herrn Dr. Vogt von Allendorf und des Herrn Dr. Lach mann von Gießen, welche den Otterbein in Allendorf refo. in Gießen behandelt hatten ein hoheS Jnterestc. Der Provinzialausschuß entschied mit Rücksicht darauf, daß nach Lage der Sache und insbesondere auch nach der Aussage des Otter­bein sowie nach dem Gutachten des Dr. Lach mann ein Zweifel darüber nicht obwalten kann, daß Otterbein bereits in Allendorf an einem Anfalle von febris recurrens erkrankt war;

daß aber auch bei der Annahme der von dem Beklagten behaupteten Lungenentzündung nicht unterstellt werden kann, daß zur Zeit des spätestens zwei Tage nach dieser Erkrankung er­folgten Ausbruchs von febris recurrens in Gießen die durch diesen Anfall veranlaßte Hülfs- bebürftigfeit schon wieder beseitigt gewesen sei;

oaß hiernach Beklagter zur vorläufigen Unterstützung auch bei der weiteren Erkrankung in Gießen verpflichtet war;

daß der Kläger ohne Zweifel berechtigt erscheint, sich wegen des Ersatzes der von ihm vorgelegten Kosten nicht nur an den zur definitiven Uebernahme der Kosten verpflichteten Armen verband zu wenden, sondern auch an denjenigen Armenverband, der zur vorläufigen Uebernahme der Verpflegung verpflichtet war,

dahin,

daß Beklagter schuldig sei, an den Kläger die eingeklagten 21.90 X zu ersetzen, die Kosten des Verfahrens zu tragen und in die Provinzialeaste den Aversionalbetrag von 15 X zu zahlen.

Gießen, 8. November. Unser gestern abgehaltenes erstes Concert des neuen Vereinsjahres war ein überaus stark besuchtes und machte von Neuem in hohem Grad den Wunsch nach einem größeren Saal rege. Die Leistungen des Orchesters waren fast durchaus als recht gute zu bezeichnen. Herr Musikdirector Kayser, den wir vor längerer Zeit schon einmal hier gehöre haben, hat sich zu einem Künstler von hoher Bedeutung emporgeschwungen. Alles, was er vorlrug, wurde mit lautem Beifalle von dem durch die Innigkeit und Kraft des Spieles hingerissenen Publikum aus­genommen, namentlich aber das tief empfundene unb mit hoher künstlerischer Meister- schait vorgetragene C-moll-Goncert von Beethoven. Frau Dr. Rösing (Dilettantin), welche die große Gefälligkeit hatte, in unserem Concerte mitzuwirken, hat mit ihrer

starken, wohl geschulten und überaus klangvollen Stimme, die mit vielem Beisalle dankenden Zuhörer derart begeistert, daß sie noch ein weiteres Lied zugeben mußte. Die von ihr besonders schön gesungeneGondoliera" von Esser wurde von dem gefeierten Violoncellisten Herrn N ö b e von Homburg v.d.H. mit vieler Empfindung und bekannter Meisterschaft begleitet.

In einem benachbarten Orte soll eine daselbst am vergangenen Sonntag vollzogene Trauung deshalb eine Verspätung von 2 Stunden erlitten haben, weil der Standesbeamte um die festgesetzte Zeit noch nicht rasirt war.

Bei dem gestrigen Brande in Lang-Göns fielen 3 gefüllte Scheunen und etliche Stallgebäude dem verheerenden Elemente zum Opfer. Das Feuer, welche- Vormittags um 10 Uhr zum Ausbruch gelangte, wurde, namentlich von den Einwohnern zu Lang-Göns, rasch und ganz vorzüglich angegriffen, so oaß nur obige Gebäude, welche fast gleichzeitig in Flammen standen, abbrannten- Die von hier abgerückten beiden Feuerwehren gelangten nicht mehr zur Action. Von den Abgebrannten war keiner mit seinen Vorräthen oder Mobilien versichert. Eine Warnung, die paar Pfennige Lersicherungsgebühr nicht zu scheuen. Als Ursache des Brandes wird Brandstiftung, verübt durch 2 Handwerksburschen, bezeichnet. Ob diese 93er» muthung begründet, wird die sofort eingeleitete Untersuchung wohl ergeben.

Am Sonntag Nachmittag wurde in der Lahn, Gemarkung Ruttershausen, die Leiche eines Mannes aus Mittel-Gründau gelänbet. Dieselbe würbe der Anatomie überwiesen.

Handel und Verkehr.

Gießen, 9 November. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. X1,05 bis 1.15, Hühnereier 1 Stück 70^, 2 St. 13 H, Enteneier 1 St. 11-12 H. Käse per Stück 510 H, Kasematte per Stück 80 H, Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 25 H, Tauben das Paar 5080 H, Hühner p. St. X 0.700.90, Hahnen p. St. X 0.500.70, Gänse pr. Pfd. 5060 H, Enten per Stück X 1.50 1.80, Ochsenfleisch 66-00 H per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 45 -50 H, Kalbfleisch 5000 H, Hammelfleisch 5060 Schweinefleisch 6800 H, Kartoffeln per WO Kilo X 4.00 0.00, Zwiebeln p. Etr. X 58, Milch per Liter 16 und 18 H, Weißkraut 100 Stück X 3.005.00,

Frankfurt, 8. November. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 40, Nr. 2 X 38, Nr. 3 X 32, Nr. 4 X 28, Nr. 5 X 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) X 31.5000, do. I (Berliner Marke) X 29.5000.00, do. II (Berliner Marke) X 24.0000.00. Weizen effectiv hiesiger ab Bahnhof hier. «X 22.75 - 23.00, ab unserer Umgegend X 22.2522.50, do. fremder je nach Qualität X 22.2523.25, Roggen, je nach Qualität X 22.0000.00, Gerste X 15.5019, Hafer X 13.7515, Kohlsamen X 27.0028, Erbsen X 1927, Wicken X 1618, Linsen X 2040, Bohnen, weiße, X 2325, Roggenkleie X, Weizenkleie, grobe und feine X, Rüböl, detail, X 63. Stimmung ruhig. Haupt­sächlich gefragt war:. Dringend offerirt:. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.)

Frankfurt, 8. November. Der heutige Diehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen und Stiere, 330 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 800 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 6869, 2. Qual. X 6065, Kühe und Rinder 1. Qual. X- 5658, 2. Qual. X 4045, Kälber 1. Qual. X 6570, 2. Qual. 50 -60, Hämmel 1. Qual. X 55-58, 2. Qual. X 36-40 per 100 Pfd. Schlacht­gewicht. Schweine je nach Qualität bas Pfunb H.

Allgemeiner

Anzeiger.

Die Lieferung des für das Bürger­hospital im Jahre 1881 und I. Quartal 1882 erforderlich werdenden Bedarfs an

Ochsenfletsch,

Schweinefleisch,

Schweine- und Nterenfett,

Wurst,

Brod,

Weck und

Milch

soll :m Dubrnissionsweg vergeben werden und wollen Uebernehmer ihre deßsall- sizen Offerten bis zum 22. I. M. bei dem Unterzeichneten, bei welch.m auch die Lieferungsbedingungen einge­sehen werden können, verschloffen ab­geben.

Gießen, am 8. November 1880.

Wittich, Armenkasserechner.

Müin-Weser-Bahn.

Verkauf

alter Bahnschwellen.

Samstag den 13. November sollen aus dem Main-Wrs-r^Bahnhofe eine Parthie alter ausrangirter Bahn­schwellen öffentlich meistbietend ver­kauft werden.

Der Anfang ist des Nachmittags um 3 Uhr hinter dem Werkstätten- Gebäude.

Gießen, den 8. November 1880. Der Bahnmeister:

7336) G erbnrb-__________

Montag den 20. Dcrkmber,

Nachmittags 2 Uhr, soll aus dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Christian Reinhardt dahier Flur. Nr. Mtr.

17 287Vio 1000 Hofratthe bei dem Jug- hardsbrunnen, rechts an der Landstraße.

Gießen, den 9. November 1880.

Großherzogl. Ortsgencht Gießen.

7352)__Müller. _____

Thee (6rntcl88081.

Die so allgemein beliebt gewordene und sich immer gleich bleibenden Thee's von

Rvbert Scheibler, London, zu X 2.59, 2.75, 3.-, 3.75, 4.75 und 5.25 per Vz Ko. in Vi', Vr- und Vz-Psd-, ganze und halbe Pfunde entsprechend höher, sind stets in frischer Füllung vorräthig bei M. Kinkel, Conditor,

7353) Marktstraße D- 205.

Bazar des Frauenvereins.

Da die Eröffnung des Bazars nun erst am 23. November stattfinden wird, so werden Gaben für denselben noch bis zum 20. November dankbar entgegen genommen. Die uns von Geschäften zugedachten Gaben werden wir in den nächsten Tagen durch einen Boten, der als Legitimation ein von der unterzeichneten Commission ausgesertigtes Schreiben mit sich führt, abholen laffen.

Wir bemerken ferner, daß uns für das beabsichtigte Büffet feiner Liqueur, Kaffee, Chocolade und seines Gebäck sehr erwünscht sind. Letzteres bitten wir für einen bestimmten Tag des Bazars anzumelden, damit wir jeden Tag frisches haben.

I. A. des Vorstandes:

Frau Kauf. Fr. Bürgermeister Bramm. Frau Haustein. Fr. Aug. Noll. Frl. Stammler. Fr. Landgerichtsdirector Stammler. Frl. Windecker._________________________________________

Hernie lug. Untier,

GIESS EJJ, Schulstrasse.

7351) Um mit fertigen Kinder- und Damenschürzen, Kinder­kleidern, weißen und sa-bigen Unterröcken, Damen- und Kinder­kragen gänzlich zu räumen, verkaufe bufelben zu und unter Einkaufspreis.

Gleichzeitig bringe mein Lager in Leinen-Gebild und Bettwaaren in empfehlende Erinnerung.

Die Preise sind äußerst billig gestellt und führe ich nur gute und dauer­hafte Waare.

Herrenhemden liefere unter Garantie für tadellosen Sitz in kurzer Frist und habe stets große Auswahl in Hemden-Einsätzen.

Hochachtungsvoll

Herrn. Äug. Müller.

7304) Eine Sendung sehr schöner

Obstbäuene

(Aepfel und Birnen) eingetroffen. Zwetschen, Mirabellen rc., sowie Zwerg-Obst erwarte in einigen Tagen

__________Karl Berger, Handelsgärtner.

Theilnehmerinnen

an meinem Unterricht im Maastnehmen, Iuschneiden und Anferti­gen von Damenkleidern können jederzeit eintreten und werden in dem kurzen Zeitraum von vier Wochen befähigt, jedes Kleidungsstück nach jeder Mode selbstständig anzufertigen.

Johanna Bothenberger, 6350)_________________________ Lindenplatz_________________

Ich beehre mich anzuzeigen, daß ich die Vertretung eines renomirten auswärtigen (7197

JRoöcmaareih, (£onfections=, llttisj waareil- tmö ZuBaUmigs-MchMes übernommen habe. Es liegen die Muster zu Origtnalpretsen bei mir auf und lade ich zu freundlichem Besuche ergebenst ein.

Gießen, Marktstraße 23. Ludwig LlUlg.

Guts-Verpachtung.

Das Gräflich Solms-Laubachische Hof­gut Henriettenhof bei Ruppertsburg, 1 Stunde von Laubach und i1/* Stunde von Hungen entfernt, im Gehalte von 240 Normal-Morgen 60 Hectare, zum größten Theile arrondirt, soll auf 12 Jahre, von Petri 1881 ab, am Donnerstag den 23. d. MtS. dahier öffentlich unter den auf hiesiger Rentkammer vom 15. d. M. an offen liegenden Bedingungen verpachtet werden.

Laubach, am 6. November 1880. Gräfliche Rentkammer.

7346) Weber.

Aeikgeöotenes.

Haasen und Rehbraten sind zu jeder Zeit zu babm bei (7355

Wildhändl r Ebel, Marktstraße.

7193) Zur Saison erlaube ich mir mein retchha'tigcs Lager in allen Arten

Pelzwaaren

in empfehlende Erinnerung zu bringen.

Reparaturen, sowie allein das Kürschnerfach einschlagende Ar­beiten werden gut und billigst aus' geführt.

H. Hübsamen,

Kürschner mtb Kappenmacher.

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treffen heute ein. (7359

Emil Fischbach.

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eine Nähmaschine für Schuhmacher und Sattler und eine Partie Leisten.

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