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Lokales.

Gie-ren 8. Januar. sSterblichkeit in Gießens Die Zahl der Sterbfälle während Des verflossenen Monats Decembcr betrug im Ganzen 46 und zwar ereigneten sich dieselben bei 5 »indern im ersten Lebensjahre, bei 3 Kindern im 2 Jahre, bei einem Kmde im 9. Jahre und bei 37 erwachsenen Personen. Von diesen letzteren starben nach den gemachten Angaben H an Lungenschwindsucht, 6 an Necurrensfieber, 5 an Altersschwache, 4 an Lungenentzündung, je 2 an Krebs Gehirnerweichung und Schlagfiuß, je eine an Lungenödem, Lungenemphysem, tetUTigcntram® 8eb«enlartu?B und Steig'. Im Wochenbelt starben - Frauen. Einmal Isolate der Tod durch Erfrieren, einmal durch Selbstmord und einmal konnte die Todesursache <mit Sickerbcit nicht festqestellt werden. Von den jüngsten Kindern erlagen 2 Krampfen, 2 an; aeborener Schwache und eins einer Lungenentzündung. 2jahrtge Kinder starben an Masern, Diphtherie, Rose je eins und ein 9jahriger Knabe in Folge eines Herzfehlers. G.

P9 d Gießen, 8. Januar. Falsche Fünf Mark-Scheine, welche jetzt häufig circuliren, sind Glicht von so klarem Hellem Drucke und Ansehen wie die echten; der gedruckte Rand der echten Scheine ist gezackt, der der unechten ist verwischt und dunkler fast schmutzig. Das Hauptwerk- mal das sofort in die Augen springt, ist Folgendes: die echten Scheine tragen in der Inschrift Be'rijn den 11. Juni 1*74" hinter Berlin ein Komma, hinter 11 einen Punkt und hinter 1874 ebenfalls einen Punkt, wahrend bei den falschen Scheinen das Komma hinter Berlin, der Punkt hinter 11 und der Punkt hinter 1874 fehlen.

DieVolksküche" vertheilte heute 858 Portionen. Verkauft wurden hiervon 145, die übrigen 713^ Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen.

Ein Bewohner der Bahnhofstraße bemerkte in einer der letzten Nachte, wie rin unberufener Laternenausmacher seine Kunst an einer dortigen Laterne ausuben wollte. Zwecks Verhinderung dieses unsinnigen Streiches sprang der Mann auf bte Straße wurde aber von Eommilitonen des Laternenausputzers angefallen und am Kopfe verletzt. Die Untersuchung ist eingeleitet. Wir bemerken hierbei ausdrücklich, daß es diesmal keine Studirenden waren, welche diesen Unfug verübten.

Vermischtes.

Bebra, 5. Januar. Die hiesigen Bahnhofsgebäude sind theilweise niedergebrannt. Der Schoden ist beträchtlich, der Verkehr aber unbehindert.

Mainz, 6. Jan. Der Rhein ist seit heute gänzlich eisfrei, auch ist die Fluth so weit rurückgedränqt, daß wir wenigstens unsere Straßen wieder trockenen Fußes passiren können, ob­wohl das Wasser immer noch über das Ufer getreten ist. Der Verkehr auf dem Rhein beginnt Äch wieder zu regen; heute Morgen dampfte das erste Schraubenschiff aus dem Hafen, in welchem die Schiffe seit dem 16. Deeember festlagen. Heute Mittag kam auch bereits ein mit Gütern beladenes Schiff zu Berg hier an, doch konnte dieS in Folge des hohen Wasserstandes nur an dem Brückenknopf der Schiffbrücke landen. Die DampferPfalz",Hantel V." unö Deutschland" haben ebenfalls beute Mittag unter Böllerschüßen den Hafen verlaßen. Der Verkehr auf der Hessischen Ludwigsbahn auf den Strecken Mainz-Frankfurt und Mainz-Darm- stadt wird von morgen'an bis nach Bischofsheim wieder eröffnet. Die Nothbrücke, welche vor­läufig die bei Bischofsheim gebrochenen Dämme ersetzen soll, konnte in Folge des Hochwassers .noch nicht fertig gestellt werden, so daß der directe Verkehr mit Mainz auf diesen Linien noch iunterbrochen bleibt. Journ.)

Wien, 5. Januar. Ich kehre eben von einem längeren Besuche des überschwemmten Donaugebietes zurück. Der Zustand der Dörfer Albern, Ebersdorf, Simeringerhaide ist sehr -traurig; zahlreiche Häuser sind eingestürzt, alle werthvollen Gemüsefelder und Treibhäuser völlig "vernichtet, zahlreiche Gärtnerfamilien um ihre ganze Habe gebracht. Es gelang stellenweise nur mit größter Anstrengung, oft sogar erst nach Gewalt, die Einwohner, die ihre Hauser nicht verlaßen wollten, zu retten. Der Verkehr mit Ebersdorf ist auch heute nur mit Schiffen möglich. Das Waßer fließt nur langsam ab in die sinkende Donau, weil der Eisstoß unterhalb Fisch- amenb bis Ebersdorf noch feststeht und das Waßer zurückstaut. Die Meldung, daß das Nuß­dorfer Sperrschiff unvermögend geworden, die Eis- und Waßermasien länger von dem durch Wien fließenden Donaucanal abzuhalten, bestätigt sich. Der Donaucanal ist um zwei Meter gestiegen, steht aber jetzt. Im Prater und in der Freudenau tritt das Waßer sehr langsam .zurück, doch auch hier ist der Schaden beträchtlch. Der Wienfluß ist bis unter Null gefallen.

Mainz, 5. Januar. sGetödtete Fisches Es ist eine bekannte Thatsache, daß Spren­gungen, welche im Waßer vorgenommen werden, den Tod vieler Fische zur Folge haben. Heute Morgen war der Rhein mit Tausenden und abermals Tausenden von tobten Fischen bedeckt, welche rhemabwärts trieben. Die Fische sind alle in Folge der Sprengungen, welche in dem Mse de« Oberrhcins vorgenommen werden mußten, zu Grunde gegangen.

Vom Staufen, 5. Januar. Ein Mann in Eppenhain gedachte seiner Frau am Letzten Weihnachtsfeste eine überraschende Freude zu machen. Ein Paar Ohrringe, die er Tags zuvor in Frankfurt a. M. gekauft, wickelte er in drei Enveloppen, versiegelte jede derselben und gab die Sache auf der Post in F. auf. Als der Postbote am zweiten Weihnacktstage die Be- scheerung, welche an die Frau advressirt war, der Betreffenden überreichte, war bet Mann im Zimmer und rieb sich vergnügt die Hände. Bei Entfernung der zweiten Hülle lachte er laut auf, worüber die Frau dermaßen in Harnisch gerieth, daß sie das Fenster öffnete und das Präsent auf die Straße warf. Nach der gegenseitigen Erklärung, sich nie wieder Überraschungen bereiten zu wollen, ging die Frau auf die Straße, um die weggeworfenen Ohrringe wieder

zu suchen, ohne jedoch ihren Zweck zu erreichen. Vorher gethan, nachher bedacht, hat Manchem schon groß' Leid gebracht!

FolgendesProsit Neujahr" rief Michael Bing s. Z. feinen Mitbürgern in Frank­furt a. M. zu: Du neues Iaht, sei ein Jahr des Lichtes, der Wärme, des Schaffens und bes guten Apfelweins. Nimm ben Wucherern bas (Setreibe unb laße bagegen bas Getreibe wuchern. Laße uns leichter unser Btob finden unb mache bas Brod jo schwer wie die Bäcker. Setze dem Ueberfluß keine Grenzen und laße die Grenzen überflüssig werden. Schenke ben Fröhlichen Wein unb ben Weinenben Fröhlichkeit. (Sieb, daß Jeder bei Wein und Braten seinen Arzt leben lasse und dieser bei Wein und Braten ihn. Bringe den Mädchen Ehemänner und nimm dafür den Ehemännern die Mädchen Gieb den Messen bessere Käufer und laße die Kaufleute beßet meßen. Schenke unfern Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde. Laße die Höfe mehr Rath annehmen und weniger Räthe. Gieb uns gute Nacht­wächter für die Nacht und nimm uns dagegen die Nachtwächter des Tages. Gieb den Schwind­süchtigen eine feste Constitution und nimm dagegen unseren Constitutionen Die Schwindsucht. Gieb ben Weisen Macht unb ben Mächtigen Weisheit. Lasse unsere kleinen deutschen Flecken gedeihen und die größten deutschen Flecken ausgehen.

Brüssel, 5. Januar. DieJndependance Beige" meldet:Zwei Eisenbahnunfälle, von Denen der eine sehr schwer zu sein scheint, sind gestern vorgekommen. Auf der Bahn von Brüssel nach Enghien gerieth um 8 Uhr Abends auf der Höhe der Station Lembeke bei Hal ein Zug aus den Schienen. Es ist von nicht weniger als 25 Verwundeten, darunter mehrere schwer, die Rede. Auf der Strecke von Brüßel nach Mecheln, unweit der Station Schaerbeek, stieß der Localzug, der von Antwerpen Abends 9 Uhr abging, bei dem Puncte, wo beide Bahnen sich vereinigen, auf eine Locomotive, die in Bewegung war. Beide Locomotiven wurden stark beschädigt und der eine Tender fast vollständig vernichtet. Um Mitternacht war die Bahn noch nicht wieder frei. Die von Mecheln kommenden Reisenden mußten fünf Minuten weit über die Eisenbahn wandern und wurden bann mit einem anderen Zuge weiter befördert."

Saratow. In einem Dorfe des atkarschen Kreises passirte, wie dasSar. Tgbl." mittheilt, nachstehendes Curtosum: Ein Hausirer war mit feinem bunten Kram in ein Dorf gekommen und daselbst, wie gewöhnlich, von kauflustigen Bauern umringt worden, deren einer das Gedränge benutzte, um ein Stück Zeug dem Händler zu entwenden. Auf frischer That ertappt, wurde er vor das Gemeindegericht gebracht und für ben Diebstahl zu 25 Ruthenhteben verurtheilt Der Händler dagegen, welcher den Bauern durch Ausstellung der Maaren in Ver­suchung geführt hatte, erhielt bte doppelte Anzahl Hiebe.

Literarisches.

Die Nr. 14 M .Daheim," mit der das neue Quartal beginnt, ist wieder überaus interessant. Während die Beilage uns in einem prächtigen Bilde die Neujahrsauffahrt vor dem Palais des Kaisers vorführt, bringt das Hauptblatt einen ungemein mannigfaltigen Inhalt. Da ist außer den beiden Romanen:Hans Wald­mann. Eine Zürcher Stadtgeschichte" undIm Banne der Vergangenheit. Von Th. H. Pantenius* vor allem der Artikel:Die Kaiserreisen im Jahre 1879" zu nennen. Wir erhalten nämlich eine Karte der Reisen, welche der Kaiser im abge­laufenen Jahre gemacht hat und ersehen aus ihr und dem begleitenden Text mit Staunen, daß der greise Fürst nicht weniger als 8630 Kilometer 1163 deutschen Meilen, also etwas mehr als ein Fünftel des Erdumfanges zurückgeleat hat. Freilich reist der Kaiser nicht unbequem, wie man das aus der Abbildung des kaiserlichen Salonwagens, die dasDaheim" ebenfalls gibt, -ersehen kann.

Sehr unterrichtend ist ferner der Aufsatz über das Reichspatentamt und das kaiserliche Patentgesetz. Derselbe leitet gleichsam eine neue Rubrik ein:Hauswirth- schaftliche Fortschritte," b. h. eine illustrirte Anzeige deutscher Erfindungen aus dem Gebiete der Hauswirthschaft und Kinderpflege. Diese neue Rubrik wird künftig neben Rechts- und Gesundheitsrath hergehen und gewiß ebenso viel Anklang finden wie diese.

Auf das schöne Bild:Holländische Schlittenfahrt" und die interessante Erinne­rung aus dem Soldatenleben:Mein Einjähriger," von Hermann Ferschke, sei hier nur hingewiesen. Die Nummer ist eben ganz auf der Höhe des Blattes.

Handel und Verkehr.

Limburg, 7. Januar. (Fruchtmarkt.) Rotber Weizen JL 19.00, Weißer Wetzen JL 18.90, Korn JL 14.05, Gerste JL 10.65, Hafer, 6.85, Erbsen JL. 14, Kartoffeln JL, (Durchschnittspreis pro Malter.)

Frankfurt, 7. Januar. (Marktbericht.) Der heutige Heu- unb Strohmarkt war ziemlich befahren. Heu kostete je nach Qualität ber Gentner jh. 2.003, Stroh JL. 2.50 3.00. Butter bas Pfund im Großen 1. Qual. JL 10.0, 2. Qual. JL 0.90, im Detail bas Pfund JL 1.2000, 2. Qual. JL 1.10. Eier baS Hunbert beutsche JL 6.809, italienische JL, Ganze Erbsen bas Pfb. 2832 geschälte Erbsen 32-37 H, Bohnen 2729 Linsen 4050 Weißkraut bas Stück 1012 H, Rothkraut, 1 St. 1525 H, Kohlrabi Kohlkraut 8-10 H, Blumenkohl 1 St. H, Wirsing 815H, Kartoffeln 100 Kilo 0.00 JL, Zwiebeln 25 Bunb - JL. Merrettige Stück 1 Stück Ochsenstench per Pfund

6570 H, Rindfleisch 50-60 Kuhfleisch 50-60 Kalbfleisch 44-55 Hammel­fleisch 4065 H, Schweinefleisch 65-70 H, ein Hahn JL 1.502.00, ein Huhn 1.50-2, eine Ente «X 2.50-3, Gans JL 4.00-9, eine Taube 4050

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