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tot Lenne-Lahn-Bahn einen ganz bedeutenden Umweg zur Einmündung in die Oberhessischen Bahnen macht. Mit Vorstehendem glaube ich nachgewtesen zu haben, daß die Stadt Gießen in ihrer Vorstellung nicht locale Intereffen verfechten wollte.

Zum Schluß möchte ich mir noch eine Bitte an die Großh. Regierung erlauben. Ich weiß, daß mit einem Antrag nichts mehr erreicht werden kann. Durch den Vertrag vom Jahr 1868, den Hesien mit Preußen abgeschlosien hat, ist eine Anzahl hessischer Beamten in den preußischen Staatsoienst getreten. Viele dieser Beamten sind schon bei der Erbauung der Matn-Weser-Bahn beschäftigt gewesen, sie sind in diesem Dienst alt und schwach geworden, sie haben ihre Gesundheit mitunter eingebüßt und sie werden, wenn jetzt keine Arnderungen bean­tragt werden, laut ves Vertrags von 1868 nach dem Pensionsgesetz von 1858, während die übrigen hessischen Beamten nach dem viel günstigeren Pensionsgesetz von 1875 behandelt werden. Es waren, wie ich nicht leugnen will, eine Anzahl der fraglichen Beamten bet mir und haben mich gebeten, ich möge der Regierung an's Herz legen, ob es nicht noch jetzt möglich gemacht werden könnte, daß auch für sie da« bessere Pensionsgesetz von 1875 in Anwendung kommen könne. Es macht dies bet 40 Dienstjahren eine Differenz von etwa 20 Procent. Ich kenne selbst eine ganze Anzahl btefet Beamten, die tm Dienste der Main-Weser-Bahn ihre Gesundheit rtngebüßt haben und bitte Großh. Heff. Regierung wiederholt dringend um Berücksichtigung der vorgebrachten Wünsche.

Gießen, 6. Februar. In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde Herr Gymnasiallehrer Dr. Naumann aus WormS einstimmig zum 1. Stadtpfarrer er­wählt. Wir begrüßen diese einstimmige Wahl und wünschen von ganzem Herzen, daß sie der -evangelischen Gemeinde zum Segen gereichen möge.

Gießen, 6. Februar. Kommenden Sonntag wird in Wenzel's Saalbau ein achter Sohn Ost-LsienS, der Chinese Arr You, eine Produktion geben, auf die wir schon ihrer Seltenheit wegen besonders aufmerksam machen wollen. Derselbe leistet nach Allem, was wir über ihn in den Blattern lasen, wahrhaft Staunenswerthes, namentlich im Mefferwerfen, Wafferschwenken, Meffer- und Etersptelen, Zauber- und anderen Jongleurkünsten, in Denen die Chinesen ja bekanntlich Meister sind- Arr You hatte im letzten Sommer auch die Ehre, vor dem Fürsten Bismarck und deffen Familie im Bad Kisfingen sich productren zu dürfen. Außerdem -steht ihm eine große Zahl der besten Zeugniffe über seine Leistungen zu Gebote, so daß deffen Production zu zahlreichem Besuche empfohlen werden kann.

Vielleicht schon im Laufe der nächsten Woche dürften wir wieder tm Besitze eine« guten Theaters sein. Herr Director Schubert aus Schweinfurt wird mit einer guten Truppe hier etntteffen und im Saale des Cafö Leib seine Vorstellungen beginnen. Hoffen wir, daß er u n s nur Gutes bieten und e r seine Rechnung finden wird.

DieVolksküche" vertheilte heute 1033 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 130, 903 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen.

Gießen, 6. Januar. (Herberge zur Heimath.j An einmaligen Beiträgen gingen weiter ^n und wurden gezeichnet:

Don Seiner Erlaucht dem regierenden Grafen Otto zu Stolberg - Wernigerode, Vice- kanzler in Berlin 100 X, Prälat Dr. Simon dahier 30 X.*) A. St. 20 X, Postseeretar Meyer 5 X SKit Dem in voriger Nummer aufgeführten Betrage zusammen 2706 X 30 Weitere Beiträge nimmt Kreisamts-Gehülfe Döring dahier entgegen.

*) Die in voriger Nr. quittitten 5 X hat nicht Hr. Prälat Dr. Simon, sondern Hr. Superintendent Habicht in Darmstadt gegeben.

Vermischte-.

Falkenberg, 31. Januar. Heute starb zu Falkenberg (bei Homberg) der JSraeltt Mendel Tannenberg in dem seltenen Alter von 103 Jahren. Trotz Dieses hohen Alters mußte er doch gleich wie der Erzvater Jacob sagen: Die Zeit meiner Wallfahrt ist 103 Jahre und langet nicht an die Zeit meiner Väter; haben doch seine Großeltern das Alter von 108 und 109 Jahren erreicht Tannenberg, obgleich klein von Person, erfreute sich bis an sein Ende einer ausgezeichneten Gesundheit, noch fast aller Sinne mächtig, konnte er noch bis vor wenige« Wochen an den sabbatlichen Gottesdiensten Theil nehmen. Auch zeigte er ein noch reges Jntereffe am Geschäftsleben und fast jeden Abend ließ er sich von seinem vom Geschäft heim- gekehtten Sohn erzählen und sprach dann fast regelmäßig seine Verwunderung aus über die Preise jetzt gegen diejenigen zu Anfang dieses Jahrhunderts. Auf Befragen nach seinem Be­finden anwortete er fast regelmäßig:Es gefällt mir bald nicht mehr!" Seit einigen Jahren bezog Tannenberg ein jährliches Gnabengehalt im Betrage von 180 X aus der Chatulle Sr. Maiestät des Kaisers. Auch liefen in letzterer Zeit in Folge eine« Aufrufes des Herrn Land- rabviners Dr. Adler in Kassel zahlreiche Gaben hier ein, wofür nochmals den edlen Gebern herzlicher Dank ausgesprochen wird.

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Sonntag, den 8. Februar. Ludwig Kroneberg, Neustadt. Karl Plank, Wolkengaffe. Gustav Eger, Lindenplatz.

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Gottesdienst:

Sonntag den 8. Februar.

Morgens: Pfarrverwalter Schöner. Nachmittags: Pfarrer Schlosser.

Mittwoch, den 11. Februar: PaffionsgotteSdienst in der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser.

(Der Zugang ist nur zum Schiff der Kirche gestattet. Die Texte der Gesänge sind bei Herrn Buchhändler Ferber zu haben.)

Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 8. bis 14. Februar besorgt Pfarrverwalter Schöner.

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