Bruder des Ermordeten, ein Mühlarzt, der seit einigen Tagen hier zum Besuch bei seinem Bruder war und flüchtig ist. Gestern Abend horte eine Hausbewohnerin Streit und nach 10 Uhr heftige klatschende Schläge; sie glaubte, es seien, was in den ■lebten Tagen öfters vorgekommen sein soll, Händel in Waibel's Wohnung ausgebrochen und achtere deßhalb nickt weiter darauf. Der Mörder ist n den Kleidern des Ermordeten entflohen aber bereits am folgenden Morgen verhaftet worden. Der Inhalt der Behältnisse des Waibel liegt in den beiden Zimmern der Waibel'schen Wohnung zerstreut, so daß ein Raubmo d vorzuliegen scheint. Am Aufkommen der beiden noch lebenden Kinder wird gezweifelt.
— Ern Rezept aus dem Jahre 16f'.4 lautet: Willst du einen Tag lang vergnügt sein, so laß ttd) binbiren; willst du es eine Woche lang sein, so gehe zu einem Hockzeitsschmaus; willst du es dnen Monat laug , so kauf' ein gutes Reitpferd; willst du es ein halbes Jahr lang, io baue an Haus; willst da es ein ganzes Jahr sein, so nimm ein junges, schönes Weib; .willst vu cs aber ein Leben lang sein, so sei — mäßig.
Handel und Verkehr.
Gteprn, 6 Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. X 0,75 jt l.vO, Hübneraer per Stück 7—8 Käse per Stück 5—10 Käsematte per Stück 3 H, Erbicn 1 Liter 18 Linsen 1 Liter 20 H, Tauben das Paar 70 H, Hübner per Stück jt 0.90—o.oo, Habnen per Stück X 0.75-0.00, Enten per Stücks 1.3O—1.8O, Gänse pr. Pfund »i(i—50 Kartoffeln per lOO Kilo X 6.00—7.00, Weißkraut, 100 St. X 6—8, Zwiebeln p. Ctr 4t 9—10, Milch per Liter 16 und 18 Ocksenfleisch f>8 per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 48—56 X Kalbfleisch -10 — 50 Hammelfleisch 50 — 60,$, Schweinefleisch 60 Truthähnen per Stück — X
Frankfurt, 5. Januar. (Fruchtbertcht.) Mehl Nr. 1 X 43, Nr. 2 «X 41, Nr. 3
4t 35, Nr. 4 X 31, Nr. 5 X 25, Roggenmehl «/, Berliner Marke) X 28—28 50, do.
3 (Berliner Marke) X 27.m‘—C-0.< 0, do. II (Berliner Marke) X 20.00—21.00. Weizen effectiv hiesiger ab Bahnhof hier X 24.25- 24.50, ab unserer Umgegend X 23.50—24, do. fremder se nach Qualität X 24.25—25, Roggen, je nach Qualität X 18.75—2O.dO,
Gerste X 17.00-21, Hafer X 13—15.50, Kohlsamen X 27—28.00, Erbsen X 19—27,
Wicken «X 16—17, Linsen X 20—40, Bohnen, weiße, X 23—25, Roggenkleie X —, Weizenkleie, grobe und feine X —, Rüböl, detail, X 65. Stimmung unsicher. Hauptsächlich gefragt war: —. Dringend offerirt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Hollgewicht — 100 Kilo )
Frankfurt, 5. Januar. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen und Stiere, 190 Kühe und Rinder, 230 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 69—70, 2. Qual. X 64—66, Kühe und Rinder 1. Qual. X- 58—60, 2. Qual. X 50—52, Kälber 1. Qual. X 54-56, 2. Qual. 50-52, Hämmel 1. Qual. X 54-56, 2. Qual. X 40-50 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund — H.
Temperatur in Gießen.
December 1879.
Niederste —25,0 o K.
Mittlere — 8,82 „ *)
Mittel früherer Jahre — 0,26 „
Höchste 4~ ^,0 „
Niederschlag an 10 Tagen ...... 1,72 Par. Zoll.
„ im Mittel früherer Jahre an 17 Tagen . 1,88 „
•) Der kälteste December und überhaupt der kälteste Monat seit 1851, b. h. seit der Zeit der regelmäßigen Beobachtungen.
Eingesandt für Hausfrauen.
Es ist eine bedenkliche Sache für den Hausherrn, in der Küche eine Kritik üben zu wollen. Man gibt ihm meistens in solchen Fällen zu verstehen, daß er über Dinge urlheile, die er nicht kennt und die er nicht versteht. Diese Erfahrung mußte ich kürzlich machen, als ich beim Betraten meiner Küche das Dienstmädchen erblickte, in der rechten Hand eine Bürste haltend und mit der linken den angefeuchteten Tisch mit einem weißen Pulver bestreuend, welches ich für Sand hielt. Was machen Sie denn da, fragte ich, Sie werden den Tisch doch nicht mit Sand scheuern? Das verursacht ja ein höchst unangenehmes Geknirsch, wenn Teller und Schüsseln auf einem mit Sand gescheuerten Tisch hin- und hergeschoben werden; außerdem verderben Sie auch die Vutzbürste damit - Das ist ja kein Sand, antwortete das Mädchen, das ist Hudson's Seisen-0xtiact, den Ihre Frau Gemahlm in unserem Hause eingeführt hat und womit wir jetzt Alles scheuern, waschen und putzen. Wenn ich meinen Sonntagsausgang habe, putze ich sogar meine Schmucksachen damit, die dann sofort wie funkelneu aussehen. Sie werden doch schon bemerkt haben, daß uns in letzter Zeit die Aushülfs- Putzfrau nickt mehr ins Haus kommt. Wir bringen die Putz und Wascharbeit jetzt besser und schneller ohne diese fertig, weil uns Hudson's Seifen-Extract viel Zeit und Mühe spart Teller, Messer und Gabeln reinige ich ebenfalls im Nu damit, ohne denselben zu schaden. Während dieser kurzen Zeit hatte das Mädchen den Tisch mit der Bürste gescheuei t und den dadurch erzeugten dicken weißen Seifenschaum mit reinem Wasser abgewaschen. So, sagte es, jetzt ist der Tisch schon gescheuert, und wenn Sie sich denselben mal ansehen wollten, wenn er trocken ist, werden ^e finden, daß er blüthenweiß geworden ist. Ich that dieses und mußte zugeben, daß er nicht schöner sein konnte.
Kurze Ze t darauf sprach ich von dieser Sache in Gegenwart eines Arztes, der sich viel mit Hygieiue beschäftigt. Derselbe bemertf*’, daß er das nämliche Wasch- und Putzmittel während einer Studienreise in England in fast allen Hospitälern und Casernen, die er besucht, angeti offen habe, wo es von hoher Wichtigkeit fei, die größte Reinlichkeit aufrecht zu erhalten. Die betreffenden Vorsteber hätten versichert, daß Hudson's Seifen-Extract für diesen Zweck das am besten geeignete Mittel s i, weil die Anwendung sehr bequem und dasselbe nicht den unangenehmen, ungesunden Geruch zurücklasse, wie schwarze Seife oder andere Putz- und Waschmittel.
Hudson's Seifen-Extract ist jetzt auck in Deutschland in allen Material-, Colonial- und Droguengeschästen zu haben. Man beachte die Bekanntmachung im Jn- seratentbeil. (187
Unter den vielen Hausmitteln, welche gegen Katarrh und Lungenoerschleimung empfohlen werden, verdient vor Allem die vom Apotheker Karl Engelhard in Frankfurt a. M. dargestellte Isländisch-Moos-Pasta angeführt zu werden. Dieselbe wirkt beruhigend auf den lästigen Hustenreiz und vermindert den schleimigen Auswurf, ohne bei längerem Gebrauche, wie so manche andere Mittel, einen nachtheiligen Einfluß auf den Magen auszuüben. Die Moos-Pasta ist in den Apotheken zu haben.
8 Eine practische Hausfrau schreibt: „—Ich habe das mehrfach in den Zeitunaen empfohlene Buch: ,®in Wort an alle Hausfrauen" mit Interesse gelesen und bin dadurch auf Einrichtungen verfallen, welche meinem Haushalte nach verschiedenen Richtungen hin zu Gute kommen rc." — Jnd'-m wir dies Urtheil hier abdrucken, mach-n wir darauf aufmerksam, daß die Firma: Th- Hohenleitner .n Leipzig und Basel das fragliche Buch gegen Briefmarke gratis und franko versendet.
1880.
den
Häute - Versteigerung
werden
daher auf-
Kcorg Völckner dahier, als:
zu M. 3,50 das Paar
empfehlen
(17
Docter
8.
u. Antiq
Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag
100
137
75
Mtr. 413
gehackt . . . . ober per Ctr.
Buchenholz per Ctr.
raithe des Flur.
Ä/l58/*/10 ^/zss/Vio
Hofraithe und Hofraum am untersten Riegelpfad, Grabgarten daselbst, Hofraum daselbst, Grabgarten daselbst,
bestimmt sind.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihrer Gemeinde auf orts- Lbliche Weise bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 28. November 1879.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr.
Freitag den 13 Februar,
Vormittags 11 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof-
Freitag den 9 d. Mts.,
Vormittags 11 Uhr, sollen folgende Gegenstände in dem hiesigen Pfandlocale öffentlich meiftbietenb versteigert werden:
1 Sckreibpult,! Ladeneinrichtung,! Tisch, 3 Stühle, 1 Sessel, 1 Commode, 2 Klei, derschränke, 1 Sopha, 1 runder Tisch, 1 Faß Notbwein, 6'/r Tausend Cigarren.
Gießen, den 6. Januar 1880.
191) Geißler, Gerichtsvollzieher.
Freitag den 9. d. Mts.,
Vormittags 11 Uhr, soll in dem hiesigen Pfandlocale ein Kückenschrank mit Glasavssatz öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 6. Januar 1880.
mancherlei Störungen veranlassen.
Gießen, den 1. Januar 1880. ~
E. Heinemann’s 7
Fr. E. Feiiscnfeld
Bei 10 Gentner frei in's Haus, liefert
48) Andr. Euler.
9.- 1.20 1.30
7. Januar
8. „
10. „
13.
14. „
15. „
Bekanntmachung.!
Betr.: Die Stellung der Rechnung der Stadt Gießen für 1878.
189) Die Rechnung der Stadt Gießen für 1878 nebst Verwaltungs- rechenschaft liegt während acht Tagen zur Einsicht jedes Betheiligten auf dem Bürgermeisterei-Bureau offen.
Gießen, am 5. Januar 1880.
A. Bramm, Bürgermeister.
Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses .Jahres sällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar:
1%) «eißler, Gerichtsvollzieher.
Tanuenschcitholz, la. Qualität X 7. geschnitten ti
Brennholz.
ä Rmtr.
Samstag „ 17.
Die Interestenden gefordert die Zahlungen an diesen Tagen n Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu .legitimtren.
Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Jnteressenden der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen
26/2M 213 Acker daselbst, '
meistbietend versteigert werden. (190
Gießen, den 6. Januar 1880.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen.
Müller.
Meitze Vorhänge aller Art, Rouleaur-Drell in den gangbarsten Dessins, Anfertigung jeder Deeorations-Arbeit in geschmackvollster Ausführung bei (45
Th» Hriicke Kchloßgaffe V. 1
in empfehlende Erinnerung der künftig immer mehr durch Erweiterung und Aufnahme neuer gediegener Zeitschriften das Wohlwollen des Publikums sich erringen wird: Deutsche Rundschau, Erholungsstunden, Berliner Wespen, sind neu ausgenommen, so daß 26 verschiedene Blätter darin enthalten sind. Der Preis beträgt vierteljährlich nur 3 Mk. 30 Pfg., wofür wöchentlich 2mal je 6—8 Journale frei ins Haus getragen werden.
Gest. Beitrittserklärungen erbitte möglichst bald, da spätere Aufnahmen
Aeilgeöotenes.
128) 3—400 Gentner gutes Heu zu oerfaufen. Wo? sagt die Exped. b- Bltts. Cöluer Dombau - Loose sind auch dieses Jahr wieder in Poften und einzeln bei dem Unterzeichneten zu haben. Moritz Streue* junior, in Mainz,
62) Generalagentur,
Staatseffecten- u. Loosen-Geschäft.
DasNeueste
in
Pariser Ballblumen
eingetroffen. (154
F. C. Weber,
Reichensand-Babnhofstr. 934.
Donnerstag den 8. Januar, Abends 8 Uhr, werden die Häute, welche der Viehverstcherungs Gesellschaft im Laufe des Jahres 1880 zufallen, im Locale der Frau Führer versteigert. e (188
Gießen, den 6. Januar 1880._______________K. Simon.
134) Bn Beginn des neuen Jahres werden Abonnements zu sämmtlichen Zeitschriften entgegengenommen und solche prompt geliefert. Gartenlaube, Bazar, Fliegende Blätter, illustr. Zeitung rc. beginnen soeben ihren neuen Jahrgang. Probenumwern gratis.
Gleichzeitig bringe ich meinen
Journal - Lesezirkel
164)
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