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Verwischtes
- lieber eine eigenthümliche Belohnunff berichtet die „Drfztg." wie folgt: „Gnädiger Herr haben befohlen, daß ich mich Punkt elf Uhr einzufinden habe." „Ach ja Johann! es ist heute ein wichtiger Tag Deines Lebens. Heute sind 3 t Jahre verflosien, seit ich Dich in meine Dienste genommen habe. Du hast mir immer treu und redlich gedient und ich habe Dir ver- tyiocben, Deine Treue und Anhänglichkeit dereinst zu belohnen. Ich habe mein Wort nicht vergessen, denn Versprechungen pfiege ich mit ehernem Griffel in meine Seele zu schreiben. Höre denn, was ich für Dich beschlossen habe zu thunl Du sollst fortan nickt mehr per Du, sondern per Er von mir angeredet werten! Jetzt geh Er in Gottes Ramen, Johann!"
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 1. Mai. «Marktbericht.! Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner 2—3.40, Stroh JL 2.00—3,30.
Butter das Pfd. im Großen 1. Qual. JL 1.15- 22, 2. Qual. JL 1.10-00, im Detail das Pfv.
1.40—00, 2. Qual <AL 1.20—30. Eier das Hundert ital JL 5.00, deutsche Eier 4.30 Ganze Erbsen das Pfo. 20—26 H, geschälte Erbsen 32 -37 Bohnen 27—29 Linsen 40—50 H. Weißkraut das Stück 20—30 Rothkraut, 1 St. 30- 35 Kohlrabi — $ Kohlkraut -H, Blumenkohl 1 St. 40—10''^, Wirsing 2u—25^, Kartoffeln 100 Ko. <A 6-0.00, Zwiebeln 1 Bund 6 Merrettig 100 St. 14-16 JL, 1 Stück 12—20 \ Ochsensteisch per Pfund 60—70 H, Rindfleisch 45—60 Kuhfleisch 45—60 Kalbfleisch 45—55 Hammelfleisch 45-65 ^, Schweinefleisch 65—70 ein Hahn JL 1.90—2.30, ein Huhn JL 2.00—2.50, eine Ente 2.80-3.00, eine Taube 50- 60 H, Wätscher Hahn JL 5—11, Kapaun 3-0.00.
Temperatur in Gießen.
April 1880.
Niederste..........— 0,7 e K.
Mittlere..........+ 7,79 „
Mittel früherer Jahre........+ 6,69 „
Höchste...........+19,0 „
Niederschlag an 12 Tagen . • • • • 1,65 Par. Zoll.
„ im Mittel früherer Jahre, an 12 Tagen - 1,50 „
Die Vegetation ist gegenwärtig au,f normaler Stufe.
Loris-Melikoff ist zum Chef des
und Polen, für vollständig erfunden.
Burger Senat selbst 1868 gegenüber Beschwerden der Bürgerschaft in amtlichen Actenstücken erklärt.
Petersburg, 2. Mai. Der „Regierungsbote" erklärt die Nachricht, daß auf Veranlassung Loris-Meltkoffs mit in polnischen Kreisen bekannten Personen Unterhandlungen angeknüpft seien behufs Aussöhnung von Ruffen
Stimme des Reichstaas sich erhoben habe, um das Vorgehen Preußens als verfassungsmäßig zu vertheidigen. Gr sei der Meinung , daß selbst bei einer Zustimmung Hamburgs der Bundesrath nicht allein über die: Frechafenstellung Himburgsent)Aetben könne, sondern daß dazu die Zustimmung des Reichstages nothwendig se.. Da d.e Regierung in anderer Weise vorzugehen beabsichtige, müsse der Reichstag sein Recht wahren, das geschehe durch einen Antrag, zu dessen Verhandlung hoffentlich noch in dieser Session Zeiten geschlossen. Rach einigen persönlichen Bemerkungen
aebt der Reichstag zur Fortsetzung der Berathung d s Viehseuchengesetzes über. £)a& ?elbe w^rd in zweiter Lesung unter Ablehnung sämmtlicher Amendements durchweg den Beschlüssen der Commission entsprechend angenommen - Nächste Sitzung Montag. Tadesordnung: der belgische Handelsvertrag, die Vorlage wegen der Verlängerung der Leaislatur-Periode und Gewerbeanträge.
9 Mannheim, 29. April. Die das Tabaks-Monopol betr. Interpellation im Reichstag hat, der „Karlsr Ztg " zufolge, die vielen hiesigen Fabrikanten und Händler einigermaßen beruhigt; die Aufregung war vorher so groß, daß sogar bereits abgeschloffene HauSkäufe wieder rückgängig gemacht wurden.
Irankreich.
Paris, 1. Mai. Das Journal „L'Europe diplomatique" bat beunruhigende Nachrichten aus Shanghai erhalten. Danach herrsche in China eine den Fremden feindliche Gesinnung vor. Alle in Peking residirenden Gesa >dten hätten die Absendung von Kriegsschiffen nach Sanghai bei ihren Regierungen beantragt^^, In der heutigen Sitzung des Armee-Ausschuffes der
Deputirtenkummer erklärte K.iegsmintster Faire, daß die Regierung der Aufhebung des Einjährig-Freiwilligen-Jnstttuts nicht zustimmen könne, aber die oabl der E>njährig Freiwilligen auf die durchaus nothwmdige Zahl beschiän- ken werde. Der Ausschuß hält indeffen an der Aufhebung des Freiwilligen- Jnstituts und an der Reduction der Dienstzeit auf drei Jahre fest.
Die Kammer der Deputirten nahm einen Zoll von 4 Frcs. 50 Cent, auf Wein, von 7 Frcs. 75 Cent, auf Bier und 25 Frcs. auf all- Alkohole an.
Nußland.
Petersburg, 1. Mai. Der Artikel der Berliner „Post" anläßlich des Geburrstages des Kaisers Alexander machte allgemein und wie es scheint, auch in Regierungskreisen einen freundlichen Eindruck. Im Ganzen wurde hier der Rücktritt Loro Beaconsfield's freudig begrüßt, ohne indeß den Gedanken zu erwecken, in eine besonders enge Verbindung zu dem Ministerium Gladstone treten zu sollen. — Auf Anfrage Zwecks Richtigstellung des hierher gemeldeten Telegramms verschiedener Berliner Zeitungen, wonach alle augenblicklich hier anwesenden jüdischen Ausländer ausgewiesen worden seien, wird erklärt, daß daffelbe vollständig erfunden und absolut unwahr ist. Daffelbe gehört in die Kategorie der zahlreichen, wie es scheint, aefliffentlich verbreiteten Sensationsmittheilungen. Im Gegensatz zu jene- unwahren Behauptung wird mitgetheilt, daß die in einigen Gouvernements-Städten in's Auge gefaßten Maßregeln in Betreff einer strengeren Ausführung der bestehenden Vorschriften über den Aufenthalt von Juden neuerdings von dem Minister des Innern sistirt wurden.
— Anläßlich des Artikels der Berliner „Post" zum Geburtstage des Kaisers von Rußland bringt „Golos" einen Artikel, an dessen Schluß es beißt die russische Preffe sei zufrieden, daß nach Lord Beaconssteld's Rücktritt das Drei-Kaiser Bündniß nicht durch ein Bündniß zwischen England, Deutsch- land und Oesterreich ersetzt worden sei. ____________________________________
Telegraphische Depeschen.
Wagner » telegr. Eorresp-udeut ■ «»seaa.
Berlin, 2. Mai. Ueber die gestrige Debatte bezüglich der Abgrenzung des Hamburger Freihafens schreibt die „Nordd. Allg. Ztg." : Es sei schon ein ungewöhnlicher Vorgang, daß der Reichstag einen Antrag beim Bun- desrathe, bevor dieser noch dessen Berathung begonnen, einer Discussion unterziehe. Mit agitatorischen, man könne sagen drohenden Reden werbe ein revo- lutionäres Gebiet betreten. Den Interessen Hamburgs werde damit kein praktischer Dienst erwiesen. Der Reichstag würde mit dem von Richter und Lasker befürworteten Einflüsse auf die Entschließungen der Regierung einen souveränen Anspruch erheben, den die Verfassung ihm nicht beilege. Die Selbstständigkeit des Bundesraths stehe unter demselben verfassungsmäßigen Schutze wie die Unabhängigkeit des Reichstags. Nach Art. 7 der Verfassung sei der Bundesrath berechiigt, darüber zu beschließen, welcher Bezirk des Hamburger Gebietes, gleichviel ob Land- oder Stadtgebiet, dem Zwecke des Freihafens entspreche. Die Competenz des Bnndesraths hierzu habe der Ham-
Junschan'schen Kosakenreziments ernannt worden.
Nom, 2. Mai. Der König hat die Demission des Cabinets nicht angenommen. Durch königliche Decrete wird der Schluß der Kammersesston und die Auflösung der Kammer verfü.u; die Neuwahlen sollen am 16. und 23. Mai, die Eröffnung der neuen Kammer am 26. Mai stattfinden.
Petersburg, 2. Mai. Hiesige Blätter melden, der Unterrichtsminister Tolstoy scheide aus seinem Amte und der seitherige Curator der Uuiver- sität Dorpat Saburoff werde sein Nachfolger.
Lokales.
Gießen, 3. Mai. Bei dem gestern auf Burg Münzenberg stattgehabten 2. Volkswettturnen des Gaues Heffen hatten sich gegen 200 Turner zusammengefunden Am Preisturnen betheiligten sich 42 Turner und wurden 18 Preise ausgegeben. Trotzdem der Himmmel sich nicht ganz gewogen zeigte und es den ganzen Tag mit Regen drohte, halten sich sebr viele Turnfreunde eingefunden, so daß dieser Tag zu einem wahren Volksfeste wurde. Den ersten Preis errang ein Turner von Usingen; die Turner von Gießen erhielten 6 Preise, darunter den 2. und 3.
— Am Samstag Abend gegen 10 Uhr geriethen Miether und Vermicther in einem Hause auf der Heuchelheimer Chausiee aneinander. Im Verlaufe des Streites schlug der Mtetver, welcher zu dieser ungewöhnlichen Stunde ausziehen wollte, ohne daß der andere Theil befriedigt worden, dem Vermiether mit einem großen Ubrgewicht auf den Kopf, so bat, diverse Beulen davon entstanden. Die Sache wird vor Gericht ihren Austrag finden.
— Einer von den leider zahlreichen sich in letzter Zeit in unserer Stadt niedergelaffenen Dirnen wurde von einer Hospitantin, etmm Dienstmädchen, das Portemonnaie mit Geld und 3 Ringen gestohlen. Die Diebin entwischte, während das gestohlene Objeet derselben abgenommen wurde
— Im Monat April wurden von der Schutzmannschaft Anzeigen erstattet: wegen schädlicher Ausdünstung 2, bösartiger Thiere 9, Bettler 56, Trunkene 1, wegen Ruhestörung 81, Diebstahl 12, Betrug 1, schwerer Körperverletzung 3, Verstoß gegen das Meldewesen 3 und sonstige 7, ferner im Interesse der Sittenpolizei, wegen Thier- quälerct 3, gegen Prostituirte 8, weg n Coneubtnat 2, Gewerbepolizei, gegen Droschkenordnung 4, Stratzenpolizei, wegen unterlassener Straßenreinigung 9, Fahrordnung 4, sonstige 28, Baupolizei 4, Feuerpolizei 4, Oktroidefraudation 1. Arretirt wurden: 55 Bettler, 4 Obdachlose, Scandalsüchtige 3, Betrunkene 3, Prostituirte 7, wegen Wider- , stand 1, Diebstahl 7, Betrug 1, sonstige 3, auf Requisit on 3, Schulkinder 1. Ferner Hatte die Schutzmannschaft, und dies ist wohl die Hauptarbeit, nachfolgende Besorgungen autzzuführen. Sie hatte 94 Ladungen zu bestellen, 199 Briese auszutragen, 4437 Steuer,eitel und 366 Hospitalzettkl an die richtige Adresse zu befördern, ferner noch 123 Ansorderungszettel und 193 Militär-Ordres zu insinuiren. An Jmpfpflich- tige wurden 4 und außerdem noch sonstige 13 Meldungen besorgt. Umfragen bei sämmtlichen Goldarbeitern, Uhrmachern und Händlern wurden 17 gehalten; außerdem hatten 9 Vernehmungen bei Gericht zu erfolgen. Nachdem noch 88 Verfügungen, 9 Ermittelungen, 57 Ausschreiben und Transportpapiere zu besorgen waren, schließt der Bericht mit 2 Vorführungen im verflossenen Monat.
Allgemeiner Anzeiger.
Oberhessische Gesellschaft
für Natur und Heilkunde, Gießen.
Sitzung Mittwoch 3. Mai, Abends 7 Uhr,
in der kleinen Aula des neuen Universi'tätsgebäudes.
Vortrag: Herr Professor Stötzer über die forstlichen Verhältnisse Frankreichs.
3112)______Auch Nichtmitglieder haben Zutritt.__
Ball für Israeliten.
Am 2 Pfingsttage findet im Saale zur Cintracht in Allendorf a. d. Lda.
Ball
statt, wozu freundlichst einladet
Das Comite:
3115) Blumenthal. Simon. Joseph.
üerfoofung oon 6 flßfgemäfößn
3128) von H. Gastauer.
Obengenannte Gemälde, begutachtet und taxirt von Geh. Baurath Prof. v. Ritgen und genehmigt von Großh. Polizeiverwaltung sollen mittelst Ausgabe von 720 Loosen ä 1 ausgeloost werden. Loose sind bei Herrn Ernst Balser, Mäusburg, zu haben.___________________________ ~1
taste
3125) empfehlen DOCtCV
tiW Markt-Anzeige.
Da ich wegen Geschäftöangelegenheiten den vergangenen Markt nicht besuchen konnte, so empfehle ich diesen Markt den werthen Kunden meine anerkannte Waare und insbesondere Offenbacher Pfeffernüsse sowie das vorzügliche Magenbrod u. s. w.
Stand auf dem Markt mit Firma.
3120) Franziska Hoch aus Offenbach a. M.
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Lor« sollen in bemj saale die zur ( Halle für Bauaibeiten u versteigert roet' Maurerarbeit, Steinhauerarb« steinen, vera Stetnhaueraröe steinen, verar Zimmerarbeit, Dachdeckerarbeii Schwirraibeisi Schlosferarbeit, Glaserarbeit, Weißbmderarbe Epenglerarbeit, PMrerarbeit Plan, Vorau bedingungen fi dem städtischen werden.
Gießen, den Großh. Bü 3135) A.
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