Datum der
Bekanntmachung des Verbots.
Bezeichnung der Druckschrift.
1880.
26. Mai.
24. Mai.
tikel mit der Ueberschrift „An das deutsche Proletariat".
328. Das von der socialdemokratischen Genossenschaftsbuchdruckerei „Freiheit" zu London, Court Road, Percy Street 22, gedruckte Flugblatt in klein Octao, 8 Seiten umfassend, enthaltend einen Artikel mit der Ueberschrift „Die revolutionäre Socialdemokratie", welchem sich einige Bemerkungen über den Ursprung dieses Artikels sowie über die Bezugsquelle der in London erscheinenden Zeitung „Freiheit" und der Flugblätter anschließen. . .
329. Die in Form eines Flugblattes im Mar d. I. in London erschienene Druckschrift „Offener Brief an die Wähler des V. Berliner Reichstagswahlkreffes" von Johann Most.
330. Die von einem angeblichen Volkswahl- Comitö in Arnstadt d. d. 10. Mai 1880 erlassene, von August Kruhl in Leipzig verlegte und in der Genossenschaftsdruckerei in Leipzig gedruckte Schrift „An dieWähler des Wahlkreises Schwarzburg- Sondershausen", in welcher dieselben unter Kundgebung socialdemokratischer, auf den Umsturz der bestehenden Staatsund Gesellschafts-Ordnung gerichteter Bestrebungen und in einer die Eintracht unter denVölkerungSclassen gefährdenden Weise zur Wahl des als Socialdemokrat bekannten Louis Viereck in Leipzig auf
gefordert werden.
2. Juni. 331. „The political comedy of Europe“ von Daniel Johnson, in englischer Sprache
Datum der
Bekanntmachung
des V-rbots. Bezeichnung der Druckschrift.
1880.
erschienen bei Sampson Low, Marston, Searle und Nivingtvn, London 1880.
7. Juni. 332. Die unter dem Titel „La coinidie poli- tique en Europe“ bei C. Pion & Comp. Paris, Rue Garantiere Nr. 10, erschienene Uebersetzung in französischer Sprache des vorgenannten Werkes, von A. Mazon 1880.
7. Juni. 333. Die von Julius Kräcker zu Breslau verfaßte, im Druck und Verlag der Schlesischen Volksbuchhandlung H. Zimmer u. Co, Breslau, erschienene Druckschrift „Der Kampf gegen den Socialismus. Ein nicht gehaltener Vortrag".
12. Juni. 334. Das in der socialdemokratischen Genossenschaftsbuchdruckerei „Freiheit", 22 Perco Street London, gedruckte Flugblatt mit der Ueberschrift „Die revolutionäre Social« demokratie", enthaltend 8 enggedruckte Seiten in kleinem Quartformat.
15. Juni. 335. Das angeblich bei Vanderbilt in Amsterdam gedruckte und von Philipp Achtermann in Osnabrück verlegte Flugblatt mit der Ueberschrift „An unsere Partei- genossen!"
16. Juni. 336. Die im Verlag der Schweizerischen Volksbuchhandlung zu Hottingen-Zürich 1879 erschienene und in der Schweizeiischen Vereinsbuchdruckerei ebei daselbst ge- druckte, nickt periodische Druckschrift „Die sociale Baukunst oder Gründe und Mittel für den Umsturz und Wiederaufbau der gesellschaftlichen Verhältnisse, besonders wie solcke sich in neuester Zeit in England , deiir großen Musterftaat der modernen Civilisation, ausgebildet haben" von I. Aloys Petzler.
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Datum der
Bekanntmachung
des Verbots. Bezeichnung der Druckschrift.
1880.
30. Juni. 337. Die im Verlag von Ferdinand Körber, Zürich-Obe» straß, erschienene Druckschrift „Iah. buch der Socialwissenschast und Socialprlitik", herausgegeben von Dr. Ludwig Richter, erster Jahrgang, zweite Hälfte.
10. Juli. 338. Das ohne Angabe des Herausgebers oder Druckers in London erschienene Flugblatt mit der Ueberschrift „Das Recht auf Revolution".
24. Juli. 339. Die ohne Angabe des Herausgebers oder Verlegers erschienene, angeblich bei S- Aliß in Berlin gedruckte Flugschrift mit der Ueberschrift „An das deutsche Volk".
3. Aua. 340. Das Flugblatt „An meine Wähler". Von A. Bebel. Leipzig den 18. Juli 1880. Druck von H. Zumbusch u. Co. in Dresden.
12. Ang. 341. Die Druckschrift „Socialdemokratisches Flugblatt, Appell an die Vernunft und das Gewissen des Volks". Brüssel. Druck von Henri Roele.
16. Aug. 342. Das ohne Angabe des Herausgebers oder Druckers in London erschienene Flugblatt, enthaltend zwei Artikel mit den Ueberschriften „An unsere Brüder in der Caserne" und „Wie man Kriige an- zettclt", welchem eine Bemerkung über die Bezugsquelle und den Preis der in London erscheinenden Zeitung „Freiheit" angefügt ist.
20. Aug 343. Das ohne Angabe des Druckortes verbreitete, in deutschen Lettern gedruckte Flugblatt mit der Ueberschrift „Kein Schmarotzer mehr!! Aechtes indopersisches Jnsectenpulver".
Zum Beginn der parlamentarischen Saison.
Die Eröffnung des preußischen Landtags ist sonst in der Regel der Wendepunkt, mit welchem die politisch stille Jahreszeit nicht allein für Nvrddeutschland, sondern auch für einen großen Thetl des übrigen Deutsch- lands abschließt, denn die Verhandlungen der Landes» resp. Volksvertretung des größten der deutschen Bundesstaaten sind stets für ganz Deutschland von indirecter Bedeutung. Sie sind häufig Vorspiele deffen, was nachher im deutschen Reichstage geschieht, weswegen sich der Blick der Bevölkerung auch der übrigen Bundesstaaten immer in diesem Momente mit Spannung nach Berlin wendet. Im gegenwärtigen Jahre ist die Situation jedoch eine g^nz ungewöhnliche. Eine politische Saison morte hat dieö Jahr nicht kennen gelernt, es haben vielmehr auch die Sommermonate sowohl auf dem Gebiete der auswärtigen, wie auf dem der inneren Politik eine reiche Fülle von Stoff zur Beschäftigung der öffentlichen Meinung geboten. Was spectell die aus- wärttge Politik anlangt, so fällt in diese Zett das Gerücht von der beabsichtigten russisch-französischen Allianz, die chauvinistische Rede Gambetta's gegen Deutschland, die anscheinende Trübung der Beziehungen zwischen England und dem deutschen Reiche, die Flottendemonstratton. das Gerücht von der eventuellen Wiederherstellung des Drei-Katser-Bündniffes, die gemeinsame diplomatische Action des deutschen und des französischen Botschafters in Konstan- ttnopel u. s. f., — jedenfalls eine so lange Reihe verschiedenartiger, für die Lage Europas wichtiger Momente, wie sich sonst selten in den Rahmen weniger Monate zusammendrängt. f r
Können wir nun mit Befriedigung sagen, daß trotz Alledem die äußeren politischen Beziehungen derartige geblieben sind, daß an eine unmittelbare Gefährdung des europäischen Friedens nirgend zu denken ist, so können wir doch nicht mit gleicher Ruhe auf die ungelöst vor uns liegenden Fragen der inneren Politik Deutschlands blicken. In die sonst „tobte Zeit" fiel die Ueb-rnahme des preußischen Handelsministeriums durch den Fürsten Bismarck. Selten h-t ein Faktum so erregend gewirkt, wie es dies gethan. Es war der deutlichste Beweis, daß der große Staatsmann es endlich aufgegeben, für den Posten des Handelsmtnisters eine Persönlichkeit zu gewinnen, die ganz seinen Anforderungen entsprach und ganz seinen Intentionen zu folgen bereit gewesen wäre. Er nahm die Sache endlich selbst in die Hand, um seine Absichten vollständig zu verwirklichen. Gewiß ist dem Fürsten Bismarck der Entfchluß, auf diese Weise die von ihm in seinen Parlamentsreden oft genug beklagte, auf ihm ruhende, übermäßige Arbeitslast noch zu vermehren, nicht leicht geworden, und es hat eigentlich etwas Betrübendes, daß er sich endlich zu einem solchen Entschlnffe gedrängt sah. Jndeffen wenn keiner der doch keineswegs unbedeutenden Fachmänner im Stande gewesen, dem Fürsten zu genügen, dann muß man nothwendiger Werse auch daran denken, daß die Schuld hieran nicht allein in jenen Fachmännern, sondern vielleicht ebensosehr tu den Projekten des Kanzlers zu suchen ist.
So reflectirte die öffentliche Meinung und deswegen hat die Ernennung deS Fürsten Bismarck in wetten Kreisen eine unverkennbare Erregung erzeugt. Welche die nächsten wirthschaftlichen Projekte deffelben, darüber liegen bisher nur mehr oder minder unbestimmte Andeutungen vor; selbst was die brt der Eröffnung des preußischen Landtags gehaltene Thronrede ihrem Zwecke entsprechend in dieser Beziehung mttthetlen konnte, genügt nicht, um die Oeffent- ltchkett zu beruhigen. Es handelt sich dabet ketneswegs allein um Preußen, denn die volkswtrthschaftlichen Pläne des Reichskanzlers beziehen sich wett mehr auf das gesammte deutsche Reich, als auf den einen Bunvesstaat. Mag <in oder der andere Gedanke zuerst auch tm preußischen Landtage den Stoff zur Debatte bilden, die endliche Erledigung der wichtigsten Dinge wird doch immer vor das Forum des Reichstags gehören.
Wir erinnern nur an die Idee der Beschränkung des Wechselrechts. Freilich ist dieselbe nicht vom Fürsten Bismarck, sondern aus Abgrordneten- kreisen, und zwar von einem der jüngsten Abgeordneten angeregt worden. Erwägt man aber die persönliche Stellung dieses Abgeordneten zum Reichskanzler, so wird man nicht zweifeln dürfen, daß die Anregung die volle Billigung des Letzteren für sich hatte. In ganz Deutschland ist dieser Angriff auf das Wechselrecht alS ein Schlag gegen das Prtncip der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung aufgefaßt werden und man hat es besonders beklagt, daß
derselbe von dem Sohne des Mannes ausging, dem das deutsche Volk in erst r L nie das allgemeine gleiche Wahlrecht verdankt. Und daß es mit der angeregten Beschränkung des Wechselrechts sehr erregt werden kann, darauf beutet die Art und Weise hm, wie sich in den letzten Monaten einzelne Staatsbehörden in Folge höherer Weisung Material zur „Klärung" der Frage zu verschaffen gesucht haben.
Schon dieser eine Gegenstand würde es vollständig rechtfertigen, daß die öffentliche Meinung mit erregter Spannung dem Vorgehen des Fürsten Bismarck in seiner Qualität als preußischer Handelsminister entgegen sieht. Und nun liegt noch eine ganze Reihe anderer, nicht minder lief einschneidender Projekte vor. Wir stehen, darnach zu urtheilen, vor einer sehr lebhaften parlamentarischen Saison, in welcher der Reichskanzler vielleicht die Erfahrung machen wird, daß er, dem sich das deutsche Volk auf dem G.biete der äußeren Politik jederzeit mit dem größten Vertrauen rückhaltlos aiischließeu wird, es auf dem wirthschafilichen Gebiete nicht bester versteht, der Mehrheit des deutschen Volkes zu genügen, wie die verschiedenen Handelsmintster ihm zu genügen verstanden haben.
Lokales.
Gießen, 30. October. (Sitzung der Stadtverordneten am 28. October.) An- tocfcnb; Herr Bürgermeister Stamm, die Herren Beigeordneten Keller und Heß; von Seilen der Stadtverordneten die Herren Baist, Gail, Gcüneberg, Hanstern, Hoch, Hornberger, Kauf, Lüdcking, Ad. Noll, Aug. Noll, Pfannrnüller, Scheel, Schopbach, Wenzel und Wort mann. — Der Seitens der Realschuldirection eingegangene Bericht über den Stand derselben enthält folgende Zahlen: Die Realschule I Ordnung besuchen 225 Schüler, die Realschule II. Ordnung 128 Schüler und die Vorschule 219 Schüler, zusammen 602. — In Betreff der Erweiterung der Ex-rcier und Schießplätze ist ein Schreiben Großh. Garnison-Verwaltung eingegangen, worin da« Einocrständniß des Kriegsminifteriums mit den von der Stadt getroffenen Bestimmungen, soweit dieselben den Flächeninhalt und den Pachtpreis betreffen, erklärt. Ein ausführlicher Pachtvertrag soll noch ausgearbeitet werden. — Der Beschluß über daß Gesuch des Carl Stohr um Überlassung resp. Belastung eines Lagerplatzes in Oswalds Garten wird ausgesetzt. - Auf diesfallsiges Gesuch der Herren Mobs und Hormann um Herstellung des Pflasters vor ihren Hausern auf der Mausburg wird einqegangen — Der Verkauf von Pflänzlingen aus den Gemeinoewa'.dungen wird genehmigt,' desgl. die Klagerhebung gegen den Ortsarmenverband Langenschwarz wegen Rückerstattung ausgcleater Verpflegungskosten. — Nach erfolgter Vorlage des vervielfältigten Stadt- bauplanß wird die Anschaffung von 20 Exemplaren desselben auf Kosten der Stadt genehmigt. — Dem cingegangenen Gesuche um Herstellung eines gepflasterten Ueberganges am Ende der Wieseckbarrterc in der Alicenstraße tritt die Versammlung befürwortend bei, desgl. demjenigen wegen Beleuäuung des Weges von der Bleichstraße nach der Ludwigsstraß-. — Das Gesuch des Bierbrauers Äug. Posch cl um Erlaubniß zur Erbauung eines Eisuauses wird befürwortet und daß Gesuch des Peter König um Erlaubniß zur Wiederherstellung eines Spaliers an der Ecke der Alicen und Ludwigsstraße der Baudeputation überwiesen. — Der auf Grund der 73 und 74 der Gewerbeordnung und § 185 des Polizeistrafgejetzbuchs ausgearbeiletc Entwurf des Reglements über den Verkauf von Backwaaren wird genehmigt — Herr A u g. Noll enthielt sich der Abstimmung. — Der Entwurf enthält in sechs SS folgende Beftim munden: 1. Das Brod darf nur in Laiben zu 1, 2 und 3 Kilo gebacken werden. 2 Zuwiderhandlungen hiergegen sind mit Geldstrafen von 1 bis 3,43 JL zu bestrafen. 3. Du Bäcker und Brodhändler sind verpflichtet, die Preise und das Gewicht des Brodes alle 11 Tage Freitags bis spätestens Vormittags 9 Uhr der Polizeibehörde anzuzeigen, welche die Preise k. in den am Samstag Abend erscheinenden Blättern veröffentlicht. 4. Die Bäcker sind verpflichtet, 1 Exemplar des Preis- und Gewi.btsverzeichniffes vor ihrem Verkaufslocal aufzuhängen 5. In dem Verkaufslocal der Bäcker ist an einem leicht zugänglichen Ort eine Waage mit Gewichten aufzustellen, um das Brod jederzeit nachwiegen zu können. Das am Gewichk Hehlende sind die Bäcker auf Verlangen nachzulegen verpflichtet, wobei berücksichtigt wird, daß das Manko bei frischem nicht über 1 Tag altem Brod *2 Loth, bei trockenem über 1 Tag altem Brod nicht über 1 Loth pr. Kilogramm betragen darf. 6. Zuwiderhandlungen gegen die SS 3, 4 und 5 werden mit Geldstrafe bis zu 30 Jü bestraft. — Nach Genehmigung der Gesuche von Balth. Lenz (Errichtung einer Einfriedigung) und Georg Brömer (Erbauung eines Hauses am Riegelpfad) wird die öffentliche Sitzung geschloffen.
Vermischtes.
Mainz, 28. October. Seit heute Nacht ist das ganze Ufer am Rhein entlang unter Waffer gesetzt und zeigte heute Mittag das Pegel eine Höhe von Meter 3,77. Die Nachrichten vorn Oberrhein lauten höchst ungünstig.
Lausanne. (Bubenstück zweier Engländer.) Zwei junge Engländer, dir bei Lausanne in Pension sind, mieteten kürzlich in Oucky ein Schiff, aber kehrten am Abend » zurück , man forschte nach, fand das Schiff mit Kleidern darin an einen Stein der Ausmundung des Flon angebunden und schloß daraus, die jungen Leute seien ertrunken Nachdem man sich einen ganzen Tag abgemüht hatte, ihre Leichname aufzusiichen, kehrten die jungen Herren von Vevey zurück - sehr lustig gestimmt darüber, daß es ihnen gelungen sei, du- guten- Leu.e von Ouchy zum Besten zu halten I Nun begreifen wir, so bemerk, "N. Zurlcher^Ztg^ d z , warum in den englischen Gymnasien die Prügel noch für unentbehrlich gehalten werden.
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3. WW
(gänzlich für Pttroleum-Lav «npfiehlt
neues gut 1 Haus ist kaufen, w
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Ä. Ts
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Krisch«
Hande!
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Pueinte Rei Priorato se Priorato du fiarnacho
Sherry Malaga Madeira Oporto
Vino Rancio
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■ins Weltraum von 1
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V«ehen.
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