Berlin, 28. Mai- Reichstag. Dritte Lesung des Sperrgesetzes. Nachdem Lasker die Beschlüsse zweiter Lesung kritisirt hat, begründet Zinn sein Amendement zu S 1, dahin gehend, daß die Zölle auf Roheisen u. s. w., Tabak und Wein nach Maßgabe der vorliegenden Gesetzentwürfe sofort provisorisch eingeführt werden können. Präsident Hofmann bittet, demgegenüber die Beschlüsse zweiter Lesung festzuhalten und wiederholt die bei der zweiten Lesung geltend gemachten Gründe. Gegenüber einer «estrigen Aeußerung v. Kleist-Retzow's verwahrt der Minister die Regierung dagegen, daß sie durch Zustimmung zum Abwarten der Beschlüsse zweiter Lesung der unmoralischen Speculation Vorschub leiste. — Lasker polemisirt gegen den Beschluß zweiter Lesung nach dem Amendement Windthorst und spricht sich namentlich gegen den Petroleumzoll aus. o. Benda befürwortet die Commissionsbeschlüsse. Trautmann rechtfertigt ein Unteramendement zum Anträge Zinn, wonach der Roheisenzoll nur zur Hälfte des Tarifsatzes erhoben und außerdem Kaffee und Petroleum eingeschaltet werden soll. Richter (Hagen) bekämpft dieses Amendement, ebenso Stumm. Die Amendements Trautmann und Zinn werden abgelehnt und 8 1 in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Ebenso wird 8 2 gemäß der zweiten Lesung angenommen und mit unerheblichen Aenderungen die 88 3 und 4. Hierauf wird das ganze Gesetz genehmigt.
Es folgt hierauf die Fortsetzung der Tarifdebatte bei den Holzzöllen. Rickert bekämpft die Holzzölle besonders unter Geltendmachung der Interessen der Ostseestädte. Bundes-Commissar Mayr wendet sich gegen die Ausführungen Klügmanns, Schlutow's und Rickert's und führt aus, wie die Holzzölle sowohl im Interesse der Land-, als auch der Forstwirthschast seien. Die Annahme der Holzzölle liege auch im Interesse von Tausenden von Arbeitern. Die Befürchtung, daß eine erhebliche Vertheuerung der Preise eintreten werde, sei grundlos, v. Mirbach erklärt sich für die Holzzölle und wendet sich gegen die Ausführungen Klügmann's und Rickert's. Während seiner Rede tritt Fürst Bismarck ein. Bundes-Commissär Bernhard tritt den Ausführungen Rickert's entgegen. Eysold vertheidigt den Antrag, Bau- und Nutzholz, roh oder bloß mit der Axt vorgearbeitet, zollfrei zu lassen. Nachdem noch der Bundes-Commissar Mayr einige Einwendungen gegen die Vorlage zurückgewiesen und v. Wendt für die Zölle gesprochen, wird die Debatte geschlossen und zur Abstimmung über Nr. 13 Lit. a. und c. geschritten. Hierbei wird a. (welches zollfrei bleibendes Holz und Holzgegenstände aufzählt) unter Annahme eines Amendements von Lerchenfeld genehmigt. Lit. c. 1: Bauholz und Nutzholz, roh oder mit der Axt vorgearbeitet, wird bei Namensaufruf mit 172 gegen 88 Stimmen angenommen. Bei Lit. c. 2: Bau- und Nutzholz, gesägt rc., werden die Amendement Delbrück und Bamberger zurückgezogen und das Amendement Richter (Meißen) auf Erhöhung der Zollposition abgelehnt. Sodann wird Lit. c. 2 nach der Vorlage mit dem Amendement v. Fürth angenommen. — Hierauf vertagte sich das Haus bis zum 9. Juni.
Marburg, 28. Mai. Cultusmintster Falk ist zur Elnweihungsfeier des neuen Universitätsgebäudes hier eingetroffen.
Berlin, 28. Mai. Der „Kreuz-Ztg." zufolge tritt das Kriegsgericht betreffs des „Großen Kurfürsten", welchem außer den bereits bekannten Mitgliedern die Generale v. Grolmann und Leszynski, sowie die Corvetten-Capitäne Ditmar und Treuenfeld nebst mehreren Martne-Ofstcteren unterer Charge angehören, am 4. Juni zusammen.
— Die Brausteuer - Commission des Reichstags lehnte den Zollsatz der Regierungsvorlage von 4 Mk. pro Hektoliter Malz ab und setzte den Zoll auf 2 Mk. fest.
— Die „Prov.-Corresp." tritt in einem längeren Artikel den Behauptungen der liberalen Preffe entgegen, daß der Wechsel im Präsidium des Reichstages einen Wendepunkt der gesammten Politik des deutschen Reiches beginne, und die freiheitsseindliche Haltung der Regierung sogar eine schwere Gefährdung der Stellung Deutschlands nach Außen erkennen laste. Die Correspondenz weist nach, daß der Wechsel im Präsidium sowohl wie die Art der Wtederbesetzung desselben lediglich durch freies Verhalten und politisch berechnetes Vorgehen gerade der liberalen Parteien herbeigeführt wurden.
Petersburg, 28. Mai. Vor dem Kriegsgerichte zu Kiew sand am 47. Mai der Proceß gegen den dem adeligen Stande angehörigen Walrian Ossinsky, Fräulein Sophie Herzseld und den ehemaligen Studenten Wolo- schinko wegen Bethetligung an einer gegen die Staatsordnung gerichteten Gesellschaft, Verbreitung von Schriften verbrecherischen Inhalts und Mordversuchs gegen Polizeibeamte statt. Ossinsky und Herzfeld wurden zum Tode durch Erschießen, Woloschinko zu zehnjähriger Zwangsarbeit verurtheilt.
— Der Unterrichtsminister erließ ein Rundschreiben an die Vorsteher verschiedener Lehrerkreise, wodurch diese angewiesen wurden, besonders vorsichtig in der Auswahl der Lehrer und Erzieher zu sein, um dem ruchlosen Gtnwirken der Propagandisten auf die Schuljugend entgegenzutreten; namentlich handle es sich darum, den Schülern der höheren Gymnasial- und Real- Masten die Sinnlosigkeit der nihilistischen Lehren klar zu machen.
Washington, 27. Mai. Der Congreß hat sich bis zum 10. Juni vertagt. — Der Gesetzentwurf über die Stlberausprägung ist der Finanz- Commission des Senats noch nicht überwiesen, sondern nur auf den Tisch des Hauses niedergelegt worden.
Marburg, 29. Mai. Zu Ehren des Cultusministers Dr. Falk veranstaltete die Studentenschaft gestern Abend einen Fackelzug. der gegen 500 Fackelträger zählte. Der Minister erwiderte auf das ihm dargebrachte Hoch der Studentenschaft: das Universitätsgebäude sei trefflich ausgeführt; er danke für die Beweise der Theilnahme der Studirenden. Die Marburger Universität möge eine Pflanzstätte der Wtffenschaft bleiben!
Rom, 28. Mai. Der Aetna ist in Eruption mit sehr starkem Stein- regen. Gestern war in Reggio Erdbeben zu verspüren.
Ragusa, 28. Mai. Da die Commission zur Feststellung der Grenzen Montenegros rücksichtlich der Abtretung einiger Ortschaften aus Widerstand von türkischer Sette stieß, so find die Commiffäre nach Skutari zurückgekehrr, um Instructionen ihrer Regierungen abzuwarten.
Petersburg, 28. Mat. Der Botschafter in Konstantinopel, Lobanow, verließ am 24. Mat Ltvadta und sollte gestern in Konstantinopel emtreffen. Der „Agence rufle" zufolge ist Lobanow zum Botschafter in London und der gegenwärtige Gesandte in Athen zum Botschafter in Konstantinopel designirt. Der Kaiser beabsichtigt am 5. Juni von Livadia über Warschau nach Berlin zu reisen.
Lokales.
Gießen. 29. Mai. Die nächste ordentliche Hauptversammlung des Gießener Turnvereins findet am Mittwoch den 11. Juni in der Restauration Schnell statt. — Da äußerst wichtige Gegenstände zur Berathung kommen wäre zahlreiche Betheiligung erwünscht.
— Heute Nacht wurde das große Schild am Wenzel'schen Garten total zertrümmert. Es gehörte mehr als viehische Gewalt dazu die Zerstörung desselben fertig zu bringen. Eine furchtbare Heldcnthat einem tobten Gegenstände gegenüber!
Vermischtes.
* Der deutsche Feuerwehr-Aussckuß hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß im Jahre • 88i- der XI. deutsche Feuerwehrtag in Dresden ohne Festlichkeiten abgehalten werden soll. Zutritt zum Feuerwehrtag hat jeder deutsche Feuerwehrmann, stimmberechtigt sind jedoch nur die Äusschußmitglieder und Abgeordneten der einzelnen Verbände; dieselben" können für je 50 im Verbände bestehende (einexercirte) Feuerwehren Einen Abgeordneten entsenden (unter 50
Feuerwehren werden für vollgezählt); die Regiekosten des deutschen Feuerwehrausschusies sollen durch die Verbände aufgebracht werden, In der Weise, daß dieselben für je 100 Feuerwehren 20 X bezahlen (unter 100 Feuerwehren werden für voll gezählt) kein Verband soll weniger als 20 X und keiner mehr als 150 X zahlen.
* Würzburg, 24. Mai. Der Proceß gegen Lieutenant v. Schenk, die Sergeanten Meder und Klinger so wie den Unterofficier Schleicher wegen Mißhandlung von Soldaten hat das peinlichste Aufsehen gemacht. Die geradezu grausamen und rohen Mißhandlungen, welche Lieutenant v. Schenk so lange Zeit hindurch, ohne daß die Aufmerksamkeit des höheren Militärkommandanten darauf gekommen wäre, gegen die Soldaten anwandte und durch seine Unterofsiciere anwenden ließ, geben denn doch mancherlei zu bedenken. Wir wollen es unS versagen, die empörenden Einzelheiten anzuführen, und nur das telegraphisch unvollständig gemeldete Resultat der Gerichtsverhandlung ergänzen. DaS Urthell lautete für Secondelieu- tenant Rudolf Schenk von Gebern auf zwei Jahre Festungshaft und Dienstentlassung; für den Sergeanten Klinger auf zwei Monat Gefängniß; für den Sergeanten Meder auf vier Monat Gefängniß und für den Unterofficier Schleicher auf 25 Tage Mittelarrest. Die Kosten wurden dem Staatsärar überbürdet.
Worms, 21. Mai. In der Generalversammlung der hiesigen Handwerkervereinigung zum Zwecke der Förderung gemeinsamer Jnteresien, speciell der besseren Pflege des Lehrlings» wesens, beschloß der Meisterausschuß, bei der nächsten Generalversammlung den Antrag zu stellen, die Zahl der Mitglieder des Mcisterausschusses in der Art zu vermehren, daß thunlichst alle Handwerkergruppen darin vertreten sind. Sobald die Frage deS LehrlingSwesens hier geregelt sein wird, dürfte es eine weitere Aufgabe der Handwerkervereinigung sein, über die Mittel und Wege nachzudenkell, die es ermöglichen, die Meisterwerdung auch so zu regeln, daß das Handwerk wieder vollkommen zu seinen Ehren gelangt. (W. Z.)
— Die „Allgemeine Ausstellung von Erzeugnissen der Kunst, Wiflenschaft und Industrie für die Jugend", welche vom 1. Juli bis 31. August d. I. in Dresden abgehalten wird, findet allseitig beifällige Aufnahme. Die Anmeldungen von Lehr- und Lernmitteln (physikalische Apparate, Bilder für den Anschauungs-Unterricht, Landkarten, Globen, Lehrmittel für Naturgeschichte, Rechnen, Geometrie, Geschichte, Schreib- und Zeichenutensilien, Lehrbücher für genannte und weitere Disciplinen, Jugendschriften, Fröbel'sche Kinderspiele rc.), Ausstattungsgegenstände für Schulen (z. B. Schulbänke, Schulwandtafeln, Lesemaschinen, Turnapparate rc.), musikalische Instrumente (Pianoforte, Harmoniums, Streich, und Blasinstrumente, Harmonikas rc.), Spiel- waaren aller Art, Artikel der gewerblichen Branchen i Kindermöbel, Kinderwäsche, Kinderkleider, Kinderwagen, Schuhwaaren, Porzellanwaaren für Kinder, Schulranzen und Taschen. Kinderbestecke, orthopädische Apparate rc.), gehen so zahlreich ein, daß bereits ein zweites Ausstellungsgebäude errichtet werden muß. Den vielen Anfragen aus der Schwei;, Oesterreich-Ungarn, England, Schweden, Niederlande rc., ob auch aus diesen Ländern Ausstellungsobjecte zulässig, zur Notiz, daß ihnen die Betheiligung laut Programm selbstverständlich gestattet ist. Die Ausstellung verspricht demnach eine überaus reichhaltige und instruktive zu werden, zumal auch die höchsten Behörden dem Unternehmen besondere Anerkennung zollen. Se. Maj. der König von Sachsen hat dem Somitd gnäbigst den an die Ausstellungsräume angrenzenden Priuz-Max- Park zur Disposition gestellt. Diejenigen Verleger und Fabrikanten, welche mit ihrer Anmeldung noch im Rückstände, sind noch daran zu erinnern, daß die AnmelvebogeÄ, welche gratis abgegeben werden, spätestens bis 8. Juni an die Direction, Herrn C. Heinze, Dresden, Ausstellungs- Comptoir Ostra-Allee 32 zur Einsendung gelangen müßen.
— Nach den „Münchener Nachrichten" soll das Feuer in dem unglücklichen Städtchen Tann von ruchloser Hand angelegt und schon vprher angedroht worden sein. „Auch bemerkten vor einiger Zeit mehrere von Schlitzenhausen nach Tann gehende Leute, daß auf einem der Meilensteine stand: „Tann wird bald brennen I" Ebenso war die Brunnenleitung zu dem auf dem Marktplatze im Mittelpunkt der Stadt stehenden Hauptbrunnen unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers verstopft, so daß im Anfang nicht hinreichend Master vorhanden war.
Stuttgart Die neue Setzmaschine im Etablissement des Herrn Eo. Hallberger entspricht, wie ein Korrespondent der „N.-Ztg." erfährt, nicht den gehegten Erwartungen. Man | kann dieselbe nur bei glattem Satz verwenden und dazu erfordert sie mindestens 4 Mann Bedienung, während 4 — 5 tüchtige Setzer in derselben Zeit das Gleiche leisten. ES wird daher von der Anschaffung weiterer derartiger Maschinen abgesehen werden.
— Unangenehme Begegnung. Vor Kurzem unternahmen die Fürstin Fürstenberg, der Prinz und der Forstmeister einen Jagdausflug in das Revier bei Lana (Tirol) Als die Herrschaften tiefer in das Dickicht eindrangen, stießen sie zufällig auf eine Rotte von Wildschützen, welche, anstatt die Flucht zu ergreifen, hinter einer Hecke sich pvstirten und gemüthlich ihre Büchsen auf die ankommenden Jäger anlegten, so daß diese sich zurückzuziehen für gut erkannten. In den umliegenden Ortschaften wurden noch in derselben Nacht Hausdurchsuchungen vorgenommen, wobei mehrere berüchtigte Wildschützen festgenommen und dem Bezirksgericht in Neu-Strasic eingeliefert wurden.
- 7— Die Lebensversicherungs- und Ersparnißbank in Stuttgart hat soeben ihren Abschluß pro 1878 ausgegeben. Diese Bank ist stets in gleich raschem Aufgang begriffen, wie denn im vergangenen Jahre nicht weniger als 4070 Anträge mit ca. 22 Millionen bei ihr eingereicht wurden. Der Dersicherungsstand hob sich in Folge sehr mäßigen Abgangs von 31,806 Pol. mit X 125,935,000 auf 33,903 Pol. mit X 138,736,000. Die Bank hat an Prämien allein X 4,725,500 eingenommen und ihre Gesammteinnahme berechnet sich auf X 5,827,700, wogegen sie an Verwaltungskosten noch nicht ganz 5l/zpCt der Einnahme aufgewendet hat. Die Sterblichkeit war sehr günstig, es traten nur 345 Sterbefälle ein; während 419 zu erwarten waren. Die angefallene Sterbesumme beträgt nicht viel über I Vr Millionen Mark. Die Prämienreserve incl. der Ueberträge stieg von 18% Millionen auf mehr als 2O3/4 Millionen Mark und für die Lebensversicherungsbranche wurde ein Ueberschuß von X 1,471,693—37,71 pCt. der Prämie erzielt und dadurch der Dividendenfonds der Lebensversicherten auf X 5,525,000 gesteigert Dieser Fond gelangt innerhalb 4% Jahren zur Vertheilung, und tm Jahre 1 «79 kommen davon X 998,699—37 pCt. der Prämie als Dividende an die Versicherten. Der gesammte pupillarisch sicher angelegte Bankfonds ist auf X 27,134,791 angewachsen.
* * Johann Hoffls EiscN'Malz Chocolade Von einer bekannten ärztlichen Autorität geht uns folgendes Schreiben zu, das wir wegen des allgemeinen Jntereffes der Blutleidenden gern veröffentlichen; es lautet:
„Das neue Product einer gewandten Technik, die vortreffliche Eisen-Malz-Chvcolade aus Johann Hoff's Malzpräparatenfabrik in Berlin, Neue Ailhelmsstraße 1, hat das schwierige Problem gelöst, ein coneentrirtes Nahrungsmittel von hohem Stickstoffgehalt und Nährwerth darzustellen, welches, in flüssiger Form genoffen, auf die Nerven anregend wirkt, die verlorenen Kräfte wieder herstellt und durch seinen Eisengehalt birect zur Blutbtldung beiträgt. War es schon ein glücklicher Gedanke der berühmten Firma Johann Hoff, den üblichen Stärkezusatz abzuschaffen und dafür das hygienisch so wirksame Malz eintreten zu lassen, so war es doch noch wichtiger ein Prävarat herzustellen, welches das für viele Kranke, die an Blutleere, Bleichsucht, Gelbsucht und deshalb auch an Entkräftung leiden, so wichtige Eisen in einer Form bietet, die für den Geschmack nicht empfindlich ist. Ja nochmehr! Während die gewöhnlichen Eisenpräparate, wie sie den Patienten geboten werden, entweder einen tintenartigen Geschmack haben oder doch die Verdauung nicht unerheblich genlren, wird hier das Eisen in vollständiger Lösung als feinschmeckende Chocolade geboten und ist mit dieser so innig chemisch verbunden, daß es durch die gebräuchlichen Rcagentien nicht einmal birect, sondern erst nach Zerstörung dieser Verbindung nachgewiesen werden kann. Es muß daher diese Bereicherung des Arzneischatzes als eine höchst glückliche Errungenschaft begrüßt werden."
* Der „Bayer. Sur." scheibt: „Wir haben aus der „Münchener Corresp." die Nachricht entnommen, daß der jugendliche Sohn eines höheren Officiers, des Obersten Frhrn. v. F. in Bamberg dreimal auf seinen Vater geschoffen habe und von diesem mit dem Säbel schwer verwundet worden, auch der Verletzung bereits erlegen sei. Von authentischer Seite wird uns nun mitgetheilt, daß die ganze Erzählung von Anfang bis zum Ende rein erfunden ist."
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 28. Mai. (Marktbericht.) Butter im Großen 1. Qual. X 1,20, 2. Qual. X 1,15, im Detail 1. Qual. X 1.35—40, 2. Qual. X 1,30, Handkäse das Pf. 50 H. Ganze Erbsen stellten sich per 100 Kilo auf X 18—23, geschälte Erbsen JL 23—27, Speisebohnen 20—26, Linsen 24—31 X Kartoffeln X 8—9 Es kostete Ochsenfleisch per Pfd. 60—10 Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 55—60 H, Hammelfleisch 50—65 H, Kalbfleisch 48—55 H, Schweinefleisch 65—70 H, Dörrfleisch — H, Schinken — H, ausgebeint — H bis — X, Fleischwurst 70—80 H, Hausmacher Leberwurst, Preßkopf, Schwartmagen, Zungenwurst 80—90 H, gewöhnliche Leber- und Blutwurst 55—60 H. Geflügel: Hahnen X 1,^0—2,50, Hübner X —, Enten X —, Poularden X 6-7, Tauben 50 H Gänse X 8—9, Eier das Hundert deutsche X 4,50, italienische X VO. Heu- und Strohmarkt war sehr gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner X 2 — 3,18. Stroh X 2—2.20.
Limburg, 28. Mai. (Fruchtmarkt.) Rother Wcizen X 17.90, Weißer Wetzen X — Korn X 11.80, Gerste X 9.30, Hafer X 7.—, Erbsen X —, Kartoffeln X — • (Durchschnittspreis pro Malter.)


