Lokales.
Gießen, 28. Juni. Wie unseren Lesern bekannt, haben die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 5. Juni beschlossen, zum Andenken der Goldenen Hochzeitsfeier Ihrer Katserl. Majestäten eine „Goldene Hochzeitsstiftung" zu errichten, wonach bedürftige Ehepaare, welche eine solche Feier begehen eine Unterstützung erhaltcn sollen. In unserem heutigen Blatte erläßt nun die Großh. Bürgermeisterei eine diesbezügliche Bekanntmachung, auf welche wir speciell verweisen.
— Gestern Abend nach 7 Uhr fiel ein ca. Zjahrigcs Kind, welches auf dem Stege des Lohmühlsbaches spielte in denselben und wäre sicherlich in dem dort stark strömenden Bache ertrunken, wenn nicht ein nach Hause gehender Arbeiter aus unserer Druckerei hinzugesprungen und das bereits bewußtlose Kind herausgezogen hätte.
Vermischtes.
P. Frankfurt a. M., den 27. Juni 1879. (Eisenbahn-Conferenz) Gestern fand in Cassel die zweite periodische Conferenz zwischen den Verwaltungen der Frankfurt- Bebraer, Nassauischen und Main-Weser-Bahn einerseits und den Handelskammern zu Cassel, Frankfurt a. M. (vertreten durch die Herren M. Bauer, Rudolph Leipp- ran d und Puls), Gießen (Präs. Homberg er), Halle, Hanau (Ca n tal), Mühlhausen i. Th., Nordhausen, Offenbach (Böhm), Wiesbaden (I. Söhnlein), dem landwirthschastlichen Verein in Birstein, dem ldw. Verein in Frankfurt a. M., dem Club der Landwirthe in Frankfurt a. M. (L. Bai st), dem Verein für Handel und Industrie in Bockenheim (Wurmbach), dem deutschen Brauerbund, dem Mittelrheinischen Fabrikanten-Verein tG. Dittmar), den Vereinen sächsischer Malzfabrikanten, mitteldeutscher Spiritus-Interessenten, für Rübenzucker-Industrie, der Mineralöl-Jndu- ftrie und für Bergbau u. s. w. in Siegen andererseits statt.
Den Vorsitz führte Hr. Geh. Negierungsrath Redlich.
Der Antrag, die Competenz der Conferenzen auf alle wichtigen Aenderungen im Eisenbahn-Verkehrswesen auszudehnen, fand einmüthige Annahme Seitens der Corpo- rationen. Insbesondere wurde geklagt über die mangelhafte Verbindung der Jnteressen- kreise mit dem Verkehrsausschuß, der aus die verschiedenen Eingaben keine Antwort von sich hören ließe. Unter Zustimmung der Directionen wurde der Antrag Frankfurts angenommen, daß Seitens des Vorsitzenden die Conferenz - Protokolle dem Verkehrsausschuß eingereicht werden und derselbe zu ersuchen ist, den Betheiligten über den Verlauf ihrer Eingaben Mittheilung zu machen. Es folgt nun die Berathung über den Wmterfahrplan. Es ist hieraus hervorzuheben, daß auf der Strecke zwischen Frankfurt und Göttingen die Züge 19 und 20 nur von Salmünster gefahren werden. Auf der Station Schlüchtern soll der Nachtschnellzug halten. Auf der Frankfurt- Berliner Strecke soll zwar der neu eingerichtete, um 12" Uhr hier abgehende Schnellzug über Nordhauscn bestehen bleiben, dagegen der 11" Uhr von Berlin abgehende Zug aufgehoben werden, weil es keine Frequenz hat. Es soll dafür eine andere zweckmäßige Verbindung hergestellt werden. Aus den von den Korporationen geäußerten Wünschen heben wir den Antrag Gießen hervor: es möge auch im Winter em Zug von Frankfurt in Gießen eintreffen, der sich an den ersten Zug der Oberhessischen Bahn um 7% Uhr anschließt. Ferner den Antrag Cassel's auf Einlegung eines Zuges von Eichenberg nach Cassel u. s. w. Der Antrag auf Einführung von Retourbillets nach Berlin wurde durch die Erklärung der Frankfurter Direktion erledigt, daß zum Besuch der Berliner Gewerbeausstellung monatlich einmal Retourbillets mit Stößiger Gültigkeit nach Berlin ausgegeben werden sollen. Diese Einrichtung soll eventuell auch künftig beibehalten werden. Ein Antrag von Birstein, den schulpflichtigen Kindern zwischen den Stationen Hanau, Schlüchtern, Hersfeld, Fulda die Fahrt in 3. Classe auf em Billet 4. Classe zu gestatten, ward von der Direction zur Erwägung genommen Wegen der Vermerke auf Frachtbriefen, welche von der Nassauischen Bahn noch ausgeschlossen sind, soll binnen 2 Monaten die Entscheidung des Tarifverbands erfolgen Die Motwirung Frankfurts, Filzhüte von den sperrigen Gütern auszuscheiden, soll von der Direetlon auf der demnächftlgen General-Conferenz mitgetheilt werden. Auf die Wünsche, bezüglich einheitlicher Abstempelung der Frachtbriefe erklärten die vertretenden Bahnen, daß auf den Staatsbahnen alle abgestempelten Frachtbriefe, auch wenn sie nicht von den am Ort befindlichen Verwaltungen, sondern von auswärtigen gestempelt sind, nicht ohne Weiteres zurückgewiesen werden, vielmehr nur bei Unrichtigkeiten des Textes. Der Antrag Frankfurts ward ferner angenommen, § 50, 8 des Betriebs- Reglements dahin abzuändern: Die von der einen deutschen Verwaltung gestempelten Frachtbriefe sind auch von den andern als gültig anzuerkennen. In Bezug auf die Krahngebuhren gab der Vorsitzende die Erklärung ab, daß in Zukunft 3 H pro 100 Kgr. berechnet werden sollen. Der von dem Mittelrhein. Fabrikanten-Verein gestellte Antrag, die Abrundung des Gewichts bei Stückgütern von 5 zu 5 Kgr. vvrznnehmen, eventuell unter 5 Kgr. nicht und über 10 Kgr. zu berechnen, fand einstimmige Annahme der Korporationen, von denen bewiesen wurde, daß aus der jetzt angewendeten Abrundung von 10 zu 10 Kgr. den einzelnen Geschäftsbräuchen bedeutende Opfer erwüchsen. Eine sehr lebhafte Debatte veranlaßte der von dem Bergbau und Hüttenverein in Siegen eingehend motioirte Antrag, die General-Reverse bei Beförderung von Gußwaaren aufzuheben. Schließlich wurde der Antrag Franksurt's angenommen: Die Versammlung erklärt es für drinacnd wünschenswerth, wenn eine Versicherungsmöglichkeit für Cisengußwaaren in der Weise angestrebt wird, daß gegen eine Erhöhung der Frachtsätze
ausgeschlossene Haftpflicht für Bruch übernehmen. Es folgten sodann weitere Verhandlungen über bie iarifirung von Erdfarben; ferner der wohl schlagenden Beispielen versehene Antrag, Cvcosnuß- und Palmkern-Oel in leit bem 1- Januar cr. eingerichteten See-Jmporttarif von Bremen und Harbura nach Franksnrt a. M. aufzunehmen. Auf den Wunsch Franksurt's, daß die allgemeinen Wagenladungssatze des Rttormtarns auch birect eingeführt werben zwischen Rotterdam und Frankfurt a M., Gießen, Hanau, bemerkte die Direction der Nassauischen Eisenbahn M WJer angen durch die im Werk befindliche Umrechnung d-r Tarik-"rMlt werde. Schließlich und nachdem die Herren Handelskammersecretär Puls für die Handelskammer Frankfurt und Rentamtmann Dittmar für den Mittelrbe n schen Fabrikanten-Vereln von der Versammlung zur Feststellung des Protocolls gewählt worden waren, beschlossen sammtliche Korporationen, das Reichseisenbahnamt resp den Handelsminmer zu ersuchen, 1) ihnen den neuen Eisenbahn-Gesetzentwurf zur Begutachtung zugehen zu lassen, 2) die Abänderung des S 50, 8 deS Betr.-Regl. anzuordnen
gestandenen Usus, wonach eine Beladung der Waggons von 200 Etr' Trng °h,gk-,t bis zu 205 Cft .statthaft mar, aufrecht zu »haften Di-HandNskamm-r mchuthecken'"^^ ödeten, diese Beschlüsse auszuarbeiten und den genannten Behörden
Auszug SUS den Stsn-essmtsregistern des Standesamts Gießen Vom 21. biß 26. Juni 1879.
Handel und Verkehr.
,.Ä Ließen, 28. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter Per Pfd. JL 0 80 0,90 Hühnereier, Per Stück 4‘/2 u. 5 H, Gänseeier, per Stück — Enteneier per ©tutf 5—6 H, Kaie per Stück 5—9 Käsemattc, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 20^
2 ß< 9A23 ^ben, be8 5aaT 65 Hühner, per Stück JL 1.25, alte H.bnen, per
^'^0' lunge Hahnen, per Stuck JL 0,90 Enten, per Stück JL 1,50, Kartoffeln, per 100 Kilo 9, Zwiebeln, per Centnrr JL -, Milch per Liter 16 u. 18 X Ochsenfleisck ?? unb Rindfleisch 56—60 H, Hammelfleisch 60—70 ,3, Schweinefleisch
56-60 Kalbfleisch 46—50 Kirschen per Pfd. 20—25
Anfgebote.
ö 7/ Maschinenbauer Wilhelm Karl Julius Konrad Martin Lang von Gießen
mit Katharine, Dorethea Schwalb, Tochter des verst. Dachbeckermeisters Christian Schwalb von Gießen ^.Heizer Philipp Frerich Christian Heinrich Sprengel zu Gießen mit Elisa- bcthe Johannette Mane Anna Falk, Tochter des Maurers Heinrich Christian Falk von Hunacn. 2o. Kaufmann Wilhelm Ludwig Hahn von Groß Buseck mit Elise Sehrt, Tochter bcs Fabrikanten Johannes Sehrt II. von Gründcrg. 26. Der Feldwebel im II. Gr. Hess. Inf. Rea Nr. 116. Heinrich Geist zu Gießen mit Marie Stiebelmg, Tochter des Gastwirths Ludwig Stiebcling von Gedern. 26. Metzger MoseL Löwenstein von Fronhausen mit Wittinc Sonn, Tochter des Handelsmanns Michel Sonn zu RöllShausen
__ Eheschließungen.
2d. «acker Karl Heinrich Kunze von Dresden mit Margarethe Neidenbach, Tochter des verstorbenen Taglobners Peter Neidenbach von Winsheim. 26. Tapezier Ludwig Stroh von Gießen mit Lina Schmidt, Tochter des Ackermanns Johann Friedrich Schmidt von Burkhardsfelden.
Geborene.
Ä , ?1. Juni. Dem Fuhrmann Philipp Deibel ein Sohn, ohne Vornamen. 18. Heinrich, Sohn des Buchbinders Konrad Steinhäuser. 21. Heinrich Karl, Sohn des Kaufmanns Karl Matthaus Cahn. 21. Johanna Katharine Elisabethe, Tochter dctz Fabrikarbeiters Heinrich Will. 25. Wilhelmine Sophie, Tochter des Kaufmanns Heinrich Emil Jughardt.
G e st o r b e n e.
~ , 2uni. Der Stunde alte Sohn des Fuhrmanns Philipp Deibel. 21. Katharine
Selzer geb. Mandler, 53 Jahr alt, Wittwe des LandbriefträgerS Johannes Selzer. 22 Fanny
(jcb. Leitel, 37 Jahr alt, Ehefrau des Professors Karl Pichler. 24. Margarethe ?"kmüller geb. emnon, 56 Jahr alt, Ehefrau des Schriftsetzers Daniel Georg Weißmüller. 25. Friedrich, 23 Tage alt, em außereheliches Kind von hier.
.... . .^uf unsere meOr.iacf) mündlich und in unserer letzten ©onntagönummer
ausgesprochene Bitte, uns bas Manuscript zu den Kirchenbuchs-AuSzügen etwas frühzeitiger zustellen lassen zu wollen, sind uns gestern die kirchlichen Nachrichten und heute der Auszug gar nicht zugekommen. Letzteren dürften die Leser wohl darum entbehren können, weil der Auszug aus den Standesamts-Registern überhaupt alle Personenstandsnachrichten vollständig bringt. Wenn wir überdies jetzt die be- treffenden Auszuge nicht mehr bringen, so unterlassen wir eben nur, was wir beim 3nSlebentreten be§ Standesamtes hätten unterlassen sollen, da in fast allen deutschen Städten die Kirchenbuchs-Auszüge als entbehrlich befunden und demnach roeggelaffen wurden. Für das fernere Fehlen der kirchlichen Nachrichten in unserem Blatte bitten roir das Publikum um Entschuldigung, da es nicht unsere Schuld ist, wenn solche von Interessenten vermißt werden. ' 1
Allgemeiner Anzeiger.
von Gg. v Gebauer juu. in Alsfeld.
569)
Suxkfiudc (te
(ffiemm 18re/?9 “ ^2 Techniker) für: Schlosier, Schmiede, Maschinenbauer, Tischler, Maler Bauhandwerker u. Bautechniker. - Mersterprüfungen. - Logirbäuser. — Baldigste Anmeldung ,um Wintersemester erforderlich. — Programme gratis durch den Director: Architekt Hltteekofer
Pianino s u. (laviere
Geschäfts Verlegung.
Meinen werthen Kunden und einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine Bäckerei in das Plank'sche Haus
CTeustadt D, 57
verlegt habe und bitte ich das seither mir geschenkte Vertrauen, auch in meinem neuen Locale zu bewahren. Achtungsvoll
4968J_________Ludwig' Kroneber^.
Gartenbau-Gesellschaft in Frankfurt a. M.
Große Rosen-, Blumen- u. Pflunren- Ausstellung
des Verbands Rheinischer Gartenbau-Vereine (4345 vom 4. bis 8. Juli
in den Räumen des ehmalige» Bundespalais
Eröffnunn: Fr-i,a« 4. Juli, Mtttags 12 Ul». - @intritt<Spreife: Freitag 4. Juli
. Samstag o. JL 1.—, Sonntag 6. 30 Montag 7 30 v, Dienstoa 8 30 4 Kinder die Hälfte. - Mitglieder der Rhein. Gartenbau-Vereine baden gegen Vorzeigung ihrer Mitglrederkarten freien Zutritt. (jj 614791
^eanffuit a, M„ im Juni 187!).Die Verwaltung.'
§ Der vorgerückten Saison wegen verkaufe ich die noch M vorräthigen diesjährigen
| Svmmcr Buckskin, Damen- % « Kleiderstoffe, Cattune re. | K zu Selbstkostenpreisen. g
» Aeltcre aber noch courante Sachen bedentend unter Ä » den Selbstkostenpreisen, franz. Grenadine zur Hälfte jS derselben. »
5 4354) Heiiir. Raess. |
Hocfc’sche Motoren,
stationär oder locomobil.
Cokes verbrauch 2 Kilo (3 bis 4 Pfennige) stündlich pro Pferdekraft. Absolute Gefahrlosigkeit 1 kein Wasser, kein Dampf, kein geprüfter Heizer, keine besondere Wartung, keine behördliche Concession.
* Stärke 1 bis 4 Pferdekraft.
3835) Prospecte gratis.
Maschinenfabrik von Julius Hock & Co., Wien, Landstrasse, Hauptstrasse 109.


