Rechen ausgestellt.
— Se. Maj. der Kaiser hat, um sich bei der fortdauernden ungünstigen Witterung nicht einer Erkältung auszusetzm, den gestrigen Hosball nicht besucht und auch der heutigen Trauerseter zu Ehren des verstorbenen Felomarschalls
Gießen, 27. Februar. Feivel (Pöschel's Brauerei) die aus Stadr und Kreis Gießen.
Lokales.
Am Dienstag Abend vereinigte sich in der Restauration Petitions Commission der Cigarren- und Tabakarbeiter In dieser Versammlung wurde beschloflen, nachstehende Wahlkreises, Freiherrn v. Rabenau, zu richten- Die
Abschluß dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher die Bildung von Altersoerwrgungs- und Javaliven-K.ffen auf Grund freiwilliger genoffen- schaftlicher Tveilnah ne für sämmiliche Berufsklaffen ermöglicht und fördert.
Gießen und Umgebung an den Herrn Reichstagsabgeord- zur Rabenau, Hochwohlgeboren Berlin. Bei einer
Adresse an den Vertreter unseres Cigarren- und Tabakarbeiter von neten Freiherr von Nordeck o-- .. - - - „ • - _ _ ,
früheren Besprechung der Tabaksteuerfrage äußerte sich Freiherr von Stauffenberg tote folgt: „Der Staat hat das Gemeinwohl zu befördern, verhüten wir Jnterefsenkämpfe, verhüten wir, daß eine Partei die andere verkauft." Dank den regelmäßig wieverkehrenven Steuerexperimenten ist in unserer Industrie durch den natürlichen: Trieb der Selbsterhaltung ein wahrer Vernichtungskampf eingetreten. Bremen und Hamburg kämpfen gegen den inländischen Tabaksbau, Tabak- gegen Cigarrenindustrie, Groß- gegen Kleinhändler u. s. w., es ist eine allgemeine Aufregung, ein Unwille bei den Interessenten hervorgerufen, den auch wir aufs bitterste empfinden. Ew. Hochwohlgeboren ist es wohl bekannt, daß in den letzten Kriegen der Tabak keine kleine Rolle gespielt hat; den Soldaten gewahrte der Tabak oft mehr Genuß und Erholung, als Speise und Trank. Unsere Brüder gedachten, wahrend sie den Tabak oder die Cigarren rauchten, der Familie in der Heimatb, der Tabak stärkte sie zu neuem Muth und behaupten wir, daß an unseren Siegen der Tabak auch seinen Antherl hat. Warum soll nun dem deutschen Volke ein Genuß verkümmert werden, auf den es einen gerechten Anspruch hat; ein Genuß, dessen sich unsere Vorfahren seit langen Jahren erfreuten. In der Tabaksteuerfrage halten auch wir uns berechtigt, ein Wort mitzureven. Wir find so gut Staatsbürger, wir die Fabrikanten und Händler. Ew. Hochwohlgeboren find mit den Verhältnissen der Landesbevölkerung genügend bekannt und wissen, daß wir von der Tabaksindustrie leben, daß wir uns durch unsere Sparpfennige ein Stück Land erworben haben, worauf wir unser Brod ziehen. Dies reicht jedoch zu unterem Lebensunterhalte nicht hin und sind wir auf den Wochenlohn angewiesen, um uns zu kleiden und unsere Familien zu ernähren. Leider sind wir durch die schlechten Zeiten schon sehr gekürzt worden, die Cigarrenfabrikation hat hin sehr abgenommen, die Löhne haben sich verschlechtert und wenn die Fabrikanten ungünstige Geschäft erzielen, so haben wir darunter zunächst zu leiden. Nach unserer Meinung und festen Ueberzeugung wird das Geschäft für uns immer schlechter, wenn der Tabak durch die Steuer vertheuert wird, der Tabak ist kein zum Leben nothwendiger Artikel. Wird der Tabak theurer und schlechter, so rindet er immer weniger Abnehmer, die Fabrikation wird immer mehr tn Abnahme kommen, LÄwei unb tönnen ein anderes Geschäft nicht mehr erlernen. Die Spemiation hat e unwahre Behauptung aufgestellt, daß der Tabak einen höheren Zoll vertragen onne. wenn bk Zollerhöhung eintreten würde, würde der^Consurn m Tabak namentlich.bei Leuten sich
bedeutend verringern und ist es dann auch nicht möglich, daß der Zollsackel wie seither gefüllt wird! Wir bitten daher Ew. Hochwoblgeboren zur Erhaltung unseres Lebens-Unterhaltes gegen jede Tabaksteuererhöhung zu stimmen. = ßnmH-P
Gießen, den 25. Februar 1879. DaS Tabaksteuer
- Gestern Abend gegen 10 Uhr brach im benachbarten Dorfe Steinbach Feuer aus, und wurden durch dasselbe zwei Scheunen und Stallung zerstört. Das Feuer schien zu Anfang eine sehr bedenkliche Wendung zu nehmen, wurde aber durch rasches und energisches Angreifer unterstützt durch günstige Windrichtung, auf obige zwei Gebäude beschränkt. Von fremven HülfsmannschaftenOgriffen thätig ein: die Spritzenmannschaften von Albach, Garbenteich, sow e die iunae frei» Teuerwehr zu Lich, welche gestern Abend ihre erste Feuerprobe bestand. Die hiesige freiwillige Feuerwehr wurde erst kurz vor 12 Uhr alarmirt und traf auf der Brandstelle ein, Nachdem das Feuer bereits bewältigt war. Der „Landgraf mit Begleitung kam erst nach 3 Uhr in Steinbach an und dürfte solches für die Folge nicht wieder Vorkommen.
Zwei Studenten, welche heute Nacht trotz mehrfacher Aufforderung Seitens Comm,- litonen und der Schutzmannschaft sich fortgesetzt exeessiv und beleidigend gegen letztere verhielten, mußten in das bekannte Hotel in der Bachgasse verbracht werden.
- Nach Bewältigung des Feuers heute Nacht holzten sich Mannschaften von zwer Nachbargemeinden vor dem Orte Steinbach gründlich durch.
Telegraphische Depeschen.
BSagner'S telegr. Eorrespondenz-Bureau.
Berlin, 26. Februar. Reichstag. Zunächst steht auf der Tagesordnung die Jnter- vellation v Hertling über Ausdehnung des Haftpflichtgesetzes auf sammtliche mit Lebensgefahr verbundene Gewerbebetriebe bezüglich Regelung der Haftpflicht des Unternehmers. Interpellant stellt an die Regierung die Anfrage, ob dem Reichstage noch in dieser Session eine bezügliche Vorlage gemacht werden soll. Minister Hofmann erklärt, ein formeller Anlaß zum Vorgehen in der Richtung der Interpellation liege für die Regierungen nicht vor. Eine Enquete bezüglich der Revision des Haftpflichtgesetzes erscheine überdies unthunlich, da den Unternehmern bezüglich Ertheilung von Auskunft eine Verpflichtung nicht auferlegt werden könne, auch der erforderliche Zeit- und Kostenaufwand nicht den etwa zu erzielenden Resultaten entsprechen möchte. Die Reichsregierung werde bestrebt bleiben, die Arbeiter vor Schaden zu ichützen. Eine Aenderung der Bestimmungen über die Beweislast könne nur mit größter Vorsicht behandelt werden; ein Bedürfniß hierzu könne die Regierung nicht anerkennen. Die Reichsregierung wolle nur auf die Schwierigkeiten Hinweisen, denen sie bei Abänderung des Gesetzes seitens der verbündeten Regierungen gegenüberstehe. Die Regierung wende der correeten Ausführung des Laftvstichtgesetzes großes Interesse zu, könne aber eine Vorlage bezüglich seiner Erweiterung nicht in Aussicht stellen. - Es folgt nunmehr eine Besprechung der Interpellation.
Bebel meint, die Zurückhaltung der Regierung rühre davon her, daß der Staat als arößter Arbeitgeber die Erweiterung d-r Haftpflicht fürchte. Redner wünscht die Einrichtung von Arbeiterversicherungskassen durch den Staat, v. Goßler bekämpft Vie Ausführungen Bebel s und des Interpellanten. Löwe (Berlin) spricht im Sinne der Interpellation. Minister Hofmann bemerkt gegenüber einer Aeußerung Löwe's: er (Hofmann) habe in dem Anträge Stumm einen Weg gesehen, durch Altersversorgungs- und Jnvaliden-Kassen die Arbeiter subsidiär gegen die Folgen von Unfällen zu schützen, verwahre sich aber dagegen, daß er dem Anträge Stumm in der gegebenen Form zufiimme und daß die geforderten Kassen obligatorisch seien. Hammacher äußert sich i« Sinne der Interpellation. Nachdem noch Franz gesprochen, wird die Debatte geschlossen und die Sitzung vertagt. Morgen Berathung des Antrags Stumm.
H _ Die elsäßischen autonomistischen Reichstags - Abgeordneten unterhandeln mit den Fraktionen des Reichstags über einen Antrag, betr. die Constituirung Elsaß Lothringens als selbstständiger im Lande selbst regierter Bundesstaat. Der Antrag wird im Allgemeinen dahin aeben der Reichstag möge den Reichskanzler ersuchen, die definitive Constituirung des Reichslandes als selbstständigen Bundesgliedes wie die übrigen Bundesstaaten mit eigener Vertretung im Bundesrathe in's Auge zu fassen.
Berlin, 26. Februar. Der kirchlichen Trauerfeier für den Feldmar- fchall Giafen Roon wohnten Ihre Maj. die Kaiserin, der Kronprinz, sämmt- liche Prinzen des königl. Hauses und alle hier anwesenden Osficiere der Armee und Marine bei. Die zur Trauerparade commandirten Truppen nebst Mustk- Corps waren mit florumhüllten Fahnen und Standarden zwischen dem Museum und königl. Schlosse im Lustgarten aufgestellt. Als kurz nach 12 Uhr von der Garnisonkirche der Leichenzug sich näherte, der von einer ambulanten Trup- penchaine. welcher die Leidtragenden folgten, umgeben war, schlugen alle Mustk- Corps der Trauerparade den Trauecmarsch und setzten sich unter den Klä »gen des Chorals „Jesus, meine Zuversicht" dem Sarge voraus über den Schloßplatz und die Breite Straße nach dem Görlttzer Bchnhof in Bewegung. In allen Straßen, welche der Zug pasflrte, war das Publikum tn dichtgedrängten
Vermischtes.
(Steinbad), 26. Februar. Heute Abend gegen 10 Uhr brach in den Scheunen des Johannes Heinrich Gerhardt und Heinrich Horn VII. dahier ein größerer Brand aus der jedoch glücklicherweise, Dank d-r Thätigkeit bet einheimischen unb von auswärts herbei- aeellten Löschmannschaften, keine größere Ausdehnung annahm.
Tevlitz 24. Februar. Das Prager Tageblatt schreibt: Nach ber allgemeinen Anschauung ist bk Schulb an bem Unglück ganz allein ber Nachlässigkeit d-r B-rgbeamtenunb manaelbaften Beaufsichtigung Seilens ber Bergbehorbe zuzuschreiben. Wie f-fiil-st-llt ist, £X?k?t Voniten bie öexgteule im Döllinger-Schacht in warmem Wasser gebabet. Em IXann 25 »Äw 8«ner mu-d- fW M sttelfi?" 'MBS ”-”i. Ä?
neleat unb bas Wasser nöthigenfalls durch em Pumpwerk gehoben werden. Auch wurde be- fdiloffen ein Ansuchen an die Regierung um finanzielle Unterstützung zu richten, da die
— (Zweiundsiebzig Diebe freigesprochen.) .2" der russischm Bezirksstadt Woltsckansk standen, wie von dort bem Petersburger ^owoj-Wremja en wir»,
wir zu biesem Mittel." . . . Der Ricbter sprach alle 72 Diebe frei.
entfallen. Das fehlende Glied Wetzlar-Coblenz wird durch die bereits in staatlichem Besitz befindliche Lahnbahn gebildet.
- Sr. Maj-stäl Sü,iff „Prinz Ädalbert" - an B°>d S. Königl. Hoheit Prinz Heinrich — ist einer telegraphischen Nachricht zufolge am 21. d., Nachmittags, in Lima glücklich vor Anker gegangen.
Irankreich.
DariS 24 Februar. Die Ueberichwemmungen, welche neuerdings im Süden Frankreichs wüchen, bringen auf's Neue die Noihwendigkeil ungeköderter Einfuhren in Erinnerung. Di- Erndten in d-n Jaüren 1877 u..1878 finb beult* schlecht gewesen; die Erndte drs Jahres 1879 wrrd vtellercht hinter d ni beiden noch zurückbleiben, wenn die U-b-rschwemmungen nicht bald ein Ende nehmen Trotzdem ist der Preis des Gerre.des tn diesen schlechten Jahren eher zurückgegangen, als gestiegen, und heute ist er noch lange nicht aut der Löhe von 1850. Die Ursache dieser Erscheinung liegt in der massen- ba ten Einführung der C-reali-n, welche im vergangenen Jakre sich auf den Werth »on 450 Will. Frcs. belief. Es ist dies die größte E nsuhrsumme, die Lnkreich bis jetzt erlebte. In den fchtechten Jahren 1846 unb 1847, als bte Roth übergroß war, erreichte die Einfuhr zusammen nicht die Höhe von 300 MU. Frcs. Das Argument ist für die Freihändler sehr günstig. Wenn in den Jahren 1847 und 1856 das Hectoliter Getreide 30 Frcs. kostete, jetzt aber nur 22 Frcs., ,o darf man keinen Augenblick zögern, dieses Ergebniß der freien Einfuhr zuzuschretben.
Rußland.
Charkow, 24. Februar. Der Zustand des Gouverneurs, Fürsten Krapotktn, ist boffnungslos.
Grafen Roon nicht betgewohnt.
Petersburg, 26. Februar. Der „Regierungsbote" veröffentlicht den Wortlaut des ratificirten russisch-türkischen Friedenstraktais. — Der Minister des Innern hat verfügt, daß dem Journal „Golos" wegen Verbreitung falscher übertriebener Nachrichten über die Pest der Straßenverkauf entzogen wird.
London, 26. Februar. Prinz Louis Nrpoleon reist morgen nach Natal ab, um den Feldzug gegen die Zulu-Kaffern mitzumachen. Er wird, wie verlautet, dem englischen Arttllerie-Srabe attachirt werden.
Petersburg, 26. Februar. Der „Regierungsbote" meldet: Gestern Erschien in der Muhailoff'schen Klinik des Prof. Botkin ein Bauer Namens Prokoffjeff mit einem leichten Anfall der Astrachanffchen Krankoeit. Der Kranke hat Beulen unter den Achselhöhlen und ziemlich bedeutenden Fieber- zustand. Die Abtheilung, in welcher der Kranke sich befindet, ist streng tsolirt. 48 Personen, mit denen Prokoffjeff zusammen wohnte, sind außerhalb Peters- burgs tn einem Observationslocal auf 42 Tage internirt, deren Sachen theils desinfictrt, theils verbrannt wurden. Das Haus, in welchem Prokoffjeff als Hausknecht diente, ist destnficirt, alle Bewohner desselben sind In eine andere Wohnung übergeführt worden. Ueber den Zustand Prokoffjeff's wird täglich officiell bt'ichtet werden.
Berlin, 26. Februar. Die Tarif-Commission beschloß heute über E'senzölle und zwar 50 Zoll pr. Ctr. Roheisen, i JL pro Str. Schienen- Eisen, li/2 v4L pro Ctr. Stabeisen. — Im Reichstage beantragt Günther zu dem Anträge Stumm: den Reichskanzler zu ersuchen, unverzüglich die durch die Resolution vom Jahre 1876 geforderten Erhebungen über eine Krankheits-, Und Nack) bCTCn
DaS Eisen als Blutbilder im Dienste der Medici«.
überdies heftige Magen- unv -öeroau u milchsaures und salzsaures Elsen bebtent
kennen gelernt haben. — -^:^^^^.s^»^varate und deren Wirkungen aus
fdWtlicbe ®ebuction über d,- °° ^-°-n-n^s°npr^ar°N unv^ unt»$6ar;
LkL" "AL? LS
r'täääb Re» x « “
Handel und Verkehr.
Limburg, -».Februar. (Fruchtmark..) Siotto JL
jC —, Korn JL 10.70, Gerste Jü 9.30, Hafer JL 6—, Erbsen JL —, Kartoffeln Durchschnittspreis pro Malter.)


