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Lokales.

Gieren, 26. Septbr. Wie uns mitgetheilt wird, hat Großh. Ministerium die Reorga­nisation der höheren Mädchenschule, wie solche vom Stadt- und Schulvorstande beantragt worden, genehmigt.

Vermischtes.

Friedberg, 22. September. Die weiteren Ausgrabungen auf sder Capersburg ergaben eine Ausdehnung der friedlichen Niederlassung hinter dem Castelle in westlicher Richtung von 250 Meter Länge von der porta decumana aus, ohne das Ende erreicht zu haben. 75 Meter nördlich von dem äußerst verfolgten Punkte befindet sich eine Quelle, welche in den trockensten Jahren nicht versiegen soll. Im Castelle wurden wiederum sehr ausgedehnte Mauer- refte aufgefunden. Die hauptsächlichsten sind diejenigen, welche unweit der beiden Linien her­laufen, welche von ver porta principalie dextra zur porta principalis sinistra und von der porta praetoria zur porta decumana führen. In der Nähe des Kreuzungspunktes stieß man auf ein Gemach mit sehr ansehnlichem Mauerwerke. Leider konnte dasselbe nicht weiter verfolgt werden. Sine erneute Aufrichtung scheint hier auf beinahe vollständig vernichteten Gebäuden stattgebabt zu haben. Die erste Ausmauerung ist sorgfältiger ausgeführt als die zweite. Noch liegen Thonplatten in dem alten Gemache, in welchem sich eine gut erhaltene Lanze fand. Das Gebäude vor dem Castelle wurde einer stets sorgfältigeren Untersuchung unterworfen und der Eingang in dasselbe von der Seite, welche dem Castelle zunächst war, aufgedeckt. Leider ist die eine Seite des ungefähr 1,3" breiten Einganges zur Gewinnung der guten Hausteine auSgebrochen. Dor dem Eingänge befand sich ein dem Eingänge gleich breiter und 3,38 langer geplätteter Vorplatz. Der ursprüngliche Auftrittstein ist sehr ausgetreten, vielleicht weil er sehr weich war, und ist diesem Mißstände durch eine aufgemauerte Auflage neuer Steine abgeholfen worden. Der innere Raum des 7,00 langen und 3,89 breiten Gemaches ist großentheils mit rohen Quarzttplatten und theilwetse mit rothen Sandsteinplatten belegt. Ob dieser Raum mit Hypokaustum versehen, konnte nicht ermittelt werden, weil man den Fußboden hätte aufbrechen muffen. In diesem Gemache fand sich recht« vom Eingänge ein großer gehauener Sandstein, in welchen eine schmale Vertiefung etngrlasien war. Ein fast gleicher fand sich im vorigen Sommer im Praetorium und baben dieselben wahrscheinlich zum Aufstellen von Statuen ge­dient. Aus diesem ersten Gemache gelangt man links durch einen 1 30 breiten Eingang in ein zweites 5,95 langes und 4,95 breites mit Hypokaustum versehenes Gemach: aus diesem durch einen 1,15 breiten Eingang in ein drittes Gemach, aus welchem man in ein viertes und aus diesem in ein fünftes und sechstes, an welch' letztes sich eine Concha (halbrunder Vorsprung) lehnt. Aus dem sechsten Gemache gelangt man in ein siebentes Neben dem ersten Gemache befindet sich recht- als achtes Gemach ein Badezimmer und ist daß eigentliche Badegemach in ein anderes nur unbedeutend größeres Gemach eingesetzt. Es scheint das zuerst gefertigte als Badegemach entweder zu groß und dadurch die Anfüüung mit Wasier zu beschwerlich, vielleicht auch die Erwärmung der großen Wassermcnge zu zeitraubend oder die Wände nicht wasierdicht gewesen zu sein. Der Abfluß geht noch durch ein Bletrohr in das Innere des Gebäudes. 1 Der Abfluß aus dem umschließenden oder ursprünglichen Gemache geht zwischen der einen ein- '

gesetzten und der ursprünglichen Wand, d. L in ver nordwestlichen Ecke des uriprünglichen Ge- maches nach Außen. Einen Zusammenhang des Ausflußes aus der Bleirühre, welche innen und außen umgekrämpt, konnte man nicht ermitteln. Es scheinen hier Steine ausgebrochen zu ein. In der Concha »st der Estrich, trotzdem er fast zu Tage gelegen, noch gut erhalten, wie auch die darunter befindlichen Hypokaustenjäulchen. Jntereffant ist noch ein an den Kanten glatt und in der Mitte rauh vorstehend gehauener Sandstein, wie solche zur Herstellung von Rusticamauern verwendet werden. Er befindet sich im Innern des als sechstes genannten Ge­maches. Eine erhaltene Kalkmasse nahe am Gebäude zeigt uns die Form eines damaligen aus Brettern gefertigten Behälters. In der Nähe dcS Baue^ entspringt eine Quelle, zu welcher ein mit Steinen gelegter Weg vom Polgraben und ein zweiter parallel dem Polgraben führt. ~ ' aufeinander lagernden Steinen zu urtheilen, überdacht gewesen

(D. Z'g.)

Mainz, 22. Septbr. Das geheimnißvolle Verbrechen bezüglich der von hier nach Basel abgesendeten Kinbesleiche ist nunmehr, Dank der Thätigkeit der Polizeiorgane von Mainz und Wiesbaden, enthüllt. Die Mörderin des Kindes, eine Näherin Namens Clara Wenzel, ist am Samstag in Frankfurt am Main verhaftet worden, liebet die Umstände erfahren wir Folgendes: Als das Verbrechen zur Kenntniß unserer Polizeibehörde gelangte, setzte diese alle Hebel in Bewegung, um dem Mord auf die Spur zu kommen. Durch eine Reihe verketteter Umstände wurde ermittelt, daß vor einiger Zeit ein Frauenzimmer mittelst der Nassauischen Bahn hier eingetroffen war, welche« sich im Besitz der betr. Kiste, in welcher die Leiche lag, befand. Mit einem Kasteler Droschkenkutscher war das Frauenzimmer hierhergefahren und hatte in einem hiesigen Hotel Absteigequartier genommen. Die Nacht blieb das Mädchen in dem Hotel und erst am anderen Morgen gab dasselbe den Koffer an eine Frau Wenzel nach Basel auf. Sofort nachdem dies geschehen, begab sich das Frauenzimmer zur Bahn und fuhr zu einer in Frankfurt wohnenden Schwester, um dorten den Erfolg ihres Schrittes abzuwarten. Diese Einzelbeiten kamen nun zur Kenntniß der Polizei und führten schließlich zur Verhaftung des Mädchens, welches früher längere Zeit in Wiesbaden als Näherin beschäftigt war. Da der Mord in Frankfurt begangen wurde, so wird sich auch die Verbrecherin vor den dortigen Gerichten zu verantworten haben.

(Fortschritte der Lebensversicherung in Deutschland.) AuS einer kürzlich tmBremer Handelsblatt" veröffentlichten eingehenden statistischen Arbeit entnehmen wir, daß den gegen­wärtig bestehenden 49 deutschen Lebensversickerungsanstalten, von denen 35 im deutschen Reiche, 12 in Deutsch-Oesterreich und 2 in der deutschen Schweiz ihren Sitz haben, im Jahre 1878 wieder 77,128 Personen neu beigctreten sind und damit ihren Angehörigen Erbschaften im Be­trage von 269,618,187 Jt begründet haben. Im Ganzen waren am Schluffe des vorigen Jabres bet den gedachten 49 Anstalten 775,771 Personen mit zusammen 2,428,367,947 versichert, wovon auf die älteste und größte Anstalt, auf die Lebensversicherungsbank für Deutsch­land in Gotha, 347,119,300 JL, auf dieGermania" in Stettin 203,647,203 JL, auf die Leipziger Lebensversicherungsgesellschaft 137,670,350 JL, auf dieConcordia" in Cöln 136,142,785 Jt, auf die Stuttgarter Lebensversicherungs- und Ersparnißbank 133,840,063 ^L, auf die Lübecker Gesellschaft 111,509,356 JL entfielen. Bet den ebengenannten 6 größten deutschen Lebensversicherungsanstalten war somit zusammen mehr al« eine Milliarde Mark versichert.

Nach Abzug der Sterbefälle und sonstigen Abgänge ergab sich bei den sämmtlichen 49 Anstalten im vorigen Jahre eine reine Zunahme des Versicherungsbestandes um 92,413,210 JL Den stärksten An'thetl an diesem Remzuwachs hatte vie Gothaer Lebensvcrsicherungsbank mit 19,107,500 ihr zunächst stehen die Stuttgarter Lebensversicherungs- und Ersparnißbank mit 12,787,464 JL, die Carlsruher DersorgungSanstalt mit 11,940,549 und die Leipziger Lebensversicherungsgesellschaft mit 8,672,450

Für gestorbene Versicherte wurden im Laufe des vorigen Jahres 35,327,789 JL anfällig, gewiß eine beträchtliche Summe, durch deren Auszahlung unzweifelhaft Tausenden von Wittwen und Waisen das Fortkommen nach dem Tode ihrer Ernährer erleichtert worden ist.

Darf ein Wagenführer einen Hund, der ihm in den Weg kommt, vorsätzlich über, fahren, oder muß er, fall- es möglich, dem Thiere ausbiegen? Diese Frage ist in Dem nach­stehenden, für alle Kutscher intereffanten Falle kürzlich in Berlin gerichtlich entschieden worden. Auf dem Fahrdamm biffen sich ein Affenplnscker und ein Pudel und achteten bei dieser Zer­streuung nicht auf herankommende Fuhrwerke. Eine fein gekleidete Dame, die Eigenthümerin des Pinschers, die sich vergeblich bemüht hatte, die ineinander verbiffenen Thiere zu trennen, winkte einem Kutscher auf wenigstens 25 Schritte zu und bat laut, um die Thiere herum­zufahren. Der Kutscher fuhr aber mit den Worten:Ach wat, ick fahre blos Menschen aus'n Wege!" mit einem gewissen Behagen über die balgenden Hunde hinweg und zermalmte den Pinscher buchstäblich. Der rohe Patron entging mit Mühe einer Lynchjustiz von Seiten des entrüsteten Publikums, wurde aber von der Dame ermittelt und bei der Staatsanwaltschaft denuncirt. Das Gericht hat die Vorsätzlichkeit des Ueberfahrens sowohl durch die Aeußerung, als auch dadurch als festgestellt erachtet, daß mehrere Zeugen bekundeten, der Angeklagte habe ohne Zeitverlust an den Thieren vorübcrfahrcn können, sei aber lachend darüber hinweggefahren, und Ihn in Anbetracht der Rohheit zu 3 Wochen Gefängntß verurtheilt.

DieNewyorker Staatszeitung" bringt die Notiz, daß ein Herr, der gern rohe Eier zum Frühstück, in dem Dotter eines durchaus klar und frttch aussehenden Eies einen abge« sonderten dunklen Fleck von der Größe etwa einer Linse schwimmen sah, der sich unter fünfzig- facher Vergrößerung als ein bandwurmartigeS Wesen erkennen ließ. Nach sofort angcstellter Untersuchung hielt Dr. Dörner, der Director des Newyorker AquariumS, die Erscheinung für ein wirkliches, zur Ordnung der Saugwürmer und Tremadoten gehöriges Thier, und er spricht die Ansicht aus, daß es nicht unwahrscheinlich sei, daß de, Genuß derartiger Eier irgend welche krankhafte Erscheinungen bei Menschen Hervorrufe. DieNatur", welche diese Mittheilung bringt, fügt hinzu, daß das Vorhandensein von Würmern in Hühnereien schon öfter beobachtet worden sei, daß selbige zu der Gatttung der Distomata (Gattung der Plattwürmer) gehörten, welche in dem Darmkanale der Hühner als Distomata ovata vorkämen. Der Fall mahnt daran, bei dem Genuffe von Hühnereiern vorsichtiger zu sein und diese lieber gekocht, als roh -u effen. ,

(Sie hielten einander die Treue.) Das war im Jahre 1852, da wohnte in der Rosenthalerstraße in Berlin ein wohlhabender Gelbgießcrmelster, der hatte ein einziges Töch­terlein, schön und Heb, mit dem Namen Gretchen. Und er hatte auch einen Gehilfen, geichlckt und bübsch, aber arm. Der 22jährlge Gehilfe liebte da- 18jährige Mädchen und dieses jenen. Der Gelbgießer hatte höhere Pläne mit seinem Kinde und wies den unbemittelten Bewerber ab. Der ging in die Fremde; zuerst als holländischer Soldat nach Batavia, dann weiter und immer weiter, ein Vierteljahrhundert mit dem Leben und häufig um seine Existenz ringend, bi« er eS endlich in Peru zu einem festen Wohlstände und einem reichen Landbesitze brachte. Inzwischen hat sich auck in der Berliner Gclbgießerfamilie viel geändert. 27 Jahre sind eine lange Zeit. Vater und Mutter sind tobt, Gretchen sitzt seit Jahren an der Nähmaschine und erarbeitet sich ihr karges tägliches Brot. Sie steht im Herbste des LebenS, aber sie hielt dem verschollenen Geliebten die Treue. Da am letztverfloffenen Sonntag spielte sich in Gretchens ein­samem Zimmer in der Auguststraße eine Scene ab, die häufig durch Lachen und Weinen untn- brochen wurde. Die alte Jungfer ruhte da schluchzend in den Armen des Mannes, der ihr Treue gelobt und gehalten und der fern über's Meer gekommen war, um die Geliebte sich za holen in feine neue Heimatb und nach Kräften ihr zu vergelten die Liebe, die sie ihm so trru bewahrt. Und nun gehen sie auf's Standesamt.

Berlin, lieber einen Fall von Blutvergiftung geht un« soeben Mittheilung zu. Der in dem Tr.'schen Geschäft in der Pallisadenstraße beschäftigte Buchhalter Gr. stach sich am Mittwock Abend aus Unvorsicktigkeit mit der Fever in den Finger, beachtete die kaum sichtbare Verletzung aber nicht. Einige Stunden später indeß empfand er heftige Schmerzen und bemerkte, daß die Hand sichtlich anschwoü. Er ging zum Arzte und erfuhr, daß die in der Federspitze haftende Tinte eine Blutvergiftung hervorgerufen habe. Am Donnerstag früh war der ganze Arm des Mannes in entsetzlicher Weise angeschwollen, mit den bezeichnenden rothen Streifen versehen, und es ist fraglich, ob e« den Aerzten gelingen wird, dab Umsichgreifen der Ver­giftung zu verhindern.

Innsbruck. (Mittel gegen Tuberkulose.) Eine erfreuliche Kunde kommt auS der Klinik des Profeffors Prokop von Rokitansky, welcher im benzoesauren Natron da« souveräne Gegengift gegen die Tuberkulose gefunden haben will. Es wurden mehrere Beispiele von Kranken aufgeführt, vie bereits sehr berabgekvmmen, nach kurzem Aufenthalte und Anwendung des genannten Mittels im Spltale geheilt entlassen wurden. Die ärztliche Welt wird wohl diese Verheißung einer genaueren Prüfung unterziehen, so daß wir bald erfahren, od und was an der Sache ernst zu nehmen.

Welcher Unsinn den französischen Zeitungen von ihren Korrespondenten über Ne Kaisertage in Straßburg berichtet wird, davon hier ein kleines Beispiel aus dem Gaulol«: Ich habe ihnen geschrieben so bemerkt dessen Korrespondent daß man seit einiger Zett behauptet, Kaiser Wilhelm habe eine ganz besondere Neigung für die Kornblume, für diese Blumen, die in Deutschland sich so außerordentlich selten vor finden und die man deshalb aus Frankreich für den Kaiser kommen läßt ...... $ ?Jn w r aBC

' Welt solche Blumen im Knopfloch." Die Kornblumen, die in Deutschland selten find . . .

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Kaiser trug große Generals-Uniform und ritt sein Schlachipserd. Der Vor­beimarsch fand bet der Infanterie zuerst in Compagniefront, dann in Regt- mentScotonnen, bei der Kavallerie und Feldartillerie zuerst im Schritt in Zügen daS zweite Mal im Trabe statt. Nach Beendigung des glanzend aus- aesallenen Vorbeimarsches berief der Kaiser die Commandeure und sprach den­selben seine Allerhöchste Zufriedenheit mit den Leistungen der Truppen aus. Bei dem Vorbeimarsch der Artillerie führte Prinz Sari, dem sich die höchsten Artillerie-Osficiere augeschlosien hatten, dieselbe dem Kaiser vor. Die Parade endete um 12V. Uhr. Nachmittags um 5 Uhr war Festdiner beim Kaiser, weichem die Spitzen der Behörden und die in der Parade gestandenen Stabs- officiere beiwohnten. Heute Abend findet eine Soirö im MilitSr-Castno statt.

Arankreich.

Paris, 24. Septbr., Abends. Dem Vernehmen nach ist der Zusam­mentritt der Kammern auf den 3. Deeember festgesetzt.

Spanien.

Madrid, 24. Septbr. Drei Grundbesitzer auf Cuba, welche 4000 bezw. 1200 und 800 Sclaven besaßen, haben letztere freigegeben und mit ihnen blättrige Arbeitscontracte abgeschloffen; andere dürften diesem Beispiele folgen Die Regierung sendet 5000 Soldaten nach Euba. Verschiedene Depuiirte sollen beabsichtigen, die sofortige Abschaffung der Sclaverei auf Cuba zu beantragen._______

Telegraphische Depeschen.

Wagner'« telegr. Korrespondenz > Bureau.

Darmstadt, 25. Septbr. Die Königin von Württemberg ist nach 14tägiger Anwesenheit in Jugenheim bei der Kaiserin von Rußland heute Nach- mittag nach Stuttgart zurückgekehrt.

London, 25. Septbr. Der Großherzog von Heffen und fein Sohn find hier angekommen und nach Balmoral wettergereist.

Berlin, 25. Septbr. Fürst Bismarck nebst Gemahlin und dem Grafen Wilhelm Bismarck ist 12Vt Uhr Mittags hier etngetroffen. Graf Rantzau mit Gemahlin waren zum Empfange am Bahnhof.

Berlin, 25. Septbr. Einer Privatdepesche derNordd. Allg. Ztg" aus Wien von gestern zufolge, begibt sich Baron Haymerle morgen an das italienische Hoflager in Monza, um dem Könige seinen Abschiedsbesuch zu machen. Nach Haymerle's Rückkehr am 30. Septbr. erfolgt der formelle Vollzug der Personalveränderung in der Leitung des auswärtigen Amtes. Graf Avdraffy dürfte zunächst nach Terebcs gehen.

London, 25. Septbr. Meldung desReuter'fchen Bureaus" aus Simla vom 25. d.: Die Brigade Baker ist gestern in Kushi angekommen. Der Gesandte des Emirs von Afghanistan überbrachte dem General Roberts Briefe, worin der Emir Zufriedenheit über die Allianz mit England und Vertragstreue zu erkennen gibt. Es verlautet, in Kabul hätten einige Regi­menter von Neuem revoltirt, seien jedoch durch Geldzahlungen beschwichtigt """^Paris, 25. Septbr., Abends. DieAgence Havas" erfährt, die Aeußerungen des Ministers des Innern auf Fort Lomont bei Montbeliard wurden ihr ungenau mitgetheilt. Der Minister ließ in seiner Rede nur die reseroirte friedliche Politik der Regierung hervortreten und bestätigte dieselbe von Neuem. DerTemps" bementlit das Gerücht, daß der Finanzminister einen Gesetzentwurf Über die Renten-Convertirung vorbereite, wonach Loospapiere an die Stelle der Rente treten sollten.

Paris, 25. Septbr. Bezüglich der auswärtigen Politik schreibt die Röpublique franeaise" : Frankreich darf in keine gesonderte Combination ein­treten, durch welche es sich der Unabhängigkeit seiner Action entäußern würde, und darf Niemandes Rathschläge annehmen. Lediglich eine aufmerksame Zu- rückhaliung ist Frankreichs Interesse entsprechend.

Wien, 26. Septbr. DiePolit. Eorresp." meldet aus Bukarest: Die der Regierungsvorlage in der Judenfrage beigeschloffenen Listen umfaffen 1074 unverweilt zu naturalisirende Israeliten. Die beschränkte Zahl wird dadurch erklärlich, daß viele den Bedingungen für die Naturalisation entsprechende Juden unter fremdem Schutz stehen.