Ausgabe 
27.4.1879 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

zieht alS eröffnet zu betrachten sei, soll nach dem Antrag der Bau-Deputation dahin beantwortet werden, daß qu. Straße al- nicht eröffnet zu betrachten sei, weil blos 2 Häuser, die der Obigen, in derselben stehen- Die Verhandlungen über pos. 7, 10 und 11 der Tages-Ordnung fallen weg, weil cs der Bau-Deputation nicht möglich gewesen, den nothwendigen Augenschein cinzu- nchmen. Die Wasser-Stagnation in der Schwarzlach gab zu längerer Debatte Vcranlaffung. Das Kreisgesundhcilsamt machte in einem Schreiben auf diesen Uebelstanv aufmerksam und betonte, daß dadurch leicht Krankheiten entstehen können. Die Versammlung war einstimmig darüber einig, daß der jetzige Zustand ein nicht zulässiger und mißständiger sei. Es sei aber nicht Sache der Stadt hier Abhülfe zu schaffen, sondern Sache der betr. Häuser­besitzer, welche außer dem natürlichen Wasser auch noch sämmtl. Abfallwaffcr an die betreffenden Stellen leiteten Die Stadt habe die Straßen mit großen Opfern erbaut und könne es ihr nunmehr nicht auch noch zugemuthet werden, daß sie Privaten ihre Häuser cntwäffere. Die Versammlung beschließt dem Kreisgesundheitsamt dementsprechend zu antworten, auch die Polizetverwaltung hiervon zu avisiren. Einem erneuten Gesuch von Bewohnern der Grün­bergerftraße um Pflasterung des rechtsseitigen Trottoirs derselben soll nunmehr dahin entsprochen werden, daß die Pflasterung vam Vo lk'jchen bis zum Kasper'schen Hause vorerst vorzunehmcn sei. - Eine Anschaffung von Requisiten für die freiw. städt. Feuerwehr wird nach dem Anträge des Lommando's derselben beschlossen. Drei kleinere Gesuche um Gestattung zur Errichtung einer Einfriedigung, Aufstellung von 2 Grabdenkmälern und Erbauung einer Gartenhütte bilden den Schluß der öffentl. Sitzung.a.

Vermischtes.

Danzig, 17. April. Gestern Nachmittag 2 Uhr wurde der Seefahrer Friedrich Weiß aus Petershagen von dem auf dem Bischofsbcrge stehenden Militärposten dabei betroffen, als derselbe gerade im Begriffe stand, mit einem Bund Bindeweiden, welche derselbe von den Festungswerken abgeschnitten hatte, sich heimlich zu entfernen. Der Posten rief dem Weiß ein Halt" zu, was letzterer jedoch nicht befolgte, sondern sich noch unterstand, nach dem Posten beim Weitergehen mit Steinen zu werfen. Durch diese Handlungsweise erbittert, legte der Wachtposten das Gewehr an und schoß den Weiß auf der Stelle tobt.

(Eine Knaben-Revolte.) Aus Triest vom 18. d. M. wird gemeldet: Im hiesigen Versorgungshause revoltirten gestern Abend fünfzig verwahrloste Knaben gegen ihre Wärter, tödteten einen Oberaufseher und verwundeten einen anderen. Die gerichtliche Unter­suchung ist im Zuge.

Stockheim, 19. April. Die seit vergangenen Donnerstag Nachts im Maxschacht verschütteten zwölf Bergleute wurden am Montag Nachmittag 3/4i Uhr nach ununterbrochenen äußerst anstrengenden Ncttungsarbeiten wieder ans Tageslicht gefördert. Die armen Verschütteten trugen zu ihrer Rettung wesentlich bei, indem dieselben sich ca. 60 Fuß Weg bahnten, obwohl sie beständig im Wasser standen. Es war ein ergreifender Anblick, als die Geretteten auf den Knieen dem Himmel für die glückliche Befreiung aus der Grabesnacht dankten. In der That ein Osterfest für diese Armen! Der älteren geretteten Mannschaft merkte man die erlittenen Strapazen weniger an, als der jüngeren. Einige der Geretteten waren nicht im Stande, den Weg zur Heimath zu Fuß zurückzulegen, während die anderen frischen Muthes einher marschirten. Dieselben erzählten, daß sie während der schaudervollen viertägigen Gefangenschaft in der Grube nur einige kleine Portionen Kaffee und Kautabak als Nahrung hatten.

Friedberg Seit einigen Wochen treiben sich Agenten in unserem Lande umher, um junge Mädchen als Köchinnen, Haus- oder Stubenmädchen re. nach London zu engngiten. Am zweiten Ostertag sollten fünf solcher Mädchen in Frankfurt zusammentreffen, um in Begleitung eines Agenten die Reise von dort fortzusetzeu. Ein Agent, welcher angibt, den Auftrag zu haben, vierzig Mädchen zu engagircn, sucht den armen Opfern und deren Angehörigen Alles so schön auszumalen, daß es gar nicht zu verwundern ist, wenn er,,Geschäfte" abschließt. Er hat stets Briefe aus London und Hamburg zur Hand, angeblich von Mädchen geschrieben, die er schon nach dorthin gebracht habe; sodann spricht er von mehreren hundert Mark jährlichen Verdienstes und wie es so schön sei, wenn sie nach einigen Jahren zurückkämen mit Tausenden von Maik, welche gute , Parthie" sie dann machen könnten, die Fahrt koste ja nur 48 Mark u. dergl.,

Geld sollten sie nicht viel mitnehmen, denn derGeschäftsfreund" in London sorge für sie; auch wenn sie nicht gleich eine Stelle dort fänden, würde derselbe sie so lange in seinem Hause be halten, bis eine Stelle vacant sei. Ja, das ist cs, dasim Hause behalten"! Was ist da- sür em Haus? Was bewegt den Agenten m London zu solcher Menschenfreundlichkeit, welche um so auffallender, als den Mädchen die Weisung gegeben wurde, so wenig Geld wie möglich mitzuneymen? Die schuftige Absicht solcher Seelenverkäufer ist auf den ersten Blick gar leicht zu erkennen; hat man doch schon Fälle genug erlebt, caß junge unveroorbene Mädchen in Dec Gewalt lolchrr Schurken physisch und moralisch zu Glunbe gingen.

Aus Oberfranken. In dem Dorfe Sauerhof trug sich vor einigen Tagen eine traurige Geschichte zu, welche zeigt, wie weit cs Unbesonnenheit bringen kann. Ein Mann spielte in einem dortigen Wirrhshanse Harmonika, um dadurch etwas zu verdienen; dabei wurde dem dargebotcncn Branntwein fleißig zugesprochcn, umsomehr, nachdem ihm solcher von dcn Gästen förmlich aufgedrungen wurde. Um der Sache die Krone aufzusetzcn, wurde demselben in jcinem bereits angetrunkenem Zustande ein Gemisch von Branntwein, Petroleum Sooa und Abschabjel" von Fingernägeln eingegosscn, nachdem man ihm gewaltsam den Mund geöffnet halte. Der Tollheit noch nicht genug, steckte man ihm ein sog.Pferdekummet" um den Leib, verbrachte ihn hierauf in den Stall und befestigte ihn an der Wand, ohne sich weiter um dcn Armen zu kümmern. Als man Morgens den Stall betrat, war er tobt. Untersuchung ist ein- geleitet; sieben Personen finb verhaftet.

Stubenten-Wucherer. Wie Offictere, Beamte, Geschäftsleute und Arbeiter ihre speciellenGeldgeber" besitzen, so haben auch die Wiener Studenten den ihren, nur mit dem Unterschiede, daß ihnen nicht auf Wechsel, sondern auf Pfänder 10 Procent per Monat ab­genommen wird. Die beiden Vorstädte Jo cfstadt und A.sergrund kennen den Stuoenten- Wuchcrer von der Reitcrgasse, welcher im vollsten Sinne des Wortes einGeld für-Allcs-Mann^ denn er leiht dcn Stuoenten Geld auch gegen Verpfändung von von Lehrbüchern, Burschenschafts-Abzeichen, Rapiere und sogar auf den Index. Die Wohnung dieses Geld­gebers ist mit der Zeit eine Art Museum geworden, in welchem man chirurgische Instrumente, Globcn, wissenschaftliche Werke, malerische Burschenschaften-Trachten, Degen, Landkarten, Familien-Porträts u s. w. in Hülle und Fülle vorfinden kann. jEin besonders lukratives Gc- ichäft betreibt aber der genannte Wucherer mit Jnpfandnehmen des Index. Was bei einem Beamten derBogen", ist bei einem Studenten der Index, hat er ihn mit Semcstcrschluß nicht in Händen, so kann er selbstverständlich die Frequenz nichttestiren", das weiß derGeldgeber" und deßhalb sind ihm dieIndex" die liebsten Pfänder. Bei Scmesterschluß pilgern sckaarcn- weise Die Studentenn die Reitergasse und verlangen ihren Index ab. DerGeldgeber" hat es sich aber zur Usance gemacht, nur demjenigen den Index zurTcstirung" zurückzugeben, welcher das Kapital mit Zinsen pünktlich bezahlt. Zahlt einer blos die Zinsen, der bekommt dcn Index nicht in bie Hand. DerGeldgeber" läßt ihn selbst testiren. Wer aber weder Kapital noch Zinsen an dem Präklusiv-Termine, namentlich bet Semesterschluß, zahlt, dem wird weder der Index" zurückerstattct, noch aber vomGeldgeber" testirt und so muß derUnpünktliche" mit dem Verluste eines Semesters büßen. Dies Alles kann Jemandem unglaublich klingen und doch ist es die reine Wahrheit, von welcher man sich leicht überzeugen kann.__________________________

Sehifrshericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Moyd W. Dietz in Gießen.

Baltimore, 19. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postbampser Leipzig, Capt. Fr. Pfeiffer, vom Norddeutschen Llvyd in Bremen, welcher am 2. April von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen.

Southampton, 23. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfcr Rhein, Capt. H. C. Franke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. April von Newyork abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Nachmittags wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 8 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Rhein überbringt ^0 Passagiere und volle Ladung.

Neworleans, 23. April. (Per transantlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Nürnberg, Capt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern wohlbehalten hier angekommen.

Icilgebotenes.

2818) Einige Malter auserlesene Kar­toffel, per Malter 6 JL 50 bei Georg Hammel, im Hause des Herrn Debus, früher Herberts Bleiche.

Frische Braibiickinge

ä 6 Pfg. empfiehlt (2856

Gg. Wilb. Weidig.

Jfui-lleiu

in vorzüglicher Güte stets vorräthig per Flasche 60 Bei Abnahme von 6 Flaschen frei in's Haus geliefert.

Emil Sclimall,

2742)_____Frankfurter Hof.

2846) Vorzüglichen = = bei? Roth} Neue Bäue.

Weihe Vorhänge aller Art, Rouleaux Drell in den gangbaren Dessins, Anfertigung jeder De- corations-Arbeit in geschmack» vollster Ausfübrnng bei

TIu Brücke

127)_________Scklohaoffe B. 1.

Schwarzen

tfcsr Cachemir zu «X. 2.50 per Meter und höher em pfehlen in scböner Waare. (2283

G-ebrüder Scheel.

1979) Ein starker Wagen zu verkaufe«.

Wo? sagt die Exped. d. Bl.___

Aecht alexandr. Mocca ä JL 1.50

Java-Kaffees, /* ] P

ii | cl c/fv. lei to

garant.it rein, 20

Java, gelb u. braun, ä 1.5065

Ceylon u. do. Perl ä 1.40-60 Honduras, besonders kräftig und fein, ä JL 1.24-40

in größeren Quantitäten entsprechend billiger, empfiehlt (2269

W. Heuser, Dorrn. Bieler.

Allgemeiner Anzeiger.

2425) Empfehle hierdurch meine direkt bezogene (Garantirt reine)

Weißweine pr. Flasche 70 und 90 Pfa-, Bordeaux Medoc pr. Flische Mk. 1,20, St. Julien pr. Fiasche Mk. 1,40, im Faß entsprechend billiger

^7. Hofft* Neue Bäue.

Alle Sorten Oelfarben,

dick, sowie zum Anstrich fertig, schnell und hart trocknend,

Fußboden-Anstrich, Fmßbodcn-Lack, Damarlack, Copallack,

empfiehlt in besten Qualitäten

Petersburger Möbellack,

Eisenlack,

Seccatif,

Leinölfirniß,

(1865

die Material- und Farluvaaren-Handlung von

<*#/. llifft. Weictey, Markt 8.

Westfälisches Fleisch- u. Fettwaareiigeschäft von Oermmttt Scftudf, Frankfurt a/M., Offenbacher - Landstraße.

empfiehlt sein reich assortirtes Lager in feinsten Schinken, Dörrfleisch, gesalzenen und geräucherten Spcck, Gothaer und Göttinger Cervelatwurst, Schmalz, Schwein-- und Ochsenzungen, sowie alle Wuestforten ftl äußerst billigen Preisen.

2502) Wiederverkäufer erhalten bedeutenden Rabatt!

A //. Fuhr, Sommlstrahe 104, empfiehlt in schöner Auswahl und billigsten Preisen MMauchen und Sommer-Handschuhe

in allen Größen .

Strümpfe, Socken und Beinlängen weiß und farbig.

Gleichzeitig mache auf eine Parthie zurückgesetzter baumwollener

Kinderstrümpfe,

das Paar zu 20, 30 und 40 Pfg. aufmerksam. (2451

Vorzügl. Aepfelwein

im Zapf bei (2845

Gastwirth Schäfer, Grünberger Straße.

Jmportirte ital. Rneehühner, jung, in vorzüglicher Qualität, bunt ä 3'/2 JL, in ausgesuchten Farben 4 bis 6 JL, liefert jederzeit sofort die Geflügel-AnstaltOberursel 2507) bei Frankfurt a M_______

Aepfelwein,

in Gebinden, verkauft (2743

Emil Schwall, frankfurter Hof.

2471) Als Speciaiitäten empfehle ich

Jagdhüte,

Knabenhüte von Jl. 2 an p. St., Baronhüte von JL. 2,50 an p. St., gesteifte Hüte, fein garnirt, von 3 Jl. bis zu den feinsten Sorten.

Reparaturen werden fortwährend angenommen.

W. Schuchard, Hutmacher, am Kreuz zur Stadt Mainz.

Kernseife I. ä Pfd. 40 dto. II. ä 38 l "

Harzkernseifc, / £

gelbe ä 38 I

Kerns., rothe

und graue ä 30 I Harjleimfeife, \ Ä

schwarz, ä 30 1Z Schmierseifen alle Sorten ; r (Glycerin - Olivenöl - Seife ohne Schärfe sehr empfehlend für Kinder) empfiehlt (2301

P. Jos. Mobs, Ecke vom Kreuz u. Neuenweg. Herrenhemden, Kragen u.

Manschetten in den neuesten Fasans bei (2760 Carl Heuzeroth, Marktplatz.