Sei der Commission zur Feststellung der montenegrinisch - albanesischen Grenze ernannt worden.
Brüssel, 25. April. Das Journal „Nouvelles du Jour“ meldet angeblich aus sicherer Quelle: Der König richtete an den Papst ein Schreiben, worin er sein Bedauern ausspricht, Belgien in Folge der von dem Klerus hinsichtlich der Revision des Unterrichtsgesetzes gehegten Befü-chlungen an der Schwelle ernster Zerwürfniffe zu sehen. — Das eigenhändige Antwortschreiben deS Papstes beklagt, daß die belgische Regierung das bestehende Unterrichtsgesetz abändern wolle, erkennt aber an, daß die Revision wenigstens nicht die Rechte der Kirche in radtcaler Weise angreife, und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung im Laufe der Verhandlungen über den Gesetzentwurf noch Concessionen machen werde.
Stuttgart, 25. April. Der König richtete ein eigenhändiges Schreiben an den Kaiser Franz Josef anläßlich deffen Silberner Hochzeitsfeier.
Belgrad, 25. April Das serbische Gebiet ist gänzlich vo» Arnauten gesäubert; über 200 Leichen von Arnauten sind zurückgelajsen. Bei einer Pulverexploston, welche serbischerseits vorsätzlich in Kurschumlje veranstaltet wurde, find 30 Arnauten in die Lust gesprengt.
Petersburg, 25. April. Der „Neuen Zett" zufolge findet heute vor dem hiesigen Mllitär-KretSgericht unter Anwendung der Bestimmungen des abgekürzten Gerichtsverfahrens die Aburtheilung des Osficieis Dubrowin, welcher während der bei ihm vorgenommenen Haussuchung auf die Gensd'ar- men geschoffen hat, statt. — Morgen beginnt hierselbst der Prozeß gegen die drei in Königsberg arretirten, des Hochverraths gegen Rußland angeklagten russischen Studenten Furclitz, Ahrousohn und Liebermann.
London, 25. April. „Times" erfährt: Der britische Generalconsul in Kairo, Vivtan, ist auf seinen Posten zurückgekehrt. — „Daily News" meldet aus Gaudamak vom 24. d.: Jakub Khan willigte ein, die britische Mission zu empfangen. Cavagnari geht mit hinreichender Escorte nach Kabul, sobald die Details geordnet sind.
Bremen, 25. April. Eine gestern Abeno im Tivoli stattgehabte Versammlung von ca. 3000 Reichstagswählern, vor welchen der Abg. Mösle seine Stellung zur neuen Zolltarif-Vorlage darlegte, nahm eine Resolution an, wonach sie die nationale Wirthschaftspolitik des Reichskanzlers für nothwendig und zweckmäßig erachtet und volles Vertrauen zur Reichsregierung hegt, daß neben den berechtigten Jntereffen von Gewerbe und Landwirrhschaft auch die Jntereffen des Handels und der Schifffahrt vollste Berücksichtigung finden werden. — Gleichzeitig fand im Casino eine allg meine Versammlung von 1300 Personen statt, in welcher Abg. Meier die Zolltaris-Vo-lage und Bürgerschafts-Präsident Claussen die „Surtaxe d’Eentrepot“ bekämpfte; die $er= sammlung ertheilte diesen Vorträgen ihre ungetheilte Zustimmung.
Vermischtes.
* Frankfurt, 25. April. Ueber die in etwa 2 Wochen in unserem zoologischen Garten zur Schaustellung gelangenden Roth häute, 8 Männer und 2 Frauen (Squaws), schreibt der Führer derselben, Hr. C. Reiche, in einem Bericht d d. Newyork 3 April u. A. Folgendes: Sic gehören zum Stamme der Irokesen und kommen aus dem ihnen in Kanada zugewiesenen Gebiet, wo sie ganz für sich leben. Ein Amerikaner hat dieselben zugerichtet, eine Art Vorstellung zu geben, welcher folgende historische (?) Begebenheit zu Grunde liegt: Capttän Sch. Smith, einer der ersten englischen Ansiedler, war in ihre Hände gefallen. Die Indianer führten ihn triumphirend nach ihrem Dorfe, wo ihm ohne Zweifel ein trauriges Loos, wahrscheinlich der Tod, erwartete, wenn sich nicht die Tochter des Häuptlings in ihn verliebt und ihn gerettet hätte rc. In Vorführung dieser Scene würden nun die Sitten und die Lebensweise der Indianer, ihre Gebräuche, Kriegstänze, Friedenspfeife-Rauchen, bas Skalpiren rc. gezeigt. Die Scene spielt sich in einer durch Pfähle und Seile abgetheilte Rennbahn vor einem Zelte von 45 Fuß Durchmesser ab. Alles hiezu nöthige Material, ferner ein Pferd, eine große Sammlung Waffen und Kuriositäten aller Art bringen die Indianer mit.
Handel und Verkehr.
Gießen, 26. April. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 90 bis — Hühnereier, per Stück 4 2 Stück 9 Gänseeier, per Stück 8 Enteneier, per Stück 6 2 Stück 11 H, Käse, per Stück 5—8 H, Käsematte, per Stück 3 H,
Erbsen, 1 Liter 20 Linsen, 1 Liter 24 H, Tauben, das Paar 65 H, Hühner, per Stück JL 1.35, Hahnen, per Stück JL. 1.60, Enten, per Stück JL 2 50, Kartoffeln, per 100 Kilo JL 5—6, Zwiebeln, per Ltr. JL 11—12 Ochsenfleisch 70 H per Pfd., Kuh« und Rind- fleisch 56—60 Schweinefleisch 58—60 H, Kalbfleisch 46 50
T i n ß e sand t.
Unter „Eingesandt" in Nr. 92 ds. Bl. wiesen wir darauf hin, daß das hiesige Tabak- steuer-komite unter Einflüssen stände, welche geeignet, die Selbstständigkeit deffelben mehr als fraglich erscheinen zu lassen Eine Antwort hierauf finden wir zu unserem Bedauern in der Erklärung des Comites vom 24. ds., Nr. 94 ds. Bl., nicht, und dürfen wir somit die Richtigkeit jener Unterstellung wohl annehmen und die Aufmerksamkeit der Arbeiter auf diesen Umstand hinlenken. Dagegen macht sich das Comitc die überflüssige Mühe, an seine Thätigkrit vor einigen Monaten, das Zustandekommen einer Petition bezweckend, zu erinnern. Wir nehmen nicht Anstand, einzugestehen, daß wir es gerne gesehen, als um jene Zeit der hiesige Arbciter- stand, einer Anregung von auswärts folgend, sich in Form einer Petition an ben Reichstag gegen eine jede Struererhöhung aussprach. Auch bei der augenblicklichen Sachlage würden wir eine erneute selbstständige Kundgebung des Arbeitristandes in demselben Sinne als durchaus zeitgemäß erachtet haben- Statt deffen aber bat sich das Eomite in seiner jüngsten Petition
gegen Einführung einer jeden Steuererhöhung, eventuell aber für Einführung der Nachsteuer, ausgesprochen Don welcher Tragweite indeß ein solcher Ausspruch, wenn er im Zusammenhang mit der früheren Kundgebung und als Willensmeinung von ca. 2000 Arbeitern an maßgebender Stelle aufgefaßt und verwerthet werden sollte, sich erweisen dürfte, darüber kann man nur die schlimmsten Befürchtungen hegen. Zum Mindesten dürfte er dazu dienen, die Bestrebungen hiesiger Intereffenten, welche neben möglichster Herabminderung der projectirten Zoll- und Steuersätze, auf Wegfall einer jeden Nachsteuer gerichtet bleiben, vollständig zu paralvsiren.
Sollte aber die uns schwer bedrohende Nachsteuer mit allen ihren verheerenden Wirkungen über uns bereinbrechen, so darf sich das Eomite rübmen, das Seinige dazu beigetragen zu haben, es wird ibm aber schwerlich gelingen, die ihm zufallende Verantwortlichkeit auf die Schulter seines jetzigen Berathcrs abzuwälzen.
Auf die bezüglichen provocirenden Bemerkungen des Comites möge eS den Arbeitern noch gesagt sein, daß vorliegenden Falls die Jntereffen der Arbeiter mit denen der Fabrikanten vollkommen identisch sind, sie trennen sich aber en dem Punkte zum Nachtheil der Ersteren, wo eine befangene Parteistellung der Letzteren die Nachsteuer anstrebt.
rrNNMWWWWWWWSWNWWWWWWN^WWUWMW»M>WWWWWWWWWDMMMMM
Auszug aus denStandesamtsregistern des Standesamts Gießen
Vom 18. bis 24. April 1879.
Aufgebote.
18. April. Schlosser Ludwig Pfaff von Gießen mit Elisabethe Mohrherr, Tochter de8 Taglöhners Christian Mobrherr von Biedenkopf. 18. Der Forstverwalter Karl Emil Evoard Haberkorn zu Dreleichenhain mit Auguste Christiane Wilhelmine Jeannette Mary Gail, Tochter des Fabrikanten Ferdinand Gail von Gießen. 19. Der Großherzogliche Notar Dr. Julius Joseph August Anton Reen zu Wörrstadt mit Emilie Meier, Tochter des verstorbenen Commissio- närs Elias Meier von Gießen.
Eheschließungen.
19. April. Dreher Julius Ludwig Pimper von Gießen mit Christiane Johannette Auguste Philippine Ferber, Tochter des verstorbenen Wirths Emil Ludwig Ferber von Gießen. 23. Maurer Karl Christian Engel von Gießen mit Margarethe Bauer, Tochter des verstorbenen Häfnermeisters Konrad Bauer von Lauterback. 23. Bäcker Hugo Paul Otto Piorkow von Breslau mit Anna Jacobine Christiane Durstcwitz, Tochter des verstorbenen Tapeziers Christian Durstewitz von Wetzlar.
Geborene.
16. April. Ottilie Wilbelmine Marie, Tochter des Fabrikanten Karl Jughardt I. 12. Emilie Helene Georgine Katbarine, Tochter des Schuhmachers Konrad Waldschmidt. 12. Konrad, Sohn des Fuhrmanns Konrad Schmidt. 12 Wilhelmine Emilie, Tochter des Kaminfeger- Franz Nebl. >5. August Heinrich, Sohn des Schneiders Jost Schneider. 17. Friedrich Wilhelm, Sohn des Hautboisten im II. Großherzoglich Hessischen Infanterie Regiment Nr. 116 Wilhelm Max Ronneburger 17. Otto Heinrich Wilhelm Hermann, Sohn des Hautboisten im II. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 116 Heinrich Fritz 16. Heinrich Georg Ludwig, Sohn des Stationsgehilfen bei der Main-Weser-Bahn Julius Paul. 19. Dem Schäfer Jacob Jendt, eine Tochter, noch ohne Vornamen. 20. Elise Marie Katbarine, Tochter des Postunterbediensteten Joscphat Staubach 20. Eine Tochter, ohne Vornamen, des verstorbenen Kaufmanns August Plank. 1 ■ Johanna, ein außereheliches Kind von hier. 17. Emil Albert, Sohn des Arbeiters Konrad Weller II. 17. Dem Schreinermcister Heinrich Sack, eine Tochter, noch ohne Vornamen. 22. Karl und Elisabethe, Zwillingskinder des Maschinenbauers Georg Baltzer 22. Elsa Karoline, Tochter des Apothekers Wilhelm Jacob Ries. 17. Georg Wilhelm, ein außereheliches Kind von auswärts. 21. Ein außereheliches Kind von auswärts, ohne Vornamen.
Geworbene.
17. April. Postconducreur Ludwig Friedrich Hainer, 64 Jabre 11 Monate 13 Tage alt 18 Anna Christine Sophie, 2 Jahre 8 Monate 17 Tage alt, Tochter des Schuhmachers Johann Karl Kühl. 18. Katharine, 4 Jahre 1 Monat 25 Tage alt, Tochter des Zimmer meisters Konrad Schneidmüller von Steinberg. 19. Christine Schäfer, geborene Pipp, 71 Jahre 5 Monate 14 Tage alt, Wittwe des Taglöbners Konrad Schäfer. 21. Wilhelmine Friederike Karoline, 6 Jahre 2 Monate 9 Tage alt, Tochter des Schuhmachermeisters Christiane Weeg. 21. Christian Karl, 1 Monat alt, cm außereheliches Kind von auswärts. 21. Eine Tochter des verstorbenen Kaufmanns August Plank, 16 Stunden alt, ohne Vornamen. 22. Ein außerehelicher Sohn von auswärts, 1 Tag alt, ohne Vornamen.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 19. April. Julius Ludwig Pimper, Dreher dahier, des Schneidermeisters Balthasar Pimper, ehel. Sohn, und Christiane Johannette Auguste Philippine Ferber, des verst. Wirths dahier Ludwig Ferber, edel Tochter.
Den 23. April. Karl Christian Engel, Maurer dahier, des Maurers Karl Enge'., ehel. Sohn, und Margarethe Bauer, des verst. Häfnermeisters zu Lauterbach Konrad Bauer, ehel. Tochter.
Getaufte
Den 20. April. Dem Fabrikanten Adolf Busch, ein Sohn, Heinrich Friedrich Arthur, geb. den 14. März.
Den 21. April. Dem Sattler Christian Horeyseck, eine Tochter, Emilie, geb. den 25. Februar.
Den 24. April. Dem Metzgcrmeister August Hilgardt, eine Tochter, Karoline Josephine, geb. den 21. März.
Beerdigte.
Den 19. April. Elisabeth Bräuning, geb. Schäfer, Wittwe des zu Odenhausen verst. Ackermanns und Müllers Johannes Bräuning, alt 62 I. 7 M. 7 T-, gcst den 16. April.
Denselben. Ludwig Friedrich Hainer, Postcondukteur, alt 64 I. 11 M. 13 T-, gest. den 17. April.
Den 25. April. Heinrich Gleißner, Landgerichtsdiener, alt 41 I 8 M. 1 T-, gest den 23. April.
Mittwoch den 3v l. MtS.
von Vormittags 9 Uhr an sollen im alten Rathhaussaale versteigert werden:
Gießen den 22. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 2723) A- Bramm.
Die Lieferung von Gement»
JL
röhren, veranschl. zu
292,50
Die Lieferung von (Sement
veranschlagt zu
140,—
Maurerarbeit, veranschl. zu
823,53
Steinhauerarbeit, „ „
838,80
Zimmerarbeit „ „
48,—
Schreinerarbeit, „ „
125,06
Schlofferarbett, „ „
198,—
Weißbinderarbett, „ „
42,16
Spenglerarbeit, „ „
108,—
Pflästererarbeit, „ „
2010,02
Erdauffüllung, „ „
1980,50
Das Aufräumen v. Fluthgiäben
400,-
Allgemeiner Anzeiger.
Arbeitsversteigerunq.
Mittwoch den 30. April,
Nachmittags 2 Uhr, sollen nachfolgende Arbeiten wenigst- nehmend in Accord gegeben werden: 1) Erd- und Maureralbeit an
Wegen, veransch. zu .... 300 2) Chauffir- und Pflasterarbeit, veranschl. zu........ 464
3) Brechen, Fahren, Setzen und
Schlagen von Unterhaltungssteinen, veranschl. zu .... 804 4) Weißbinderarbed an den
Schulgebäuden, veranschl. zu 44
Alien-Buseck, am 25. April 1879. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. 2882) Wagenbach.
2376) Eine uns entbehrlich gewordene Brückenwaage von 20 Ctr. Tragkraft verkaufen. Kauffmann * Eo.
Bekanntmachung.
Die Lieferung der Kleiderstoffe für arme Eonfirmanden soll im Submissionswege vergeben werden und sind Offerten mit Mustern bis zum 3. Mai l. I. bei Herrn Hospitalverwalter Nehmeyer, welcher jede gewünscht werdende Auskunft erthedt, verschlosien einzureichen.
Gießen, am 21. April 1879.
Die Armen-Depuiation der Stadt Gieß n.
A. Bram m.
Versicherungs-Gesellschaft Thuringia,
gegründet 1853.
2885) Diese Gesellschaft schließt gegen feste, billige Prämien:
1) Feuerverstcberungen auf Fahrnisse.
2) LebenSversscberungen aller Art. Versicherten Beamten werden Cautlons-Darlehen gewährt.
Der Unterzeichnete empfiehlt sich für den Abschluß solcher Versicherungen. Gießen, den 27. April 1879.
Heinrich Hohmeyer,
wohnhaft bei Herrn Kaufmann Retter, am Kreuz.


