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Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langenthal mit einem Gehalte von 900 <41.

m. Darmstadt, 23. October. Ueber die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, welche zur Errichtung eines, Auditoriums für die Physikalischen Vorlesungen an der Universität Gießen die Summe von 16,000 JL ansordert, hat Namens des Finanz-Ausschusses der zweiten Kammer der Abg. Kugler Bericht erstattet. Derselbe führt aus, nachdem erst in der letztverflossenen Finanzperiode große Summen für die Errichtung eines neuen Universitätsgebäudes in Gießen verwillrgt worden seien und man damals habe glauben müssen, daß damit den baulichen Bedürfnissen dieser Landesanstalt auf eine lange Reihe von Jahren Ge­nüge geschaffen wäre, müsse der Ausschuß sein Bedauern darüber aussprechen, daß bereits jetzt schon wieder in der Vorlage eine Forderung von 16,000 jl für einen An­bau an das kaum vollendete Hauptgebäude komme. Es müsse mindestens zweifelhaft erscheinen, ob nicht, wenn gleich bei dem ohnehin schon sehr großen und kostspieligen Neubau der Universität neben den bestehen gebliebenen Räumlichkeiten, welche die Universität innehatte, auch ohne Vergrößerung des Neubaues ein Hörsaal für Physik unterzubringen gewesen wäre, ohne die übrigen Räumlichkeiten allzusehr zu beschränken. Leider sei indessen bei dem damaligen Projecte keine Rücksicht auf dieses Bedürfniß genommen worden und dürfte es deßhalb nur schwierig sein, ein so großes Local in vorhandenen Gebäuden disponibel zu machen, wie solches für einen Hörsaal für Physik nothwendig fei, wofür das Bedürfniß allerdings vorliege, nachdem das seither mieth- weise hierfür benutzte Local nicht mehr zur Disposition stehe. Der Ausschuß müsse sich deßhalb nur für Errichtung des Neubaues aussprechen. Zu dem Voranschlag, wonach die Kosten für diesen Anbau 16,000 «X betragen sollen, findet der Ausschuß nichts zu erinnern, wenn er auch glaubt, daß an dieser Summe noch eine Ersparniß erzielt werden könne, wofür die Regierung seiner Erwartung nach wohl nach Möglich- kett Sorge tragen werde. Da zur Deckung dieser Kosten noch 4000 JL aus den Er­sparnissen bei dem Universitätsbau disponibel find, so bleiben nur 12,000 <X aufs Neue zu verwiegen, was der Ausschuß einstimmig beantragte.

Der Abgeordnete Schröder hat unterm gestrigen Datum folgende Inter­pellation an Großherzogl. Ministerium der Finanzen bei dem Bureau der zweiten Kammer eingereicht:

Die finanzielle und wirthschaflliche Wichtigkeit des Gegenstandes für das Land, sowie die Verhandlungen dieser Kammer bet Berathung des taufenden Staatsbudgets über den PostenGarantirte Staatszuschüsse an Privat-Eisenbahn-Unternehmungen" veranlassen den Unterzeichneten zu folgenden Anfragen an Großh. Ministerium der Finanzen:

1. Ist es richtig, daß die Großh. Hauptstaatskasse an das Großherzogthum Baden bereits die 100,000 Gulden bezahlt hat, welche laut Staatsvertrag Baden als Entschädigung für die beschleunigte Ausführung feiner Neckar-Bahn (Abkürzung der Bauzeit von 6 auf 4 Jahre) erhalten soll?

2. Was ist im Falle der Zahlung dieser 100,000 Gulden an Baden seitdem geschehen, um diesen bei der nicht rechtzeitigen Vollendung unserer Odenwaldbahn (Erbach-Erbach) zwecklos ausgegebenen Betrag von dem säumigen Contrahenten, der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft, für das Land zurückzuempfangen und diese Gesellschaft in der entschiedensten Weife zur Fertigstellung der fraglichen Bahnstrecke anzuhalten?"

Berlin, 22. Octbr. Nach den Mittheilungen derDeutschen Verkehrs- Zeitung" ist die Einführung einer neuen, den Post- und Telegraphen-Beamten gemeinsamen Uniform tm Werke und der darauf gerichtete Antrag der Ent­scheidung des Kaisers vorgelegt. Ob demnächst auch eine Aenderung der Vor­schriften in Bezug auf die Verpflichtung zum Tragen der Uniform etntreten wird, ist der genannten Zeitung nicht bekannt, doch gibt sie zu verstehen, daß die Anlegung der Uniform allen Beamten der Post- und Telegraphenämter bei Erledigung ihrer Amtsgeschäfte zur Pflicht gemacht würde, gleichviel, ob sie dabet für gewöhnlich mit dem Publikum zu verkehren haben oder nicht. Es ist übrigens noch gar nicht lange her, daß die Postbeamten eine neue, die jetzige, Uniform erhalten haben.

In dem vom 15. ds. datirten Bescheid des Cultusmtnisters an den Elbtnger Magistrat bezüglich der dortigen Simultanfchulen heißt es: Ich habe nach Kenntnißnahme der Sachlage nicht umhin gekonnt, ausdrücklich an­zuerkennen, daß der Magistrat Grund genug gehabt hat, sich dem Glauben hinzugeben, es werde nach der früher gestatteten Ueberführung der dortigen Mädchenschule in das Stmultansystem auch zur paritätischen Einrichtung der Knabenschule die höhere Genehmigung nicht versagt werden, unv daß demselben nicht der Vorwurf gemacht werden könne, tm Hinblick auf die Entwickelung des dortigen Schulwesens und auf die von der Regierung eingenommene Hal­tung in der etngeschlagenen Richtung lediglich einseitig vorgegangen zu sein. Ich muß aber zur Richtigstellung der Sachlage doch bemerken, daß von meinem Amtsvorgänger die Genehmigung zur Simultanisirung der Knabenschule nicht ertheilt wurde. Die Frage der dortigen paritätischen Schuleinrichtung ist vielmehr erst in Folge eines 1877 in einem öffentlichen Blatte erschienenen Artikels von hier aus ausgenommen, dann meinerseits in Folge des Protestes katholischer Gemetndeglteder Elbings gegen Ende dieses Sommers näherer Er­örterung unterzogen und eine ministerielle Entscheidung vor derjenigen vom 8. October überhaupt nicht getroffen worden. Wenn ich nun aber auch das Vorgehen des Magistrats bis zu einem gewiffen Punkte formell als be- rechtigt anerkennen mußte, so kann doch in dem bloßen Gewährenlaffen der zunächst vorgesetzten Behörde für mich kein Grund liegen, die allgemeinen Gesichtspunkte, welche ich in der Stmultanschulfrage als maßgebend festzu­halten habe, unbeachtet zu lasten, und dies um so weniger, als ich im vorlie­genden Falle auch die von dem Magistrat für die Simultanisirung der Kna­benschulen im Besonderen geltend gemachten Gründe nicht für ausschlaggebend zu erachten vermag. Der Bescheid des Ministers widerlegt sodann diese auf die localen Verhältniste bezüglichen Gründe und schließt folgendermaßen: Indem ich sonach bedauere, den Wünschen des Magistrats nicht entgegenkom­men zu können, gebe ich mich zugleich der Hoffnung hin, daß Wohlderselbe den in ihrer bisherigen Verfastung bleibenden Schulen seine Fürsorge, wie bis­her, so auch fernerhin bewahre.

Außland.

Petersburg, 21. Octbr. Der Kaiser Alexander soll, wie bereits früher gemeldet, die Absicht hegen, sich nach Cannes zu begeben, um dort etwa 8 Tage mit seiner Gemahlin zuzubrtngen. Es hieß zunächst, daß der Kaiser bei dieser Gelegenheit Berlin weder auf der Hln- noch Rückreise hätte berüh- ren wollen. Wie demReuter'schen Bureau" jetzt mitgetheilt wird, soll diese Reisedispositton dadurch eine Aenderung erlitten haben, daß Kaiser Wilhelm an Kaiser Alexander ein Privatschreiben gerichtet habe, in Folge dessen der russische Kaiser zuerst nach Petersburg gehen und dann die Reise nach Cannes über Berlin antreten werde. Dort soll dann abermals eine Begegnung zwi­schen den Heiden Monarchen stattfinden. Die Bestätigung dieser Nachricht wird abzuwarten sein.

Telegraphische Depeschen.

Waguer's telegr. Correspondenz Bureau.

Görlitz, 23. Octbr. An Stelle des Ministers a. D., Dr. Falk,

welcher das hiesige Mandat abgelehnt hatte, ist der Geh. Regterungsrath wattig (altliberal) zum Landtagsabgeordneten gewählt worden.

Straßburg, 23. Octbr. Aus Anlaß des Antrages der Gemeinde Pfaffenhofen auf Genehmigung einer Anleihe für den Bau der Bahn Buchs- weiler-Schwehhausen hatte sich der Statthalter in Begleitung des Obersten v. Strantz, Minlfterialraths Jordan und des Grafen Wilhelm v. Bismarck nach Buchswtiler begeben, um von den Verhältnissen der Bahnanlage Kennt- niß zu nehmen. Im Bahnhofe waren die Gemeindeoertreter von Buchsweiler und Pfaffenhofen veisanmelt. Nach der Vorstellung und Begrüßung sand eine gemeinsame Besichtigung und Besprechung der Bahnanlagen statt. Der Statthalter besuchte hierauf, begleitet von dem Gemeindevertreter und Bezirks- tagsmltglied Petri das Rathhaus, die höhere Töchterschule und das Gymna­sium, woselbst derselbe dem Unterricht in mehreren Klaffen beiwohnte, ferner die katholische und evangelische Kirche, die Synagoge, sowie das Braunkohlen- Bergwerk. Hierauf fand ein Diner von 45 Gedecken tm Gasthaus zur Sonne statt. In einem Trtnkspruch gab Petri dem freudigen Dank der Gemeinde für die Anwesenheit des Statthalters und Vertreters des Kaisers Ausdruck. Dieselbe beweise, daß Se. Excell. keine Gelegenheit versäume, um zu der Be­völkerung des Landes in persönliche Beziehungen zu treten, deren Wünsche enrgegenzunehmen und sich von deren Bedürfnissen zu überzeugen. Der Statt- Hatter sei der rechte Mann am rechten Platze. Er trage die Ueberzeugung, daß die Landesangelegenheiten sich in wohlwollenden und kräftigen Händen befinden. Der Statthalter werde in kurzer Zett die Herzen der Elsaß-Lothrin­ger gewinnen. In das hierauf von Petrl ausgebrachte Hoch stimmte die Versammlung begeistert ein. Der Statthalter dankte mit warmen Worten und trank auf das Wohl der Städte Buchswetler und Pfaffenhofen. Den gleichen Beifall fand ein weiteres Hoch auf den Statthalter, welches der Bürgermeister von Pfaffenhofen ausbrachte. Bei der Rückreise des Statt­halters am Abend spielte Musik im Bahnhof und bet der Abfahrt ertönten die Hochrufe der versammelten Menschenmenge. Auch die Gemeinden der Stationsorte Netwetler, Doffenheim, Hattmatt und Steinberg brachten gelegent­lich der Vorbetreise des Statthalters demselben Ovationen dar.

Konstantinopel, 23. October. Wie verlautet, soll Midhat Pascha in Folge des Cabinetswechsels seine Demission gegeben haben. Der britische Botschafter Layard soll gegen die Veräußerung der Zolletnnahmen zum Nach- theile der durch die letzteren garanttrten früheren Anlehen protestirt haben.

Wien, 23. Octbr. Der Kaiser hat mit Entschließung vom 20. Octo­ber dem General-Director des Eisenbahnwesens, v. Nordling, anläßlich seiner Uebernahme in den bleibenden Ruhestand in Anerkennung vorzüglicher Dienste das ComthurKreuz des Franz-Ioseph-Ordens mit dem Sterne verliehen.

Wien, 23. October. Meldung derPoltt. Corresp." aus Konstan­tinopel : Der Mimsterrath beschäftigte sich mit der Sommation Montenegros wegen Uebergabe von Gusinje und Plawa. Bet den Wahlen in die ostru- meltsche Vertretung sollen die Bulgaren eine starke Majorität erlangt haben. Aus Bukarest meldet diePolit. Corresp." : Die Mächte haben zugestimmt, daß Rumänien in der Commission für die Arabtabia-Frage mit einer consul- tirenden Stimme vertreten sei. Demzufolge wurden Oberst Arton und der Ingenieur Olanescu zu Commtffären ernannt.

DiePolit. Corresp." meldet aus Belgrad: Der Gesandte der nordamerikanischen Union in Wien ist hier etngetroffen, um mit der serbischen Regierung wegen Errichtung einer amerikanischen Vertretung und dem Abschluß eines Handelsvertrags zu verhandeln.

Berlin, 23. October. DieNordd. Allg. Ztg." erklärt die Zeitungs- Nachricht, daß die Retchsregierung beabsichtige, die Einführung der für 1. Januar 1880 beschlossenen Getretdezökle auf einen unbestimmten späteren Termin zu verschieben, für unbegründet.

Darmstadt, 24. October. Der Großherzog wird am 31. October von England hierher zurückkehren.

Lokales.

Gießen, 24. October. In der Gartenstraße stürzte gestern Nachmittag ein 9jahrige« Mädchen aus dem 2. Stock eines Hauses in den Garten. Mit Ausnahme einer kleinen Quetschung ist das Kind sonst unversehrt aufgefunden worven.

Handel und Verkehr.

Gießen, 22. Octbr. Der heutige Viehmarkt war trotz des schlechten Wetters ziemlich gut befahren. Aufgetrieben waren 806 Stück Schweine und 5 Pferde. Die Preise blieben niedrig, was wohl in der Nichtabhaltung des Rindviehmarkts seinen Grund haben mochte.

Nächster Markt Dienstag, den 4. November.

Limburg, 22. October. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JC. 19.75, Weißer Weizen 19.30, Korn JL 12.40, Saatkorn <X, Gerste M 11.20, Hafer, JL. 7.25, Erbsen JC. 14, Kartoffeln JL. (Durchschnittspreis pro Malter.)

Local-Historisches Museum.

Neu eingelaufcn diverse Gegenstände Nr. 531 689 von den Herren Boekmann, Hoch, Schwan, Nowack, Strack, Briegleb, Großmann, Milbrand, Decker, Gareis, und Mehrere« durch die Ausgrabungen deS Vereins auf der villa romana bei Holzheim. H.

Irischbäcker in Meßen.

Sonnlag, den 26. October. Ludwig Schneider, Neustadt. Ludwig Kämmerer, Seltersweg. Chrißttan Faß, Neue Baue.

Kirchliche Anzeigen

der evangclischenGemeinde )uGiehcn.

Gottesdienst:

Sonntag den 26. Oktober.

(Feier des Erntedankfestes.)

Morgens: Pfarrer Schlosser. NachmittagS: Pfarrverwalter Schöner.

Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 26. October bis 1. November besorgt Pfarrer Schlosser.

Künftigen Sonntag, den 2. November, wirb das heil. Abendmahl gefeiert werden. An demselben Tage als am ReformationSfeste wird eine Kollekte für den Gustav- Adolf-Verein erhoben werden.